Von der Wirtschaftskrise sind mittlerweile alle Branchen betroffen. Während es nach einer aktuellen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach unter deutschen Beschäftigten einige Branchen besonders hart trifft, gibt es aber auch solche, in denen sich die Auftrags- und Beschäftigungssituation relativ stabil zeigt: Am drastischsten wirkt sich die Krise bei Unternehmen der Automobil- und Zuliefererbranche, der Metallindustrie und des Maschinenbaus aus, die stärker als andere Branchen von internationalen Märkten und vom Export abhängig sind. Weniger, aber dennoch zu einem beachtlichen Teil leiden Unternehmen im Handwerk, in der Bauwirtschaft und im Handel. Am wenigsten betroffen sind dagegen das Sozial- und Gesundheitswesen, der öffentliche Dienst und die private Dienstleistungsbranche, die Beschäftigten nach wie vor relativ sichere Arbeitsplätze bieten können.
Krisensichere Jobs im Sozial- und Gesundheitswesen
Fachkräfte im Sozial- und Gesundheitswesen werden in einem Sozialstaat immer benötigt und in einer Gesellschaft, die zunehmend älter wird und mit sozialen Problemen wie Arbeitslosigkeit und Kinderarmut zu kämpfen hat, mehr denn je. So ist es auch nicht verwunderlich, dass in diesem Bereich trotz Wirtschaftskrise nicht ausgestellt, sondern verstärkt nach qualifiziertem Personal gesucht wird. Beispielsweise richten sich von den 486.000 im August 2009 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Stellen allein 41.000 an Altenpfleger, Sozialarbeiter, Erzieher, Krankenpfleger, Sprechstundenhelfer und Masseure. Während bei den meisten anderen der derzeit gesuchten Berufe die Nachfrage gegenüber dem Vorjahr im zweistelligen Prozentbereich gesunken ist, ist sie bei Gesundheitsberufen um 18 Prozent, bei sozialen Berufen sogar um 41 Prozent gestiegen.
Krisensichere Jobs im öffentlichen Dienst
Ähnlich sieht es im öffentlichen Dienst aus, der mit 4,5 Millionen beschäftigten Arbeitern, Angestellten und Beamten bei Bund, Ländern und Kommunen der größte Arbeitgeber in Deutschland ist. Zwar kann der Staat mit den Gehältern der Privatwirtschaft oft nicht mithalten, bietet demgegenüber aber unabhängig von Zeiten wirtschaftlichen Auf- und Abschwungs sichere Jobs mit einem geregelten Einkommen. Und obwohl auch im öffentlichen Dienst nach Angaben des Statistischen Bundesamtes seit 1991 mehr als zwei Millionen Stellen gestrichen wurden, wird seit Anfang 2009 in Behörden, Verbänden, kommunalen Betrieben und Institutionen wieder verstärkt eingestellt. Gute Chancen haben dem aktuellen Stellenindex der Adecco Personaldienstleistungen GmbH zufolge neben gut ausgebildeten Fachkräften aus dem Sozial- und Gesundheitswesen vor allem Ingenieure, Betriebswirte, Informatiker, Naturwissenschaftler, Verwaltungsfachkräfte und Bürokaufleute sowie Lehrkräfte und sonstige Berufstätige aus dem Bildungs- und Forschungsbereich.
Als Gründe für den anhaltend großen Personalbedarf nennt der Deutsche Beamtenbund mitunter das Ausscheiden tausender Beschäftigter aus Altersgründen und das gleichzeitige Entstehen neuer Verwaltungsaufgaben durch die jüngsten Veränderungen in der Gesetzgebung.
Krisensichere Jobs in der privaten Dienstleistungsbranche
Ebenfalls gefragt – wenn auch erkennbar weniger – sind nach wie vor private Dienstleistungen aller Art. Im ersten Halbjahr 2009 wurden laut Adecco die meisten Stellen von Unternehmen aus der Gastronomie- und Freizeitbranche angeboten. Gesucht werden hier jedoch vor allem ungelernte Servicekräfte für geringfügige Beschäftigungen oder Teilzeitjobs. Im akademischen Bereich sind insbesondere die Dienste von Buchhaltern sowie Wirtschafts- und Steuerberatern gefragt, auf die Unternehmen gerade in der Krise angewiesen zu sein scheinen, um ihre Geschäfte am Laufen zu halten.
Krisensichere Jobs im Bereich IT-Dienstleistungen
Letzteres gilt auch speziell für IT-Fachkräfte. Zwar wurden dem Adecco Stellenindex zufolge im ersten Halbjahr 2009 fast 50 Prozent weniger Stellen im Bereich IT-Dienstleistungen ausgeschrieben, weil infolge von Finanzierungsschwierigkeiten und beschränkter Kreditvergaben durch Banken auch die Budgets für die Entwicklung innovativer Technologien geschrumpft wurden. Da aber vor der Krise das Stellenangebot bei Hersteller- und Anwenderunternehmen jedoch deutlich größer war als die Zahl der in Frage kommenden Bewerber, bleibt der Fachkräftemangel (v. a. an Akademikern) nach Angaben des Branchenverbands BITKOM e. V. in einem Drittel der Unternehmen weiterhin bestehen. Aktuell besonders gefragte IT-Berufe sind laut Computerworld Inc. Programmierer und Softwareentwickler (v. a. SAP-Experten), Helpdesk- und Support-Mitarbeiter, IT-Projektmanager und Netzwerk-Spezialisten.
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