7 Fähigkeiten, die mächtige Menschen beherrschen

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Kein Gesellschaftsgefüge kommt ohne sie aus. Der Umgang mit ihr ist nicht nur äußerst schwierig – er will auch sorgfältig erlernt sein. Sie ist in unserer modernen Gesellschaft stark tabuisiert und nahezu verpönt. Zu gefährlich und vielfältig sind angeblich die Möglichkeiten des Missbrauchs. Die Rede ist von der Macht.

Selbst Führungskräfte umgehen sie und fürchten sich, Macht auszuüben oder sind sich ihres Machteinflusses nicht bewusst.

Wie wir Macht bewerten, ob wir sie positiv oder negativ empfinden, sie ist da – immer, mal verborgen – unterschwellig, hier und da spürbar, manchmal sogar deutlich sichtbar.

Schon Alfred Herrhausen (1930-1989), Vorstandssprecher Deutsche Bank sagte: Entscheidend ist nicht die Frage, ob man Macht hat, entscheidend ist die Frage, wie man mit ihr umgeht.

Sind Sie unangreifbar?

Eine Führungskraft, die ihren Mitarbeitern Respekt und Wertschätzung entgegenbringt, hat selbstverständlich Macht über sie. Aber auch der Chef, der seine Mitarbeiter unterdrückt und gängelt. Beide verfolgen jedoch unternehmerisch höhere Ziele. Nämlich den Erfolg des Unternehmens und somit der Sicherung der Arbeitsplätze.

In beiden Fällen wird Macht gezielt eingesetzt, um positive Ergebnisse zu erzielen. Allerdings heiligt der Zweck natürlich nicht die Mittel. Wie man andere Menschen gezielt führt, lässt sich wie ein gutes Handwerk erlernen.

Kommunizieren Sie deutlich?

Ihren Ausdruck findet Macht nicht nur in Worten, sondern auch in der Körpersprache. Dabei sind nicht offensichtliche Drohgebärden oder um ein beachtliches Drohkarussel gemeint, sondern die subtilen Zeichen der wirkungsvollen Mimik, Gestik, Stimmführung und Körperhaltung. Diese Art der Einflussnahme hat einen direkten Zugang zum Unterbewusstsein des Gesprächspartners. Alles passiert scheinbar automatisch und wird dem Betroffenen größtenteils nicht einmal bewusst.

Erkennen Sie Machtspiele?

Macht hat man nicht nur über andere, sondern man muss sie vor allem über sich selbst haben. Wer sich selbst und seine Gefühle beherrschen kann, lässt sich von anderen nicht beeinflussen und gewinnt Einfluss auf andere. Dadurch wird man mächtig, statt zu einer Marionette der eigenen Gefühle zu werden. Wie oft hat man sich von seinen eigenen Gefühlen hinreißen lassen, was man später bitter bereut hat. Eine gute Nachricht: Auch Selbstbeherrschung lässt sich gezielt trainieren.

Erreichen Sie Ihre Ziele?

Macht ist die Fähigkeit, Ziele zu erreichen ohne sich äußeren Ansprüchen unterwerfen zu müssen. Da ist zum Beispiel der Marathonläufer, der ins Ziel läuft und zwar völlig unabhängig davon, ob auch andere ihr Ziel erreichen. Macht und Erfolg, im Sinne der Erlangung selbstgesteckter Ziele sind also eng miteinander verknüpft.

Leben Sie im Bewusstsein von Macht?

Wirkungsvolle und nachhaltige Führungspersönlichkeiten beherrschen alle Instrumentarien der Macht. Das ist der souveräne und ehrliche Weg Ziele zu erreichen. Diese Spitzenkräfte sind in der Lage mit ihrer Macht umzugehen, sie zu beherrschen, sie zu zügeln, sie zu dosieren. Sie nutzen diese Macht ganz einfach dort, wo und wie es angebracht ist.

Sieben Fähigkeiten, die mächtige Menschen beherrschen

Zahl Eins Sie stehen offen und ganz bewusst zu ihrer Macht und verstecken sie nicht. Das steigert ihr Selbstbewusstsein, dadurch wirken sie glaubwürdig, überzeugend und authentisch.

Zahl Zwei Sie wissen, dass Macht bei ihnen selbst beginnt. Sie kontrollieren ihre Impulse und sind selbstdiszipliniert. Deshalb sind sie nahezu unangreifbar.

Zahl Drei Sie sind Meister der Kommunikation. Denn sie wissen, Kommunikation ist der Schlüssel zu den Menschen. Wer andere überzeugen und bewegen will, muss wirkungsvoll mit ihnen kommunizieren können.

Zahl Vier Sie sind hervorragende Netzwerker. Denn wer allein ist, ist alles andere als mächtig, nämlich ohnmächtig.

Zahl Fünf Sie sind ein Vorbild. Jeder will so sein wie sie, oder sich zumindest eine Scheibe von ihnen abschneiden (Identifikation). Sie verkörpern ein faszinierendes Lebensgefühl. Dafür werden sie von den Menschen bewundert. Und geliebt.

Zahl Sechs Ihre Menschenkenntnis (Empathie!) lässt sie die Bedürfnisse und Motive anderer Menschen intuitiv erkennen und einordnen. Sie wissen, was andere Menschen wollen und können darauf eingehen. Auch das macht sie außerordentlich beliebt.

Zahl Sieben Sie verfügen über natürliche Autorität, auch Charisma genannt. Sie sind in der Lage, die Herzen der Menschen zu berühren. Das macht sie nahbar und unnahbar zugleich. Vor allem macht es sie unantastbar.

Fazit:

Es ist wie bei allem im Leben: „Die Dosis macht das Gift.“ Wer die Regler des Mischpultes der Macht gut aufeinander abstimmt und all die Eigenschaften positiv nutzt, ist in der Lage sie wirkungsvoll zum Guten einzusetzen. Und, nur wer über Macht verfügt, kann wirklich Wertvolles und Nachhaltiges bewirken. Dabei ist Macht gleichzusetzen mit dem gezielten Umgang und richtigen Ausleben von Ethik und Werten. Ohne den Einfluss seiner Macht wird dieses niemandem gelingen.

Beitrag von

Gabriele R. Franzak ist Inhaberin und Gründerin von GRF Consulting. GRF Consulting bietet wirkungsvolle und nachhaltige Leadershipberatung & Einzelcoaching.Gabriele R. Franzak ist Machtexpertin und kennt die komplexen Macht- und Karrieredynamiken in der obersten Führungsebene.Als ausgebildeter und zertifizierter Management-Coach gibt sie ihr Wissen seit 2008 an Führungskräfte weiter. Viele namhafte Unternehmen zählen zu ihren Kunden. Man schätzt ihre Art ernste Gedanken humorvoll zu präsentieren. Gemäß dem Motto: „Informativ, praxisnah, authentisch.“Sie ist eine gefragte Gastautorin für Karrieretipps.

6 Kommentare

  1. Marco Hass am

    Ach, wenn es doch so einfach wäre!
    84% aller Arbeitnehmer in Deutschland machen “Dienst nach Vorschrift”. Für mich heißt das, dass 8 von 10 Leitungskräften ihre Macht missbrauchen.
    Des Weiteren glaube ich nicht, dass Chefs die MA “unterdrücken und gängeln” höhere unternehmerische Ziele zum Erfolg und Sicherung von Arbeitsplätzen im Unternehmen verfolgen (Ich schlage dich doch nur, weil ich dich liebe!?…..) Vielmehr glaube ich, dass diese Führungskräfte oft nur sich selbst (Position, Status) im Blick haben, unterdurchnittlich selbstbewußt und schlichtweg überfordert sind.
    Unangreifbarkeit, Unantastbarkeit, Beliebtheit und geliebt zu werden als Begründungen (Motivationen) für die 7 Fähigkeiten der Macht anzuführen zielt auf Status und Grundbedürfnisse eines jeden Menschen (wer will nicht geliebt werden?)
    Ich finde die dargestellten Fähigkeiten der Macht trotzdem lobenswert und richtig. Sie sind mir jedoch zu plakativ und viel zu kurz gegriffen und deswegen kein wirklich guter Beitrag zu Unternehmenswerten und Führungskultur.

    Marco Hass

  2. Alle Machtmenschen haben Defizite in ihrer Persönlichkeit. Und umso höher die “gesellschaftliche” Stellung ist, umso mehr wird diese Störung zum absoluten Tabu!

  3. Find ich sehr gut und treffend, nur glaub ich das wenige der sogenannten Führungskräfte dies auch wirklich beherrschen!

  4. Lutz W. Eichler am

    Die Grenzen der Persönlichkeit sind immer auch die Grenzen der Führungsfähigkeit – oder anders aus einem Mops wird kein Windhund! Führung ist eben nicht NUR Handwerk. Interessant dazu: “Das Führungsdrama: Künstler, Handwerker und Technokraten im Management” von Patricia Pitcher

    Lutz W. Eichler

  5. Brigitte Späth am

    Ich stimme Herrn Eichler völlig zu. Wie viele Menschen werden Führungskraft, weil sie das wollen und diese aufgabe beherrschen? Und wenn sie es denn wirklich wollten? Was sind heute die häufigsten Motive? Dann sind sie Getriebene zwischen eigenen Wünschen, geschäftspolitischen Zielen, Zahlen, Strukturen und Konkurrenzanforderungen. Vielleicht braucht es dann tatsächlich nur noch Macht an Stelle eines Willens zum Sinn, um an der Oberfläche zu bleiben. Und Führung – etwa Menschenführung – ein unverstandener Inhalt.

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