Einleitungssätze Bewerbung: Beispiele für Ihr Anschreiben

Der schlimmste Moment beim Verfassen einer Bewerbung ist wohl immer der, in dem wir vor einem leeren Dokument sitzen und verzweifelt nach dem passenden Einstieg suchen. Wir wollen schließlich nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, doch ein langes „Drumherum“-Reden stört den Lesefluss und den Gesamteindruck einer guten Bewerbung. Also auf eine Standard-Floskel zurückgreifen? Nicht unbedingt…wir zeigen Ihnen, wie Sie eine gute Einleitung für Ihr Bewerbungsanschreiben finden und wie Sie am besten auf die jeweilige Situation eingehen, um den zuständigen Personaler von sich als Bewerber überzeugen.

Inhaltsverzeichnis:
1. Was macht eine gute Einleitung aus?
2. Tipps und Tricks für Ihr Bewerbungsanschreiben
3. Beispiele für gute Einleitungssätze Ihres Bewerbungsanschreibens
4. Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz
5. Nach vorangegangenem Praktikum
6. Vorschläge für eine Initiativbewerbung
7. Wenn bereits ein Telefonat oder ein Gespräch der Bewerbung vorausging
8. Die „klassische“ Stellenanzeige

Was macht eine gute Einleitung aus?

In erster Linie eine persönliche Note. Denn nichts ist schlimmer als einer der Standardsätze, wie zum Beispiel „Hiermit bewerbe ich mich…“. Sie sind nicht nur einfallslos, sondern mangeln auch an Persönlichkeit, Pepp und Kreativität. Versetzen Sie sich doch einmal in die Lage des Personalers: Vor Ihnen liegen nicht ein oder zwei, sondern unzählige Bewerbungen. Der Stapel erlaubt Ihnen nicht, sich viel mehr Zeit als eine Minute für einen ersten Eindruck pro Bewerber zu nehmen. Was tun Sie also? Sie werfen einen schnellen Blick auf das Bewerbungsfoto, überfliegen den Lebenslauf und lesen schnell den Anfang des Anschreibens. Wenn Sie nun nicht überzeugt sind, landet die Bewerbung auf dem Stapel für das Mittelmaß, wenn überhaupt. Was also sollten Sie tun? Machen Sie sich frei von den Standardformulierungen und versuchen Sie, direkt im ersten Satz das weitergehende Interesse des Lesers zu wecken, ohne dabei die Formalien und Höflichkeitsfloskeln außer Acht zu lassen. Ein Ding der Unmöglichkeit? Keinesfalls!

Tipps und Tricks für Ihr Bewerbungsanschreiben

Bevor Sie sich nun an die Formulierung des Einleitungssatzes machen, geben wir Ihnen zehn Tipps und Tricks mit auf den Weg:

1. Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus…daher müssen Sie dem Personaler genauso freundlich und respektvoll begegnen, wie Sie es sich umgekehrt wünschen würden. Das gilt natürlich nicht nur für den Einleitungssatz des Anschreibens, sondern für die gesamte Bewerbung und Kommunikation. Gehen Sie positiv an die Ausschreibung heran. Erklären Sie, weshalb Sie Freude an Ihrer Arbeit haben, wo Ihre Stärken liegen und was Sie an der ausgeschriebenen Stelle besonders begeistert. Nutzen Sie positive Adjektive und Adverbien und aktive Formulierungen. Explizite Beispiele finden Sie zudem in den kommenden Kapiteln.

2. Um hierbei nicht im Chaos zu versinken, sollten Sie vor der eigentlichen Formulierung des Anschreibens eine Stichpunktliste anfertigen und die wirklich wichtigen Aspekte an den Anfang stellen, dorthin, wo sie am Ende auch im Anschreiben zu finden sein sollten. Denn, wie bereits gesagt, lesen viele Personaler zumindest in der Erstauswahl nur die ersten Sätze Ihrer Bewerbung. Diese müssen 100 Prozent sitzen. Gerne können Sie verschiedene Formulierungen ausprobieren und unterschiedliche Versionen anfertigen. Versteifen Sie sich nicht auf Ihre erste Idee.

3. Kurz und knackig statt lang und öde. Denn kurze und prägnante Sätze strahlen nicht nur Selbstsicherheit und Zielstrebigkeit aus, sie verschönern auch die Struktur Ihres Textes und erhöhen die Leserfreundlichkeit. Formulieren Sie Ihre Kernbotschaft knapp, prägnant und bringen Sie sie in wenigen Sätzen auf den Punkt. Konzentrieren Sie sich auf die wichtigsten Fakten: Die Firma, ihr Stellenangebot, die Quelle, durch welche Sie davon erfahren haben, und Sie selbst als Bewerber.

4. Aller guten Dinge sind drei: Daher können Sie sich als goldene Regel folgendes merken: Versuchen Sie Ihre Einleitung auf drei Sätze herunter zu brechen.

5. Es geht nicht nur um Sie, sondern auch um die Firma. Dieser Teil des Anschreibens und seiner Einleitung ist mindestens genauso wichtig wie jener über Sie als Bewerber. Heben Sie die Firma mit ihren Vorzügen hervor. Formulieren Sie knapp und positiv, warum Sie sich gerade bei diesem Unternehmen bewerben und wo der Unterschied zu der Konkurrenz liegt.

6. Durchbrechen Sie den Alltag eines Personalers durch neuartige Formulierungen und machen ihn dadurch neugierig auf den Hauptteil Ihres Anschreibens. Denn das ist der Hauptzweck, den die Einleitungssätze im Anschreiben bezwecken sollen. Sie können in den drei kurzen Sätzen nicht alle wichtigen Informationen unterbringen. Konzentrieren Sie sich deshalb auf eine Formulierung, die das Interesse weckt und zum Weiterlesen anregt. Die wirklich ausschlaggebenden Argumente können Sie dann immer noch im Hauptteil Ihres Bewerbungsanschreibens gekonnt hervorheben.

7. Finger weg von Standardfloskeln – denn dann landet Ihre Bewerbung schneller im Reißwolf als Sie sich träumen lassen.

8. Ein absolutes No-Go sind Rechtschreib- oder Inhaltsfehler. Das gilt nicht nur, aber ganz besonders für die Einleitung. Stimmt die Anrede nicht, gibt es einen Fehler im Firmennamen oder sonstige Schnitzer in den ersten paar Sätzen, so gehört Ihre Bewerbung schnell zu jenen im Mülleimer.

9. Wie der Anfang, so das Ende. Haben Sie die Herausforderung einer guten Einleitung gemeistert und den Personaler zum Weiterlesen animiert, so muss der Hauptteil den geweckten Erwartungen auch entsprechen. Näheres hierzu finden Sie im zweiten Teil dieser Serie.

10. Nehmen Sie sich Zeit. Gute Arbeit lässt sich nicht erzwingen – Kreativität schon gar nicht. Also überarbeiten Sie die Einleitung wieder und wieder…bis Sie voll und ganz davon überzeugt sind. Wenn es mehrere Tage in Anspruch nimmt und Sie eine Nacht Schlaf brauchen, um am nächsten Morgen wieder mit der nötigen Objektivität an die Sache zu gehen, dann nehmen Sie sich die Zeit. Fangen Sie also rechtzeitig mit der Bewerbung an. Geben Sie Ihren Entwurf zur Kontrolle an Freunde und Bekannte und vertrauen Sie auf deren Meinung. Schlucken Sie gegebenenfalls einmal Ihren Stolz herunter und sehen ein, dass Ihr bisheriger Entwurf doch noch nicht so perfekt ist, wie Sie vielleicht dachten. Früher oder später werden Sie es sich selbst danken.

Beispiele für gute Einleitungssätze Ihres Bewerbungsanschreibens

Wir möchten Ihnen nun konkrete Beispiele für gute Einleitungen geben. Dabei muss zwischen der jeweiligen Bewerbersituation unterschieden werden. Möchten Sie sich auf eine Ausbildung, ein Praktikum oder eine Festanstellung bewerben? Gab es bereits einen telefonischen oder persönlichen Kontakt zu dem Unternehmen? Oder handelt es sich um eine Initiativbewerbung? Suchen Sie sich einfach das für Sie passende aus und bringen anschließend Ihre persönliche Note in die Einleitung mit ein. Dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen und wir wünschen viel Erfolg bei Ihrer nächsten Bewerbung.

Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz

Sie suchen laut Stellenanzeige „…“ Jugendliche, die sowohl „…“ als auch „…“ sind. Die von Ihnen beschriebenen Eigenschaften treffen auf mich zu und da ich sehr an einer praxisorientierten Ausbildung interessiert bin, bewerbe ich mich gern um einen Ausbildungsplatz als „…“.

In Ihrer Anzeige suchen Sie Schulabgänger, die an einer Ausbildung mit vielfältigen „…“aufgaben interessiert sind. Die beschriebenen Tätigkeiten und das berufliche Umfeld stelle ich mir sehr reizvoll vor und deshalb bewerbe ich mich gerne um einen Ausbildungsplatz als „…“.

Ich bewerbe mich mit großem Interesse um einen Ausbildungsplatz als „…“, weil mir die Aussicht gefällt, einen Beruf zu erlernen, in dem andere Menschen im Mittelpunkt stehen und mit Kompetenz sowie Engagement betreut werden.

…das Programmieren und die IT-Branche im Gesamten interessiert mich sehr, da ich selbst zur Generation der Digital Natives gehöre und mit diesen Technologien quasi groß geworden bin. Jetzt möchte ich auch beruflich in diesem Bereich Fuß fassen
und eine Ausbildung zum Fachinformatiker in ihrem Hause ab beginnen.

Ich bewerbe mich bei Ihnen, weil es mich sehr freuen würde, die Grundsteine für den Beruf als „…“ in einer „…“ Firma, wie der Ihren, zu legen.

Um meinen lang gehegten Traum zu verwirklichen, bewerbe ich mich bei Ihnen um einen der begehrten Ausbildungsplätze als „…“.

Sie sind die erfolgreichste/eine der erfolgreichsten „…“ Firmen Deutschlands/Europas/weltweit und bilden kontinuierlich „…“ aus. Da Ihr Unternehmen für eine hervorragende Ausbildung sowie die vorbildliche Mitarbeiterführung bekannt ist, bewerbe ich mich bei Ihnen für die ausgeschriebene Stelle.

Mit einer Ausbildung zum „…“ würde für mich ein lang gehegter Wunsch wahr werden, weil ich „…“ sehr faszinierend finde. Diesen Wunsch würde ich mir gern in Ihrem „…“ Unternehmen erfüllen.

Mit guten schulischen Leistungen/dem Besuch der „…“-Schule und Kursen/Nebenjobs/Praktika/Engagement im „…“ Bereich habe ich zielstrebig darauf hingearbeitet, mich auf die Ausbildung als „…“ vorzubereiten. In der Zuversicht, mir einen entscheidenden Vorsprung erarbeitet zu haben, möchte ich mich nun für einen Ausbildungsplatz zum „…“ in Ihrer „…“ Firma bewerben.

Nach vorangegangenem Praktikum

Momentan absolviere ich in Ihrer/Ihrem Haus/Betrieb/Firma ein mehrwöchiges Praktikum, welches sehr interessant und informativ für mich ist. Die Mitarbeiter in Ihrer/Ihrem Haus/Betrieb/Firma sind sehr zuvorkommend und unterstützen mich stets bei meinen Tätigkeiten. Aus diesen Gründen bewerbe ich mich um einen Ausbildungsplatz/einen Arbeitsplatz/eine Stelle für ein Freies Soziales Jahr.

Die letzten Monate während meines Praktikums in Ihrer/Ihrem Firma/Betrieb/Einrichtung haben mir gezeigt, dass der Beruf „…“ mein Wunschberuf ist. Deshalb bewerbe ich mich bei Ihnen um einen Ausbildungsplatz/Arbeitsplatz.

Vorschläge für eine Initiativbewerbung

Als „…“-Firma sind Sie sicherlich ständig auf der Suche nach „…“, die Freude an der Arbeit und am Umgang mit Kunden/Computer/etc. haben.

Ihre „…“-Firma steht für hohe Qualität und Kundenorientierung. Diese Ansprüche stelle ich stets auch an meine Arbeit. Auf der Grundlage/Basis dieser Gemeinsamkeit möchte ich Ihnen gerne meinen Erfahrungsschatz als „…“ zur Verfügung stellen.

Suchen Sie aktuell oder demnächst einen „…“ im Bereich „…“, der gewohnt ist selbständig und zuverlässig zu arbeiten? Dann möchte ich mich mit diesem Schreiben gerne bei Ihnen bewerben.

Haben Sie Bedarf an unverbrauchten und hochmotivierten Nachwuchskräften? In Kürze werde/vor Kurzem habe ich meine Ausbildung/Studium/Fortbildung zum „…“ (erfolgreich) abschließen/abgeschlossen und kann es kaum erwarten meine aktuellen Kenntnisse beruflich umzusetzen.

Wenn bereits ein Telefonat oder ein Gespräch der Bewerbung vorausging

Bezugnehmend auf unser Telefonat am „…“ – wofür ich mich bedanke – bewerbe ich mich um eine Stelle als „…“.

Vielen herzlichen Dank für das hilfreiche Telefongespräch. Wie abgesprochen, sende ich Ihnen meine Unterlagen zu.

Nochmals meinen Dank für das freundliche Informationsgespräch. Es hat meine Überzeugung bestätigt, dass ich meine bisher erworbenen Kenntnisse als „…“ auch bei der Arbeit als „…“ positiv einbringen kann.

Vielen Dank für das offene und informative Gespräch, welches mein Interesse an einer Mitarbeit/Beschäftigung/Ausbildung in Ihrem Hause sehr gesteigert hat. In der Zuversicht, dass ich Ihr Interesse an meiner Bewerbung ebenfalls wecken kann, sende ich Ihnen gerne meine Unterlagen zu.

Ich danke Ihnen für das freundliche Telefonat am „…“. Es hat mich sehr gefreut zu erfahren, dass die Ausbildungsstelle für „…“ in meinem Wunschberuf als „…“ noch frei ist. Deshalb ergreife ich gerne die Gelegenheit, mich Ihnen vorzustellen.

Vielleicht erinnern Sie sich noch an mich, wir haben kürzlich miteinander telefoniert. Daran möchte ich gerne anknüpfen und Ihnen meine Unterlagen übermitteln.

Es hat mich sehr gefreut zu erfahren, dass Sie noch Aushilfskräfte suchen. Nochmals danke für die Information. Da ich neben meinem Beruf/während der Ferien/neben meinem Studium/neben meinen Aufgaben als Hausfrau und Mutter eine geringfügige Beschäftigung ausüben möchte, bewerbe ich mich um die Stelle als „…“.

Die „klassische“ Stellenanzeige

Sie suchen zur Verstärkung Ihres Teams einen „…“, der sowohl umfangreiches Detailwissen als auch Geschick und Erfahrung im Umgang mit „…“ vorweisen kann? Dann bewerbe ich mich gerne um diese Stelle, denn ich erfülle in idealer Weise all diese Kriterien.

Sie suchen einen „…“ im „…“-Bereich? Von Vorteil wäre auch eine kaufmännische/technische Ausbildung? Dann möchte ich mich Ihnen vorstellen.

Sie suchen einen „…“ mit fundierten Kenntnissen im „…“-Bereich. Da ich Ihre Voraussetzungen erfülle, bewerbe ich mich gerne bei Ihnen.

Sie suchen ein „…“ mit sehr gutem „…“-Vermögen? Dann habe ich die besten Voraussetzungen!

Sie suchen engagierte Persönlichkeiten, die die Herausforderung und Ihre Zukunft im „…“ sehen? Da die ausgeschriebene Stelle genau meine Interessen und Fähigkeiten trifft, nutze ich diese Chance, um mich bei Ihnen vorzustellen.

Ihre Stellenanzeige hat mich sehr angesprochen, weil ich überzeugt bin, dass der Wechsel in Ihre „…“-Branche der folgerichtige Schritt für meine berufliche Laufbahn ist.

Ihre Stellenanzeige hat mich sehr angesprochen, weil ich überzeugt bin, dass meine Mitarbeit in Ihrem „…“ Unternehmen der folgerichtige Schritt für meine berufliche Laufbahn ist. Sehr gerne möchte ich Ihr Team unterstützen und zum weiteren Unternehmenserfolg beitragen.

Ihr Stellenangebot hat mich sehr angesprochen, weil ich meine umfassenden Erfahrungen im „…“ Bereich gerne umsetzen und ausweiten möchte. Hinzu kommt, dass die Befristung der Stelle mir ohne weiteres ermöglicht anschließend „…“.

Ihr Stellenangebot bietet mir die Chance meine „…“-jährige Erfahrung als „…“ mit meinen aktuellen „…“-Kenntnissen zu verknüpfen. Deshalb stelle ich mich gerne der Herausforderung wieder in meinem ursprünglichen Beruf tätig zu sein.

Die von Ihnen ausgeschriebene Stelle entspricht genau meinen Vorstellungen, da kunden-und serviceorientiertes Arbeiten eine meiner vielfach erprobten Stärken ist. Deshalb bewerbe ich mich gerne um die Position als „…“.

Sie haben in Ihrem Unternehmen eine interessante Position zu besetzten. Die dort geforderten Qualifikationen und Erfahrung entsprechen meiner Ausbildung und Berufslaufbahn.

Als gelernter/geprüfter „…“ mit umfangreichen Erfahrungen im „…“-Bereich bringe ich gute/beste/ausgezeichnete/optimale/ideale Voraussetzungen für die ausgeschriebene Position als „…“ mit. Da ich mich beruflich verändern/weiterentwickeln möchte, bewerbe ich mich gerne um diese Stelle.

Da ich nach neuen beruflichen Herausforderungen/Zielen/Aufgaben suche, möchte ich mich Ihnen gerne vorstellen.

„…“ Jahre habe ich bei „…“ in „…“ gearbeitet, wo ich erst in „…“ tätig war und bis jetzt in „…“. Nun möchte ich meinen beruflichen Horizont erweitern und meine Freude an dieser Arbeit/Tätigkeit in einem neuen Umfeld unter Beweis stellen.

Von meiner Haustür bis zur Firmenzentrale sind es mit dem Fahrrad genau 20 Minuten. Das heißt: Während die anderen Mitarbeiter noch im Stau stehen, könnte ich morgens schon der erste Kollege im Büro sein…

Kennen Sie noch weitere Beispiele oder hatten Sie bereits mit einer einzigartigen und originellen Einleitung Erfolg? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar…

Lesen Sie dazu auch:

13 Kommentare

  1. Im Einleitungssatz sollte noch nicht mit der stärksten Aussage argumentiert werden. Sonst verbauen wir uns die Anwendung der Rhetorikregel “5-Satz”. Schachtelsätze sind zu vermeiden. Kurze Sätze mit Vollverben (ohne hätte, würde & Co.) sind verständlicher und ausdrucksstärker. Unser Vorschlag: Aufmerksamkeitsfördernd können verstärkende Adjektive sein. Beispiel: “…für die ausgeschriebene Stelle bewerbe ich mich ausdrücklich.” Oder bei einer Initiativbewerbung “…gestatten Sie mir, mich initiativ für eine Mitarbeit in Ihrem Unternehmen nachdrücklich zu empfehlen.” Dies ist jetzt (erst) in der Folge zu begründen. Der nächste Absatz beginnt automatisch quasi mit einem “denn”, danach ein bis zwei “zudem” und zum Schluss ein “deshalb”. Aber nur inhaltlich, “denn / zudem / deshalb” bitte nur denken, im Text aber weglassen. Viel Erfolg!

  2. Ganz ehrlich: Ich kenne all diese Verhaltensmaßregeln aus meiner Bewerbungszeit und muß immer wieder schmunzeln, was da so kolportiert wird.

    Von den “Urban Legends” mit Personalchefs, die Bewerbungsmappen in der Hand wiegen und bei zu hohem/geringem Gewicht einfach in den Rundordner expedieren ganz zu schweigen.

    Fakt ist, die Personalabteilung ist immer die schwächste Abteilung eines Unternehmens. Was in den “Köpfen” dieser “Menschen” vorgeht, kann man wohl nur erahnen.

    Anders kann ich mir die Bewerbungen, die mir unsere Personalabteilung auf den Tisch knallt jedenfalls nicht erklären.

    Um z.B. Rechtschreibfehler zu erkennen, müßte man ja selbst grob der deutschen Sprache mächtig sein.

    Anschreiben fehlen inzwischen ganz, und meist handelt es sich bei “Bewerbungsunterlagen” ohnehin nur um mehr oder weniger liebevoll zusammengestellte Lebensläufe (“CVs”), gern auch aus einem online-Bewerbungsformular.

    Dabei sind im Rahmen der Political Correctness selbstverständlich Alter, Geschlecht und weiß der Geier was entfernt, und auch ein Foto sucht man natürlich vergebens.

    Sorry, das sind meine Erfahrung als leiternder kfm. Angestellter im nun vierten Großunternehmen.

  3. Hmmmm, gute Tipps und die Warnung vor Floskeln … und dann steht in den Beispielen “bezugnehmend” und ähnliches ? Passt für mich nicht ganz …

  4. Michael Finnern on

    Mit erging es ähnlich wie Alexander Plath. Gute Tips stehen in dem Kommentar von LIB.

  5. Auch ich war eben ein wenig enttäuscht beim Sichten der empfohlenen Formulierungen, da ich diese, bis auf den letzten Vorschlag “Von meiner Haustür bis zur…” allesamt recht standardmäßig empfinde. Formulierungen wie “Sie suchen…, ich bewerbe mich, ihre Anzeige etc. ” sollten komplett gemieden werden, das kann ev. kurz im Betreff stehen. Auch von einem zu langem Herumbasteln würde ich abraten, da dann häufig Sätze verschlimmbessert werden oder zu kompliziert. Wer keine Übung hat, sollte unbedingt Hilfe bei Personen, ev. Freunden/Bekannten suchen, die im Schreiben (muss nicht zwingend ein Bewerbungsprofi sein) Übung haben.
    Mehrmals habe ich erfolgreich für Bekannte von mir folgende Formulierung für eine Initiativbewerbung gewählt:
    “Sehr geehrte …,
    im Laufe meiner langjährigen Berufstätigkeit habe ich zunehmend meine Berufung in der Arbeit mit … entdeckt. Aufgrund Ihrer Beschreibung im Internet habe ich mich ermutigt gefühlt, mit Ihnen in Kontakt zu treten.”
    Authentisch, einfach, kurz finde ich immer am Wichtigsten…

  6. Stefan Grötecke on

    Tja, es gab schon kreativere Artikel zum Thema, sorry Frau Franke. Das war jetzt nicht DIE erwartete Anregung zum Thema.
    Zu Herrn KEILER70: Ja, ja, die Personaler. Ich selbst bin auch ein solcher und kann Ihre Bemerkungen nicht unkommentiert stehen lassen.
    Es ist bedauerlich, dass Sie so enttäuschende Erfahrungen mit Ihren bisherigen HR Kollegen gemacht haben. Aber es gibt auch viel andere! HR ist nicht immer die schwächste Abteilung im Unternehmen, das ist ein “klein wenig” zu pauschal.
    Es geht auch nicht um einen Wettkampf zwischen den Abteilungen, das klingt mir sehr nach „Alpha-Tierchen-Gerangel“. Nur gemeinsam sind die Abteilungen die zusammen ein Unternehmen bilden stark.
    Schicken Sie den Kollegen aus der Personalabteilung mal zu mir, ich helfe gerne um HR zu verbessern.

  7. Sven Blascke on

    Die Beispiele finde ich als Anregung gelungen. Man kommt nicht drumherum, seinem Gehirn selbst einen wenig auf Trapp zu bringen und zu benutzen. Wenn ich daran denke, wie lange ich an meinen “Einleitungssätzen” gefeilt habe, wird mir ganz schwindelig. Aber die Arbeit daran hat sich gelohnt. Ideen aufschnappen und mit den eigenen Gedanken würzen. Meines erachtens ist es eine Perversion heutzutage, immer alles noch besser, kreativer und abstrakter haben zu müssen. Wichtig ist, dass meine Qualifikation, meine Vorstellungen und die Anforderungen etc. des Unternehmen zusammenpassen.

  8. Oh weh, das sind ja genau die gleichen Floskeln, die ich als Personaler NICHT lesen möchte!

    Weshalb so viele Personaler zuerst den Lebenslauf anschauen? Weil sie die oftmals abgeschriebenen, unauthentischen Formulierungen in den Anschreiben einfach nicht mehr sehen können.

    “Sie haben eine sehr interessante Stelle ausgeschrieben und es würde mir Freude machen, die Einzelheiten hierzu mit Ihnen zu erörtern. Meine Bewerbungsunterlagen finden Sie anbei”. – Was braucht es mehr?

    Wer hat übrigens solche Sachen wie “Das sollten Sie über mich wissen” als Teil der Bewerbung erfunden? Liest das jemand? Wer kein Genie in Sachen Selbstmarketing ist, wirkt spätestens hier total unauthentisch. Dabei ist Authentizität doch gerade das A und O.

  9. Sabine Becker on

    Vielen Dank Herr Blaschke! Sie sprechen mir aus dem Herzen……es geht doch letzendlich tatsächlich um die Qualifikation und darum, dass die gestellten Anforderungen des Unternehmens mit meinen übereinstimmen. Ich finde es schade, wenn ein “Personaler” sich weitgehend nur auf die wenigen Sätze des Anschreibens konzentriert und wahrscheinlich den Lebenslauf und die damit verbundene Qualifikation eher vernachlässigt.

  10. Patrick Majerle on

    Hi Mirijam, witzig wir kennen uns über Karen und Cash, war damals bei Geiger in Ravensburg und hab mit ihr die Ausbildung gemacht.

    Hier ein Beispiel wie ich persönlich ein Anschreiben aufbauen würde:

    Sehr geehrte/r Frau/Herr…

    Der Trend zu… lässt Kundenwünsche immer spezifischer werden (Branchenkenntnis zeigen). Für Unternehmen in einem Umfeld mit steigendem Wettbewerbsdruck bedeutet dies… (positive Attribute des Unternehmens einbauen und mit diesem Satz ein Ziel definieren bzw. zeigen, dass man die Unternehmung verstanden hat). Die Möglickeit, Verantwortung als… übernehmen zu können in einem Unternehmen das nach diesem Credo agiert, ist ausschlaggebend für meine Bewerbung (Lösung präsentieren und Lust machen auf den Hauptteil, der nun strukturiert Gründe liefern sollte, wie man sich gewinnbringend einbringen kann).

    Cheers

  11. Danke an LIP, das war deutlich hilfreicher 🙂
    .
    Frau Becker, Sie haben Recht. Es kommt natürlich schon darauf an, dass der Bewerber sich ein wenig Mühe gegeben hat und tatsächliches Interesse hat… aber ansonsten geht es meist ja nicht darum sich als SCHRIFTSTELLER zu bewerben.
    Somit empfinde ich die Langeweile der Personaler nicht als gottgegebenen Maßstab zur Bewertung von Fähigkeiten.

  12. Marcel Deckert on

    Authentisch soll der Bewerber sein und dies soll sich in seinen Bewerbungsunterlagen wiederspiegel. Also liebe Bewerber dann bleibt wie ihr seid und verstellt euch nicht. Und ob der Personaler irgendeinen Satz schon 10 mal gelesen hat oder nicht? Wayne! Um was es beim Bewerbungprozess geht, wissen wir alle. Also nicht alles verkomplizieren, denn Coaches brauchen auch nur ihre Schäfchen. Irgendwas müssen diese ja verkaufen.

    PS: Mich interessiert der Mensch und ob er mir in meinem Unternehmen zur Seite steht und mein Team ergänzt.

  13. Ein paar hilfreiches Sachen. Allerdings wenn jeder diese Tipps befolgt, werden sie wieder Standard. Ihre Aussage ist also NICHT valide.

    Des Weiteren kann eine Bewerbung sehr wohl langweilig sein. Ich meine ein Kassierer kassiert mich auch ab, auch wenn ich unfreundlich zu ihm bin. Es liegt daran, dass der Personaler am längeren Hebel sitzt. Selbst wenn man sein ganzes literarisches Können in die Bewerbung steckt, wird der Personaler es nicht zu schätzen wissen und wirft sie eh nur weg.

    Das deutsche Bewerbungssystem ist auch vollig veraltet.

Ihr Kommentar zum Thema