Detektiv / Detektivin
Mit Sherlock Holmes und seiner beeindruckend schnellen Auffassungsgabe, seiner glänzenden Logik, schuf Sir Arthur Conan Doyle das Bild eines Berufes, der erst spät in Deutschland an Popularität gewann. Auch wenn die heutigen Aufgaben eines Privatermittlers eher fachspezifisch angelegt sind und mit den spannenden Fällen des Sherlock Holmes nichts gemein haben, müssen Detektive dennoch über ähnliche Eigenschaften verfügen wie der Meister aller Detektive.
Aufgaben und Tätigkeiten eines Detektivs
Die Hauptaufgabe eines Detektivs oder Privatermittlers ist die Beschaffung von Beweismaterial im Auftrag eines Auftraggebers, der ein berechtigtes Interesse an der Aufklärung eines Sachverhaltes nachweisen kann. Meist handelt es sich dabei um Wirtschaftsunternehmer, die einen Krankheitsfall eines Mitarbeiters überprüfen lassen wollen oder den Verdacht äußern, dass einer ihrer Mitarbeiter eine unerlaubte Nebentätigkeit ausübt. Auch Betrug oder Diebstahl, Werkspionage, Spesenmanipulation, Markenpiraterie, unlauterer Wettbewerb oder Finanz- und Kredituntersuchungen gehören zu den zu klärenden Sachverhalten eines Detektivs. Aber auch im privaten Bereich kommen Detektive zum Einsatz, beispielsweise beim Verdacht der Untreue eines Ehepartners, bei Sorgerechtsverletzungen oder Unterhaltssäumigkeiten, wenn Personen verschwunden sind oder in Miet- oder Erbschaftsstreitigkeiten.
Eine besondere Form der Detektivarbeit stellen die sogenannten Kaufhausdetektive dar, die direkt im Kaufhaus eingesetzt werden und den Diebstahl von Kunden oder Personal verhindern oder aufdecken sollen.
Nach einem persönlichen Gespräch mit dem Kunden, in dem alle notwendigen Informationen über den Sachverhalt und die verdächtigte Person abgefragt werden, wird die Vorgehensweise sowie der Preis des Auftrages festgelegt. Der Preis für einen Auftrag richtet sich nach bestimmten Honorarsätzen und Abrechnungsvereinbarungen zwischen Auftraggeber und Ermittler.
Zur Klärung eines Sachverhaltes müssen Personen observiert werden. Dass heißt, die Haupttätigkeit des Detektivs besteht aus der Beobachtung von Personen über einen längeren Zeitraum. Dabei macht der Detektiv Fotos und notiert sich die Aktivitäten der Person. Der Detektiv bewegt sich bei allen Aktionen immer Rahmen der Gesetze und Verordnungen, da ein Detektiv als Privatperson gilt und keine Sonderrechte im Gegensatz zu Polizeibeamten hat. Allerdings kann der Detektiv verschiedene Ermittlungstechniken, wie das Präparieren von Geldscheinen, die eine Verfärbung der Haut verursachen, einsetzen. Mit der Anwendung der notwendigen Technik wie Video- und Fototechnik, Funk- und Nachtsichtgeräten muss sich ein Detektiv gut auskennen. Wird eine Straftat aufgedeckt, arbeitet der Privatermittler mit den Behörden zusammen und muss als Zeuge vor Gericht auftreten. Dabei sind eine detaillierte und exakte Dokumentation aller Beweismittel von großer Bedeutung.
Art und Dauer der Ausbildung
Bis jetzt gibt es keine einheitlich geregelte Erstausbildung für den Beruf des Detektivs. Lediglich verwandte Ausbildungsgänge wie Fachkraft für Schutz und Sicherheit werden angeboten. Diese Ausbildung dauert drei Jahre. Wer den Beruf des Detektivs ausüben möchte, sollte den zweijährigen Ausbildungsgang der von der Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe GmbH zum „Geprüften Detektiv“ absolvieren. Vorraussetzung für diesen Bildungsgang ist eine abgeschlossene Berufsausbildung, ein Mindestalter von 21 Jahren, ein polizeiliches Führungszeugnis und eine Schufa-Auskunft, die aussagt, dass der Bewerber nicht verschuldet ist. Der Ausbildungsgang der ZAD bereitet zukünftige Detektive auf ihre Aufgaben mittels Nah- und Fernunterricht sowie durch Praktika vor. Hier werden neben theoretischen Kenntnissen auch das logisch-kombinatorische Denkvermögen, Organisationsfähigkeit und Flexibilität geschult. Theoretische Kenntnisse wie Gesetzeskunde werden in Form von Studienbriefen erteilt. Das theoretische Wissen kann dann in Begleitung von Ausbildern, die die Auszubildenden bei geeigneten Einsätzen hinzuziehen, angewendet und getestet werden. Am Ende des ersten Ausbildungsjahres wird dem Auszubildenden vom begleitenden Ausbilder eine Befähigung für die weitere Ausübung und Fortführung der Detektivausbildung bescheinigt.
Im zweiten Jahr erhalten die Auszubildenden je nach Ausbildungsstand bereits eigene Aufträge. Nebenbei muss der Auszubildende regelmäßig seine theoretischen Kenntnisse mittels Studienbriefe erweitern und nachweisen. Am Ende des zweiten Jahres findet ein Abschlussseminar für die Praktikanten statt. Sind ausreichend Praxis- und Theoriekenntnisse erworben worden, kann der Auszubildenden die abschließende Prüfung ablegen.
Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen
Detektive arbeiten vorwiegend als selbstständige Unternehmer in Detekteien, Beratungsbüros für Sicherheitsfragen, bei Wachdiensten oder Objektschutzfirmen. Die Aufträge für Detektive sind dabei eher überschaubar. Um als Detektiv erfolgreich zu arbeiten, ist die Mitgliedschaft im Bundesverband Deutscher Detektive von Vorteil. Hier werden auch Fortbildungsmaßnahmen für Privatermittler angeboten, die den Qualitätsstandard dieser Berufsgruppe sichern sollen
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Black75 am 25 April 2008:
Interessanter Beruf, aber ob man davon auf Dauer Leben kann? Kaufhausdetektive werden ja nicht die Welt verdienen. Wäre gut zu wissen, wie sich die Großen vergüten lassen.
Privatermittler am 24 Mai 2008:
Eine sehr gelungene Website mit einem sehr wertvollen Content. Die Leute stellen sich einen Detektiv meistens etwas anders vor. Aber die Ermittlungen über einen Detektiv sind doch recht eingeschränkt, das muss man immer beachten. Eine ordentliche Ausbildung sollte immer dazugehören. Und zum Detektiv sollte auch wie hier beschrieben ein Personenschutz mit dabei sein. Ein Kaufhausdetektiv muss hierbei sehr behutsam umgehen. Das will gelernt sein.
Silvia am 24 Juli 2008:
Das Berufsbild des Detektivs/der Detektivin ist hier endlich einmal ohne falsche literarische Verklärung dargestellt. Leider haben auch einige unserer Bewerber noch immer das Klische von Sherlock Holmes und Miss Marple im Kopf …
Black75 am 26 Juli 2008:
Privatermittler und Silvia
Was verdient man denn so im Schnitt???
Jensen am 5 August 2008:
Ich schätze mal um die 2500, mehr wirds auch nicht sein.
Greg am 6 August 2008:
Als Selbständiger kin dem Business wirst du gut verdienen, wenn du auch gut bist.
Sonst bist du wie in jedem Job nur der Handlanger.
mfg
Greg
Black75 am 6 August 2008:
@Jensen Mehr net?
Black75 am 6 August 2008:
Das reicht ja kaum zum Leben.
sonja3012 am 8 August 2008:
Laut einer Tabelle aus dem Internet liegt in Berlin das Bruttoeinkommen bei ca. 2000 Euro.
Spekulationen somit beendet!
Peter Nalikowski am 15 Mai 2009:
Für Berufsinteressenten sind hier einige nützliche Links:
Weltverband der Detektive mit einer über 80 jährigen Geschichte
http://www.wad.net “World Association of Detectives”
Als Geschäftsstellenleiter der Landesgruppe Hessen darf ich den BID besonders erwähnen http://www.bid-detektive.de “Bund Internationaler Detektive”
Einen weiteren Deutschen Detektivverband ist der Bund Deutscher Detektive http://www.bdd.de
Um Mitglied in einem der vorgennanten Verbände zu werden müssen seitens des Bewerbers bestimmte Voraussetzungen vorliegen, z.B. was den Leumund und geordnete wirtschaftliche Verhältnisse betrifft, es dürfen aber auch keine ehrenrührige Straftaten vorliegen. Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllt hat keine Chance hier Mitglied zu werden. Eine Verbandszugehörigkeit ist also ein Qualitätsmerkmal bei der Auswahl einer Detektei, ganz gleich ob als potenzieller Bewerber oder als Kunde. Vorsicht bei legitimierenden Verbänden ohne Verbandstätigkeit, mit nur einer Postfachadresse im Internet zu finden sind. Vorsicht bei einer Detektei die sich mit so einem “Möchte-Gern-Verbands-Logo” versucht einen seriösen Mantel (Qualitätsmerkmal) um zu legen. Viel Spass beim Surfen auf den Verbandsseiten wünscht Peter Nalikowski
Georg am 25 Juli 2009:
Die finanzielle Situation war vor 10 Jahren für einen Privatdetektiv noch wesentlich besser. Mittlerweile hat die Zahl der Detektivbüros stark zugenommen und es gibt daher wesentlich mehr Konkurrenz. Wenn man gut ist, hat man trotzdem sein Auskommen.
Christian Taute am 11 August 2009:
Die Technik ist ein großer Zuwachs bei den Detekteien. Sei es Detektivtechnik oder Sicherheitstechnik die zum Einsatz kommt. Ebenso ist die Informationssicherheit durch Abwehr von Lauschangriffen in den Vordergrund getreten.
Sandra am 18 August 2009:
Einen großen Dank an euch, für die vielen interessanten und ergänzenden Kommentare zum Artikel! Detektiv ist ein wirklich interessanter und vielseitiger Beruf (aber dennoch nichts für mich) und wie deutlich wird, steckt mehr dahinter als allgemein bekannt.
Wer sich also für diesen Berufsweg interessiert, der sollte sich nicht von einem Trugbild täuschen lassen, sondern sich vorab umfassend informieren. Ein Praktikum vorab kann helfen, um festzustellen, was wirklich auf einen zukommt und ob dieser Beruf den eigenen Erwartungen und Fähigkeiten entspricht.