Bewerben und Arbeiten in Italien
Bella Italia – nicht ohne Grund ist Italien das Lieblingsausland der Deutschen, wenn es um den Urlaub geht. Es liegt im Süden, verspricht viel Sonnenschein, gute Laune und gutes Essen. Die italienische Lebensart fasziniert viele Deutsche, die jahrein und jahraus ihren Urlaub in den schönsten Regionen Italiens verbringen. Nicht selten kommen da dann die Gedanken, für immer in Bella Italia zu leben und zu arbeiten.
Italien gehört ohne Frage mit zu den führenden Wirtschaftsnationen im europäischen Raum. Die Wirtschaftskraft entspricht in etwa der Spaniens oder Australiens. Die wichtigsten Branchen sind die Autoindustrie, der Maschinenbau sowie die Textil- und Schuhindustrie. Fast zwei Drittel aller berufstätigen Italiener arbeiten aber inzwischen im Dienstleistungssektor. Dabei kommt dem Tourismus eine besondere Bedeutung zu. Landestypisch sind die große Zahl der kleineren und mittleren Unternehmen, in denen die meisten Menschen beschäftigt sind. Sie sind der Motor der italienischen Wirtschaft.
Italientypisch ist die Spaltung in Norden und Süden. Während Norditalien zu den reichsten Regionen in Europa zählt und oftmals sogar Deutschlands Wohlstand übertrifft, ist die wirtschaftliche Entwicklung im Süden Italien weit zurück. Das wird auch an der Arbeitslosenquote deutlich, die im Süden mehr als doppelt so hoch ist, wie im wirtschaftsstarken Norden.
Die Chancen deutscher Bewerber auf dem italienischen Arbeitsmarkt
Gute Chancen auf dem italienischen Arbeitsmarkt bestehen für deutsche Auswanderer im Norden Italiens. Schon seit Jahren ist ein Mangel an Fachkräften in der IT-Branche und im Bereich der Erziehung und Bildung in Italien zu verzeichnen. Händeringend gesucht werden Industriefacharbeiter. Anders als Deutsche sind Italiener oft weniger bereit, der Arbeit wegen ihren Heimatort zu verlassen, sodass es viele offene Stellen gibt, die für ausländische Bewerber zur Verfügung stehen.
Ganz wichtig ist dabei, dass deutsche Bewerber die italienische Sprache beherrschen. Ohne Italienisch ist auf dem Arbeitsmarkt sozusagen kein Blumentopf zu gewinnen. Allein mit Englisch als Fremdsprache kommt ein Bewerber vielleicht in der IT-Branche zurecht, weil hier oft auch firmenintern englisch gesprochen wird. Das Problem ist nur, dass viele Italiener der englischen Sprache nicht mächtig sind. Ausgenommen ist hier Südtirol, wo auch in vielen Unternehmen deutsch gesprochen wird und die Landessprache schon wieder als besondere Qualifikation gilt. Gute Chancen haben deutsche Bewerber aus der Tourismusbranche.
Gearbeitet wird in Italien meistens im Rahmen einer 40-Stunden-Woche, der Urlaub variiert zwischen 20 und 30 Werktagen. Der Arbeitstag beginnt oft erst um 9.00 Uhr, beinhaltet eine lange Mittagspause und geht dann aber nicht selten bis 19.00 Uhr.
Bewerben in Italien
Das Prozedere beim Bewerben in Italien ist mit dem in Deutschland vergleichbar, auch inhaltlich entspricht die Bewerbung den aus Deutschland bekannten Gepflogenheiten. Allerdings sind einige Unterschiede in den Formalien und Besonderheiten zu beachten.
Die Standardbewerbung besteht aus einem Anschreiben und dem Curriculum Vitae (Lebenslauf). Zeugnisse, Referenzen oder Diplome und andere Abschlüsse werden erst zum Vorstellungsgespräch mitgebracht. Dabei wird in Italien auf die Ästhetik der Bewerbungsunterlagen noch mehr wert als in Deutschland gelegt. Das Anschreiben ist auf maximal einer Seite präzise zu formulieren. Der tabellarische Lebenslauf bekommt kein Foto, wird nicht unterschrieben und auch nicht mit einem Datum versehen. Er ist in Blöcke gegliedert – persönliche Informationen, Ausbildung, Weiterbildung, Berufserfahrung – die einzelnen Blöcke werden umgekehrt chronologisch aufgebaut.
Wer es bis zum Vorstellungsgespräch schafft, kann erste persönliche Erfahrungen mit dem Unternehmen seiner Wahl sammeln. Vorstellungsgespräche sind sehr förmlich, von den Bewerbern werden gute Manieren, sicheres Auftreten und adrette Kleidung erwartet.
Anders als in Deutschland kann sich ein Einstellungsverfahren in Italien über Wochen oder Monate erstrecken. Auch wenn man als Bewerber nichts vom Unternehmen hört, muss das nicht bedeuten, dass man abgelehnt wurde. Telefonische Nachfragen sind gestattet.
Passende Stellenangebote in Italien finden
Grundsätzlich ist das Gehaltsniveau in Italien niedriger als in Deutschland, gesetzliche Mindestlöhne gibt es nicht. Verbreitet sind auch befristete Verträge mit noch geringeren Löhnen. Die Löhne in Süditalien sind bis zu 25 Prozent niedriger als im Norden des Landes und Frauen verdienen bei gleicher Qualifikation weniger als Männer.
Wer sich in Italien bewerben und dann auswandern möchte, um dort zu arbeiten und zu leben, kann mit der Suche nach geeigneten Stellen in Deutschland beginnen. Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht eine Vielzahl von Stellenangeboten in Italien unter www.arbeitsagentur.de mit entsprechender Landesauswahl. Auch über das EURES-Portal kann nach Stellen gesucht werden. Eine andere Alternative bietet das Portal career-contact.de mit entsprechenden Links zu Jobbörsen und privaten Arbeitsvermittlern. Wer von vornherein geplant hat, in eine bestimmte Gegend Italiens zu gehen, sollte sich vor Ort an den EURES-Berater wenden. Die Kontaktdaten sind im Internet zu finden.
Eine andere Möglichkeit bieten die Webseiten der Unternehmen, auch hier werden Stellenangebote veröffentlicht und auch die großen italienischen Tageszeitungen wie zum Beispiel Il Sole 24 Ore oder Il Gazzettino veröffentlichen Stellenanzeigen. Weniger zielführend sind Initiativbewerbungen, es sei denn, man hat einen konkreten Ansprechpartner im Unternehmen.
Wer die Suche nach Arbeit direkt in Italien bevorzugt, kann sich an die örtlichen Arbeitsämter oder private Vermittler wenden.
Italienisch lernen per Fernkurs
Das Institut für Lernsysteme bietet Ihnen einenItalienisch-Grundkurs an, mit dem Sie die italienische Sprache in Wort und Schrift erlernen können.
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