Brainstorming – Gruppenaktivität – Ideenfindung – Ausdrucksvielfalt
Der englische Begriff „Brainstorming“ bedeutet übersetzt so viel wie „Ideensturm“ oder „Gedankenblitz“ und bezeichnet eine Kreativitätstechnik, die häufig bei beruflichen oder schulischen Projektarbeiten angewandt wird. Ziel dieser Technik ist es, zunächst möglichst viele verschiedene Ideen zu einer bestimmten Problematik oder einem bestimmten Themengebiet zu sammeln, um in der Gruppe ein Problem zu lösen und / oder neues Wissen zu kreieren (z. B. bei der Produkt- oder Konzeptentwicklung).
Brainstorming wird meist in Kleingruppen mit maximal 12 Teilnehmern durchgeführt. Wichtig bei der Gruppenzusammensetzung ist es, dass Personen mit unterschiedlichen Einstellungen und Kenntnissen daran teilhaben. So können nicht nur allerlei verschiedene Ideen zur festgelegten Problemstellung gesammelt werden, sondern auch bereits geäußerte Ideen konträr aufgegriffen und weiterentwickelt werden. Für die Aufzeichnung der Ergebnisse (z. B. auf einem Flipchart oder Pinboard) wird ein Moderator eingesetzt. Dieser hat gleichzeitig die Aufgabe, die Kommunikation unter den Teilnehmern zu steuern. Denn alle Teilnehmer sollen die gleiche Chance haben, ihre Gedanken aktiv einbringen zu können, ohne dass sie dafür von anderen kritisiert werden dürfen. Dies ist insbesondere von Bedeutung, um Konflikte während des Brainstormings zu vermeiden, die nur die Kreativität und Phantasie der Teilnehmer bremsen würden. Dabei spielt es keine Rolle, wie passend oder originell die Ideen sind; entscheidend ist die reine Menge von Ideen. Hierbei kann ein Moderator den Brainstorming-Prozess unterstützen, indem er schrittweise bestimmte Informationen einfließen lässt oder die Problemdefinition verändert, um zu vermeiden, dass sich die Teilnehmer zu sehr auf eine bestimmte Thematik fixieren oder ihnen schon nach kurzer Zeit einfach nichts mehr einfällt.
Insbesondere bei komplexen Problemen bietet sich die sog. „Kopfstand-Technik“ an. Dabei sollen die Teilnehmer zunächst gegenteilige Ideen zur Problemstellung äußern, d.h. keine Gedanken zu Lösungsmöglichkeiten, sondern zu möglichen Schwierigkeiten. Denn oftmals sind die möglichen Schwierigkeiten eines Problems besser zu erkennen als Lösungen. Anschließend muss allerdings gemeinsam versucht werden, die Ideen „umzukehren“, um zu einer Lösung zu gelangen – beispielsweise mit der „SIL-Methode“, bei der der Reihe nach unterschiedliche Lösungsvorschläge zu einer Gesamtlösung integriert werden können.
Brainstorming-Verfahren in der Gruppe sind sehr beliebt. In wissenschaftlichen Studien konnte jedoch gezeigt werden, dass mit Brainstorming in der Gruppe sehr viel weniger Ideen erzeugt werden, als dieselbe Anzahl von Personen für sich allein produzieren würde. Ursache dafür ist, dass in der Gruppe „Kreativitätsblockaden“ durch den direkten sozialen Kontakt und abwechselndes Sprechen und Zuhören verursacht werden. Insbesondere schüchterne Teilnehmer fühlen sich oft gegenüber Personen gehemmt, die sich gerne in den Vordergrund stellen oder in der Gruppenhierarchie höher stehen. Abhilfe kann hier beispielsweise das sog. „Anonyme Brainstorming“ oder „Brainwriting“ leisten: Dabei notieren alle Teilnehmer zunächst ihre Einfälle auf einem Papierkärtchen und der Moderator stellt sie anschließend der gesamten Gruppe vor. Weitere Methoden, mit denen versucht werden kann, die Ideenfindung zu erleichtern, sind das „Collective Notebook“ oder „Computergestütztes Brainstorming“: Dazu wird ein Heft an einer für alle zugänglichen Stelle ausgelegt bzw. eine spezielle Brainstorming-Software im Computernetzwerk installiert. Die Teilnehmer können dann über einen definierten Zeitraum hinweg unabhängig voneinander ihre Ideen eintragen und abschließend bewerten.
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Robert am 21 Juni 2008:
Sehe hier aber auch die Gefahr, dass einzelne klasse Ideen in der Masse untergehen, nur weil einige Kollegen das Potential dahinter nicht verstehen.