Am Arbeitsplatz das Trinken nicht vergessen!

Besonders Büromenschen, die viel Zeit am Computer verbringen, denken häufig nicht daran, sich ausreichend mit Getränken zu versorgen – außer ihrem heiß geliebten Kaffee natürlich.

Kürzlich hat die Techniker Krankenkasse eine Ernährungsstudie mit dem Titel „Iss was, Deutschland“ veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass es nur jeder zweite Befragte schafft, täglich 1,5 Liter Wasser zu sich zu nehmen. Frauen sind mit 47 Prozent ein wenig „vernünftiger“ als ihre männlichen Kollegen, von denen nur 41 Prozent für die erforderliche Versorgung mit Flüssigkeit sorgen.

Wie die Ergebnisse zeigen, ist das zu knappe Trinken offenbar unter Arbeitnehmern mit höherem Bildungsabschluss in Bürojobs am meisten verbreitet. Knapp 60 Prozent von ihnen geben an, nicht die empfohlene Menge zu trinken. Dies könnte daran liegen, dass Menschen am Schreibtisch nicht so schnell Durst empfinden wie andere, die einer körperlichen Arbeit nachgehen. Außerdem gewöhnt sich der Organismus leicht an einen Mangel an Flüssigkeit.

Erst wenn sich dieser spürbar bemerkbar macht – z. B. durch Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme – greifen viele zur Wasserflasche. Da unser Gehirn zu ca. 80 Prozent aus Wasser besteht, macht sich der Wassermangel auch im Kopf bemerkbar. Er belastet außerdem den Kreislauf und die Verdauung, weil sich dadurch das Blut verdickt.

Noch immer sind sich die Experten nicht darüber einig, wie viel Flüssigkeit ein Mensch wirklich braucht. 1,5 Liter trinken rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung Beschäftigten im Büro, das Doppelte in der warmen Jahreszeit. Wer schwere körperliche Arbeit verrichtet, sollte pro Tag drei Liter trinken. Allerdings fanden US-Forscher keinen eindeutigen Nachweis dafür, dass Menschen mit einer Getränkezufuhr von mindestens zwei Litern täglich die Gesünderen sind. Dies ergab die Auswertung mehrerer klinischer Studien zum Thema „Wasserkonsum und Gesundheit“.

Ein Erwachsener scheidet im Durchschnitt 2,5 Liter im Tagesverlauf aus – einen Teil davon über seine Atmung. Durch feste Nahrung erhält der Körper etwa einen Liter Wasser zurück, z. B. durch wasserhaltiges Obst. 70 Prozent Wasser sind in vielen Früchten und Gemüsesorten enthalten, Gurken bestehen sogar zu 95 Prozent aus Wasser, Fleisch bringt es ebenfalls bis auf 75 Prozent. Etwa 300 Milliliter schafft der Körper aufgrund des Stoffwechsels in Eigenproduktion, für den Ausgleich der Differenz müssen die Menschen selbst sorgen, z. B. durch Leitungswasser, Mineralbrunnen, Quell- und Tafelwasser sowie Fruchtsaftschorlen.

Gute Nachrichten für Kaffeefreunde

dampfender KaffeeSelbst eingefleischte und unbelehrbare Trinkmuffel verzichten meist ungern auf den dampfenden Kaffeebecher neben der Tastatur. Und werden sich vermutlich darüber freuen, dass ihr geliebtes Heißgetränk gesünder ist als gedacht.

Immerhin konsumiert jeder Deutsche durchschnittlich 150 Liter Kaffee im Jahr. Lange hieß es, dieser sei ungesund, weil er dem Körper Wasser entziehe, den Blutdruck steigen ließe, das Blut übersäuere und schädlich für das Herz sei.

In mehreren Ernährungsstudien wurde die Wirkung von Kaffee kritisch unter die Lupe genommen – darunter eine des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke. Grundlage dieser Untersuchung bildete die Befragung von 42.600 gesunden erwachsenen Bundesbürgern, die über neun Jahre lang Auskünfte über ihre Ernährung und ihren Lebensstil erteilten.

Die angeblich negativen Effekte, die Kaffee hervorrufen soll, konnte von den Forschern nicht nachgewiesen werden. Vielmehr ergaben sich eindeutige Resultate: Der Genuss von bis zu vier Tassen Kaffee pro Tag schadet der Gesundheit nicht, sondern kann sogar in die Bilanz der Flüssigkeitszufuhr mit einbezogen werden. Kaffee hat einen harntreibenden Effekt – das stellen besonders Menschen fest, die nicht regelmäßig Kaffee trinken. Wer ihn ständig und aus Passion trinkt, spürt diese Wirkung kaum noch.

Die Wissenschaftler kamen außerdem zu dem Ergebnis, dass der tägliche Konsum des koffeinhaltigen Getränks nicht vermehrt zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt. Sie fanden heraus, dass Kaffeetrinker weniger oft an Diabetes Typ II erkranken: Wer mehr als vier Tassen Kaffee pro Tag trinkt, hat offenbar ein zu 23 Prozent geringeres Diabetes-Risiko als andere, die es bei weniger als einer Tasse belassen.

Zu viel Flüssigkeit kann schädlich sein

Wichtig zu wissen: Wer allzu viel trinkt, kann seiner Gesundheit damit schaden. In der Medizin sind sogar Fälle von Wasservergiftungen bekannt. So starb im Jahr 2007 ein Teilnehmer am London-Marathon im Alter von 22 Jahren, weil er zu viel getrunken hatte.

Wenn ein Mensch zu schnell zu viel Wasser in sich hineinschüttet, fällt der Gehalt an Natrium im Blut rapide ab. Das führt dazu, dass der Betreffende einen riesigen Durst verspürt, immer mehr trinkt und damit eine Überwässerung seines Körpers herbeiführt. Wird der damit einhergehende Salzverlust zu groß, können Hirnschwellungen eintreten.

Ehe es jedoch zu einer lebensgefährlichen Wasservergiftung kommt, müssen schon innerhalb kurzer Zeit bedeutend mehr als sieben bis acht Liter getrunken werden. Eine solche Riesenmenge dürften sich allerdings die meisten Kaffee-Fans am Computer kaum vorstellen können.

6 Kommentare

  1. Peter Scholten on

    Dass zuviel trinken gefährlich ist, sieht man ja am Phänomen des Ertrinkens 🙂

  2. Kurt Schmidt on

    Quatsch! man sollte genug trinken – 2 Liter am Tag. Kommt drauf an was: Süße Pampe ist ja eklig, genauso wie Energy-Drinks.

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