Drohende Kündigung? So verhalten Sie sich richtig

Im Artikel „Achtung: 5 konkrete Warnzeichen für eine drohende Kündigung“ beschäftigten wir uns bereits mit dem Thema: Welche Warnzeichen gibt es für die drohende arbeitgeberseitige Kündigung? Sollten Sie demnach tatsächlich den baldigen Jobverlust befürchten, haben wir jetzt hilfreiche Tipps für Sie, wie Sie sich in dieser Situation richtig verhalten und präventiv die Armut im Falle einer Arbeitslosigkeit verhindern können.

Inhalt
1. So entkommen Sie der „Armutsfalle Arbeitslosigkeit“
2. Schritt 1: Suchen Sie das Vieraugengespräch
3. Schritt 2: Verschaffen Sie sich einen finanziellen Überblick
4. Schritt 3: Sparen Sie, solange es noch möglich ist
5. Schritt 4: Begeben Sie sich aktiv auf Jobsuche
6. Schritt 5: Kontakte knüpfen als „Vitamin B“
7. Extra-Tipp: Nebenjob als Überbrückung bis zum Traumjob

So entkommen Sie der „Armutsfalle Arbeitslosigkeit“

Die größte Angst der Deutschen bezüglich einer Kündigung liegt nicht einmal im Jobverlust selbst, sondern den daraus resultierenden Konsequenzen. Hier spielen psychosoziale Aspekte mit rein, vor allem aber finanzielle. Arbeitslosigkeit – für viele Betroffene bedeutet dies einen erheblichen sozialen Abstieg. Während sich die finanzielle Veränderung durch eine Abfindung oder den Bezug von ALG I in der Regel noch für einige Monate sehr gut abfangen lässt, droht spätestens mit dem Eintritt in Hartz IV oder die Sozialhilfe die Armutsfalle. Wer dann auch noch eine Familie mit Kindern zu ernähren hat oder Schulden für das Eigenheim tilgen muss, bekommt da natürlich sehr schnell Muffensausen, wenn ihn das Gefühl beschleicht, eine Kündigung könnte ins Haus stehen. Sollten Sie also eines oder mehrere der im Vorgängerartikel genannten Warnzeichen für einen eventuell drohenden Jobverlust bemerken, gilt es zwei wichtige Strategien zu fahren:

  1. Schreiben Sie Bewerbungen und begeben Sie sich aktiv auf Jobsuche.
  2. Sichern Sie Ihre finanzielle Situation so gut wie möglich ab.

Wie genau Sie sich demnach bei einer anstehenden Kündigung verhalten sollten, haben wir Ihnen im Folgenden zusammengefasst:

Schritt 1: Suchen Sie das Vieraugengespräch

Sollten Sie eine arbeitgeberseitige Kündigung befürchten, gibt es immer noch die Möglichkeit, dass es sich hierbei um nichts anderes als ein großes Missverständnis handelt. Suchen Sie daher, wenn möglich, erst einmal das Vieraugengespräch mit Ihrem Vorgesetzten oder versuchen Sie eventuelle Konflikte durch einen Mediator zu lösen. Auch eine interne Versetzung kann für Sie infrage kommen, wenn es Ihrer Abteilung zum Beispiel derzeit an Aufträgen mangelt oder Sie sich im Team nicht (mehr) wohlfühlen. Bemühen Sie sich daher erst einmal um eine interne Lösung der Situation, bevor Sie übereilt handeln.

Schritt 2: Verschaffen Sie sich einen finanziellen Überblick

Im zweiten Schritt sollten Sie sich einen Überblick über Ihre finanzielle Situation verschaffen. Dies ist selbst dann sinnvoll, wenn Sie schlussendlich doch Ihren Job behalten. Es kann schließlich nicht schaden, die Einnahmen und Ausgaben im Blick zu haben und sich ein finanzielles Polster für schlechte Zeiten anzulegen. Im Leben sind Sie nun einmal nicht gefeit vor der Arbeitslosigkeit, sei es aus betrieblichen Gründen oder aufgrund einer eintretenden Erkrankung. Vorsorge ist ja bekanntlich besser als Nachsorge, also werfen Sie jetzt einen Blick in Ihre Kontoauszüge, Versicherungspolicen oder Tilgungspläne und erstellen Sie einen kompletten Überblick über Ihre Finanzen.

Schritt 3: Sparen Sie, solange es noch möglich ist

Natürlich möchten Sie sich für Ihre Arbeit mit einem Urlaub am schönen Sandstrand belohnen und mit einem flotten Flitzer durch die Straßen düsen anstelle einer alten Schrottkiste. Dennoch: Könnte demnächst eine Kündigung im Briefkasten liegen, ist es dringend an der Zeit zum Sparen, solange es noch möglich ist. Müssen Sie nämlich erst einmal vom Arbeitslosengeld oder einer Abfindung leben, sind demnächst keine großen Sprünge mehr möglich. Und selbst, wenn Sie schnell einen neuen Job finden, ist noch nicht garantiert, dass Sie hierbei auf demselben Gehaltsniveau eingestellt werden wie zuvor.

Sparen – das ist übrigens auch dann ein guter Tipp, wenn Sie sich Ihrer Arbeitsstelle (noch) sicher sind. Wie bereits erwähnt, können stets unvorhergesehene Situationen mit finanziellen Auswirkungen eintreten, wie zum Beispiel eine Langzeiterkrankung mit dem vorübergehenden Bezug von Krankengeld oder sogar der krankheitsbedingten Kündigung. Auf einem finanziellen Polster lässt es sich einfach ruhiger schlafen und Sie müssen ja nicht gleich ganz auf den Urlaub verzichten, sondern entscheiden Sie sich doch dieses Jahr einfach für die Ferienwohnung anstelle des 5-Sterne-Wellness-Hotels.

Schritt 4: Begeben Sie sich aktiv auf Jobsuche

Nun, da Sie sich finanziell so gut wie möglich abgesichert haben, gilt es die Jobsuche aktiv in Angriff zu nehmen. Durchforsten Sie Stellenausschreibungen, setzen Sie Bewerbungen auf und schreiben Sie infrage kommende Unternehmen initiativ an. Auch soziale Netzwerke sind heutzutage für die Jobsuche unerlässlich. Demnach gaben in einer bei Statista veröffentlichten Studie 67 Prozent der Befragten an, dass ihnen Social Media bei der Jobsuche helfe. 61 Prozent der Studienteilnehmer nutzen die sozialen Netzwerke zudem, um sich vor einem Bewerbungsgespräch über den Arbeitgeber zu informieren.

Statistik: Bedeutung von Social Media bei der Jobsuche in Deutschland im 1. Quartal 2011 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Eine Jobsuche kann unter Umständen langwierig sein und dutzende, vielleicht sogar hunderte versandte Bewerbungen erfordern. Je früher Sie daher mit der Stellensuche beginnen, umso schneller wird sie von Erfolg gekrönt sein. Hierfür müssen Sie nicht erst die Kündigung durch den Arbeitgeber abwarten. Während Sie allerdings noch in einem Arbeitsverhältnis sind, gilt es beim Bewerbungsprozess besondere Vorsicht walten zu lassen. Eine Empfehlung unsererseits ist in diesem Fall die anonyme Zielgruppen Kurzbewerbung.

Schritt 5: Kontakte knüpfen als „Vitamin B“

Wenn Sie sich allerdings nur auf dem öffentlichen Stellenmarkt bewegen, sprich sich auf öffentlich ausgeschriebene Stellenanzeigen bewerben, verschenken Sie damit große Jobchancen. Rund 70 Prozent aller vakanten Stellen werden nämlich unter der Hand vergeben, ohne jemals öffentlich zugänglich zu sein. Anstatt also gegen 95 Prozent der Konkurrenten um 30 Prozent der Stellen zu kämpfen, bewegen Sie sich lieber auf dem verdeckten Stellenmarkt, gemeinsam mit gerade einmal fünf Prozent aller Bewerber, wo sich aber etwa 70 Prozent aller vakanten Stellen verstecken. Ihre Devise sollte daher lauten: Knüpfen Sie so viele neue Kontakte wie irgend möglich, in Ihrem (Noch-) Unternehmen sowie extern, zum Beispiel auf Messen, Events oder auch über Internetforen und Social Media Plattformen.

Extra-Tipp: Nebenjob als Überbrückung bis zum Traumjob

Auch aus einem eigentlichen Nebenjob kann sich unter Umständen eine neue Karriereperspektive entwickeln. Wir geben Ihnen daher zum Schluss noch einen echten Geheimtipp mit auf den Weg: Sollten Sie nicht direkt Ihren Traum- oder überhaupt einen Vollzeitjob finden, begnügen Sie sich zur Überbrückung doch erst einmal mit einer Teilzeit- oder Aushilfsstelle. Auch hier knüpfen Sie schließlich wichtige Kontakte, verhindern das Entstehen von Lücken im Lebenslauf und können Ihre finanzielle Situation ein wenig aufbessern. Oder aber Sie nutzen die neugewonnene Freizeit, um endlich den lang erträumten Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

Wer nichts mehr zu verlieren hat, kann schließlich nur noch gewinnen. Wir drücken Ihnen die Daumen, wünschen Ihnen viel Erfolg und freuen uns auf Ihre Anregungen, Tipps und persönlichen Erfahrungen in den Kommentaren.

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