Gleichberechtigt erfolgreich: Wie Dual Career Services Akademikern helfen

Frauen und Männer, die sich für eine wissenschaftliche Karriere entscheiden, stellen private Angelegenheiten wie die Gründung einer Familie meist hinten an. Für sie steht ein lukrativer Job, der neben Geld auch Prestige mit sich bringt, an erster Stelle. So war es zumindest viele Jahre lang. Inzwischen stellen immer mehr Forschungseinrichtungen und Universitäten fest: Wer gute Wissenschaftler_innen einstellen will, muss auch den Partnern entsprechende Perspektiven bieten. Die sogenannten Doppelkarrierepaare sind auf dem Vormarsch und haben klare Vorstellungen, was das Arbeitsleben angeht.

Inhalt
1. Forschung und Familie – Zwei Bereiche, die sich oftmals ausschließen
2. Die Ansprüche der Wissenschaftler_innen haben sich verändert
3. Wodurch zeichnen sich Doppelkarrierepaare aus?
4. Universitäten wollen die Besten
5. Attraktive Stellen durch Networking
6. Gleichberechtigung dank Dual Career Service
7. Die Möglichkeit, endlich sesshaft zu werden

Forschung und Familie – Zwei Bereiche, die sich oftmals ausschließen

Wer sich für eine Karriere in der Forschung entscheidet, verschreibt sich häufig voll und ganz der Wissenschaft. Das Stellenangebot ist überschaubar und Umzüge beziehungsweise lange Arbeitswege die Normalität. Viele Menschen, die im wissenschaftlichen Bereich tätig sind und einen Partner haben, führen eine Fernbeziehung, weil der oder die andere keinen ansprechenden Job in der gleichen Stadt findet. Auf dieser Basis eine Familie gründen? Für die meisten ist das unvorstellbar. Und so kommt es, dass sich eine Karriere in der Forschung und das Gründen einer Familie viele Jahre lang beinahe ausgeschlossen haben.

Info: Akademikerinnen sind häufig 35 und noch älter, ehe sie ihr erstes Kind bekommen. Außerdem geht aus Statistiken hervor, dass jede vierte Akademikerin ihr Leben lang kinderlos bleibt. (Quelle: Demografie-Portal)

Die Ansprüche der Wissenschaftler_innen haben sich verändert

Doch auch unter Akademikern wächst der Wunsch, Beruf und Privatleben miteinander zu vereinbaren und eine gesunde Work-Life-Balance zu erreichen. Doppelkarrierepaare wollen nicht nur eine angesehene Stelle an einem Forschungsinstitut oder an einer Universität, sondern auch die Möglichkeit, eine Familie mit dem Partner zu gründen.

Immer mehr Einrichtungen erkennen dieses Bedürfnis und bieten daraus resultierend einen besonderen Service an: Den Dual Career Service. Hierbei handelt es sich um eine Art spezielle Arbeitsvermittlung für Doppelkarrierepaare. Wichtig zu wissen ist, dass die entsprechenden Services keine Jobs auf dem Silbertablett servieren, sondern eher als eine Art Bindeglied zwischen Wissenschaftler_in und Unternehmen fungiert. Um passende Kontakte herzustellen, werden bestimmte Kompetenzen erfragt und in einem Profil zusammengefasst.

Wodurch zeichnen sich Doppelkarrierepaare aus?

Doppelkarrierepaare – oder auch Dual Career Couples – sind zwei Menschen, die eine gleichberechtigte berufliche Karriere anstreben. Beide weisen in der Regel einen ausgezeichneten akademischen Hintergrund auf und sind entsprechend auf der Suche nach Jobs mit guten Perspektiven. Für ihren beruflichen Erfolg und verschiedene Forschungsprojekte ziehen sie häufig um und haben es schwer, sesshaft zu werden. Trotz ihrer beruflichen Ambitionen stehen auch Themen wie Liebe und Kinder im Mittelpunkt ihres Lebens.

Das wohl größte Problem der Doppelkarrierepaare ist folgendes: Während der eine Partner eine gute Stelle bekommt, zieht der andere den Kürzeren und muss zusehen, wo er bleibt. Meist sind es die Frauen, die zugunsten ihrer Männer Kompromisse eingehen und die eigene Karriere unter die des Partners stellen. Um beiden die gleichen Chancen zu ermöglichen, sorgen die Dual Career Services dafür, dass auch der andere Partner einen Job bekommt – entweder beim gleichen Arbeitgeber oder in der nahen Umgebung.

Info: Rund 30 % aller Wissenschaftler sind mit einer Wissenschaftlerin zusammen. Im Falle der Wissenschaftlerinnen sind es sogar 80 %. Dual Career Couples sind also keine Seltenheit. (Quelle: www.academics.de)

Universitäten wollen die Besten

Dual Career Services verfolgen selbstverständlich ein klares Ziel. Universitäten und Forschungseinrichtungen, die diesen Service anbieten, wollen damit die Besten der Besten an sich binden. Wie weiter oben bereits erwähnt, wird die Work-Life-Balance auch für Wissenschaftler_innen ein immer größeres Thema. Sie wollen nicht mehr nur die eigene Karriere vorantreiben, sondern auch wissen, dass die Partner gute Chancen in der Stadt haben, in der man sich gerade niederlässt. Dual Career Services helfen nicht nur den Doppelkarrierepaaren bei der Jobsuche, sondern bescheren den Unis auch erstklassige und zufriedene Mitarbeiter. Wenn man so will, handelt es sich hierbei um eine klassische Win-Win-Situation.

Info: Nicht nur deutsche, sondern auch internationale Dual Career Couples profitieren im hohen Maße von der Jobvermittlung.

Attraktive Stellen durch Networking

Damit die Dual Career Services an den einzelnen Universitäten und Forschungsinstitute auf für jeden den richtigen Job hervorbringen, arbeiten die Einrichtungen eng mit regionalen Partnern zusammen und vernetzen sich auch mit lokalen Unternehmen. Die Netzwerke erstrecken sich mittlerweile über ganz Deutschland und bieten in nahezu jeder Region attraktive Berufsaussichten. Außerdem helfen Sie den Akademikern auch in anderen Bereichen – beispielsweise bei der Wohnungs- oder Kita-Suche.

Info: Inzwischen gibt es die Dual Career Services nicht nur an Hochschulen, sondern auch in einigen Unternehmen. Auch diese haben erkannt, dass ein entsprechendes Angebot hochqualifizierte Mitarbeiter anlockt und bindet.

Gleichberechtigung dank Dual Career Service

Wie weiter oben im Text bereits erwähnt, sind es meist die Frauen, die Ihren Männern in ein neues Leben folgen, weil diese eine attraktive Stelle in Aussicht gestellt bekommen. Vor diesem Hintergrund ist es auch nicht überraschend, dass die Dual Career Services an Universitäten und in Forschungseinrichtungen vorrangig von weiblichen Wissenschaftlern in Anspruch genommen werden. Was im ersten Moment nach fehlender Gleichberechtigung aussieht, ist tatsächlich ein Schritt hin zu mehr Chancengleichheit für berufstätige Frauen. Anstatt eine berufliche Degradierung hinzunehmen, erhalten Wissenschaftlerinnen durch den Dual Career Service die Möglichkeit, ebenfalls in der Forschung tätig zu sein oder auf ihrem Spezialgebiet zu unterrichten. Weiterhin kann auch festgehalten werden, dass der Service vielen Frauen dabei behilflich ist, nach der Geburt eines Kindes den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu meistern.

Die Möglichkeit, endlich sesshaft zu werden

Nicht zuletzt bieten die Dual Dareer Services den Doppelkarrierepaaren eine großartige private Möglichkeit: Die Dual Career Couples erhalten die Chance, endlich sesshaft zu werden, weil beide Partner einen Job gefunden haben, der erfüllend ist und der wissenschaftlichen Qualifikation entspricht. Dieses endgültige Ankommen in einer Stadt ist wiederum die perfekte Basis dafür, Kinder zu bekommen und eine Familie zu gründen.

Uns würde an dieser Stelle sehr interessieren, ob Sie bereits Erfahrungen mit einem Dual Career Service gemacht haben. Sind Sie selbst Teil eines Doppelkarrierepaars und wissen genau, wie schwierig es ist, einen passenden Job in der Nähe des Partners zu finden? Schreiben Sie uns gern einen Kommentar unter diesen Beitrag. Wir freuen uns auf Ergänzungen und spannende Erfahrungsberichte.

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