Deutsche Arbeitskräfte im Ausland

Deutsche Arbeitnehmer sind im Ausland meist sehr beliebt – vor allem in europäischen Ländern wie Österreich und der Schweiz, Skandinavien, den Niederlanden, Großbritannien und Irland, aber auch außerhalb Europas (z. B. Kanada, Australien). Gefragt sind insbesondere Fachkräfte und Akademiker wie Ärzte und medizinisches Pflegepersonal, Ingenieure, Baufachleute, Metallarbeiter, Handwerker, Elektriker und IT-Spezialisten sowie Beschäftigte aus dem Gastronomie- und Hotelgewerbe.
Ein Grund für die Beliebtheit deutscher Arbeitskräfte ist unter anderem die Qualität und Andersartigkeit der deutschen Berufsbildung im internationalen Vergleich: In Deutschland werden Auszubildende bereits seit den 60er Jahren im Dualen System sowohl theoretisch in der Berufsschule als auch berufspraktisch im Betrieb unterrichtet; in den meisten Studienordnungen an Hochschulen sind Praktika oder Praxissemester vorgeschrieben. In vielen ausländischen Staaten wird dagegen mehr Wert auf die schulische Bildung gelegt; erst langsam gewinnt auch hier die Verbindung von Theorie und Praxis an Bedeutung. Zudem gelten in Deutschland häufig strengere Bildungsstandards als in anderen Ländern.
Neben der fundierten Ausbildung werden auch die “typisch deutschen Tugenden” im Ausland sehr geschätzt: Deutsche Arbeitnehmer sind fleißig, zuverlässig und pünktlich; sie achten auf Ordnung und Sauberkeit und erledigen ihre Aufgaben mit großer Sorgfalt und Ausdauer. Dieses Qualitätsstreben der Deutschen ist nicht zuletzt ein Grund dafür, warum Produkte “made in Germany” weltweit einen guten Ruf besitzen und ausländische Unternehmen davon profitieren wollen, indem sie deutsche Arbeitskräfte anwerben.
Negativ beurteilt werden dagegen ebenfalls als “typisch deutsch” angesehene Eigenschaften wie Direktheit und Ungeduld, da in vielen Ländern mehr Wert auf Zurückhaltung und Höflichkeit gelegt wird. So kommen Deutsche gerne gleich auf den Punkt und überrumpeln ihr Gegenüber, während in anderen Ländern ein kurzer, persönlicher Smalltalk zum “Aufwärmen” bevorzugt wird. Zudem wird Deutschen oft eine gewisse Ignoranz und Arroganz zugeschrieben, weil sie sich im Vorfeld nur wenig über die Kultur im Ausland informieren oder sich nicht an kulturelle Gepflogenheiten halten (z. B. Umgangsformen, angemessene Kleidung). Weitere negative Eigenschaften, die Deutschen angehaftet werden, sind Humorlosigkeit, pedantisches Verhalten, Misstrauen und „Eigenbrötlerei“. Deshalb sind Deutsche auch als Geschäftspartner manchmal wenig beliebt – vor allem wenn sie in Verhandlungen zu stark auf die Einhaltung von Regeln und bürokratischen Vorgängen pochen und die Ordnungsliebe in unflexibles Denken umschlägt.
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Österreicher am 25 August 2008:
Arbeite selbst in Österreich und wurde gleich gut und freundlich aufgenommen. Ich komme mit allen super aus, bis auf einem jungen Hitzkopf aus der Kantine.
Kleeblatt am 2 September 2008:
Der deutsche Michel ist beliebt, außer bei den Engländer. Sonst würde man sich nicht um die Liegen am Pool streiten.
Ich selbst habe im Ausland nur gute Erfahrungen gemacht. War zwar nur als Urlauber unterwegs, konnte aber keine Verschlossenheit gegenüber uns spüren. Bin aber auch eher in Europa unterwegs.
>Kleeblatt<