Beliebte Online-Netzwerke und ihr Nutzen in punkto Karriere

Die Begriffe „Networking“ und „Vernetzung“ sind derzeit in aller Munde, obwohl die Idee, dass sich Menschen zu einem sozialen Netzwerk zusammenschließen, so alt ist wie die Menschheit selbst. Durch die Globalisierung und die weltweite Verbreitung des Internets bekommt das Netzwerken allerdings vor allem im beruflichen Bereich eine ganz neue Bedeutung und verspricht sowohl für Unternehmen als auch für Arbeitnehmer und Jobsuchende größere Karrierechancen.
Was sind soziale Netzwerke?
Ein soziales Netzwerk bezeichnet eine Gruppe von Menschen, die gemeinsame Interessen und/oder Überzeugungen teilen und zu diesem Zweck mehr oder weniger intensive Beziehungen untereinander anknüpfen, um Wissen und Erfahrungen zu teilen oder sich gegenseitig bei Problemen zu unterstützen. Je größer das Netzwerk ist und je intensiver die Beziehungen sind, umso wahrscheinlicher ist es dabei, jemanden zu finden, der bei einem spezifischen Problem weiterhelfen kann, oder selbst um Hilfe gebeten zu werden.
Soziale Netzwerke entstehen durch einzelne Personen und ihre Bekanntschaften, die wiederum andere Personen kennen, die neue Leute kennen und so weiter. Über viele Ecken können so private und berufliche Kontakte geknüpft werden. Möglichkeiten zum beruflichen Networking bieten beispielsweise Besuche von Vorträgen, Messen und Tagungen sowie Mitgliedschaften in Berufs- und Branchenverbänden, Arbeitskreisen, Business Clubs oder so genannten „Online-Communities“.
Beliebte Online-Netzwerke und ihr Nutzen in punkto Karriere
Zu den Online-Communities zählen unter anderem auch Karrierenetzwerke (z. B. XING, LinkedIn, BusinessLive), die sowohl bei Arbeitnehmern und Jobsuchenden als auch bei Arbeitgebern und Personalverantwortlichen immer beliebter werden. Denn dort kann sich prinzipiell jeder, der über einen Internetzugang verfügt, registrieren und kostenlos ein berufliches Profil mit Angaben zur Person und Lebenslauf anlegen, um von anderen Nutzern gefunden zu werden oder selbst auf die Suche nach anderen Nutzern zu gehen. Zusätzliche Funktionen wie erweiterte Suchkriterien, Versenden von Nachrichten an andere Mitglieder oder das Einstellen eigener Stellengesuche bzw. Stellenanzeigen sind bei einigen Portalen kostenpflichtig.
Ziel aller dieser Online-Netzwerke ist es, für registrierte Mitglieder die Netzwerke anderer Mitglieder sichtbar zu machen, so dass Benutzer weltweit berufliche Erfahrungen und Tipps austauschen, Kontakte zu wichtigen Personen vermitteln und sich gegenseitig auf freie Stellen aufmerksam machen. Neben der Erweiterung des beruflichen Horizonts spielt aber auch „Selbstvermarktung“ eine große Rolle; Online-Netzwerke stellen in dieser Hinsicht eine ideale Plattform dar, um sich selbst und seine Fähigkeiten einer großen Anzahl von Personen aus seinem beruflichen Umfeld bekannt zu machen. XING hat beispielsweise derzeit über 1 Million Mitglieder in Deutschland (weltweit etwa 7,5 Millionen), LinkedIn rund 600.000 (weltweit über 40 Millionen). Vorteile bieten die großen Karrierenetzwerke und -plattformen deshalb vor allem für gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte, Studenten, Akademiker und Selbständige, die auf der Suche nach neuen Jobs, Aufträgen, Geschäftspartnern oder Auslandskontakten sind. Für andere Berufsgruppen sind die Aussichten dagegen nicht so gut.
Was es bei der Netzwerknutzung zu beachten gilt …
Berufliche Chancen ergeben sich allerdings meist noch nicht allein durch die Anmeldung auf der Webseite des Anbieters und das Anlegen eines Profils. Wer Kontakte knüpfen will, sollte deshalb nicht darauf warten, dass sie von selbst kommen, sondern eigeninitiativ werden und nach interessanten Personen suchen. Die Kontaktaufnahme ist sowohl über persönliche Nachrichten als auch über Foren von Diskussionsgruppen möglich. Der Vorteil von Diskussionsgruppen ist der, dass sie sich häufig auch außerhalb der Plattform im realen Leben treffen, wo die Kontakte zusätzlich intensiviert werden können und zum Teil richtige Freundschaften entstehen. Denn „Networking“ bedeutet nicht bloßes Adressensammeln, sondern auch die regelmäßige Pflege von bestehenden Kontakten, um für sie interessant zu bleiben und sie bei Bedarf aktivieren zu können.
Wer sich in einem Karrierenetzwerk präsentiert, sollte sich vor allem aber auch darüber bewusst sein, dass sein Profil grundsätzlich von allen anderen Nutzern – also auch von aktuellen und potentiellen Arbeitgebern – abgerufen werden kann. Es empfiehlt sich deshalb zum einen, sich genau zu überlegen, welche Angaben zur eigenen Person gemacht werden (z. B. keine Details aus dem Privatleben, professionelles Bewerbungsfoto statt wilder Partybilder) und ob alle Informationen frei oder bestimmte Informationen nur für eine registrierte Mitglieder oder bestimmte Nutzergruppen zugänglich sein sollen. Zum anderen sollte das Profil regelmäßig gepflegt und aktualisiert werden, damit veraltete Informationen nicht irgendwann unangenehm auffallen.
Der Nutzen von Online-Netzwerken für Unternehmen
Für Unternehmen sind soziale Netzwerke seit langem ein Mittel, um Stellen zu besetzen. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sind es derzeit über 30 Prozent aller Jobs, die „unter der Hand“ und über persönliche Kontakte und Empfehlungen von Dritten vergeben werden. Immer mehr Arbeitgeber und Personalverantwortliche durchsuchen deshalb mittlerweile auch die Benutzerprofile in Online-Karrierenetzwerken gezielt nach Informationen über Bewerber oder schauen sich dort selbst nach geeigneten Bewerbern um. Den Daten des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien BITKOM e.V. zufolge tun dies immerhin 18 Prozent aller deutschen Unternehmen.
Gründe dafür sind vor allem die Zeit- und Kostenersparnis: Anhand der Profilsuche nach bestimmten Auswahlkriterien können schnell passende Personen aus dem großen Pool möglicher Bewerber herausgefiltert werden und die Kontaktaufnahme erfordert nur wenige Mausklicks. Zudem entfällt das Sichten von eventuell hunderten von Bewerbungen, die bei einer öffentlichen Anzeige nicht immer optimal zum jeweiligen Stellenprofil passen. Das persönliche Kennenlernen und Vorstellungsgespräche können allerdings auch Karrierenetzwerke nicht ersetzen.
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Kai am 10 Juli 2009:
Xing reicht mir als Business-Netzwerk vollkommen. Wer hat schon die Zeit, Profile und Kontakte von 4-5 Netzwerken zu pflegen. Zumal alle paar Monate neue Netzwerke das Licht der Welt erblicken und die etwas älteren schon wieder an Reiz und Nutzen verlieren.