Zwischen Kult und Keimen: Die Büro-Tasse

Jeder von uns hat sie. Die einen mögen es schlicht, die anderen ausgefallen. Wieder andere setzen auf witzige (oder pseudowitzige) Sprüche, die den anstrengenden Arbeitstag wenigstens ein bisschen auflockern. Während manche Modelle kunterbunt daherkommen, sind andere strahlend weiß. Es gibt sie in klassischer Zylinderform, aber auch in verrückten Varianten. Die Rede ist von der Kaffeetasse – einer wahren Büro-Ikone, der wir hiermit einen eigenen Beitrag widmen wollen. Eine Ode an den Kaffeepott sozusagen.

Inhalt
1. Der heilige Büro-Gral
2. Was sagt Ihre Büro-Kaffeetasse über Sie aus?
3. Vorsicht, Keimschleuder aus der Kaffeeküche!
4. Die Kaffeetasse als Twitter-Trend: #cupface

Der heilige Büro-Gral

Keine Frage, das mit der Kaffeetasse im Büro ist so eine Sache, die nur schwer zu verstehen ist. Wer sich erst einmal ein besonderes Modell zugelegt hat, entwickelt schnell eine ganz besondere Leidenschaft zum Kaffeepot. Interessant: Je skurriler die Bürotasse, desto beliebter ist sie bei den Kollegen. Es entsteht prompt der Eindruck, dass Humor bei der Wahl der liebsten Kaffeetasse eine große Rolle spielt. Das ist auch naheliegend, geht es am Arbeitsplatz doch die meiste Zeit ernst und geordnet zu. Da wird ein bisschen Spaß in Form einer Kaffeetasse ja wohl erlaubt sein. Nicht selten entsteht hieraus ein Wettstreit, wer denn die absurdeste, witzigste oder hässlichste Kaffeetasse mit ins Büro bringt.

Ein anderer Aspekt, der die Ikonisierung der Kaffeetasse im Büro begründet, ist der schlichte Wunsch nach Individualität. Gerade in sehr großen Unternehmen und Großraumbüros ist Konformität an der Tagesordnung. Wer sich hier sein kleines bisschen Andersartigkeit bewahren will, stellt sein Familienfoto auf den Schreibtisch – und trinkt seinen Kaffee aus dem personalisierten Pott.

Tipp: Wenn Sie einen neuen Job angetreten haben, sollten Sie so schnell wie möglich herausfinden, wie die Nutzung der Kaffeetassen gehandhabt wird. Hat jeder seine eigene Tasse oder steht jedem jedes Modell zur Verfügung? Einige Kollegen reagieren tatsächlich sehr sensibel, wenn ein anderer die geliebte Bürotasse nutzt.

Was sagt Ihre Büro-Kaffeetasse über Sie aus?

Sind Sie eher der schlichte oder der schräge Typ? Fakt ist: Selten wird die Lieblingstasse rein zufällig ausgewählt. Jeder von uns hat spezielle Vorlieben, die sich auf die Wahl auswirken. In unserer nachfolgenden (nicht ganz ernst gemeinten) Kategorisierung können Sie erfahren, was Ihre Büro-Kaffeetasse über Sie aussagt.

  • Die Spruchtasse: „Ich Chef, du nix!“, „Der frühe Vogel kann mich mal.“, „Ich hab den größten… Kaffeebecher.“ – Kaffeetassen sind selten um einen flotten(oder eher gesagt: schlechten) Spruch verlegen. Gleiches gilt auch für ihre Besitzer. Wer sich für einen Kaffeebecher mit Spruch entscheidet, hat in der Regel immer etwas zu sagen und will auch gehört werden. Es handelt sich hierbei um sehr extrovertierte Kollegen, die kein Problem damit haben, im Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit zu stehen.

  • Die Motiv-Tasse: Es gibt Tassen mit Helden unserer Kindheit, Tassen mit schrägen Komikfiguren, Tassen mit zweideutigen Symbolen… Die Vielfalt der Motive ist grenzenlosen. Die Motiv-Tasse sagt aus: Schau her, ist bin anders und tanze aus der Reihe. Ihr Besitzer gehört ebenfalls zu den aufgeschlossenen Kollegen.

  • Die Souvenir-Tasse: Egal ob Big Ben oder Schloss Neuschwanstein – Wenn es sich bei der geliebten Büro-Tasse um ein Souvenir handelt, dann drückt sie Sehnsucht und Fernweh aus. Der Kaffeetrinker wünscht sich oft an einen anderen Ort und schafft es auch, alles andere um sich herum abzuschalten, um dort (gedanklich) hinzugelangen.

  • Die schlichte Tasse: Ja, es soll sie noch geben – diese Menschen, die einfach nur einen Kaffee aus ihrer Tasse trinken und damit überhaupt nichts aussagen wollen. Der Besitzer des schlichten Kaffeebechers ist ein geradliniger Mensch, dem es fern liegt, sich durch einen Gebrauchsgegenstand zu profilieren. Er ist ein eher unauffälliger Typ, der im Hintergrund agiert und dort sein koffeinhaltiges Heißgetränk genießt.

  • Die Fan-Tasse: BVB? Guns’n’Roses? Das Phantom der Oper? Egal, wofür das Herz des Besitzers glüht, bei der Fan-Tasse handelt es sich um eine heikle Angelegenheit. Der Pott ist in der Regel ein echtes Liebhaberstück – das ausschließlich von einer Person genutzt werden darf. Fan-Tassen-Besitzer sind sehr leidenschaftliche Menschen, die auch im beruflichen Umfeld für bestimmte Themen brennen können. Sie sind aber auch sensibel und können hin und wieder überreagieren – und zwar nicht nur, wenn man ihren Lieblings-Verein kritisiert.

  • Die Foto-Tasse: Dieser Tassen-Typ feiert seit ein paar Jahren einen wahren Siegeszug. Vor allem Kollegen mit Kindern oder Frischverliebte neigen zu einem Modell, das ihre Liebsten darstellt. Es erklärt sich von selbst, dass sie alleinigen Anspruch auf die Tasse haben und diese nicht mit anderen teilen wollen. Was die Foto-Tasse über ihren Besitzer aussagt? Dass er ein sehr sozialer Mensch ist, dessen höchste Priorität ganz sicher nicht der Job ist.
  • Die Design-Tasse: Menschen, die ihren Kaffee aus einer stylischen Design-Tasse trinken, grenzen sich bewusst von all den Blödel-Modellen ab. Sie können allgemein als zielstrebig und fokussiert beschrieben werden. Ob sie auch Humor haben oder zum Lachen eher in den Keller gehen, muss immer im Einzelfall herausgefunden werden.

  • Die hässliche Tasse: Mut zur Hässlichkeit – Das ist das Motto der Leute, die ihren Kaffee aus einem ganz besonders fragwürdigen Becher genießen. Nostalgische Motive, Neofarben, merwürdige Zeichnungen – im Fall der hässlichen Büro-Tassen gibt es definitiv keine Grenzen. Diese Grenzenlosigkeit kann auch auf den Besitzer übertragen werden. Er nimmt sich selbst und das Leben nicht immer allzu ernst. Das hat in manchen Fällen zur Folge, dass es sich um einen ausgesprochen kreativen und unkonventionellen Kollegen handelt. Die Arbeit mit ihm macht Spaß und gibt inspirierende Impulse.

Hinweis: Diese Kategorisierung ist aus psychologischer Sicht nicht belegt und darf gern mit einem Augenzwinkern gelesen werden.

Vorsicht, Keimschleuder aus der Kaffeeküche!

Egal ob flippig oder schlicht, humorvoll oder künstlerisch – eines haben alle Kaffeetassen im Büro gemeinsam: Sie sind unappetitliche Keimschleudern. Auch wenn sie auf den ersten Blick sauber erscheinen, können Sie sich ziemlich sicher sein, dass darin unzählige blinde (und unliebsame) Passagiere auf Sie warten. Besonders unhygienisch wird es natürlich, wenn es keine feste Ordnung bei der Nutzung der Kaffeetassen gibt. Wenn jeder jede Tasse nutzen darf, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich ein buntes Potpourri der Keime angesammelt hat. Ekelfaktor hoch 10: Darmbakterien, die durch mangelhaftes Händewaschen nach dem Toilettengang an Kaffeebecher, Geschirr, Besteck und Co. landen.

Um die Kaffeetassen möglichst keimfrei zu halten, ist es natürlich wichtig, sie regelmäßig und vor allem gründlich zu reinigen. Leider ist es mit einem schnellen Ausspülen unter fließendem Wasser oder dem Kurz-Programm der Spülmaschine nicht getan. Keime werden auf diese Weise nämlich nicht abgetötet. Besser ist es, wenn Sie folgendermaßen handeln:

  • Nutzen Sie (wenn möglich) immer die Spülmaschine und wählen Sie ein langes Programm mit möglichst hohen Temperaturen
  • Waschen Sie das Geschirr immer in heißem Wasser an
  • Nutzen Sie Spülmittel (dieses muss nicht zwingend antibakteriell sein)
  • Wechseln Sie Lappen, Schwämme, Geschirrtücher und andere Hilfsmittel regelmäßig aus

Die Kaffeetasse als Twitter-Trend: #cupface

Twitter, das ist dieses soziale Netzwerk, dass es irgendwie nie geschafft hat, Mainstream zu werden. Ist aber auch nicht schlimm, denn die, die sich damit angefreundet haben, lieben es und sorgen dafür, dass der Microblogging-Dienst ein ganz besonderer Ort im Internet ist. Immer wieder entstehen Trends auf Twitter, die dann auch auf andere Medien überschwappen. Ein Beispiel aus der Vergangenheit ist das #cupface: Menschen fotografieren sich dabei, wie sie einen Kaffee oder Tee trinken. Dabei bedeckt die Tasse einen Teil des Gesichts.

Der Sinn der ganzen Aktion? Nun, es gibt wahrscheinlich keinen echten. Der Hashtag #cupface feiert die Büro-Ikone Kaffeetasse in all ihrer Vielfalt und zeigt Menschen, die ihr Lieblingsmodell mit Stolz präsentieren. Nicht alles im Leben muss ernstgenommen werden. Manchmal darf es auch einfach ein bisschen verrückt zugehen.

In diesem Sinne: Schnappen Sie sich Ihre Kollegen und lichten Sie ihr schönstes #cupface ab.

Wie sieht Ihre liebste Kaffeetasse im Büro aus? Wir freuen uns auf zahlreiche Kommentare.

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