Bewerben und Arbeiten in Österreich


Bewerben und Arbeiten in ÖsterreichAuch wenn die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt sich etwas entspannt hat, sind immerhin Umfragen zufolge 70 Prozent der Deutschen im arbeitsfähigen Alter bereit, sich im Ausland zu bewerben oder wegen eines Jobs ins Ausland zu gehen. Für viele Deutsche liegen da die an Deutschland grenzenden Länder nahe und etliche richten den Blick auf Österreich, wo die Sprachbarriere kein Hinderungsgrund ist.

Die Arbeitsmarktsituation in Österreich

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist Österreich ist gut, die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 8,9 Prozent, auch Österreich haben die Folgen der Wirtschaftskrise schwer getroffen. Noch im März 2008 lag die Arbeitslosigkeit bei unter 5 Prozent. Dennoch liegt Österreich mit seinen Zahlen deutlich unter dem EU-Durchschnitt und ist und bleibt für deutsche Arbeitnehmer attraktiv. Obwohl die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte auch in Österreich weiter ansteigen wird, geht der Arbeitsmarktservice Österreich davon aus, dass weiter zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Dabei sind die Regionen Ober- und Niederösterreich, die mit dem stärksten Wachstum. Den größten Anteil der neu geschaffenen Stellen haben Wirtschaftsdienste, das Gesundheits- und Sozialwesen sowie der Handel, der besonders für Frauen ein wichtiger Arbeitgeber ist.

Gesucht werden in den verschiedenen Regionen Arbeitskräfte aus dem Bau- und Baunebengewerbe, Schweißer, LKW Fahrer und Arbeitskräfte für das Gesundheitswesen. Im Hotel- und Gaststättengewerbe werden Arbeitskräfte der Berufe Koch, Kellner, Servicekräfte besonders saisonbedingt stark nachgefragt. Aber auch Arbeitskräfte mit technischen Berufen oder mit kaufmännischer Ausbildung sowie aus dem IT Bereich haben gute Chancen auf einen Job in Österreich. Regelrecht Fachkräftemangel besteht in der Tourismusbranche, in der Bauwirtschaft und in der Metallbranche.
Die Aussichten auf einen Job sind also für auswanderungswillige Arbeitnehmer nicht schlecht. Dabei bietet Österreich für Bewohner des grenznahen Raumes sogar die Möglichkeit, von den Angeboten des österreichischen Arbeitsmarktes zu profitieren und dort zu arbeiten, seinen Lebensmittelpunkt und den Wohnsitz dagegen in Deutschland zu behalten.

Die Arbeitnehmer in Österreich verdienen im Durchschnitt weniger als deutsche Arbeitnehmer. Allerdings sind die Lebenshaltungskosten gerade in Wien noch höher als die in Deutschen Großstädten wie Berlin oder Frankfurt. Die niedrigsten Lebenshaltungskosten hat man in Tirol. Das spiegelt sich dann auch im Lohngefüge wider. Die höchsten Löhne werden in der Landeshauptstadt und die niedrigsten in Tirol gezahlt. Es gibt keinen gesetzlichen Mindestlohn. Fast ein Standard sind das 13. 0der 14. Gehalt, es gibt betriebliche Zusatzrenten und Erstattung von Fahrgeldern.

Zugang zum Arbeitsmarkt im Nachbarland Österreich

Bürger der EU können mit einem gültigen Personaldokument nach Österreich einreisen und sich als Tourist maximal drei Monate dort aufhalten, ohne dass es einer Aufenthaltsgenehmigung bedarf. Wer nach Österreich auswandert, muss sich innerhalb von drei Tagen bei der zuständigen Behörde (eine Art Meldeservice) anmelden. Wer länger als drei Monate in Österreich bleiben möchte, muss eine sogenannte Daueraufenthaltskarte beantragen. Dabei sind Deutsche den Österreichern gleichgestellt, sie brauchen weder eine Beschäftigungsbewilligung noch eine Arbeitserlaubnis.

Einen Job in Österreich kann man sich bequem von zuhause in Deutschland suchen. Es gibt viele Möglichkeiten wie zum Beispiel:

• die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit
• das EURES Portal
• das online Angebot der österreichischen Arbeitsverwaltung AMS

Das Portal der AMS bietet dann viele weiterführende Links zu Services für Arbeitssuchende und nützliche Tipps zum Bewerben. Auch alle großen Tageszeitungen Österreichs sind insbesondere am Wochenende mit zahlreichen Stellenangeboten versehen.
Parallel besteht die Möglichkeit sind auf den Portalen großer Arbeitgeber nach Arbeitsmöglichkeiten und Stellenangeboten umzusehen. Bei interessanten Arbeitgebern kann auch eine Initiativbewerbung zum Erfolg führen. Adressen von Firmen können über die gelben Seiten oder über die Deutsche Handelskammer in Österreich bezogen werden.
Wer die Arbeitssuche direkt vor Ort bevorzugt, sollte dabei die Dienstleistungsangebote der österreichischen Arbeitsämter nutzen.

Die Bewerbung in Österreich

Eine Bewerbung in Österreich ist grundsätzlich an ähnlich Vorgaben gebunden, wie eine Bewerbung bei einem deutschen Arbeitgeber.

Im Anschreiben wird auf die persönlichen Stärken eingegangen und den Grund für die Bewerbung auf diese Stelle. Neben dem Anschreiben erwarten die Arbeitgeber in Österreich einen Lebenslauf mit hoher Aussagekraft, der nicht länger als zwei DIN A4 Seiten sein sollte.
Wie auch in Deutschland üblich, wird mit den Unterlagen ein Bewerbungsfoto eingereicht und das Zeugnis vom letzten Arbeitgeber. Schulzeugnisse und Ausbildungsnachweise verlangen die Arbeitgeber nur bei Absolventen.
Anders als in Deutschland wird das Thema „Geld“ behandelt. In Bewerbungsschreiben wird das Thema Gehalt nicht erwähnt. Erst in einem Bewerbungsgespräch zum fortgeschrittenen Zeitpunkt werden Gehaltsfragen vom Personalverantwortlichen erörtert.

Das Vorstellungsgespräch in Österreich

Wer aufgrund einer Bewerbung zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen ist, kann erst einmal davon ausgehen, dass er für den Arbeitgeber interessant ist. Diesen ersten Eindruck gilt es, jetzt zu bestätigen. Dabei ist das Vorstellungsgespräch kein Verhör, es dient dem gegenseitigen Kennenlernen. Sprachbarrieren gibt es kaum, dennoch sollte sich ein Bewerber mit den österreichischen Gepflogenheiten vertraut machen. Das Wort „Tschüss“ wird in Österreich nicht genutzt. Die Gesprächspartner werden auch mit ihrem Titel angesprochen. In Österreich ist man höflicher als in Deutschland.
Auch das Vorstellungsgespräch in Österreich läuft ähnlich dem eines Vorstellungsgesprächs in Deutschland ab. Auch die Kleiderordnungen gleichen sich. Deutsche, die sich in Österreich bewerben, sollten immer mit der Frage des Hintergrundes und der Motivation rechnen und dann Stellung beziehen können. Wer es in Österreich bis zu einem Vorstellungsgespräch geschafft hat, sollte sich bereits im Vorfeld mit den anderen Themen, wie Arbeitszeit, Urlaub oder Sonderzahlungen vertraut gemacht haben. Um im Vorstellungsgespräch entsprechend reagieren zu können.

Kann der Bewerber im Vorstellungsgespräch überzeugen, bestehen gute Chancen auf einen Job in Österreich, der mit einem Arbeitsvertrag besiegelt wird.

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Derzeit gibt es 1 Kommentar. »

  1. Ich selbst kenne bereits einige Deutsche, die nicht nur in Österreich arbeiten sondern zwischenzeitlich auch ihren Lebensmittelpunkt in unser Land verlegt haben.

    Bei der Suche nach freien Stellen ist zwar im obigen Beitrag der Link zum AMS (Arbeitsmarktservice Österreich) angeführt, was aber meiner Meinung nach nicht die erste Wahl für wirklich gute Jobs in Österreich ist.

    Ich habe auf meinem Blog schon vor etwas längerer Zeit die wichtigsten Online-Jobbörsen unter folgendem Link zusammengefasst:
    http://www.nebenjob-heimarbeit.at/die-wichtigsten…

    Ich wünsche allen viel Glück bei der Jobsuche!

    Schöne Grüße aus Österreich

    Hannes

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