10 Schritte in die Selbstständigkeit: Businessplan erstellen

Spielen Sie noch mit dem Gedanken, sich selbstständig zu machen – oder sind Sie schon viel weiter? Haben Sie sich bereits nach den Förderungsmöglichkeiten für Gründer, z. B. durch die Agentur für Arbeit, erkundigt? Dann wird von Ihnen über kurz oder lang ein Businessplan erwartet.

Je überzeugter Sie selbst von Ihrer Geschäftsidee sind, desto besser können Sie diese „verkaufen“. Denn ein gutes Geschäftskonzept sichert nicht nur die Finanzierung für Ihr eigenes Business, sondern wirkt sich auch auf eine gesunde Entwicklung Ihres Unternehmens aus.

In den letzten Jahren hat der Businessplan zunehmend an Bedeutung gewonnen. Sie brauchen ihn nicht nur für die Fördermittel oder um einen Kredit bei der Bank zu beantragen, sondern beispielsweise ebenfalls, um einen Großlieferanten im Vorwege zu überzeugen.

Lassen Sie sich von den vielen Ratgebern zu diesem Thema nicht verunsichern: Es gibt keine allgemein verbindlichen Regeln, wie ein Businessplan aussehen muss. Deswegen ist es nicht weiter verwunderlich, dass unerfahrenen Firmenchefs in spe vor allem die Planung von Investitionen sowie von Einnahmen und Ausgaben Kopfschmerzen bereitet. Leisten Sie sich fachmännische Unterstützung – z. B. indem Sie sich mit einem kompetenten Steuerfachmann oder einem Experten von der Industrie- und Handelskammer oder von der Handwerkskammer beraten.

Wenn es Ihnen gelingt, einen Geldgeber auf dem Papier zu überzeugen, sollten Sie Ihre Ausarbeitung nicht im Schreibtisch verstecken. Anhand Ihres Businessplans verfügen Sie nämlich über ein prima Werkzeug für Ihre Selbstkontrolle, beispielsweise um Ihre Planzahlen regelmäßig mit den tatsächlich erzielten Beträgen zu vergleichen. Die Stärken und Schwächen Ihrer Firma fallen Ihnen auf diese Weise sofort ins Auge, und Sie können rechtzeitig eingreifen.

Welche Punkte in Ihrem Businessplan enthalten sein sollten

1) Zusammenfassung

Konzentrierte Information wird von Ihnen gleich zu Anfang gefordert, damit der Leser sofort einen Überblick bekommt. Die entscheidenden Punkte Ihres Vorhabens sollen in der Zusammenfassung knapp erläutert werden. Vergessen Sie nicht eine Kurzbeschreibung Ihres Produktes oder Ihrer Dienstleistung sowie den Kundennutzen und die Zielgruppe, die Sie ansprechen wollen. Die Kompetenz des Gründerteams, der Investitionsbedarf, die gewählte Rechtsform der Firma und die angestrebte Rendite sollten in der Zusammenfassung ebenfalls erwähnt werden. Geben Sie sich viel Mühe, so zu formulieren, dass auch Laien Sie ohne Probleme verstehen. Sie punkten mit Klarheit, nicht mit Visionen oder verschwurbelten Sätzen. Bleiben Sie vor allem total sachlich in Ihrer Sprache.

2) Geschäftsidee

Beschreiben Sie in so einfachen Wortern wie möglich, was Sie tun möchten. So erstellen Sie automatisch ein Produkt- und Leistungsprofil, von dem Sie auch selbst profitieren. Außerdem nennen Sie Erfolgsfaktoren und die geplante Strategie zur Markteinführung und geben an, wie der Firmenname lauten soll. Standort, Rechtsform und Firmenstruktur werden zudem kommuniziert. Bitte denken Sie daran, für die kommenden drei bis fünf Jahre zu beschreiben, wie Ihre Unternehmensziele aussehen.

3) Produkt

Hier können Sie ganz ausführlich beschreiben, um welches Produkt oder um welche Dienstleistung es Ihnen geht. Sie können außerdem Informationen platzieren, die etwas über den technischen Entwicklungsstand aussagen – oder sich zu Patenten bzw. Lizenzen und ggf. zur Preisstruktur Ihres Produktes äußern. Dies alles lässt sich eventuell in wenigen Sätzen sagen. Probieren Sie es, sich kurz zu fassen.

4) Markt

Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt: Wer sind Ihre potenziellen Kunden? Wie zahlungskräftig sind diese, und als wie verlässlich können sie im Hinblick darauf gesehen werden, Ihre Rechnungen pünktlich zu bezahlen. Außerdem sollten Sie unter diesem Punkt erläutern, wer Ihre wichtigsten Konkurrenten bzw. Wettbewerber sind und wie gut Sie sich mit den Strategien auskennen, die diese verfolgen. Außerdem gehört zum „Markt“ auch eine Kurzanalyse, von welchen Faktoren und Trends die allgemeine Entwicklung in Ihrer Branche beeinflusst wird.

5) Marketing

Für viele der am schwierigsten zu beschreibende Punkt, vor allem Techniker oder Ingenieure könnten damit ein Problem haben. Doch zum Businessplan gehört auch, dass Sie auf einleuchtende Weise darlegen, mit welcher Strategie Sie Ihre Geschäftsidee auf den Markt bringen und verkaufen wollen. Sollten Sie bereits einen Zeitplan und eine Referenzliste besitzen – halten Sie diese nicht zurück. Je mehr sie vorweisen können, desto eher lassen sich Ihre Geldgeber oder Befürworter von Ihrem Konzept überzeugen.

6) Team

Hier geht es um Ihre Personalplanung, Sie sollten wissen, dass sich die meisten Leser Ihres Businessplanes direkt nach der Zusammenfassung diesem Punkt zuwenden. Denn daraus wird für diese ersichtlich, über welche beruflichen Erfahrungen und nachweisbaren Erfolge der Gründer und seine wichtigsten Mitarbeiter verfügen. Deutlich wird ferner, wie die Aufgabenverteilung innerhalb des Teams aussehen soll. Außerdem listen Sie auf, an welchen Positionen Sie noch Verstärkungsbedarf sehen. Wenn Sie es gut machen, geben Sie eine Prognose für die Personalplanung in den kommenden Jahren ab, die so realistisch wie möglich ausfallen sollte.

7) Chancen und Risiken

Hier zwei Szenarien zu entwerfen, hat sich bewährt – spielen Sie die Entwicklung Ihrer Firma im besten, aber auch im ungünstigsten Fall durch. Als angehender Firmenchef sollten Sie Ihre Angaben schlüssig begründen und dabei mit belegbaren Zahlen und Fakten arbeiten. Seien Sie nicht zaghaft: Viele Geschäftspartner fürchten mögliche Risiken nicht, wenn sie den Eindruck gewinnen, dass Sie als Chef verantwortungsbewusst handeln. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt – dieses Motto gilt auch heute noch.

8) Planung

Harte Fakten bestimmen diesen Teil Ihres Konzepts – z. B. den Abschreibungs- und Investitionsplan für alle größeren Anschaffungen in den nächsten drei bis fünf Jahren. Hinzu kommt die Liquiditätsplanung mit einer Liste aller erwarteten Ausgaben und Einnahmen. Dafür müssen Sie kein Talent zum Wahrsagen besitzen. Denn nur für das erste Geschäftsjahr erwartet Ihr Leser eine Monatsaufstellung. Für die anschließenden Jahre reicht es aus, wenn Sie eine quartalsmäßige Auflistung für das zweite und dritte Geschäftsjahr erstellen. Für das vierte und fünfte Geschäftsjahr kann diese für jedes Halbjahr angefertigt werden. Denn Abschluss bildet eine Gewinn- und Verlustrechnung, aus der sich Ihr Leser über die voraussichtliche Entwicklung von Umsätzen, Aufwendungen und Erträgen Ihres in Gründung befindlichen Unternehmens informieren kann.

9) Finanzbedarf

Hier liegt es an Ihnen, die richtige Mischung aufzulisten – sowohl das Eigenkapital Ihrer Firma als auch das Fremdkapital. Beachten Sie dafür die Regel, dass langfristig benötigte Investitionen langfristig finanziert werden, kurzfristig genutzte Anschaffungen hingegen lediglich kurzfristig. Wählen Sie für ein Lager mit schnellem Warenumschlag also den Kontokorrent- oder Lieferantenkredit. Darlehen mit langen Laufzeiten oder Fördermittel eignen sich für Maschinen oder Immobilien. Bitte vergessen Sie nicht, an eine Rücklage für unvorhergesehene Ausgaben zu denken.

10) Anhang

Dieser enthält u. a. Ihren Lebenslauf. Alle weiteren Informationen wie Skizzen und Fotos von Produkten, Patente, Studien und Gutachten sowie Referenzen sind dafür gedacht, Ihre in den vorausgegangenen Punkten dargelegten Aussagen sinnvoll zu unterstützen. Sie können Ihre Anlagen nach Belieben erweitern – alles was Sie für wichtig erachten, kann auch den Leser Ihres Businessplans interessieren.
Wenn Sie alles berücksichtigen, werden Sie mit Ihrem Konzept nicht scheitern, sondern eventuelle Förderer für Ihre Geschäftsidee einnehmen. Es ist keine Diplomarbeit, die Sie vorlegen.

Artikelübersicht

Teil 1: Was Sie als Existenzgründer beachten sollten

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