„Hallo, ich bin der Neue“: So klappt der Einstand

Wenn Sie einen neuen Job haben, wollen Sie dieses Ereignis sicher feiern – sowohl mit Freunden und Familie als auch den neuen Kollegen. Der Einstand, also das erste Tete-a-Tete mit den zukünftigen Mitstreitern, spielt da eine große Rolle. Es handelt sich hierbei um ein Willkommens-Ritual, das in vielen Unternehmen einen festen Platz innehat. Umso wichtiger ist es für Sie, sich perfekt auf Ihren anstehenden Einstand vorzubereiten. Man will ja schließlich einen guten Eindruck hinterlassen.

1. Der richtige Zeitpunkt für den Einstand
2. Der zeitliche Rahmen
3. Wer soll an der kleinen Feier teilnehmen?
4. Wo soll der Einstand stattfinden?
5. Speisen und Getränke anbieten
6. Mini-Pitch vorbereiten
7. 5 Einstand-No Gos

Der richtige Zeitpunkt für den Einstand

Niemand wird von Ihnen gleich am ersten Tag erwarten, dass Sie Ihren Einstand mit den Kollegen und Vorgesetzten feiern. Es ist durchaus legitim, eine gewisse Zeit verstreichen zu lassen, in der Sie sich an Ihre neue Arbeitssituation gewöhnen. Dennoch sollten Sie auch nicht allzu lang warten, sich als offizielles neues Teammitglied vorzustellen. In den meisten Fällen findet die Einstandsfeier wenige Tage nach dem Start des neuen Jobs statt. Wenn Sie beispielsweise an einem Montag die neue Stelle antreten, ist der folgende Donnerstag der perfekte Zeitpunkt, um Ihren Einstand zu feiern. Der Hinweis, zu warten, bis die Probezeit vorbei ist und Sie ein festes Teammitglied sind, hat erweist sich in der Praxis jedoch immer wieder als ungeeignet – immerhin ist es das Ziel einer Einstandsfeier, dass Sie und Ihre Kollegen sich gegenseitig „beschnuppern“ und kennenlernen.

Wichtig: Wählen Sie einen Termin, an dem möglichst viele Kollegen im Büro sind. Ihr Einstand verfehlt seine Wirkung beispielsweise, wenn die Mehrheit der Mitarbeiter zum Freitag früher Feierabend macht und Sie erst danach Ihren Einstand zelebrieren.

Der zeitliche Rahmen

Beim Finden eines geeigneten Termins kommt es natürlich auch immer darauf an, wie lang der Einstand dauern soll. Hier gilt die Devise: In der Kürze liegt die Würze. Keiner, weder Sie selbst noch Ihre Kollegen und erst recht nicht der Chef werden Interesse daran haben, die kostbare Arbeitszeit für eine in die Länge gezogene Mittagspause zu opfern. Noch schlimmer ist für viele der Gedanken, die Zeit, die die kleine Feier in Anspruch nimmt, hinten dranzuhängen und somit den Feierabend zu verschieben.

Wenn Sie Ihren Einstand planen, dann sollten Sie die zeitliche Marke von rund 30 Minuten fest im Blick haben. Länger sollte die Vorstellungsrunde in der Regel nicht dauern. Wenn Sie alles korrekt machen wollen, sprechen Sie die Dauer des kleinen Events im Vorfeld auch mit Ihrem Vorgesetzten ab, damit dieser weiß, worauf er sich einstellen muss beziehungsweise kann.

Wer soll an der kleinen Feier teilnehmen?

Wenn Sie einen passenden Termin gefunden haben, gilt es als nächstes, alle Kollegen in Kenntnis zu setzen, die an der kleinen Feier teilnehmen sollen. Während es in kleinen Firmen normal ist, das komplette Team einzubeziehen, reicht es in mittleren und größeren, wenn Sie Ihre Abteilung einladen. Achten Sie hier auf jeden Fall auf Vollständigkeit und grenzen Sie niemanden (grundlos) aus. Um von Anfang an einen guten Draht zu Ihren Kollegen aufzubauen, empfehlen wir, die Einladungen persönlich auszusprechen. Eine Rund-Mail ist zwar praktisch und zeitsparend, dafür aber auch extrem unpersönlich.

Wichtig: Setzen Sie auch immer Ihren Chef und/oder unmittelbaren Vorgesetzten darüber in Kenntnis, dass Sie planen, Ihren Einstand zu feiern. Es gehört zum guten Büro-Ton, auch die Führungsriege in solch ein soziales Ereignis zu integrieren.

Wo soll der Einstand stattfinden?

Am einfachsten ist es natürlich, wenn die Büroräumlichkeiten die Möglichkeit bieten, eine kleine Feier in der Mittagspause oder nach Feierabend abzuhalten. Wichtig ist, dass der Einstand abseits der Arbeitsplätze stattfindet – einerseits aus Arbeitsschutz- und andererseits aus atmosphärischen Gründen.

Tipp: Scheuen Sie sich nicht davor, einen Kollegen zu fragen, welche Location üblich für einen kleinen Einstand im Büro ist. Vielleicht können dazu ja auch Konferenz- und Meeting-Räumlichkeiten genutzt werden. Im Sommer ist es außerdem denkbar, die Veranstaltung nach draußen zu verlagern.

Speisen und Getränke anbieten

Einstand feiern bedeutet natürlich nicht nur, alle Kollegen und den Chef an einem Ort zu versammeln und ein bisschen Smalltalk zu machen. Hier wird auch immer eine Bewirtung in Form von diversen Speisen und Getränken erwartet. Das Angebot sollte im Vorfeld natürlich gut durchdacht werden und vor allem eine Eigenschaft aufweisen: Varianz. Wer nur einen Snack und ein Getränk anbietet, wirkt nicht nur geizig, sondern auch taktlos. Man kann schließlich nicht von jedem verlangen, etwas ganz Bestimmtes zu essen und zu trinken.

Wenn Sie bei den neuen Kollegen und beim Chef punkten wollen, stellen Sie eine kleine, aber feine Auswahl unterschiedlicher Speisen und Getränke zusammen. Die Klassiker sind zweifelsfrei:

  • Kaffee und Kuchen
  • Schnittchen / belegte Brötchen
  • Obst und Gemüse
  • Mineralwasser und Softdrinks

Nicht nur Eintönigkeit, sondern auch eine übertriebene Auswahl kann falsch bei den Kollegen ankommen. Wer beim Einstand schwere Geschütze in Form eines riesigen Buffets auffährt, wirkt schnell angeberisch und überheblich. Der Mittelweg ist hier eindeutig der beste.

Wichtig: Veganer und Vegetarier sind in unserer Gesellschaft keine Exoten mehr, sondern etwas ganz Normales geworden. Achten Sie deswegen darauf, dass auch Menschen mit anderen Essgewohnheiten etwas Passendes auf Ihrer Einstandsfeier finden. Es soll schließlich niemand benachteiligt werden. Wenn Sie kein Interesse daran haben, sich in die Geheimnisse des Veganismus einzulesen, können Sie einfach einen üppigen Obstkorb zusammenstellen. Bedenken Sie, dass die angebotenen Früchte auch wirklich als Fingerfood geeignet sind und beim Verspeisen keine Kleckerei anrichten.

Mini-Pitch vorbereiten

Die kulinarische Versorgung ist gesichert, Smalltalk-Themen wurden vorbereitet, Kollegen und Chef wurden über Zeitpunkt und Ort informiert. Gibt es sonst noch etwas, worauf man beim perfekten Einstand achten muss?

Selbstverständlich! Sie dürfen nicht vergessen, sich dem neuen Team vorzustellen! Damit das nicht in einem langatmigen Monolog endet, sondern auch noch Zeit für den Dialog bleibt, ist es sinnvoll, wenn Sie im Vorfeld eine Art kurzen Mini-Pitch ausarbeiten und üben. Das hat den Vorteil, dass Sie genau wissen, was Sie sagen wollen – und was nicht. Pitches sind stets auf das Wesentliche beschränkt. Fokussieren Sie sich also (beispielsweise) auf die folgenden Aspekte:

  • Name
  • Alter
  • Wohnort + Heimatort
  • vorheriger Job oder Studium
  • Wünsche für die berufliche Zukunft im neuen Unternehmen

Außerdem macht es einen guten Eindruck, wenn Sie im Anschluss Ihrer Vorstellung dazu einladen, Ihnen ein paar Fragen zu stellen. Das signalisiert Offenheit und den Wunsch, von der Gruppe akzeptiert und integriert zu werden.

5 Einstand-No Gos

Nachdem Sie nun wissen, was es beim perfekten Einstand im neuen Job alles zu beachten gilt, soll es abschließend noch um die absoluten No Gos während der Kennenlern-Runde gehen. Damit umgehen Sie jedes Fettnäpfchen siegessicher.

  • Alkohol: Egal wie eingeschworen ein Team und egal wie locker der Chef ist, Alkohol hat bei einer Einstands-Feier nicht zu suchen. Das gilt sowohl für den niederprozentigen Biermix als auch das obligatorische Glas Sekt zum Anstoßen. Das Thema Alkohol in Kombination mit dem Arbeitsplatz ist ein sehr sensibles – und zwar nicht nur, wenn es um Ihren Einstand in der neuen Firma geht.
  • Angebereien: Es wurde weiter oben in diesem Beitrag bereits angesprochen – das kulinarische Angebot beim Einstand ist zwar abwechslungsreich, aber nie übertrieben. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, das gesamte Team zum Essen einzuladen, ist das vielleicht großzügig, aber alles andere als zielorientiert. Bei der Einstandsfeier geht es darum, sich mit den neuen Kollegen bekannt zu machen und vorzustellen und nicht zu beweisen, dass Sie ein dickes Portemonnaie haben. Das Motto „Klotzen statt kleckern“ gilt hier definitiv nicht.
  • Aufgesetztes Verhalten: Wenn Sie als Neuzugang in ein Unternehmen kommen, werden selbstverständlich erst einmal alle Blicke auf Sie gerichtet sein – erst recht, wenn Sie Ihren Einstand feiern. Es ist vollkommen normal, dass Sie in so einer Situation eine gute Figur machen und Ihren neuen Kollegen „gefallen“ wollen. Ein gestelltes Benehmen ist hier jedoch absolut fehl am Platze. Wenn Sie als neues Teammitglied akzeptiert werden wollen, müssen Sie von Anfang an echt und Sie selbst sein. Alles andere ist nur Maskerade.
  • Schweigen: Sie sind eher der Typ „Stiller Beobachter“, der sich gern in den Hintergrund stellt und die Situation auf sich wirken lässt? Nun, dann sollten Sie sich darauf einstellen, dieses Verhalten zumindest während Ihres Einstandes kurz abzulegen. Hier gilt es nämlich, präsent zu sein und mit den neuen Kollegen und auch dem Chef ins lockere Gespräch zu kommen. Wenn Sie dabei angeben, ein eher zurückhaltender und vielleicht auch introvertierter Mensch zu sein, dann ist das vollkommen okay. Hier greift wieder der vorhergehende Punkt. Sie sollten nie angeben, etwas oder jemand zu sein, das oder der Sie nicht sind.
  • Überdrehtes Verhalten: Der Gegenpol zum „Stillen Beobachter“ ist der Typ, der ohne Punkt und Komma redet und am liebsten permanent im Mittelpunkt steht. Sie ahnen es vielleicht schon: Auch dieses Verhalten ist bei Ihrem Einstand absolut unpassend. Sie sollten die Veranstaltung nicht nur nutzen, um sich selbst vorzustellen, sondern auch, um andere Menschen im Unternehmen kennenzulernen. Stellen Sie Fragen, hören Sie aufmerksam zu und vermitteln Sie, dass Sie Interesse an Ihrem Gegenüber haben.

Beim Antritt eines neuen Jobs spielt der Einstand eine zentrale Rolle. Welche Erfahrungen haben Sie mit dem lockeren Get together unter neuen Kollegen gemacht? Haben Sie vielleicht einen guten Tipp, den Sie an die anderen Leser weitergeben wollen? Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

2 Kommentare

  1. Der Einstand ist eine große Chance für Selbstpräsentation und Kontaktaufbau. Der Beitrag ist sehr umfassend. Vielleicht noch eine Ergänzung. Ganz wichtig ist es die bestehenden Gewohnheiten im Unternehmen zu beachten. Wenn ein offizieller Einstand z. B. erst nach Ablauf der Probezeit “üblich” ist, würde ich einen keine Zusammenkunft mit der Bezeichnung Einstand durchführen. Aber was spricht gegen ein Come Together Veranstaltung von 30 Minuten einfach zum Kennenlernen.

  2. Jessika Fichtel
    Jessika Fichtel on

    Hallo Herr Leifels,

    vielen Dank für Ihre Ergänzung, damit haben Sie natürlich recht. Es muss ja nicht immer automatisch den Titel “Einstand” tragen 🙂 Wichtig ist, dass man sich zu Beginn nicht versteckt und somit signalisiert, nichts mit den Kollegen zu tun haben zu wollen.

    Viele Grüße,
    Jessika Fichtel

Ihr Kommentar zum Thema