Arbeiten im Ausland – bessere Chancen, besseres Wetter, besseres Leben?

So mancher kennt diesen Zustand – der Urlaub neigt sich dem Ende zu, und zu Hause warten unbezahlte Rechnungen, die Tretmühle und neidische Kollegen! Wie viel schöner könnte das Leben doch sein, würde man sich irgendwo anders ein neues Arbeitsumfeld suchen. 

Arbeiten in der EU – eine gute Idee?

Die Regelungen sind lockerer geworden, sodass ein Jobwechsel innerhalb der EU unkompliziert zu organisieren ist. Allerdings kommen Wohnungssuche und ggf. Schulsuche und vor allem ein fundierter Sprachunterricht hinzu, falls die gesamte Familie mit ins Ausland übersiedelt. Aufgrund der Euro-Krise haben sich allerdings in den letzten Jahren die Arbeitslosenzahlen in den meisten EU-Ländern drastisch erhöht, sodass die Aussichten nicht mehr so günstig sind wie noch vor zehn oder fünf Jahren.

Arbeitslosenzahlen in den EU-Ländern

Die Zahlen aus dem Juli 2012 sprechen eine deutliche Sprache: Deutschland liegt mit 5,5% ziemlich am Ende der Skala, gleichauf mit Luxemburg, und wird nur von den Niederlanden mit 5,3% und Österreich mit 4,5 % unterboten. Dramatische Zahlen meldet der sonnige Süden: angeführt von Spanien mit 25,1% und Griechenland mit 23,1%. Portugal hat eine Arbeitslosenquote von 15,7, Italien liegt bei 10,7 %, Frankreich bei 10,3 %. Zweistellige Zahlen gibt es auch in Lettland, Irland, Bulgarien, Litauen und in der Slowakei. In Großbritannien liegt die Arbeitslosenrate bei 8%. Die skandinavischen Länder – vor einigen Jahren noch der Geheimtipp für deutsche Arbeitnehmer – haben angezogen: In Dänemark, Finnland und Schweden liegen die Zahlen zwischen 7 und 8 %.

Informationen zu Jobs im Ausland

Wer sich davon nicht abschrecken lassen will, findet bei uns auf arbeits-abc.de und auf der Webseite der Arbeitsagentur viele Hinweise, wie er Arbeit im Ausland suchen kann. Auch Links sind vorhanden, wo die jeweilige Landessprache zügig zu lernen ist. Wer ins Ausland geht, sollte nicht nur gute Sprach- und Fachkenntnisse mitbringen, sondern auch die Bereitschaft, sich auf die Landeskultur einzustellen, denn er ist dort “Ausländer”. Und gerade in Ländern mit hohen Arbeitslosenzahlen muss er darauf gefasst sein, kritisch unter die Lupe genommen zu werden.

Die Arbeitsagentur weist auch auf folgende Punkte hin, die generell für Arbeit im Ausland relevant sind, also nicht nur für die EU-Staaten:

  • Der Arbeitsmarkt in fast allen Ländern unterliegt den Gesetzen der Marktwirtschaft, d. h. er wird von Angebot und Nachfrage bestimmt.
  • Teilweise unterliegt der ausländische Arbeitsmarkt Reglementierungen, d. h. es wird eine Arbeitserlaubnis verlangt, oder es gibt eine gesetzliche Mindestlohnregelung. Es kommt auch vor, dass sich nur im Rahmen von bestimmten Abkommen Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben.
  • Interessant für Berufsanfänger und Spezialisten könnten Arbeitsumfelder sein wie z. B. bei internationalen Institutionen oder Organisationen, die sich der Entwicklungshilfe widmen.

Passende Jobs im Ausland finden

Über die Webseite der Arbeitsagentur gelangen Interessenten zu den Jobbörsen der einzelnen Länder und können die aktuellen Angebote einsehen. Grundsätzlich haben Menschen aus den technischen Berufen fast überall die besten Chancen, z. B. Ingenieure, Techniker und IT-Fachkräfte. Auch Pflegepersonal wird vielerorts gesucht, ebenso Fach- und Aushilfskräfte in der Gastronomie oder Saisonarbeiter. In vielen Berufen ist üblich, Angebote für Auslandsjobs über Beziehungen oder persönliche Kontakte zu bekommen – oder man wird von seinem Arbeitgeber versetzt, z. B. als Korrespondent, Dolmetscher oder Manager. Berufsanfänger erweitern ihren Horizont gern in den angloamerikanischen Ländern oder in Asien als Trainees und Praktikanten. Innerhalb Europas bieten die nicht zur EU gehörenden Staaten Norwegen und die Schweiz zahlreiche Möglichkeiten für deutsche Arbeitnehmer.

Weitere Hinweise für die Arbeit im Ausland

Als “Gastarbeiter” nach Italien? Warum nicht! Viele Deutsche fühlen sich von dem guten Wetter und dem Lebensgefühl der Italiener angezogen. Manchmal ist es auch ein neuer Partner, der sie ins Land südlich der Alpen zieht. Die Checkliste für Italien kann als beispielhaft für andere Länder gelten:

  • Italienisch lernen ist unverzichtbar und nicht allzu schwer. Ohne gute Sprachkenntnisse kommt man bei der neuen Arbeit schwer zurecht.
  • Im Schnitt liegen die Gehälter unter dem deutschen Standard, die Lebenshaltungskosten sind annähernd gleich.
  • Den Schritt nach Italien sollte man nur wagen, wenn man dort eine feste Anstellung hat und einiges Geld auf der hohen Kante. Meistens ergeben sich am Anfang im Ausland höhere Kosten.
  • Die regionalen Unterschiede sind beträchtlich im Hinblick auf Aussprache, Mieten und Stand der Arbeitslosigkeit.

In welchem Land würden Sie gern leben und arbeiten?

5 Kommentare

  1. Fra und die Jobwelt on

    Ich würde noch hinzufügen, dass die Arbeitsvertragsbedingungen im Vergleich mit Deutschland oft sehr unterschiedlich und nach unten gerichtet sind. Benefits, Rente, Urlaubstage können, abhängig vom Vertragsart, kaum vorhanden sein oder sehr eng gehalten. Wie „gesund“ der Arbeitsmarkt ist, erkennt man auch an der Art des Arbeitsvertrags, der einem angeboten wird.

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