Bürokaufmann/-frau
Das Herzstück eines jeden Unternehmens ist das Büro. Die hier ausgeführten Tätigkeiten wie Auftragsbearbeitung und -abwicklung mit allen dazugehörigen Arbeiten stellen ähnlich den Adern in unserem Körper den reibungslosen Ablauf eines Betriebes sicher. Die Bürokauffrau bzw. der Bürokaufmann ist also ein Allrounder mit einem hohen Maß an Verantwortung in den unterschiedlichsten Unternehmen jeder Größenordnung. In jedem Wirtschaftzweig werden sie gebraucht, ob im Handel, in der Industrie, im Handwerk oder in freien Berufen. Längst ist das Bild der Kaffee kochenden und mit Bleistift und Schreibblock bewaffneten Sekretärin abgelöst. Bürokaufleute kennen sich aus in modernster Büroorganisation und -kommunikation. Zu den Aufgaben der Bürokaufleute zählen das betriebliche Rechnungswesen und die Buchhaltung sowie Lohn- und Gehaltsabrechnung, allgemeine Verwaltungs- und Sekretariatsaufgaben wie Posteingänge und -ausgänge betreuen, aufnehmen und weiterleiten, das Erstellen von Statistiken zu Themen wie Projektkosten, Materialeinkauf und anderen innerbetrieblichen Inhalten. Weitere Aufgaben sind Rechnungsabwicklung, Überwachung der Zahlungseingänge, bei Bedarf das Einleiten von Mahnverfahren sowie allgemeiner Schriftverkehr per elektronischer Datenverarbeitung.
Die Ausbildung zum Bürokaufmann/-frau
Die Ausbildung zum Bürokaufmann bzw. zur Bürokauffrau dauert in der Regel 3 Jahre. Seit 1991 ist sie staatlich anerkannt. Voraussetzungen für diesen Ausbildungsberuf sind entweder ein guter Realschulabschluss oder – meist von großen Unternehmen verlangt – das Fachabitur. Individuelle Fähigkeiten, Kenntnisse und Neigungen sind aber ebenso wichtig wie der Schulabschluss. So sollte ein Bewerber für den Beruf des Bürokaufmannes bzw. der Bürokauffrau über sehr gute Kenntnisse in Deutsch verfügen. Der Bewerber sollte sicher sein in Rechtschreibung und Satzbau, da ihm später die Aufgabe der Korrespondenz obliegen wird. Des weiteren muss der Bewerber die Grundrechenarten sowie Prozent- und Dreisatzrechnung beherrschen. Mit zunehmender Globalisierung sind die Fremdsprachenkenntnisse immer wichtiger geworden. Meist wird das Beherrschen der englischen Sprache gewünscht. Durch die Öffnung des Wirtschaftsmarktes in Richtung Osteuropa sind Sprachkenntnisse in Russisch ebenfalls von Vorteil. Weitere persönliche Voraussetzungen sind natürlich das Interesse an schriftlicher Arbeit, die überwiegend am Schreibtisch und am PC stattfindet, der Umgang mit Zahlen und Daten, Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen sowie Kontaktfreudigkeit und höfliches Auftreten, da Bürokaufleute immer auch Umgang mit Kunden oder Klienten eines Unternehmens haben.
Die Ausbildung zur Bürokauffrau oder zum Bürokaufmann findet überwiegend im Ausbildungsbetrieb statt. Dort wird der oder die Auszubildende von Anfang an mit der Praxis und allen Aufgabengebieten sowie der Bürotechnik vertraut gemacht. Je nach Art des Unternehmens ist die praktische Ausbildung im Betrieb bereits sehr branchenspezialisiert. Das theoretische Wissen wird an einer der zahlreichen Berufsschulen vermittelt. Der Unterricht findet meist – je nach Bundesland und Schule – in Blöcken statt. Hier werden die Auszubildenden in Fächern wie Rechnungswesen, Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsrecht, Deutsch, Englisch, Textverarbeitung und anderen Fächern begleitend zur praktischen Ausbildung geschult. Zu den Ausbildungsinhalten gehören unter anderem Rechnungserstellung, Auftragsbearbeitung, Umgang mit modernster Bürotechnik, die bürowirtschaftliche Organisation, Organisation des Arbeitsplatzes und damit eng verbunden Arbeitssicherheit, Umweltschutz und rationelle Energieverwendung. Am Ende der Ausbildung wird der bzw. die Auszubildende durch eine staatlich bestellte Prüfungskommission geprüft und darf nach Bestehen die Berufsbezeichnung Bürokauffrau bzw. Bürokaufmann tragen. Die Ausbildung ist nach wie vor sehr beliebt, da die zahlreichen und sehr unterschiedlich anwendbaren Kenntnisse in vielen Bereichen genutzt und eingesetzt werden können. Die Stellenanzeigen der Tageszeitungen bieten eine Fülle von Stellenangeboten für Bürokaufleute. Wer sich vor Fortbildungen nicht scheut, wird immer gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.
Weiterbildungsmöglichkeiten für Bürokaufleute
Aber auch die Weiterbildungsangebote und somit Karrierechancen für den Berokaufmann und die Bürokauffrau sind zahlreich. So können sich Bürokauffrauen bzw. Bürokaufmänner zur Fremdsprachensekretärin bzw. -sekretär, zur Betriebswirtin oder -wirt (Betriebswirt/in per Fernstudium) oder zur kaufmännischen Fachwirtin oder -wirt weiterbilden lassen.
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Walterl am 11 Januar 2008:
Beruf mit Zukunft, aber oft sehr einseitig.