Erfolgreich: Karriere-Kick durch den eigenen Blog

Auf der Reise durch das World Wide Web kommt man kaum noch an ihnen vorbei: Blogs. Ursprünglich als digitale Tagebücher gedacht, haben sie sich inzwischen zu ernstzunehmenden Informationsquellen entwickelt. Blogger gelten nicht nur als cool und trendy, sondern werden vor allen Dingen wahrgenommen. Blogs sind heute nicht nur potentielle Einnahmequellen, sondern attraktive Karrieresprungbretter. Sie müssen nur richtig genutzt werden.

1. Was versteht man unter einem Blog?
2. Den eigenen Blog als Karrieresprungbrett nutzen
3. Schritt #1: Definieren Sie ein klares Ziel
4. Schritt #2: Suchen Sie sich eine thematische Nische
5. Schritt #3: Achten Sie auf einen professionellen Auftritt
6. Schritt #4: Nutzen Sie den Blog zu Ihrem Vorteil
7. In diesen Branchen ist ein eigener Blog als Karriere-Push besonders hilfreich
8. 5 Tipps für erfolgreiches Blogging

Was versteht man unter einem Blog?

Bevor ich mit Ihnen tiefer in die Materie einsteige, soll es zunächst einmal um die Klärung einer ganz grundlegenden Frage gehen: Was ist ein Blog? Was unterscheidet ihn von anderen Homepages und muss immer eine klare Trennung zwischen Blog und „Nicht-Blog“ erfolgen?

Zunächst einmal: Die korrekte Bezeichnung für einen Blog ist Weblog. Hierbei handelt es sich um einen Zusammenschluss der beiden Begriffe World Wide Web (für Internet) und Log (für Log- oder Tagebuch). Die digitalen Logbücher bestehen aus einer Vielzahl chronologisch geordneter Beiträge, die sich in der Regel durch einen persönlichen Schreibstil auszeichnen. Beim Bloggen ist es normal, als Autor in Erscheinung zu treten und das Geschriebene eindeutig als eigene Meinung, Erfahrung oder Sichtweise zu markieren. Hierbei handelt es sich um einen signifikanten Unterschied zu anderen Webseiten. Das Fokussieren auf die persönliche Komponente bedeutet jedoch nicht, dass das Blogging auf Fakten und andere Auffassungen verzichtet. Wie genau ein Blog (inhaltlich und optisch) gestaltet wird, ist jedem Blogger selbst überlassen. Es gibt hierfür keine festgesetzten Regeln.

Technisch betrachtet handelt es sich beim Blog um eine herkömmliche Homepage. Das bedeutet, dass Sie eine Domain sichern und Webspace einrichten müssen. Im weiteren Verlauf wird der Blog in der Regel über Content Management Systeme (kurz: CMS) wie WordPress oder Joomla! betrieben. Das hat zur Folge, dass auch wenig web- und technik-affine Menschen mit limitierten Vorkenntnissen schnell ein Verständnis entwickeln und erfolgreich bloggen können.

Typische Merkmale von einem Blog:

  • Veröffentlichung von persönlichen Meinungen, Ansichten und Erfahrungen
  • Anordnen der Beiträge in chronologischer Reihenfolge (die neuesten stehen oben)
  • „Unendlichkeit“ (es gibt – theoretisch – immer wieder neue Einträge, der Informationsfluss bricht niemals ab)
  • Förderung des Austauschs durch Kommentarfunktion
  • Möglichkeit des Abonnierens (zum Beispiel via Newsletter oder RSS-Feed)
  • Spezialisierung auf ein (Nischen-)Thema
  • Einmaligkeit
  • meist von einzelnen Personen, seltener von einer (kleinen) Autoren-Gruppe geführt

Während die meisten Blogs als eigenständige Einheit verstanden werden können, kommt es immer öfter vor, dass die chronologischen Beiträge Teil einer herkömmlichen Homepage sind. Vor allem Unternehmen, Freelancer und Experten nutzen den Blog zusätzliches als Content- und Marketing-Element.

Die Mehrheit der Blogs wird mithilfe von WordPress gepflegt. Dieses CMS weist die folgenden Vorteile auf:

  • einfache Handhabung
  • Übersichtlichkeit
  • viele Möglichkeiten
  • auch für Blogger mit kleinem Budget geeignet
  • guter Support
  • viel Info- und Hilfe-Material im Internet

Wie Sie einen Blog mit WordPress anlegen, verrät Ihnen zum Beispiel dieses Video:

Den eigenen Blog als Karrieresprungbrett nutzen

Wer die erste Hürde der Blog-Erstellung gemeistert und seine Seite nach den eigenen Wünschen und Vorstellungen gestaltet hat, kann sich erst einmal entspannt zurücklehnen. Das Schwierigste ist nämlich geschafft. Nachdem Sie sich mit Ihrem CMS vertraut gemacht und ein paar Möglichkeiten ausprobiert haben, können Sie damit beginnen, auf Ihr Ziel hinzuarbeiten.

Denn: Jeder Blog sollte auf eine bestimmte Absicht ausgelegt sein. Während die einen Blogger nur ein Hobby ausüben wollen und die anderen Spaß daran haben, sich zu vernetzen, nutzen viele ihren Blog, um darüber ihre Karriere voranzutreiben. Wie genau das funktioniert, soll im Folgenden beschrieben werden.

Schritt #1: Definieren Sie ein klares Ziel

Die Verbindung der beiden Schlagwörter „Karriere“ und „Job“ muss nicht zwangsläufig darauf hinauslaufen, dass Sie Ihre Webseite zu einem Vollzeit-Job machen. Die Möglichkeiten sind weitaus vielfältiger, wie die folgende Auflistung der möglichen Ziele zeigt.

Ich betreibe meinen eigenen Blog, um…

  • … eine Referenz für Bewerbungen zu haben
  • … mich auf einem bestimmten Gebiet zu spezialisieren
  • … meine Skills zu trainieren
  • … neue Kontakte zu knüpfen
  • … mit einen Namen zu machen (Stichwort: Personal Branding)
  • … mich als Experten zu positionieren
  • … mich und meine Fähigkeiten zu präsentieren
  • … damit ein Neben-Einkommen zu generieren

Natürlich ist es möglich, sich auf mehrere Ziele zu fokussieren. Bedenken Sie aber, dass sich diese immer weiter entfernen, je breiter Sie sich aufstellen. Überlegen Sie sich daher ganz genau, was Sie mit Ihrem Blog erreichen wollen.

Schritt #2: Suchen Sie sich eine thematische Nische

Wenn es um Blogs als Karriere-Push geht, sollte klar sein, dass es hierbei nicht um persönliche Tagebücher in digitaler Form geht. Der eigene Blog sollte einen Bezug zum (Wunsch-)Job aufweisen und als relevant für die Branche gelten. Dementsprechend sorgfältig sollte auch die Wahl des Blog-Themas ausfallen.

Tipp: Je genauer Sie Ihr Thema definieren, desto wahrscheinlicher ist es, dass Sie damit eine Nische besetzen. Das wiederum hat zur Folge, dass Sie schneller einen Experten-Status erlangen. Anders herum bedeutet das aber auch, dass Themen, die sehr häufig in anderen Blogs behandelt werden (beispielsweise Suchmaschinenoptimierung oder Social Media Marketing) den Weg zum Erfolg erschweren können.

Wie finde ich meine persönliche Blog-Nische?

  • Überlegen Sie sich, in welchem Gebiet Sie Experte sind
  • Überlegen Sie sich (fundierte) Tipps, die Sie an andere weitergeben können
  • Überlegen Sie sich, welche Themen Ihnen Spaß machen (Stichwort: Leidenschaft)

Schritt #3: Achten Sie auf einen professionellen Auftritt

Blogs, die betrieben werden, um die berufliche Karriere voranzutreiben, sollten nicht als Freizeitaktivität für nebenbei, sondern als ernstzunehmendes Projekt verstanden werden. In diesem Zusammenhang ist ein Mindestmaß an Professionalität das A und O.

Achten Sie vor allem auf

  • inhaltliche Genauigkeit
  • gute Lesbarkeit
  • ansprechende Optik
  • Faktenreichtum
  • Einzigartigkeit
  • Mehrwert
  • Bezug zu Ihrer Branche

Ein eigener Blog als Karrieresprungbrett sollte immer als digitale Visitenkarte verstanden werden. Um erfolgreich zu sein, muss diese natürlich einwandfrei sein und einen guten Eindruck hinterlassen. Arbeiten Sie daher unermüdlich am professionellen Auftritt Ihres Blogs – auch wenn diese Arbeit viel Zeit in Anspruch nimmt. Es wird sich definitiv lohnen.

Schritt #4: Nutzen Sie den Blog zu Ihrem Vorteil

Sie haben einen Blog erstellt, der Mehrwert bietet, hochwertig und professionell aussieht und zudem auch eine treue Leserschaft für sich gewinnen konnte? Sehr gut, aber Ihre Karriere wird dadurch nicht automatisch gepusht. Wenn der eigene Blog als Erfolgsfaktor dienen soll, ist es wichtig, dass Sie diesen instrumentalisieren. (Be-)Nutzen Sie den Blog für Ihre Zwecke und scheuen Sie sich nicht davor, ihn zu präsentieren. Selbstbewusstsein spielt hierbei eine wichtige Rolle. Wer nicht zu 100% hinter seinem Blog-Projekt steht, wird es schwer haben, seine Karriere damit voranzutreiben.

So nutzen Sie Ihren eigenen Blog zu Ihrem Karriere-Vorteil:

  • Positionieren Sie sich zu bestimmten Themen als Experte
  • Nutzen Sie Ihn als Networking-Instrument
  • Füllen Sie damit Ihre Social Media-Kanäle mit (relevantem) Inhalt
  • Lassen Sie andere Leute über den Blog (über Ihre Person) sprechen, indem Sie eine Debatte lostreten
  • Nennen Sie ihn als Referenz in Bewerbungsunterlagen
  • Machen Sie den Blog zum Thema eines Bewerbungsgesprächs
  • Entwickeln Sie sich durch den Blog weiter
  • Verbessern Sie Ihre Fähigkeiten

Kurzum: Sie steigern Ihre Karrierechancen nur dann mithilfe von einem eigenen Blog, wenn Sie diesen aktiv zur Weiterentwicklung nutzen und sich damit auseinandersetzen. Ein halbgares Projekt, das nebenher läuft (oder eher: vor sich hindümpelt), wird Ihnen nicht dabei helfen, die neue Traum-Stelle zu bekommen oder Ihren Vorgesetzten davon zu überzeugen, dass Sie mehr können als Akten abheften.

In diesen Branchen ist ein eigener Blog als Karriere-Push besonders hilfreich

Nach dieser theoretischen Schritt-für-Schritt-Anleitung soll es nun noch ein bisschen tiefer in die Praxis hinein gehen. Nachfolgend stelle ich Ihnen ein paar Branchen vor, in denen ein eigener Blog besonders förderlich für die Karriere sein kann. Abgerundet wird die Übersicht durch ein paar hilfreiche Praxistipps und Ideen.

Online-MarketingSie sind ein wahrer Facebook-Experte und wissen gar nicht wohin mit Ihrem Know How? Dann bloggen Sie doch darüber! Das breite und überaus vielfältige Gebiet des Online-Marketings bietet unzählige Möglichkeiten zur Gestaltung von einem eigenen Blog. In dieser thematischen Nische spielt vor allem die Positionierung als Experte eine große Rolle.
InformationstechnikBloggen ist nur etwas für Menschen, die in den sogenannten Kreativ-Berufen tätig sind? Falsch! Auch Programmierer, Softwareentwickler und andere Menschen, die in der IT tätig sind, können Ihr Fachwissen auf einem eigenen Blog zur Verfügung stellen. Die Szene der IT-Blogger ist größer als Sie denken.
ErnährungsberatungEine gesunde und ausgewogene Ernährung gehört für Sie nicht nur zum Alltag, sondern auch zum Beruf? Dann sind Sie sicherlich in der Ernährungsberatung tätig. Auch hier bieten sich zahlreiche Möglichkeiten der Blog-Gestaltung an. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Blog über gesundes Essen mit einer Spezialisierung auf das Thema XYZ?
GrafikdesignJeder Mediengestalter kennt das: Man entwirft für Freunde und Familie Einladungskarten, Tischkärtchen und Co. und niemand (außer den Feiergästen) kriegt diese Kunstwerke jemals zu Gesicht. Ändern Sie das, indem Sie Ihre Freizeitprojekte auf Ihrem Blog veröffentlichen! Auf diese Weise entsteht ein persönliches und abwechslungsreiches Portfolio, das Ihre Fähigkeiten häufig in ganz anderem Licht erstrahlen lässt.
FotografieGanz ähnlich verhält es sich auch unter Fotografen. Auch hier dient der eigene Blog der Bereitstellung von Arbeitsproben und der persönlichen Entfaltung. Die gute Nachricht: Foto-Blogs kommen in der Regel mit sehr wenigen Worten aus. Sie müssen also keine Angst davor haben, ständig in die Tasten zu hauen – und das, obwohl es Ihnen vielleicht gar nicht liegt.

 

Die Liste der Berufsfelder, die gut mit einem Blog verknüpft werden können, könnte natürlich beliebig fortgesetzt werden. Wie Sie sehen, gibt es vielfältige Möglichkeiten. Diese auch tatsächlich auszuschöpfen, kann durchaus lohnenswert sein und sich positiv auf Ihren weiteren Karriere-Weg ausüben. Wichtig zu wissen ist, dass ein eigener Blog immer mit dem Aufbringen von Zeit verbunden ist. Lassen Sie sich also nur auf das Projekt ein, wenn es Ihre Freizeit zulässt. Andernfalls wird der Blog schnell zum Stressfaktor. Eine stiefmütterliche Pflege ist dann nur eine Frage der Zeit.

5 Tipps für erfolgreiches Blogging

Abschließend möchte ich Ihnen gern noch fünf Tipps mit auf den Weg geben, die Ihnen beim Bloggen behilflich sein werden. Es handelt sich hierbei keinesfalls um Erfolgsgaranten, sondern vielmehr um Empfehlungen, die dazu dienen, Ihnen einen ersten Einblick in die Welt des Bloggens zu geben.

  1. Die Wahl des Blog-Namens: Wählen Sie den Namen Ihres Blogs mit Bedacht. Dieser sollte nicht nur einzigartig, sondern auch einprägsam sein. Wenn er dann auch noch aus SEO-Sicht optimal ist, haben Sie die richtige Wahl getroffen.
  2. Kontakt zu anderen Bloggern: Blogging lebt vom Austausch. Suchen Sie daher den Kontakt zu anderen Bloggern und vernetzen Sie sich mit diesen. Blogger Relations können durchaus auch Einfluss auf Ihren weiteren Karriere-Weg haben.
  3. Der eigene Rhythmus: Bloggen bedeutet nicht, dass Sie täglich neue Inhalte bereitstellen müssen. Es bedeutet aber auch nicht, dass zwischen Ihren Beiträgen eine halbe Ewigkeit vergeht. Bieten Sie Ihren Lesern einen (mehr oder weniger) festen Rhythmus. Dieser hilft Ihnen dabei, effektiver und produktiver zu bloggen.
  4. Eine selbstkritische Betrachtung: Damit der Blog auf einem konstanten Qualitäts-Level bleibt, ist es unverzichtbar, sich selbst immer wieder einer Kritik zu unterziehen. Was war an diesem Beitrag gut? Warum kam der andere schlecht bei den Lesern an? Wie schaffe ich es, mehr Kommentare zu erhalten? Wer erfolgreich bloggen will, muss ständig um Optimierung bemüht sein.
  5. Nicht versteifen: Auch wenn Ihr Blog ein klares Ziel verfolgt, sollten Sie niemals Wunder erwarten. Es ist am Ende eben doch „nur“ ein Blog und keine Eintrittskarte zum Erfolg. Bleiben Sie daher stets realistisch und versteifen Sie sich nicht auf den erhofften Karriere-Kick. Dieser kommt meist ganz unverhofft, wenn man am wenigsten damit rechnet.

Ein eigener Blog, um der Karriere einen Erfolgs-Kick zu verpassen – was halten Sie davon? Bloggen Sie selbst? Spielen Sie mit dem Gedanken, einen eigenen Blog ins Leben zu rufen? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

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