Ab in die Ferien – dank Urlaubsgeld?

Nur die Hälfte aller Beschäftigten darf sich über ein Entgelt freuen, das sich Urlaubsgeld nennt. Allerdings sind die Unterschiede enorm – der Zuschuss zu den Urlaubskosten reicht von 155 Euro für Balkonien bis zu 2.200 Euro, mit denen sich locker 14 Tage All-inclusive-Erholung finanzieren lassen.

Wie eine Online-Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung (Förderwerk des DGB) ergab, liegen nach Tarif bezahlte Arbeitnehmer deutlich vorn. Ca. 20.000 Angestellte hatten an der Befragung teilgenommen. Dabei ergab sich folgender Trend: Bei den mittleren Einkommen fällt das Extra für die Urlaubskasse sehr unterschiedlich aus.

Wie die „Lohnspiegel“-Umfrage belegt, kassieren 60 Prozent der tariflich abgesicherten Mitarbeiter Urlaubsgeld – gegenüber lediglich 35 Prozent von denen, die nicht tarifgebunden sind. Doch auch beim tariflich vereinbarten Urlaubsgeld sind krasse Unterschiede an der Tagesordnung. Ein Kumpel im Steinkohlebergbau des Ruhrgebiets muss sich mit 155 Euro zufrieden geben. Wer in der Holz- und Kunststoffverarbeitung beschäftigt ist, bekommt ca. das Vierzehnfache, nämlich rund 2.200 Euro.

Im Westen wird besser gezahlt

47 Prozent der Befragten erhalten in diesem Jahr Urlaubsgeld. Dabei hat sich der ausgezahlte Betrag entsprechend dem Niveau der neuen Tarifvereinbarungen entwickelt: Das sind in der Druckindustrie 2 Prozent, in der Metallindustrie 4,3 Prozent und im Bauhauptgewerbe der westlichen Bundesländer 5,6 Prozent. Konkret bedeutet dies, dass die Mitarbeiter der Branchen, in denen das Urlaubsgeld mit zur tariflichen Grundvergütung gerechnet wird, profitieren. Denn der entsprechende Prozentsatz steigt nach jedem Tarifabkommen. Inhaber eines Pauschalvertrages hingegen müssen stets aufs Neue verhandeln.

Eines hat sich nicht verändert: In den alten Bundesländern werden höhere Urlaubsgelder gezahlt als in den neuen. In den letzten zehn Jahren hat sich in der ostdeutschen Textilindustrie etwas getan: Hier stieg das tarifliche Urlaubsgeld um 114,3 Prozent von 175 auf 375 Euro. Im Vergleich: In Westfalen liegt es bei 691 Euro.

Fakt ist zudem, dass in diversen Branchen überhaupt kein Urlaubsgeld gezahlt wird. Beispiele hierfür sind die Energiewirtschaft sowie das Bankgewerbe. Urlaubs- und Weihnachtsgeld zu einer Jahressonderzahlung zusammenzufassen, ist in der Stahlindustrie und im öffentlichen Dienst üblich.

Wie sieht es bei euch aus? Bekommt Ihr Urlaubsgeld oder nicht? Wenn ja, beruht es auf einer tariflichen Regelung oder auf einer vertraglichen Vereinbarung?

6 Kommentare

  1. Wir bekommen Urlaubsgeld. Nicht viel, aber einem geschenkten Gaul, schaut man nicht ins Maul. 🙂

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