Achtsamkeitsübungen fürs Büro: Relax yourself!

Zwischen den täglichen To-dos bleibt kaum Zeit für Sie selbst? Stress und Hektik haben Sie fest im Griff? Allerhöchste Zeit durchzuatmen. Mit ein paar Achtsamkeitsübungen fürs Büro gelingt es Ihnen den Alltag am Arbeitsplatz gelassener zu meistern.

Keine Sorge, es ist nicht nötig, dass Sie Ihr Büro jetzt in ein Yoga-Studio verwandeln oder Sie einen speziellen Kurs für die optimale Meditationstechnik belegen. Achtsamkeitsübungen fürs Büro sind leicht erlernt und trotzdem supereffektiv. Sie müssen nicht einmal viel Zeit investieren. Worauf es dabei tatsächlich ankommt? Dass Sie es schaffen sich von alten Gewohnheiten, Routine und Automatismus zu verabschieden.

Multitasking, Eiltempo & Autopilot

Kommt Ihnen folgendes Szenario bekannt vor? Der Wecker klingelt am Morgen, Sie springen aus dem Bett, hetzen unter die Dusche, kippen noch schnell einen Schluck Kaffee herunter und rasen zur Arbeit. Dort erwartet Sie ein von E-Mails geflutetes Postfach, Telefonklingeln in Dauerschleife und ein Meeting-Marathon. Mittagspause? Fehlanzeige! Das ist ja schließlich nur Zeitverschwendung. Und am Abend? Da sinken Sie erschöpft ins Bett, um nach ein paar Stunden Schlaf wieder in das gleiche Karussell einzusteigen. Bei all dem Stress vergessen wir allerdings auf unsere eigentlichen Bedürfnisse zu hören. Die Folge: Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Erschöpfung. Burn-out. Ständiger Stress macht krank – und unglücklich. Achtsamkeit bedeutet, dass Sie etwas ganz bewusst – also achtsam – tun und nicht, weil der innere Autopilot wieder angeschaltet ist und es von Ihnen verlangt. Es geht darum, im Hier und Jetzt anzukommen, die ständig kreisenden Gedanken und die turbulente Umwelt für einen Moment auszuschalten und sich so von Stress zu befreien.

Mit Achtsamkeit Lebensenergie tanken

Um es Kunden und Chefs recht zu machen, stellen wir uns auf den Kopf. Das Unmögliche wird möglich. Aber wenn es darum geht, uns selbst etwas Gutes zu tun, werden wir plötzlich knauserig. Dabei sind Menschen, die auf sich selbst hören und wissen was der eigene Körper braucht sogar sehr weise. Achtsamkeit wurde schon in den ältesten Formen des Buddhismus gelehrt. Seine eigenen Gefühle, Gedanken und Handlungen verstehen, sie richtig interpretieren und dementsprechend handeln – das ist der Schlüssel zum Erfolg. Hört sich komplex an? Warten Sie es ab. Achtsamkeitsübungen sind eigentlich ganz banal. Jeder von uns beherrscht sie und kann sie umsetzen. Im Trubel unseres Alltags haben wir nur vergessen, was ein achtsamer Umgang bedeutet. Wir müssen lernen wieder auf uns selbst zu hören. Also: Einmal tief einatmen, ausatmen und los geht’s!

Achtsamkeitsübungen als Stress-Stopper

Dem Körper zuhören

„Hören Sie auf sich selbst!“ – das ist die oberste Regel in Sachen Achtsamkeit. Stellen Sie sich immer die Frage: Was braucht mein Körper gerade? Beispiele gefällig? Schon seit Stunden starren Sie auf den Bildschirm. Brauchen Ihre Augen nicht längst eine Pause? Was hindert Sie daran den Blick vom Monitor abzuwenden und stattdessen für einen Moment aus dem Fenster zu schauen? Oder haben Sie nicht eigentlich Durst und Hunger, doch der Weg in die Kaffee-Küche kommt Ihnen so weit vor, er würde Sie nur wertvolle Arbeitszeit kosten? Stehen Sie auf! Gehen Sie Ihren Bedürfnissen nach. Sie werden Ihre Aufgaben danach viel besser erledigen können. Ihr Körper sendet Ihnen Warnsignale. Wenn Sie lernen darauf zu hören, senken Sie Ihr Stresslevel und verhindern körperliche Beschwerden.

Das Telefon klingeln lassen

Sobald das Telefon klingt, heben wir ab – ein typischer Automatismus. Reflexartig greifen wir zum Hörer. Dabei reißt uns das Klingeln meistens direkt aus einer anderen Tätigkeit heraus und genau das löst inneren Stress aus. Halten Sie stattdessen einen Moment inne. Atmen Sie zwei, drei Mal tief ein und aus und heben Sie erst dann ab. So handeln Sie ganz bewusst. Dass wir hier wie ferngesteuert reagieren, ist allerdings über Jahre antrainiert und eine solche Gewohnheit zu ändern gar nicht so leicht. Machen Sie sich als kleine Hilfestellung am besten ein „Halt“ auf den Hörer, damit Sie daran erinnert werden aktiv eine Pause einzulegen.

Den Weg als Auszeit nutzen

Wozu benutzen Sie den Weg zur Arbeit oder von der Arbeit nach Hause? Checken Sie vielleicht Ihre Mails oder erledigen Sie noch schnell einen Anruf? Versuchen Sie einmal nicht von einem Ort zum anderen zu hetzen (zum Beispiel auf dem Weg in die Kantine), sondern sich beim Gehen ganz auf Sie selbst zu konzentrieren. Ihre Kollegen müssen davon nicht einmal etwas mitbekommen. Stehen Sie auf – ganz bewusst – spüren Sie den Kontakt der Füße zum Boden. Gehen Sie Schritt für Schritt, einfach etwas langsamer als sonst. Mit Ihren Gedanken sind Sie nur beim Gehen, Sie denken an nichts anderes. Konzentrieren Sie sich darauf.

Jeden Bissen und jeden Schluck auskosten

Mittagessen vor dem Bildschirm ist tabu. Setzen Sie sich an einen Tisch, essen Sie ganz bewusst und schlingen Sie nicht. Nehmen Sie Geruch und Geschmack des Essens wahr. Konzentrieren Sie sich nur darauf – Bissen für Bissen. Genauso verfahren Sie mit dem Kaffee am Nachmittag. Richten Sie all Ihre Sinne auf Geruch und Geschmack des Getränks – Schluck für Schluck.

Die Wartezeiten genießen

Sobald man irgendwo ein paar Minuten warten muss, wird meist das Smartphone gezückt. Versuchen Sie die Wartezeiten doch einmal nur für sich selbst zu nutzen und dabei zur Ruhe zu kommen. Setzen Sie sich aufrecht hin und stellen Sie die Füße hüftbreit auf. Spüren Sie den Kontakt Ihrer Füße zum Boden und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Atmung. Fühlen Sie wie der Atem durch Ihren ganzen Körper fließt, ohne ihn dabei verändern zu wollen.

Mit Kollegen achtsam umgehen

Irgendwie hat es sich so eingebürgert, dass man den Kollegen nur noch schnell zwischen Tür und Angel etwas zuruft? Versuchen Sie es doch einmal damit: Wenn es etwas zu besprechen gibt, verabreden Sie sich. Setzen Sie sich gemeinsam an einen Tisch und schauen Sie Ihrem Gegenüber beim Gespräch in die Augen. Hören Sie aufmerksam zu. Wenn Sie merken, dass Sie gedanklich abschweifen, hilft tiefes Ein- und Ausatmen und das Einnehmen einer aufrechten Haltung.

Das Handy abschalten

Diese Achtsamkeitsübung ist tatsächlich etwas für Fortgeschrittene. Immerhin kommen viele von uns schon ins Schwitzen, wenn sie ihr Handy gerade nicht in greifbarer Nähe haben. Ganz zu schweigen davon, tatsächlich einmal „offline“ zu sein. Stellen Sie sich der Herausforderung und versuchen Sie es trotzdem einmal. Schalten Sie das Handy in der Mittagspause einfach aus. Befreien Sie sich von dem Gefühl, ständig erreichbar und auf Abruf bereit sein zu müssen.

Sie möchten versuchen ein paar Achtsamkeitsübungen in Ihren Alltag zu integrieren? Prima! Machen Sie sich keine Sorgen, wenn es nicht auf Anhieb klappt. Es wird Ihnen auch nicht immer gelingen sich daran zu halten. Manchmal werden Sie sich dabei erwischen, dass Sie den Hörer des Telefons doch sofort abgehoben haben. Aber bedenken Sie: Selbst das ist schon ein Fortschritt. Früher wäre Ihnen das schließlich nicht einmal aufgefallen.

Ihr Kommentar zum Thema