Besser als ihr Ruf: Die Bundeswehr bietet attraktive Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten
Die Bundeswehr wird trotz Kritik an bewaffneten Auslandseinsätzen von der überwiegenden Mehrzahl der Deutschen positiv gesehen. Vor allem auch bei 83 Prozent der Jugendlichen im Alter von 16 bis 29 Jahren ist er nach Angaben des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr sehr beliebt. Grund dafür ist unter anderem, dass der Bund mit etwa 370.000 Beschäftigten einer der größten und auch attraktivsten Arbeitgeber in Deutschland ist: Rund 270.000 Beschäftigte sind Soldaten* der Streitkräfte mit unterschiedlichen Aufgaben im Heer, bei der Marine, in der Luftwaffe, im Sanitätsdienst oder in der Streitkräftebasis; die übrigen Beschäftigen sind in zahlreichen Berufen in der zivilen Wehrverwaltung tätig. Jedes Jahr werden etwa 20.000 Personen mit Aussicht auf einen sicheren und gut bezahlten Arbeitsplatz neu eingestellt.
Zudem ist die Bundeswehr einer der größten deutschen Ausbildungsbetriebe, der seinen militärischen und zivilen Fach- und Führungskräftenachwuchs zu einem großen Teil selbst ausbildet. Jährlich ermöglicht er knapp 4.300 Jugendlichen, einen Abschluss in einem der derzeit rund 50 angebotenen, staatlich anerkannten Berufe zu erwerben. (Fach-)Abiturienten schätzen besonders die Möglichkeit, über den Bund einen der 17 Studiengänge zu absolvieren und gleichzeitig Geld zu verdienen. Diese Möglichkeit wird aktuell von etwa 6.000 Studierenden genutzt. Aufgrund der hohen Ausbildungsanforderungen sind Berufsausbildungs- und Studienabsolventen auch nach ihrer Dienstzeit begehrte Arbeitskräfte in der Privatwirtschaft.
* Natürlich sind auch Frauen gemeint, die bei der Bundeswehr Männern absolut gleichgestellt sind; nur einfachheitshalber wird jeweils die männliche Bezeichnung verwendet.
Militärische Karrieremöglichkeiten
Ableistung des Grundwehrdiensts, körperliche und psychische Eignung sowie ein Alter zwischen 17 und 24 Jahren vorausgesetzt, bietet die Bundeswehr im militärischen Bereich folgende Möglichkeiten:
Militärische Laufbahnen:
• Jugendliche mit Hauptschulabschluss können als Soldat die Laufbahn der Mannschaften einschlagen oder Fachunteroffizier des allgemeinen Fachdienstes werden, wenn sie sich für mindestens 4 bzw. 8 Jahre verpflichten.
• Realschulabsolventen steht die Laufbahn der Feldwebel im Truppendienst offen, wenn sie sich für mindestens 12 Jahre verpflichten.
• Wer bereits einen Berufsabschluss besitzt oder nach seinem Realschulabschluss eine zivile Ausbildung bei der Bundeswehr absolviert, kann Feldwebel des allgemeinen Fachdienstes werden. Voraussetzung dafür ist eine Verpflichtung für mindestens 12 Jahre.
• (Fach-)Abiturienten sowie Realschulabsolventen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung können eine Offizierslaufbahn einschlagen und bei spezieller Eignung als Pilot im fliegerischen Dienst oder Reserveoffizier tätig werden. Bewerber müssen in diesem Fall für mindestens 13 Jahre (bzw. 15 Jahre im fliegerischen Dienst, 17 Jahre im Sanitätsdienst) verpflichten.
• Junge Erwachsene mit Hochschulabschluss können auch direkt als Offizier (i. d. R. als Hauptmann oder Kapitänleutnant) in den Bundeswehrdienst einsteigen.
Ausbildung bei der Bundeswehr:
Haupt- und Realschulabsolventen zwischen 16 und 18 Jahren können sich überdies beim Bund in einem staatlich anerkannten Technik-Beruf ausbilden lassen. Zu diesen 12 zivilberuflichen Ausbildungen, die im dualen System im Wechsel an der Berufsschule und in den Werkstätten der Bundeswehr stattfinden, zählen beispielsweise Kommunikations-, Industrie- oder Energieelektroniker, Flugzeuggeräte-, Automobil- oder Maschinenbaumechaniker, Technischer Zeichner und Kfz-Elektriker. Im Anschluss an die Ausbildung bietet die Bundeswehr eine Übernahmegarantie für diejenigen, die sich für 4 bis 12 Jahre als Zeitsoldat verpflichten. Diese Zeit kann wiederum für eine Meister-Fortbildung genutzt werden.
Studieren bei der Bundeswehr:
(Fach-)Abiturienten können während ihres Dienstes gleichzeitig über die Bundeswehr studieren. Angeboten wird eine breite Palette an Studiengängen an den Bundeswehruniversitäten in München und Hamburg von Geistes- und Sozialwissenschaften über Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften bis hin zu Medizin und Pharmazie. Als Fachhochschulstudiengänge sind unter anderem Betriebswirtschaft, Kommunikationstechnik und Computer Aided Engineering sowie marinespezifische Studiengänge wie Nautik, Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft oder Internationales Transportmanagement möglich.
Zivile Karrieremöglichkeiten
Ebenso vielfältig wie die militärischen sind die zivilen Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten bei der Bundeswehrverwaltung:
Ausbildung bei der Bundeswehrverwaltung:
Haupt- und Realschulabsolventen können sich hier in einem der rund 40 zivilen Ausbildungsberufe im gewerblich-technischen, medizinischen oder Verwaltungs- und Dienstleistungsbereich ausbilden lassen:
• Zu den gewerblich-technischen Ausbildungen zählen Metallberufe (z. B. Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Metallbauer, Schiffsmechaniker), IT- und Elektroberufe (z. B. IT-System-Elektroniker, Fachinformatiker, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Mechatroniker) und viele weitere Berufe (z. B. Chemielaborant, Fachkraft für Lagerlogistik, Mediengestalter für Bild und Ton, Maler und Lackierer).
• Im medizinischen Bereich werden medizinische, zahnmedizinische und tiermedizinische Fachangestellte sowie pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte ausgebildet.
• Das Angebot im Bereich der Verwaltungs- und Dienstleistungsberufe umfasst die Ausbildung von Verwaltungsfachangestellten, Bürokaufleuten, Kaufleuten für Bürokommunikation und Personaldienstleistungskaufleuten.
Eine Übernahmegarantie gibt es bei der Bundeswehrverwaltung allerdings nicht.
Beamtenlaufbahnen des mittleren Dienstes:
Realschulabsolventen steht darüber hinaus eine Ausbildung im mittleren nichttechnischen Dienst, im mittleren Wetterdienst und im mittleren Dienst der Fernmelde- und elektronischen Aufklärung des Bundes offen. Ausgebildete Facharbeiter, Techniker und Meister können direkt in die Laufbahn des mittleren technischen Dienstes einsteigen, andere Berufsausbildungsabsolventen in die Laufbahn des mittleren Dienstes der Fernmelde- und elektronischen Aufklärung, des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes bei den Feuerwehren der Bundeswehr und des mittleren nichttechnischen Dienstes.
Beamtenlaufbahnen des gehobenen Dienstes:
(Fach-)Abiturienten können beispielsweise ein Verwaltungswirtschafts- bzw. Verwaltungsbetriebswirtschaftsstudium absolvieren und sich damit für die Laufbahn des gehobenen nichttechnischen Dienstes bzw. die Laufbahn des gehobenen Wetterdienstes qualifizieren. Ebenso möglich sind ein duales Ingenieurstudium oder ein Studium der Wehrtechnik (mit den Studienrichtungen Informationstechnik und Elektronik, Luftfahrzeugbau oder Schiffsbau) als Ausbildung für den gehobenen technischen Dienst. Externen Fachhochschulabsolventen entsprechender Studiengänge steht dagegen die Laufbahn des gehobenen Dienstes der Fernmelde- und elektronischen Aufklärung des Bundes, des gehobenen technischen Dienste und des gehobenen Dienstes besonderer Fachrichtungen (z. B. im Bibliotheksdienst, als Informatiker oder Sozialarbeiter, im gartenbaulichen oder nautischen Dienst, im Raumordnungswesen) offen.
Beamtenlaufbahnen des höheren Dienstes:
Die Laufbahnen des höheren Dienstes sind nur für Hochschulabsolventen mit mehrjähriger Berufspraxis zugänglich. Beispielsweise können
• Rechtswissenschaftler im höheren allgemeinen Verwaltungsdienst,
• Wirtschaftswissenschaftler im höheren Wirtschaftsverwaltungsdienst,
• Ingenieure, Physiker und Chemiker im höheren technischen Dienst,
• Psychologen im psychologischen Dienst ,
• Ärzte im musterungsärztlichen Dienst,
• und andere Fachkräfte im höheren Dienst besonderer Fachrichtungen (z. B. als Biologe, Historiker oder Mathematiker, im geographischen, informationstechnischen oder land- und forstwirtschaftlichen Dienst, im Sprachen- oder Fachschuldienst, als Standortpfarrer)
beschäftigt werden.
In allen Beamtenlaufbahnen wird jeweils uneingeschränkte Versetzungs- und Auslandseinsatzbereitschaft vorausgesetzt. Das Auswahlverfahren besteht in der Regel aus einem schriftlichen und mündlichen Test; hinzukommen können praktische und Sporttests.
Weitere Informationen
Ausführliche Infos zu Karriere- und auch Verdienstmöglichkeiten, Tätigkeitsbereichen, Einstellungsanforderungen und Bewerbungsverfahren stellt der Bund Interessenten im Internet zur Verfügung:
• zur militärischen Karriere unter http://mil.bundeswehr-karriere.de
• zur zivilen Karriere unter http://ziv.bundeswehr-karriere.de
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Marcel S. am 9 September 2009:
Ich wäre damals gern zur Bundeswehr gegangen, was mir aber aufgrund einer Farbschwäche beim Sehen versagt blieb. Ich denke als Arbeitgeber ist die Bundeswehr auch eine zukunftssichere Angelegenheit, gerade was die moderne Terroristenbekämpfung angeht.
jonniboy am 4 Januar 2012:
Die Bundeswehr ist sicherlich, trotz des massiven Stellenabbaus, ein guter Arbeitgeber. Wenn da nur nicht das schwierige Auswahlverfahren wäre.
Habe mal im Netz recherchiert. Folgende Seite ist mir dabei in die Hände gefallen: http://accoaching.de/seminare/bundeswehr-seminar/
Da gibt es auch kostenlose Tipps und Hinweise zu Trainingsbüchern.