7 Tipps für den richtigen Umgang mit Niederlagen im Job


Mit Niederlagen im Job richtig umgehenObwohl die Liste möglicher Misserfolg im Beruf lang ist, ist Scheitern immer noch ein heikles Thema. Aber egal, ob es sich um eine Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz handelt, eine Beförderung oder eine Bewerbung abgelehnt wurde, der (eigene) Betrieb insolvent und man plötzlich arbeitslos ist, der Arbeitgeber oder man selbst aus welchem Grund auch immer gekündigt hat, ein großer Auftrag daneben gegangen ist – eine Niederlage muss nicht gleich das Karriere-Aus bedeuten.

Wichtig ist es jedoch, die „richtige“ Einstellung zu finden. Petra Walther hat in der Mai-Ausgabe 2008 der Zeitschrift managerSeminare die Tipps von Experten in einem „Curriculum für gescheites Scheitern“ zusammengefasst. Die Psychotherapeutin Irmtraud Tarr, die systemische Beraterin Ulrike Ley und der Leiter der Agentur für gescheites Scheitern Hans-Jürgen Stöhr raten insbesondere:

1. Kalkulieren Sie Scheitern mit ein!

Das Risiko des Scheiterns besteht immer. 100 Prozent Sicherheit gibt es nicht. Von vornherein Niederlagen auf jeden Fall vermeiden zu wollen, ist allerdings der falsche Weg und verhindert einen konstruktiven Umgang mit einer solchen Situation. Denn misserfolgsorientierte Personen neigen dazu, sich entweder unrealistisch niedrige oder zu hohe Ziele zu setzen. Erfolgsorientierte Personen bevorzugen dagegen Ziele, die sie wirklich erreichen können und sind deshalb auch in der Lage, Pleiten besser wegzustecken.

2. Akzeptieren Sie die Niederlage und lassen Sie los!

Ist der Misserfolgs-Fall eingetreten, sollte er akzeptiert werden, weil er nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Zudem ist es wichtig, zu erkennen, dass es keinen Sinn macht, das angestrebte Ziel (so wie bisher) weiter zu verfolgen, und loszulassen, um Veränderungen in der Zukunft möglich zu machen.

3. Unterscheiden Sie zwischen Sache und Person!

Scheitern sollte nicht persönlich genommen werden. Auch wenn man eventuell dazu beigetragen hat, ist letztlich nur diese eine Sache schief gelaufen und man noch lange kein kompletter Versager, der überhaupt keine Fähigkeiten besitzt. Vielleicht hat man seine Ressourcen bis jetzt nur falsch eingesetzt oder sogar alles richtig gemacht und einfach nur Pech gehabt. Ein vermasseltes Kunden-, Gehalts- oder Vorstellungsgespräch muss deshalb nicht automatisch bedeuten, dass es beim nächsten Mal auch nicht klappt.

4. Verzeihen Sie sich selbst!

Wer sich mit andauernden Selbstzweifeln quält, steht sich nur selbst im Weg und vergeudet Energie, die er auf andere Weise sehr viel sinnvoller einsetzen könnte – beispielsweise für die Überarbeitung seiner Bewerbungsmappe oder die Jobsuche.

5. Reflektieren Sie das Geschehene!

Blinder Aktionismus ist jedoch meist genauso ineffizient. Besser ist es, sich eine bewusste Auszeit zu nehmen und über das Erlebte nachzudenken: Was genau ist eigentlich schief gelaufen? Woran kann es gelegen haben? Was kann ich verändern oder in Zukunft besser machen? Wenn zum Beispiel eine Beförderung abgelehnt wurde, kann es unter Umständen sinnvoll sein, über eine Weiterbildung oder eine berufliche Neuorientierung nachzudenken – je nachdem, ob man die Gründe eher bei sich selbst oder beim Arbeitgeber sieht.

6. Sehen Sie das Scheitern als Chance zum Lernen!

Persönliche Weiterentwicklung beinhaltet immer auch Versuch und Irrtum. Fehler und Krisen gehören zum Lernen dazu und sollten als Herausforderung gesehen werden, die auch neue Chancen bergen. Nur wer erlebt, wie er unangenehme Situationen meistern kann, kann daraus Selbstvertrauen für die Zukunft ziehen. Beispielsweise ist vielleicht eine Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz doch nicht so schlimm, wie es im ersten Moment erscheint, oder stellt sich im Nachhinein sogar als Glücksfall heraus, weil die neue Tätigkeit den eigenen Fähigkeiten und Interessen sehr viel mehr entspricht.

7. Suchen Sie nach neuen Lösungen!

Ein Misserfolg lässt sich zwar nicht mehr rückgängig machen, aber zum Besseren nutzen. Nach dem Scheitern gilt es daher, sich nach Alternativen umzusehen – am besten zusammen mit Personen, die einen neutralen Blick auf die Angelegenheit haben und wertvolles Feedback geben können.

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Derzeit gibt es 1 Kommentar. »

  1. Niederlagen zu akzeptieren ist nicht immer einfach, gerade wenn eine Person sehr erfolgsorientiert arbeitet und auch lebt. Es gibt eben Gewinner-Typen, die wollen ihre Vorstellungen durchsetzen, komme was wolle. In schwierigen Fällen hilft hier nur der Gang zum Psychologen. Der Knackpunkt daran ist aber, dass sich solche Menschen ihr Problem mit sich und der Umwelt nicht eingestehen. Es sind immer andere Schuld.

    Ute

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