Beruf IT-Berater/IT-Consultant: Ausbildung, Tätigkeiten und Verdienstmöglichkeiten

Der IT-Berater – auch IT-Consultant genannt – gilt als eine sehr weit gefasste Berufsbezeichnung.

Er kombiniert ingenieurmäßige IT-Berufe mit einer Unternehmensberatung im klassischen Sinne. Somit erfordert der Beruf des IT-Beraters einerseits breite Kenntnisse der Informatik und der Softwaretechnik, andererseits aber auch umfassendes Wissen in der Betriebswirtschaft. Das macht die Tätigkeit des IT-Consultants sehr interdisziplinär und äußerst interessant für alle, die gerne in unterschiedlichsten Fragestellungen involviert sind und den Blick über den berühmten Tellerrand hinaus bewusst suchen.

IT-Consultants unterstützen Unternehmen bei der Planung, Entwicklung und Einführung neuer Softwarelösungen. Sie führen eine Analyse der Unternehmensprozesse durch, sie bilden diese Prozesse in der IT-Struktur ab, sie identifizieren die Schwachstellen und Mängel, und sie entwickeln darauf aufbauend individuelle Lösungen, die sie im Nachgang auch in den Betrieben einführen.

IT-Berater können von Systemhäusern oder Unternehmensberatungen angestellt sein. Zu den großen Unternehmen der Branche gehören T-Systems, IBM Global Business Services, die Accenture GmbH und die Capgemini Deutschland Holding GmbH. Häufig erfolgen die Einsätze in Form von Projekten, die eine Dauer zwischen drei Monaten oder mehreren Jahren haben können.
Letztlich benötigt jedes Unternehmen in Abhängigkeit von der jeweiligen Branche eine maßgeschneiderte Lösung, die sich im Dialog mit dem Kunden entwickelt.

Art, Dauer und genauer Inhalt der Ausbildung

Für die Tätigkeit des IT-Beraters wird ein einschlägiges Hochschulstudium verlangt. Alternativ ist es möglich, sich im Zuge einer fachspezifischen Weiterbildung zum IT-Consultant zu qualifizieren.

Der klassische Ausbildungsgang des IT-Consultants ist bis heute das Hochschulstudium der Informatik, der Wirtschaftsinformatik oder eines angrenzenden Fachgebiete. Mit Beginn des Wintersemesters 2010/2011 wurde an der Universität Hamburg ein Masterstudiengang IT-Management und –Consulting eingeführt, der der erste dieser Art in Deutschland war und damit eine spezifische akademische Erstausbildung zum IT-Consultant ermöglichte. Der Studiengang ist als anwendungsorientierter, postgradualer Masterstudiengang konzipiert und im Fachbereich Informatik angesiedelt. Er will eine universitäre Masterausbildung mit einem starken Praxisbezug kombinieren und spricht Absolventen an, die informatisch-technisches Wissen mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen und Fähigkeiten im Bereich Kommunikation und sozialer Interaktion sowie Beratungs- und Management-Kenntnisse kombinieren wollen. Der Studiengang zielt auf die Vermittlung von Qualifikationen und Fähigkeiten ab, die Konzept- und Methodenwissen mit anwendungsnahen Praxisteilen verbinden. Unterstützt wird die Vermittlung dieser Kenntnisse durch geeignete Lehrformen wie Studien- und Firmenprojekte, Gastdozenten aus der Praxis und durch mehrere Auslandsaufenthalte. Die Studiensprachen sind Deutsch und Englisch.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Seit 2002 gibt es die gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung des „Geprüften IT-Beraters“ (Certified IT Business Consultants der Deutschen Industrie- und Handelskammer. Bei dieser Ausbildung der IHK handelt es sich um einen möglichen Einstieg in den Beruf des IT-Consultants, allerdings ist der Abschluss nicht vergleichbar mit dem eines universitären Diploms, eines Bachelors oder eines Masters. Die Ausbildung ist berufsbegleitend ausgelegt, sie besteht aus sieben Prüfungen und einer praktischen Arbeit. Die Zulassungsvoraussetzung ist ein Nachweis der Qualifikation als zertifizierter Spezialist oder einer ähnlich einschlägigen Vorbildung. Für alle, die sich neben dem Beruf weiterbilden möchten, empfiehlt sich ein Fernlehrgang “Gepruefter IT-Berater”.

Grundsätzlich sollte ein IT-Berater heute individuell spezialisiert sein. Branchenspezifisches Knowhow ist ebenso erwünscht und gesucht wie fachspezifisches Wissen in betrieblichen Prozessen und Abläufen. Universell einsetzbare Fachkräfte gibt es heute kaum noch, da der Beruf des IT-Beraters äußerst weit gefasst ist und regelmäßig Fachkenntnisse erforderlich machen wird um zielgerichtet einsetzbar zu sein. Das macht eine spezifische Spezialisierung in der gewünschten Fachrichtung unbedingt erforderlich.

Wie hat sich dieser Beruf im Laufe der Zeit weiterentwickelt?

Bis zum Jahr 2002 gab es keine Studiengänge oder Weiterbildungen, die zum Abschluss eines IT-Beraters führten. Daraus resultieren die recht heterogenen beruflichen Hintergründe und Werdegänge, die aktive IT-Berater heute vorweisen können. In der Regel war ein einschlägiges Hochschulstudium der Informatik oder der Wirtschaftsinformatik erforderlich. Erst seit 2002 gibt es eine geschützte Weiterbildung der IHK, im Jahr 2010 wurde ein Masterstudiengang an der Universität in Hamburg ins Leben gerufen. Somit hat sich die Aus- und Weiterbildung erst im Lauf der letzten zehn Jahre konkretisiert. Mit ihr einher geht eine Manifestierung des Berufsbilds „IT-Berater“. Mit einem Gesamtvolumen von knapp 12 Milliarden Euro allein in Deutschland ist dieser Markt allerdings lange keine Nischenbranche mehr. Die neuen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten mussten dieser Entwicklung Rechnung tragen.

Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten des IT-Beraters sind so unterschiedlich wie seine Projekte. Geregelte Arbeitszeiten dürfte man allerdings vergeblich suchen, auch Langeweile durch immer gleiche Tätigkeiten wird es in diesem Beruf nicht geben. Schon der häufige Kundenkontakt sorgt dafür, dass es abwechslungsreich und turbulent bleibt.

Geistige und körperliche Anforderungen

Zu den wichtigen Anforderungen gehören kommunikative Fähigkeiten und die häufig propagierten Soft Skills wie Teamfähigkeit, Dienstleistungsmentalität und Belastbarkeit sowie die Fähigkeit, unter Kosten- und Zeitdruck zu arbeiten.

Chancen am Arbeitsmarkt

IT-Berater sind in Festanstellungen oder als Freiberufler am Markt tätig. Das macht sie flexibel einsetzbar und erhöht die Chancen am Arbeitsmarkt. IT-Consultants werden auch in den nächsten Jahren gesucht, die Nachfrage nach Spezialisten dürfte weiter steigen.

Gehalt

Die Verdienstmöglichkeiten für Angestellte dürften sich zwischen 36.000 Euro und 60.000 Euro pro Jahr bewegen. Selbständige haben darüber hinaus deutlich höhere Margen.

Welche Berufe sind ähnlich?

Ähnliche Berufe sind beispielsweise der SAP-Berater, der Unternehmensberater und der Fach- oder Wirtschaftsinformatiker.

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