Sie sind in einigen Berufen durchaus üblich: Arbeitsproben. Doch was versteht man darunter, und wann sind sie sinnvoll? Was kann man damit erreichen, und wann sind sie eher hinderlich, wenn man sich im Kampf um den Traumjob gegen die Konkurrenz durchsetzen will?
Tatsächlich kann man einige Fehler machen, wenn man eine Kostprobe der eigenen Arbeitsfähigkeiten bei einem potenziellen zukünftigen Arbeitgeber vorlegt.
Üblich in kreativen Berufen
Arbeitsproben können in Berufen hilfreich sein, die ein hohes Maß an Kreativität oder handwerklichem Geschick erfordern. So ist es bei Journalisten oder Werbetextern an der Tagesordnung, einen Eindruck des eigenen Könnens in Form von Texten, Bildern oder gar Kampagnen zu hinterlassen. Auch bereits veröffentlichte Artikel können gerne als Arbeitsprobe verwendet werden. Gleiches gilt bei vielen wissenschaftlichen Tätigkeiten, die man im universitären Umfeld findet. Hier sind Arbeitsproben in Form von Fachartikeln oder Publikationslisten der bereits veröffentlichten Artikel üblich. Damit vermittelt man dem zukünftigen Chef eine erste Impression, wie es um das Niveau der eigenen Fähigkeiten bestellt ist. Besonders hilfreich kann das für Berufseinsteiger sein, die damit unter Beweis stellen können, dass sie sich von anderen jungen Arbeitnehmern deutlich zum Positiven abheben oder eine bestimmte gewünschte Stilrichtung verkörpern.
Gleiches kann in handwerklichen Berufen angebracht sein. Arbeitsproben können hier den Nachweis besonderer Fertigkeiten erbringen, wenn mit bestimmten außergewöhnlichen Materialien gearbeitet wird, wenn diese gekonnt kombiniert werden oder wenn eine hohe Fingerfertigkeit durch die Bearbeitung bestimmter Stoffe nachgewiesen wird. Doch es gibt eine Reihe von Berufen, in denen sie nicht sinnvoll sind.
Häufig kaum ausschlaggebend
In unzähligen Berufen können zukünftige Vorgesetzte mit Arbeitsproben kaum etwas anfangen. In den meisten administrativen Tätigkeiten, im kaufmännischen Bereich oder in Berufen, in denen es um die Erbringung von Dienstleistungen geht, helfen Arbeitsproben nicht weiter. Hier sind die Aufgaben meist so gestaltet, dass es unsinnig ist, eine Kostprobe der eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten abzuliefern, da nichts Kreatives oder Handwerkliches hergestellt wird.
Viel sinnvoller ist in diesen Fällen ein Probearbeitstag, der die Gelegenheit gibt, in den zukünftigen Betrieben und die geplante Tätigkeit für einen Tag einzutauchen und die Abläufe kennenzulernen. Allerdings sind solche komfortablen Möglichkeiten meist zukünftigen Praktikanten oder Auszubildenden vorbehalten. Als Berufseinsteiger sieht man sich mit solchen Chancen selten konfrontiert und hat kaum die Gelegenheit, den zukünftigen Arbeitsplatz vorab auszuprobieren.
Die Auswahl der Arbeitsproben ist entscheidend
Mit der Wahl der passenden Arbeitsproben bei der Bewerbung kann man den zukünftigen Arbeitgeber von seinen Fähigkeiten überzeugen, doch man kann auch eine Menge verkehrt machen. Wichtig ist, bei der Auswahl das richtige Mittelmaß zwischen einer gekonnten Präsentation der eigenen Fähigkeiten und dem Hang zur Übertreibung zu finden. Kein Vorgesetzter wird angetan sein, wenn der potenzielle Berufseinsteiger mit Arbeitsproben aufwartet, die auch ein Könner seines Fachs erst nach jahrzehntelanger Erfahrung präsentieren kann. Dann nämlich stellt sich die berechtigte Frage, wie der Anfänger an ein solch herausragendes Ergebnis seiner Arbeit kommt. Ebenso schleicht sich schnell der Eindruck ein, die Kostprobe der kreativen Fähigkeiten sei nicht aus den Gedanken des Bewerbers entstanden, sondern mit der tatkräftigen Unterstützung eines kompetenten Meisters. Das allerdings grenzt an Betrug und ist deshalb im Vorstellungsgespräch äußerst ungünstig. Man sollte deshalb bei allen Arbeitsproben genau an der Wahrheit bleiben und nur etwas abliefern, was man tatsächlich selbst gefertigt hat. Jegliche Bemühungen, die eigenen Fähigkeiten in einem besseren Licht erscheinen zu lassen, als sie tatsächlich sind, dürften als Betrugsversuch zu werten sein und werden außerdem spätestens nach einigen Wochen in der neuen Tätigkeiten negativ auffallen. Damit schadet man sich als Berufsanfänger also nur selbst und sollte damit von solchen Ansinnen tunlichst die Hände lassen.
Doch ganz so schlimm muss es natürlich nicht kommen, und deshalb können Arbeitsproben bei passender Auswahl und im richtigen Verhältnis durchaus eine hilfreiche Ergänzung zur Darstellung der eigenen Fähigkeiten sein.
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Als ich mich damals bei meinem jetzigen Arbeitgeber, einer Bäckerei bewarb, habe ich als Arbeitsprobe einen Keks mitgegeben. Hab die Bewerbung allerdings persönlich abgegeben. Das kam gut an und ich wurde eingestellt. Natürlich wegen meiner Fähigkeiten. Aber ich fand es ganz lustig und mein AG gut. Ideen muss man haben, eben ein bischen Kreativität!