Das Phänomen der Anerkennung – Mit Lob zu Höchstleistungen

Sie ist in vielen Büros eher ein seltener Gast, und ihr Potenzial wird von Führungskräften aller Hierarchiestufen unterschätzt: die Anerkennung.

Ein Vorgesetzter kann sein Team mit der passenden Anerkennung, mit Lob und netten Worten zu Höchstleistungen motivieren, doch umgekehrt ist kaum etwas so frustrierend wie die Tatsache, nie etwas richtig zu machen. Deshalb ist es an der Zeit, sich das Phänomen der Anerkennung etwas genauer anzusehen.

Die geheime Macht im Büro: Die Anerkennung

Sie hat eine Wirkung und ein Potenzial, das nicht zu unterschätzen ist: Anerkennung im richtigen Moment und im passenden Maß sorgt dafür, dass wir uns noch mehr anstrengen und wahre Rekorde aufstellen. Denn im Grunde möchte jeder Mensch gelobt werden. Wer Lob erhält, strengt sich noch mehr an, denn er möchte weiter gelobt werden, schließlich fühlt er sich gut damit. Der Zusammenhang zwischen Anerkennung ist also denkbar einfach:

Wer anerkannt wird, fühlt sich gut und bringt noch bessere Leistung – denn die führt wiederum zu weiterer Anerkennung und zu mehr Motivation.

Es ist ein Kreislauf, der uns zu außergewöhnlichen Leistungen anhält und immer weiter voran treibt. Doch so positiv die Auswirkung von Lob und Anerkennung auf uns ist, so maßgeblich sind die Folgen, wenn wir sie nicht erhalten.

Mangelnde Anerkennung: Ein Frustfaktor

Mitarbeiter, die nie gelobt werden, sind schneller gefrustet. Frust führt zu schlechteren Leistungen, zu häufigen Krankheiten, und er ist schlecht für das Betriebsklima. Gerade ein erhöhter Krankenstand oder bewusste Schlechtleistung bergen für die Unternehmen ein großes Gefahrenpotenzial, sie führen zu zusätzlichen Kosten und schmälern die Qualität der Unternehmensleistung.

Doch fehlende Anerkennung hat noch weitere Auswirkungen, die nicht zu unterschätzen sind:

Wer niemals positives Feedback erhält, weiß nicht, ob er seine Arbeit richtig macht und was er besser machen kann.

Folglich leidet die Qualität der Leistung darunter, wenn man kein Feedback erhält. Zum eigentlichen Frustfaktor der fehlenden Anerkennung kommt dann noch hinzu, dass man niemals weiß, ob und wie man die eigene Leistung verbessern kann.

Will gelernt sein: Richtig loben

Zettel - gut gemachtWenn Lob und Anerkennung so wichtig sind, stellt sich die Frage, wie man es richtig macht. Hier gibt es einige wesentliche und doch einfache Richtlinien. Jegliche Anerkennung sollte zeitnah gegeben werden, und sie benötigt ein konkretes Beispiel. Wer lobt, sollte also deutlich machen, aus welchem Grund er lobt, und welche Leistung genau eine positive Würdigung verdient. Damit weiß ein Mitarbeiter eben auch, was er gut und richtig macht und was er noch verbessern kann.

Außerdem muss Lob immer direkt gegeben werden, also nicht über dritte Personen. Das verleiht die größte Wertschätzung und sorgt dafür, dass der Mitarbeiter sich selbst ernst genommen fühlt. Um weiterhin dieses Gefühl zu spüren, wird man also konstant gute Leistung bringen, möchte man doch dafür gelobt werden.

Und schließlich muss das Maß passend sein. Lob sollte niemals überschwänglich sein, doch es muss dem Anlass entsprechend sein und eben einfach passen. Hier ist sicher ein bisschen Fingerspitzengefühl erforderlich, und jeder Chef sollte sich individuell auf seinen Mitarbeiter einstellen. Doch Lob, das völlig aus dem Rahmen fällt, wird schnell nicht mehr ernst genommen, und gerade damit verspielt man ein großes Potenzial, das Anerkennung im richtigen Maß birgt.

Bitte vermeiden: Hier hört der Spaß auf

Lob muss immer angemessen und ehrlich sein, sonst wird es nicht mehr ernst genommen und verliert die positive Wirkung. Deshalb führt unaufrichtiges Loben nicht weiter, entdeckt der Mitarbeiter die Unaufrichtigkeit, wird er sich nicht ernst genommen fühlen. Die direkte Folge: Frustration und schlechte Leistung. Deshalb sind Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit die stärksten Waffen im Kampf der täglichen Anerkennung, denn dann kann man auch einmal ein negatives Feedback geben, wenn etwas nicht optimal gelaufen ist. Das nächste Lob erfreut dann nur umso mehr.

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4 Kommentare

  1. Leider gibt es in Deutschland zu wenig Führungskräfte, die mit Ihren Mitarbeitern/Kollegen menschlich umgehen. Das einzige was zählt ist die Leistung. Das Menschliche rückt immer mehr in den Hintergrund. Da ist es doch kein Wunder. warum Millionen Menschen innerlich gekündigt haben und nur noch Dienst nach Vorschrift machen.

  2. Wenn man noch de Unterschied zwischen Lob und Wertschätzung beachtet, wird die Anerkennung noch wirksamer! Und: Die Führungskraft kann entsprechend auch motivierende Kritik platzieren!

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