5 Strategien für einen guten Einstieg in den Job

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Unternehmen, aber auch neue Mitarbeiter können bereits vor Beginn des Arbeitsverhältnisses oder am ersten Tag dazu beitragen, dass die Weichen für eine vertrauensvolle und langfristige Zusammenarbeit gestellt werden. Dennoch kann so einiges schief gehen.

Geschafft – nach unzähligen Bewerbungen und etlichen Gesprächen steht der neue Arbeitgeber nun endlich fest. Alle Formalitäten sind erledigt, der erste Arbeitstag steht bevor, dann kann es also los gehen! … oder?

Der erste Arbeitstag

Montagmorgen, 9 Uhr, der erste Arbeitstag beginnt. Der neue Mitarbeiter, Herr Müller, ist pünktlich da und meldet sich bei seinem Chef, Herrn Schulze. Diesem fällt es beim Angesicht des „Neuen“ wie Schuppen von den Augen: Herr Müllers erster Arbeitstag! Einen Schreibtisch mit Stuhl gibt es zwar, aber was ist mit der restlichen Arbeitsplatzausstattung? Wo ist das Telefon, der PC, die restlichen Utensilien? Vergessen! Er wollte auch den Kollegen Bescheid geben, wann endlich wieder Unterstützung im Team kommt. Auch das hat er verschwitzt. Zudem hat Herr Schulze gleich einen wichtigen Termin, der nicht verschiebbar ist. Wer soll sich nur kümmern?

Die Kollegen werden es schon richten

Nun ist es so, wie es ist. Der neue Mitarbeiter ist da, das Chaos perfekt. Macht keinen guten Eindruck. Herr Müller steht da und wartet. Nun hat Herr Schulze eine Idee. Er sieht seinen Mitarbeiter Herrn Fischer, der gerade an seinem Büro vorbei läuft, bittet diesen zu sich und stellt den neuen Kollegen vor. Er erklärt die Situation und bittet Herrn Fischer sich seines neuen Kollegen anzunehmen. Doch zunächst soll er sich darum kümmern, dass Herr Müller einen vollwertigen Arbeitsplatz erhält und danach „einfach mal was zeigen“. Dann verschwindet Herr Schulze in einen Termin.

Guter Tag trotz anfänglicher Hindernisse

Da stehen Sie nun, der Herr Müller und der Herr Fischer und schauen sich an. Herr Fischer nimmt seinen neuen Kollegen mit ins Büro zu den anderen, stellt ihn vor und bittet diese um Mithilfe. Am Ende des Tages hat Herr Müller dank des Einsatzes seiner neuen Kollegen alles, was er benötigt. Der erste Tag ist nun geschafft, aber was ist morgen? Seinen neuen Chef hat Herr Müller an diesem Tag nicht mehr zu Gesicht bekommen. Womit soll er sich morgen beschäftigen? Wie steht es um die Stellenbeschreibung und welche Ziele gilt es zu erreichen? All diese Fragen beschäftigen Herrn Müller. Diese würde er gerne mit Herrn Schulze besprechen.

Neustart gefällig?

Wie beschrieben kann, muss es aber am ersten Tag nicht laufen. Ok, spulen wir mal auf Anfang zurück oder sogar noch etwas weiter nach hinten. Um gut für den ersten Arbeitstag gerüstet zu sein, kann unser Herr Müller einiges beachten und selbst aktiv werden.

Fragen für das Vorstellungsgespräch:

Schon bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch kann Herr Müller sich Gedanken um den neuen Job machen. Damit signalisiert er Interesse und zeigt, dass er sich mit der Tätigkeit und dem Unternehmen beschäftigt hat. So könnte er fragen, welche Erwartungen und Ziele an die Position gestellt werden? Oder er könnte sich erklären lassen, wie der Job genau aussieht (soweit er noch nicht beschrieben wurde). Wie steht es um einen Paten oder Mentor, der ihn als neuen Mitarbeiter begleitet, unterstützt und einarbeitet?

In der Woche vor Arbeitsbeginn noch einmal beim neuen Chef oder in der Personalabteilung melden:

Mit der aktiven Kontaktaufnahme ruft sich Herr Müller vorab noch einmal ins Gedächtnis. Sollten nicht bereits sämtliche Veranlassungen für den Arbeitsplatz getroffen sein, so könnten Sie nun spätestens beginnen. Dann geht es Herrn Müller sicherlich nicht so wie in der oben beschriebenen Situation. Gegebenenfalls hat sich auch noch eine andere Frage ergeben, welche Herr Müller vor dem Start noch stellen möchte.

Auf den ersten Tag konkret vorbereiten:

Herr Müller sollte sich nun überlegen, wie er sich gerne darstellen möchte und seine Kenntnisse und Fähigkeiten noch einmal reflektieren. Ein übersteigertes Selbstbild ist ebenso unangebracht wie zu viel Zurückhaltung. Dabei spielt sicherlich nicht nur die Kleidung eine Rolle, sondern auch die persönliche Einstellung und was Herr Müller gerne von sich preis geben möchte.

Auf einen guten oder nicht so guten Einstieg gedanklich vorbereiten:

Herr Müller könnte vor dem Start den ersten Tag des neuen Jobs gedanklich durchspielen. Dabei könnte der Traumstart dabei sein, aber auch die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass nicht alles reibungslos funktioniert. Damit kann Herr Müller einer potenziellen Enttäuschung – wie etwa oben beschrieben – zumindest gedanklich entgegen gewirkt werden.

Für den ersten Arbeitstag:

Ist es soweit, heißt es dann „Los geht´s“. Mit den vorbereiteten Fragen und dem Profil kann Herr Müller sich nach den ersten Kontakten aktiv bei den Kollegen vorstellen. Wenn dies nicht bereits von dem Unternehmen zur Verfügung gestellt wird, bietet sich nun die Gelegenheit für Herrn Müller nach unternehmensrelevanten Informationen (Betriebsvereinbarungen, Organisationspläne, etc.) zu fragen. Auch ist nun der richtige Zeitpunkt für ihn, um konkret nach einem Einarbeitungsplan und seinem Paten zu fragen.

Zum Einstieg dann noch „einen ausgeben“ (hier lohnt es sich einmal zu fragen, was denn gut ankommt) und die ersten 100 Tage im Unternehmen werden ein Klacks.

Was das Unternehmen für einen guten Einstieg tun kann

Eine Checkliste erstellen:

Um für den ersten Arbeitstag eines Mitarbeiters/einer Mitarbeiterin gut gerüstet zu sein, empfiehlt es sich für Unternehmen eine Checkliste zu erstellen. Diese enthält wichtige Anhaltspunkte darüber, was alles erledigt werden muss, bevor der neue Mitarbeiter/die neue Mitarbeiterin im Büro erscheint. Dazu gehört alles rund um den physischen Arbeitsplatz, aber auch inhaltliche Themen (dazu siehe auch weiter unten).

Die Kollegen rechtzeitig informieren:

Sind die Kollegen bereits vorab darüber informiert, wann der neue Kollege/die neue Kollegin, kommt, zeigt die Führungskraft bereits vorab Wertschätzung für den neuen Mitarbeiter/die neue Mitarbeiterin. Die Kollegen wissen damit auch, wann endlich Verstärkung kommt.

Informationen über das Unternehmen aushändigen:

Ein Organisationsplan und wichtige sonstige Informationen über das Unternehmen (z.B. Betriebsvereinbarungen) sind wichtige Unterlagen, die der Neuling am ersten Tag erhalten sollte. Damit erhält er/sie Orientierung und kann sich bereits in die wichtigsten formellen Themen einlesen.

Einen Einarbeitungsplan erstellen:

Damit der neue Mitarbeiter/die neue Mitarbeiterin bereits an seinem/ihrem ersten Arbeitstag weiß, was ihn/sie in den kommenden Wochen und Monaten erwartet, ist ein Einarbeitungsplan empfehlenswert. Hier wird die Tätigkeit samt Zielen festgeschrieben. Damit haben Mitarbeiter/Mitarbeiterin und Führungskraft einen Fahrplan, über den sie sich regelmäßig austauschen können.

Paten zur Seite stellen:

Hat der neue Kollege/die neue Kollegin einen Paten, der ihn/sie während der ersten Zeit an seine Seite nimmt, wird der Einstieg leichter. Er/sie findet sich somit sicherlich schneller in den Unternehmensstrukturen und in der Unternehmenskultur zurecht. Der/Die neu Zugezogener/Zugezogene ist darüber hinaus gegebenenfalls auch dankbar für gemeinsame Aktivitäten oder Tipps für die Freizeit.

Einführungsveranstaltung

Kommen zur selben Zeit mehrere neue Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen an Bord, so lohnt es sich für Unternehmen einmal darüber nachzudenken, ob eine gemeinsame Einführungsveranstaltung sinnvoll sein kann. Diese ersetzt nicht das persönliche Kennenlernen und Bekannt machen mit den Kollegen, kann aber denkbar erleichtern, wenn es um organisatorische Themen geht oder vielleicht eine Betriebsführung.

Beitrag von

Anita Feuchtinger

Ich bin Beraterin für Personalstrategie mit dem Schwerpunkt Mitarbeiterbindung und Mediatorin. Ich habe Marketing-Kommunikation und Betriebswirtschaft studiert und 2011 meine Mediationsausbildung beendet. Vor meiner Selbstständigkeit habe ich als Personalberaterin in der Personalabteilung eines deutschen Konzerns gearbeitet und verfüge über langjährige Erfahrung in diesem Bereich. Ich lebe in München, mein Wirkungskreis erstreckt sich aber auch über die Grenzen der Stadt hinweg.

3 Kommentare

  1. Bianca Steffie am

    Erfolg im job bedeutet für mich nur , wenn das Gehalt ausreichen würde um komplett eine Familie da von zu ernähren …. wer kann das heut zu tage ? fast niemand

  2. Stimmt Bianca. Leider hält der Trend zum Zweit- und Drittjob weiterhin an. Ohne diesen kommen viele Menschen hier in Deutschland einfach nicht über die Runden.

  3. Frank Drews am

    “Ein Organisationsplan und wichtige sonstige Informationen über das Unternehmen (z.B. Betriebsvereinbarungen) sind wichtige Unterlagen, die der Neuling am ersten Tag erhalten sollte. Damit erhält er/sie Orientierung und kann sich bereits in die wichtigsten formellen Themen einlesen.” Zitat Ende. Jaaaa einen Plan haben ist gut! Manche haben nicht mal nen Plan B! LACH

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