Ade Stimmungsschwankungen – Hallo emotionale Stabilität!

Himmelhochjauchzend oder zu Tode betrübt? Emotionen haben in der modernen Geschäftswelt nichts verloren. Stimmungsschwankungen schon gar nicht! Doch gerade für emotional instabile Menschen ist das leichter gesagt als getan. Die gute Nachricht lautet: Emotionale Stabilität ist nicht gottgegeben, sondern kann erlernt werden. Wie?

1. Was ist emotionale Instabilität?
2. Welche Ursachen kann die emotionale Labilität haben?
3. Emotionale Stabilität macht Ihr Leben einfacher – und erfolgreicher
4. Inwiefern hängen emotionale Stabilität und Erfolg im Beruf zusammen?
5. Exkurs: The Big Five
6. Emotionale Stabilität als Part der „Big Five“: Können Sie Ihre Persönlichkeit ändern?
7. „Emotionale Stabilität lernen“– wie soll das funktionieren?
8. Also, was tun gegen emotionale Instabilität? Unsere Tipps und Tricks

Was ist emotionale Instabilität?

Bei dem Begriff der „emotionalen Instabilität“ denken viele Menschen sofort an eine Borderline- Persönlichkeitsstörung. Nicht jeder, der emotional instabil ist, leidet aber an dieser oder einer ähnlichen psychischen Erkrankung. Im Gegenteil: Ein Großteil der Menschen in unserer westlichen Gesellschaft ist emotional instabil und nein, es sind nicht nur die Frauen. Zwar mögen diese ihre Stimmungsschwankungen manchmal offensichtlicher zur Schau tragen und plötzlich weinend wie ein Schlosshund vor ihrem PC sitzen, doch auch der cholerische Vorgesetzte oder der stets gereizte Kollege leiden mit großer Wahrscheinlichkeit unter emotionaler Instabilität.

Erkennen können Sie emotionale Instabilität sowohl bei sich selbst als auch Ihrem Gegenüber an einem hohen Grad der Impulsivität. Gefühle werden meist unkontrollierbar, überwältigend sowie schnell wechselnd wahrgenommen und geäußert. Dies kann vom Wutanfall über den Heulkrampf bis hin zu einer beinahe übertriebenen Heiterkeit reichen und sich binnen dem Bruchteil einer Sekunde wieder komplett ändern. Und das meist völlig ohne erkennbaren Grund – weder für den Betroffenen selbst noch für dessen Umfeld. Dies kann Konsequenzen hervorrufen, welche die emotionale Instabilität wiederum fördern, wodurch sich auf kurz oder lang die Problematik noch verstärkt, zum Beispiel eine Kündigung oder Scheidung. Im schlimmsten Fall endet die emotionale Instabilität in Depressionen, Selbstverletzung, Drogenkonsum o.ä.

Welche Ursachen kann die emotionale Labilität haben?

Wenn Sie nun einmal bewusst darauf achten, werden Sie zahlreiche emotional instabile Menschen in Ihrem sozialen Umfeld entdecken. Bei den einen mehr und bei den anderen weniger ausgeprägt, ist die emotionale Labilität in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Besonders häufig zu finden ist sie bei narzisstisch geprägten Menschen, auf welche Sie vor allem in den modernen Führungsetagen im Überfluss treffen. Tritt die emotionale Labilität in gemäßigter Form auf, sodass noch nicht von einer Persönlichkeitsstörung gesprochen werden kann, ist sie als eine Art Charakterzug zu deuten. Ob solche Persönlichkeitsmerkmale allerdings vererbt oder in der Kindheit erworben werden, birgt ewiges Streitpotenzial für Forscher und Experten. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo in der Mitte. Viel wichtiger ist jedoch, dass Sie emotionale Instabilität nicht als gottgegeben ansehen müssen. Emotionale Stabilität kann nämlich erlernt werden – je nach Ausprägungsgrad mühsamer und langsamer oder eben schneller und einfacher. Einen Versuch ist es allemal wert. Wieso?

Emotionale Stabilität macht Ihr Leben einfacher – und erfolgreicher

Ganz abgesehen davon, dass emotionale Instabilität für die Betroffenen sehr anstrengend und auch für ihr Umfeld eine große Belastung sein kann, gibt es zahlreiche weitere Argumente, die Sie dazu veranlassen sollten, sich auf den Weg zu mehr emotionaler Stabilität zu begeben. Lassen Sie sich überzeugen:

  • Mit emotionaler Stabilität leben Sie gelassener, kontrollierter und glücklicher.
  • Sie können besser mit Frustration und Niederlagen umgehen und sich so stetig verbessern, anstatt in Selbstmitleid oder -zweifeln zu versinken.
  • Sie beginnen, sich selbst sowie Ihr Umfeld realistischer wahrzunehmen können so auch ganz neue Chancen kreieren oder entdecken.
  • Emotionale Stabilität bringt stets auch ein höheres Selbstbewusstsein mit sich.
  • Sobald Sie sich von der emotionalen Labilität verabschieden, sinkt auch Ihr Suchtrisiko, zum Beispiel bezüglich Alkohol oder Drogen.
  • Emotional stabile Menschen verbrauchen weniger Zeit und Energie für sich selbst und ihre Gefühlswelt. Diese Ressourcen können sie dadurch anderweitig sinnvoller einsetzen.
  • Durch die geringere Impulsivität werden Entscheidungen mehr mit dem Kopf als dem Bauch getroffen, besser durchdacht und dadurch auf Dauer von mehr Erfolg gekrönt sein.
  • Mehr Erfolg verspricht die emotionale Stabilität durch die aufgeführten Aspekte vor allem auch im Berufsleben.

Inwiefern hängen emotionale Stabilität und Erfolg im Beruf zusammen?

Mehr Erfolg im Privat- sowie Berufsleben: Das ist der Lohn, den Sie für Ihre Mühe im Sinne einer besseren emotionalen Stabilität ernten werden. Einerseits können dann nämlich Konflikte sozialer Art im Privat- und Berufsleben gemindert sowie im Fall der Fälle schneller gelöst werden. Andererseits können Sie kontrollierter auftreten, bessere Entscheidungen treffen, mit mehr Selbstbewusstsein durch das Leben gehen und so auch geradlinig anstatt wellenförmig Ihre Ziele erreichen – was bekanntlich viel schneller geht und zudem weniger anstrengend ist. Schlussendlich werden Sie durch emotionale Stabilität also nicht nur erfolgreicher, sondern auch glücklicher. Wer will das nicht?

Exkurs: The Big Five

Das in den 1930er-Jahren entwickelte Big-Five-Persönlichkeitsmodell stellt das heutige internationale Universalmodell der Persönlichkeitsforschung dar. Dieses dient der vereinfachten Beschreibung der Persönlichkeit eines Menschen, welche aus der jeweils starken beziehungsweise schwachen Ausprägung dieser fünf Merkmale resultiert:

  1. Neurotizismus
  2. Extraversion
  3. Offenheit für Erfahrungen
  4. Gewissenhaftigkeit
  5. Verträglichkeit

Die Persönlichkeit eines Menschen setzt sich also aus diesen fünf Faktoren zusammen. In Deutschland ist das Modell deshalb auch unter dem Namen „Fünf-Faktoren-Modell“ (FFM) geläufig.

Emotionale Stabilität als Part der „Big Five“: Können Sie Ihre Persönlichkeit ändern?

Irgendwie klingt sie doch gut, diese emotionale Stabilität, oder? Doch was können Sie tun gegen die emotionale Instabilität? Wenn Neurotizismus bezieungsweise emotionale Stabilität doch eines der fünf wichtigsten Merkmale Ihrer Persönlichkeit sind, können Sie diese dann überhaupt ändern? Fakt ist: Solange sich die emotionale Labilität nicht im Bereich einer Störung befindet, können Sie diese durchaus auf eigene Faust mindern und mehr emotionale Stabilität erlangen. Seine eigene Persönlichkeit zu ändern, ist nämlich nicht nur möglich, sondern passiert im Laufe des Lebens in der Regel vollautomatisch. Ein Großteil der Menschen wird durch die zunehmende Lebenserfahrung mit dem Alter immer abgeklärter, sprich emotional stabiler. Mehr emotionale Stabilität zu erlangen ist daher ein völlig natürlicher Prozess, den Sie mit unseren folgenden Tipps lediglich zu beschleunigen versuchen.

„Emotionale Stabilität lernen“– wie soll das funktionieren?

Stellen Sie sich Ihr Gehirn einmal als Muskel vor: Selbst im hohen Alter kann dieser, wenn auch schwieriger und langwieriger, noch trainiert werden und wachsen. Auch das Gehirn bleibt nicht einfach auf dem Stand Ihres 15-, 20- oder 25-jährigens Ichs stehen, sondern bildet stetig neue Nervenzellen sowie Synapsen aus. Das bedeutet, dass alte Brücken abgebrochen und neue Verbindungen gebaut werden können, die wiederum Ihre Persönlichkeitsmerkmale beeinflussen. Es ist nun Ihre eigene Wahl, ob Sie diese Entwicklung dem Zufall überlassen oder aktiv zu der Person werden, die Sie schon immer sein wollten.

Nicht nur Ihr privater und beruflicher Erfolg sowie Ihr soziales Umfeld werden Ihnen das danken, sondern vor allem auch Ihre Gesundheit: Depressionen, Bluthochdruck, Rückenbeschwerden oder auch Burnout – die Liste der aus dem durch die emotionale Labilität hervorgerufenen Stress resultierenden psychischen und physischen Erkrankungen ist nämlich lang. Mit steigendem Alter wird die Veränderung Ihrer Persönlichkeit zudem immer langwieriger und beschwerlicher. Zögern Sie also nicht länger, sondern brechen Sie jetzt auf. Geduld und Durchhaltevermögen sind nun von Ihnen gefordert, doch glauben Sie uns: Der beschwerliche Aufstieg auf den Berg „emotionale Stabilität“ lohnt sich und die Aussicht auf dem Gipfel wird all Ihre Anstrengungen wieder mehr als wettmachen!

Also, was tun gegen emotionale Instabilität? Unsere Tipps und Tricks:

  1. Finger weg von Alkohol und Drogen!
  2. Vorsicht bei Medikamenten und stimmungsverändernden Substanzen (nur bei ärztlicher Verschreibung)!
  3. Üben Sie sich in Selbstreflexion und beginnen Sie, Ihre Emotionen und Stimmungsschwankungen bewusster wahrzunehmen.
  4. Sorgen Sie für einen gesunden Tagesrhythmus mit ausreichend Schlaf, einer ausgewogenen Ernährung und körperlicher Bewegung.
  5. Sport fördert nicht nur die Ausgeglichenheit in Ihrem Leben, sondern sorgt auch für die Ausschüttung von Glückshormonen.
  6. Sobald Sie negative Emotionen wahrnehmen, zum Beispiel Wut oder Traurigkeit, beginnen Sie einerseits nach den Ursachen zu suchen und andererseits Ihre Gedanken stets in eine positive Richtung zu lenken.
  7. Begeben Sie sich in Gesellschaft. Menschen sind für Menschen bekanntlich die beste Medizin. Gerade ein guter Freund oder eine Freundin beziehungsweise eine stabile Lebenspartnerschaft können für emotional labile Menschen zur wirksamsten Therapie werden. Umgeben Sie sich – wenn möglich – natürlich vor allem mit emotional stabilen Menschen. Die Spiegelneuronen in Ihrem Gehirn werden dann nämlich dafür sorgen, dass diese früher oder später auf Sie abfärben und auch Ihre emotionale Befindlichkeit stabilisieren.
  8. Versuchen Sie zudem stets Verständnis für Ihr soziales Umfeld aufzubringen und vermuten Sie nicht hinter allen Taten und Worten anderer Menschen böse Absichten. Gehen Sie – solange Sie keinen anderweitigen Beweis finden – stets davon aus, dass Ihr Gegenüber nur Ihr Bestes will.
  9. Es kann zudem sinnvoll sein, eine belastende Situation so früh wie möglich zu verlassen, sobald Sie diese wahrnehmen, um gar nicht erst in das Gefühlschaos zu geraten. Sie dürfen also durchaus zum Beispiel im Streit mit Ihrem Kollegen darum bitten, diesen zu einem späteren Zeitpunkt zu klären, wenn die Emotionen ein wenig abgeklungen sind. Weitere Tipps hierzu finden Sie in unserem Artikel „Er war schuld! Konflikte im Job ansprechen und lösen“.
  10. Teilen Sie Ihr Leben in „einzelne Bereiche“ auf und lernen Sie, diese voneinander zu trennen. Das bedeutet, dass sich die negativen Emotionen durch den Stress bei der Arbeit zukünftig nicht mehr auf Ihren Freundeskreis oder Ihre Beziehung auswirken und umgekehrt. Lernen Sie also, Probleme einem dieser Teilbereiche zuzuordnen und die damit verbundenen negativen Emotionen in diesem imaginären Käfig zu lassen. Ansonsten könnte sich ein unaufhaltbarer Schneeballeffekt einstellen: Wenn Sie also beispielsweise jeden Abend nach der Arbeit aufgrund des Konflikts mit Ihrem Kollegen schlecht gelaunt nach Hause kommen, könnten Sie Ihre Partnerschaft aufs Spiel setzen. Dadurch entsteht eine zusätzliche Belastung, der Sie wiederum durch einen Streit mit der besten Freundin Luft zu machen versuchen – und immer so weiter.
  11. Beginnen Sie bewusst damit, Stresssituationen zu vermeiden und für sich selbst herauszufinden, was Ihnen gut tut und was nicht.
  12. Das bedeutet gleichzeitig, dass Sie den Mut brauchen, Belastungen aus Ihrem Leben zu streichen. Dies kann von einer schlechten Ernährungsgewohnheit bis hin zur Scheidung reichen.
  13. Lernen Sie also, dass Sie selbst sowie Ihr Wohlbefinden bei Ihnen stets oberste Priorität haben sollten. Es geht um einen „gesunden Egoismus“.
  14. Es ist zudem wichtig zu verstehen, dass Sie nicht der Spielball Ihrer Gefühle sind, sondern dass Sie diese bewusst steuern und beeinflussen können. Schlussendlich ist das „Glücklichsein“ nicht mehr als eine Entscheidung. Das klingt aber natürlich in der Theorie einfacher als es in der Praxis sein mag.
  15. Haben Sie schon einmal von der selbsterfüllenden Prophezeiung gehört? Wenn Sie stets das Schlimmste erwarten, werden Sie auch in jeder Situation nur das Negative wahrnehmen. Das funktioniert auch andersherum: Konzentrieren Sie sich fortan auf die positiven Dinge in Ihrem Leben, Ihrem sozialen Umfeld sowie Ihrem beruflichen Werdegang. Wenn Sie voller Überzeugung daran glauben, dass Sie das schwere Projekt meistern oder die Beförderung erreichen können, so wird das auch geschehen. Erschaffen Sie sich also ab sofort Ihre eigene, positive sowie emotional stabile Realität!

Wir sagen nicht, dass es einfach ist, aber es ist möglich! Können Sie das vielleicht aus eigener Erfahrung bestätigen? Oder haben Sie weitere Tipps und Tricks zur Erhöhung der emotionalen Stabilität für unsere Leserinnen und Leser?

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