Es ist eine Frage, die die Vorgesetzten in den Unternehmen des Landes immer wieder beschäftigt: Beeinflusst Geld die Arbeitszufriedenheit, oder ist die Einstellung zum Job völlig unabhängig von dem Betrag, der Monat für Monat auf unser Bankkonto wandert?
Führt ein höherer Verdienst zwangsläufig zu mehr Arbeitszufriedenheit? Oder müssen Menschen mit einem geringeren Einkommen immer unzufrieden mit ihrem Brötchenerwerb sein?
Tatsächlich zeigt ein Blick auf aktuelle Studien, dass diese scheinbar so einfache Frage nicht ganz so einfach zu beantworten ist. Ganz im Gegenteil wird die Arbeitszufriedenheit von unzähligen Faktoren beeinflusst. Der Verdienst macht nur einen kleinen Teil davon aus. Wie also ist es um die Arbeitszufriedenheit der Menschen in unseren Firmen wirklich bestellt?
Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz ist keine Selbstverständlichkeit
Neuere Studien liefern durchaus brauchbare Hinweise, dass die Arbeitszufriedenheit in deutschen Firmen keine Selbstverständlichkeit ist. Die wichtigsten Gründe liegen aber nicht immer in der Bezahlung, die als nicht ausreichend oder angemessen betrachtet wird. Viel häufiger geht es um Stress am Arbeitsplatz, um permanenten Druck, um Überlastung durch ständige Erreichbarkeit und um das Gefühl, dauerhaft überfordert zu sein. Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes ist auch keine Seltenheit, man findet sie vor allem bei älteren Arbeitnehmern, deren Chancen auf einen Jobwechsel nur noch überschaubar sind. So vielfältig die Studien zum Thema sind, so unterschiedlich sind auch die Gründe, warum es an der Zufriedenheit am Arbeitsplatz krankt. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass der Faktor „Bezahlung“ eben nur einer unter vielen ist – und meist ist er nicht einmal der wichtigste Grund für Arbeitsunzufriedenheit.
Geld ist nicht der ausschlaggebende Faktor
Studien, die den Faktor Entlohnung etwas näher betrachten, kommen häufig zu dem Ergebnis, dass die Bezahlung und die Höhe des Einkommens nicht zwingend als wichtigster Einflussfaktor auf die Arbeitszufriedenheit erachtet werden. Zwar spielt die Höhe des Einkommens eine Rolle, ist dadurch doch der Lebensstandard bestimmt, doch häufig weiß man, dass an der Höhe durch Tarifverträge nicht allzu viel zu ändern ist. Kleinere Betriebe zahlen meist weniger als die großen Konzerne, und auf dem Land verdient man weniger als in den Ballungszentren. An diesen äußeren Umständen ist meist nur wenig zu ändern, und deshalb zeigen Analysen immer wieder, dass das Einkommen durchaus höher sein dürfte, dass sein Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit aber eher mäßig ist. An anderer Stelle allerdings wird die Zufriedenheit am Arbeitsplatz ganz maßgeblich von der Entlohnung beeinflusst: Hat man als Arbeitnehmer das Gefühl, dass das Entgelt nicht der Leistung entspricht, ist es um die Zufriedenheit im Job meist sehr schnell sehr schlecht bestellt.
Leistungsgerechte Bezahlung im Vordergrund
Wird ein Arbeitnehmer für seine Arbeit nicht angemessen bezahlt, führt das zu Frustration und Unzufriedenheit – dieser Zusammenhang ist in allen Studien zur Arbeitszufriedenheit belegt und kaum zu negieren.
Wer seine Entlohnung für angemessen hält, ganz unabhängig davon, wie hoch sie tatsächlich ist, wird tendenziell zufriedener sein als ein Arbeitnehmer, der sich nicht leistungsgerecht entlohnt fühlt. Damit wird die Zufriedenheit am Arbeitsplatz allerdings zu einem ganz und gar subjektiven Thema, das man objektiv kaum untermauern oder gar beeinflussen kann, denn das Empfinden der leistungsgerechten Bezahlung ist immer auch ein sehr persönliches Empfinden. Entspricht das Einkommen der Leistung, dann sind die meisten Menschen zufrieden damit, haben sie doch den subjektiven Eindruck, dass sie mit ihrer Zeit kaum etwas Besseres anfangen könnten. Ganz im Gegenteil fühlt man sich dann geschätzt, man empfindet Wertschätzung und hat den subjektiven Eindruck, die eigene Arbeit wird benötigt, und sie ist sinnvoll. Nachfolgend eine interessante Studie, inwieweit Arbeitnehmer mit ihrer Bezahlung zufrieden sind.
Arbeitgeber können die Zufriedenheit steigern
Hat ein Arbeitgeber keine Möglichkeiten, die Bezahlung eines einzelnen Mitarbeiters zu steigern, stehen ihm meist noch diverse andere Varianten zur Verfügung, die die Zufriedenheit am Arbeitsplatz erhöhen können. Dazu gehören zusätzliche Sozialleistungen wie eine betriebliche Altersvorsorge. Auch Sonderzahlungen und Zuschläge können individuell vereinbart werden. Gleiches gilt für Weiterbildungen, die der Arbeitnehmer absolviert und die der Arbeitgeber bezahlt. Die Liste der Varianten ist hier durchaus lang, nicht immer muss sich die Erhöhung der Arbeitszufriedenheit ausschließlich in dem monetären Eingang auf dem Bankkonto am Ende des Monats niederschlagen.
PS: Eine interessante Metaanalyse gibt’s hier von Deci, Koester und Ryan (1999) zu dem Thema.













