Artist / Artistin


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Artisten wirken überwiegend freiberuflich im Zirkus mit.Ob groß oder klein, ob jung oder alt – jeder bestaunt die Künstler der Zirkusmanege, die sich waghalsig kopfüber an ein Seil hängen, über dünne Drähte balancieren, sich wie Schlangen verbiegen oder mit vielen Bällen jonglieren können. Was auf der Bühne oft wie ein Kinderspiel aussieht, ist das Resultat vieler harter Trainingsstunden und einer fundierten Ausbildung.

Aufgaben und Tätigkeiten

Artisten wirken überwiegend freiberuflich im Zirkus mit. Aber auch im Theater, im Film und im Variete treten sie bei Showinszenierungen in Solo- oder Partnerprogrammen auf.
Der Arbeitsalltag eines Artisten besteht überwiegend aus Training und dem Entwickeln neuer Kunststücke. Das Training ist sehr wichtig, denn ein Artist muss jeder Zeit körperlich fit sein. Deshalb gehören zum täglichen Übungsprogramm Kraftsport, Ausdauertraining und Dehnungs- und Gleichgewichtsübungen. Bereits einstudierte Kunststücke werden immer wieder geübt, bis der Ablauf perfekt beherrscht wird.
Um neue Kunststücke zu entwickeln, bedarf es akrobatischer Erfahrungen, Kreativität und Vorstellungskraft. Zunächst überlegt sich der Artist eine Choreografie und prüft sie auf Umsetzbarkeit. Schritt für Schritt wird das neue Kunststück erarbeitet und bearbeitet, bis eine ästhetische, aufsehenerregende und abwechslungsreiche Darbietung daraus geworden ist.

Neben der körperlichen Arbeit hat der Artist aber auch organisatorische Aufgaben zu erledigen. Arbeitet er freiberuflich, muss er sich selbstständig um Auftritte bemühen, Werbematerial und Referenzmappen erstellen. Auch das Abrechnen von Honoraren und das Knüpfen wichtiger Kontakte gehören in den büroorganisatorischen Bereich.
Manche Künstler kümmern sich zusätzlich um die Ausbildung des Nachwuchses und bieten Artistikkurse zum Beispiel für interessierte Kinder an.

Art und Dauer der Ausbildung

In Deutschland gibt es nur eine einzige Berufsfachschule für Artistik, nach deren Abschluss die Schulabgänger die anerkannte Berufsbezeichnung „staatlich geprüfter Artist/ geprüfte Artistin“ erhalten. Diese Berufsfachschule ist eingegliedert in die Staatliche Ballettschule Berlin. Die Ausbildung zum staatlich geprüften Artisten dauert in der Regel vier Jahre und beginnt bereits in der neunten Klasse. Sie ist integriert in den allgemeinbildenden Realschulunterricht bis Klasse zehn. Die Schüler lernen bereits in den ersten zwei Jahren wichtige Kenntnisse über artistische Genres wie Trapez, Drahtseil, Akrobatik, Äquilibristik, die Kunst des Handstandes und des Seiltanzes, sowie die Jonglage. Dabei haben die Schüler die Möglichkeit in alle Genres hineinzuschnuppern, um sich im Anschluss an die zehnte Klasse in einem der Gebiete zu spezialisieren. Außerdem erhalten die Schüler Tanzunterricht und werden in die Kunst des Darstellenden Spiels eingeführt.

Ab Klasse 11 besuchen die Schüler dann die eigentliche Berufsfachschule. Sie haben sich nun auf ein Genre festgelegt und erhalten in diesem Bereich eine Spezialausbildung. Dabei bildet die Entwicklung der gymnastischen Fertigkeiten und Bewegungsfähigkeiten einen der zahlreichen Schwerpunkte. In gemeinsamen Trainingsstunden wird auch die Arbeit im Team geschult. Außerdem erhalten alle Schüler klassischen Tanzunterricht. Während der Spezialausbildung erarbeiten die Schüler eine eigene Darbietung. Das heißt, sie entwickeln selbstständig eine Choreografie, erarbeiten dazu musikalische Begleitungen, entwerfen Kostüme und Requisiten. Dies kann ein Kunststück auf dem Trapez oder dem Seil sein, eine Jonglierdarbietung oder eine Tanzakrobatik. Je nach Wahl der Spezialisierung können auch Partnerakrobatik oder das Einrad belegt werden. Schon während der Ausbildung treten die Schüler in schulinternen oder durch die Schule organisierten Vorstellung auf und stellen ihre bereits erlernten Fähigkeiten unter Beweis.
Am Ende ihrer Ausbildung stellt die selbst entwickelte Choreografie ein Gesamtprüfungsstück dar, das gleichzeitig bei Bestehen der Prüfung der Einstieg ins Berufsleben ist.

Aufgrund der eng begrenzten Aufnahmekapazitäten der Artistenschule gibt es strenge Aufnahmekriterien. Alle Bewerber werden auf ihre körperliche und sportliche Eignung geprüft. Denn eine gute Bewegungskoordination sowie eine schnelle Auffassungsgabe sind Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme an der Ausbildung. Eine sportliche Vorbildung oder eine Ausbildung im künstlerischen Bereich sind für Quereinsteiger von Vorteil.

Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen

Der Erfolg eines Künstlers ist von seiner artistischen Reife und seinem Engagement abhängig. Diszipliniertes Training und stete Weiterentwicklung der körperlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Erstellung eines eigenen Showprogramms und geeignete Werbemaßnahmen wie Internetauftritte und Referenzmappen sowie die Kontaktpflege zu Künstleragenturen sind die Grundlage für Arbeitsangebote. Spezielle Weiterbildungsangebote wie in anderen Berufsbranchen gibt es für Artisten nicht.
Da der Beruf des Artisten stark von der körperlichen Konstitution abhängig ist, sollte sich jeder frühzeitig über weiterführende Berufsfelder Gedanken machen, wie zum Beispiel im Bereich Pädagogik oder Management einer Künstleragentur oder ähnliches.

Verdienstmöglichkeiten

Freiberuflich tätige Artisten können im Durchschnitt zwischen 550 Euro und 650 Euro je nach Auftragsvolumen und Anspruch verdienen.

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