Was ist Facebook?
Facebook ist mit über 400 Millionen Nutzern weltweit und ca. 7,5 Millionen Nutzern in Deutschland (Stand: April 2010) eines des bekanntesten und meistgenutzten Internetportale im Bereich des Social Networking. Ähnlich wie bei den deutschen Online-Communities wie studiVZ, meinVZ oder wer-kennt-wen besitzt jeder Facebook-Benutzer eine Profilseite, auf der er sich vorstellen und über die er mit seinen Freunden und Bekannten kommunizieren kann. Alle Facebook-User machen zudem regen Gebrauch von der Möglichkeit, Bilder und Videos auf ihr Fotoalbum hochzuladen und so z.B. allen stolz das neue Auto zu präsentieren. In erster Linie dienen Facebook und Co. somit der Freundschaftspflege, aber auch dem Knüpfen neuer Kontakte. Durch die Suchfunktion ist es zudem möglich, Benutzer anhand ihres Namens oder ihrer E-Mail-Adresse zu finden, um so z.B. alte Schulfreunde und Arbeitskollegen aufzuspüren.
Was will Facebook in Zukunft mit persönlichen Daten machen?
Da die Nutzung von Facebook kostenlos ist, liegt es auf der Hand, dass die Betreiber ihr Geld mit Werbung verdienen müssen. Das geschieht z.B. durch das Einblenden von Werbebannern, aber auch durch personalisierte Werbung. Für diesen Zweck beabsichtigt Facebook die Weitergabe der Nutzerdaten wie z.B. Alter, Geschlecht und Wohnort an interessierte Unternehmen. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass Facebook die Nutzungsbedingungen stillschweigend in diese Richtung hin abändert, zumal es schon Anfang 2009 einen Proteststurm gegeben hat, als Facebook die Nutzungsbedingungen änderte und darin beanspruchte, die Nutzerdaten (u.a. auch Fotos und Videos) zeitlich unbefristet, also auch nach einer Deaktivierung des Kontos, zu verwenden. Aufgrund des Protestes gegen dieses Vorgehen hat Facebook schnell wieder einen Rückzieher gemacht und die Änderungen teilweise verworfen und sich zudem bereiterklärt, die Mitglieder zukünftig über Änderungen an den Nutzungsbedingungen abstimmen zu lassen. Aufgrund des Drucks von deutschen Verbraucherschützern wird Facebook zudem spezielle Ergänzungen der Geschäftsbedingungen für Deutschland umsetzen, um damit deutschen bzw. europäischen Datenschutzrichtlinien zu entsprechen. Dennoch ist es ratsam, zukünftigen Änderungen an den Nutzungsbedingungen nicht einfach bedenkenlos zuzustimmen, sondern sich vorher über die Auswirkungen der geplanten Änderungen zu informieren und ihnen im Zweifelsfall zu widersprechen bzw. sich einen anderen Anbieter suchen.
Datenschutz selbst in die Hand nehmen
Bei der Forderung nach mehr Datenschutz bei Facebook wird jedoch in den Hintergrund gestellt, dass in erster Linie der Nutzer selbst verantwortungsbewusst mit seinen Daten umgehen muss. Wer in sozialen Netzwerken allzu sorglos Einzelheiten aus seinem Privatleben preisgibt und keine Hemmungen hat, peinliche Fotos in sein Album hochzuladen, muss sich nicht wundern, wenn dieses Verhalten irgendwann Konsequenzen hat. So kann es z.B. schnell den Job kosten, wenn man sich in seinem Facebook-Profil negativ über seinen Arbeitgeber äußert. Zu bedenken ist auch, dass es in vielen Personalabteilungen mittlerweile üblich ist, sich nicht nur die Bewerbungsunterlagen anzusehen, sondern auch gleich mal im Netz nach weiteren Informationen über den Bewerber zu suchen. Bei Facebook reicht dafür nur die Eingabe des Namens in die Suchmaske, um eine Person schnell zu finden. Wird der Personalsachbearbeiter tatsächlich fündig, kann er sich gleich ein genaueres Bild über den Bewerber machen. Persönliche Angaben im Facebook-Profil wie z.B. religiöse Ansichten, politische Richtung sowie Fotos und Gästebucheinträge sind zwar eine rein private Angelegenheit, für einen Personalverantwortlichen aber dennoch interessant, da er sich schließlich auch für den Charakter und nicht nur für die fachlichen Fähigkeiten eines Bewerbers interessiert.
Wie kann man seine Daten bei Facebook schützen?
Es sprechen also gute Gründe dafür, sein Facebook-Profil vor allzu neugierigen Blicken zu schützen. Die einfachste Methode wäre, für das Facebook-Profil einen Fantasienamen zu wählen, so dass man über die Suchfunktion nicht mehr gefunden werden kann. Dies widerspricht aber freilich dem eigentlichen Zweck von Facebook, nämlich dem Knüpfen von neuen und dem Wiederherstellen von alten Kontakten, z.B. mit alten Schulfreunden. Auch im beruflichen Kontext ist es durchaus sinnvoll, über seinen realen Namen bei Facebook gefunden werden zu können. Die Knüpfung von neuen und karrierefördernden Geschäftskontakten ist nämlich nicht nur über die dafür typischen Plattformen wie XING möglich, sondern auch über Facebook.
Ein Profil mit Fantasienamen ist aber auch gar nicht nötig. Die vielfältigen Einstellmöglichkeiten bei Facebook erlauben es sogar, die geschäftlichen als auch die privaten Kontakte mit ein und demselben Account zu pflegen. Möglich wird dies durch Freundeslisten, denen unterschiedliche Rechte zugewiesen werden können. So kann man z.B. einstellen, dass alle guten Freunde die kompletten Kontaktdaten einsehen können und es ihnen erlaubt ist, Pinnwand-Einträge vorzunehmen. Den Geschäftsfreunden und allen anderen Facebook-Nutzern wiederum sollte nur erlaubt werden, die wichtigsten persönlichen Angaben einzusehen und Nachrichten zu schicken.
Welche Einstellungen können bei Facebook vorgenehmen werden?
Die Einstellmöglichkeiten zur Datensicherheit bei Facebook finden sich in den Kontoeinstellungen unter „Freunde bearbeiten“ bzw. „Privatsphäre-Einstellungen“. Unter „Freunde bearbeiten“ kann man mit „Neue Liste erstellen“ eine neue Freundesliste erstellen, der dann später ganz spezielle Rechte zugewiesen werden können. Für den Anfang kann man sich z.B. die Freundeslisten „Gute Freunde“, „Familie“ und „Geschäftspartner“ anlegen. Sobald man einen neuen Freund hinzufügt, kann er dann einer dieser Listen zugeordnet werden und bekommt dann nur das vom Profil zu sehen, was er gemäß den Rechte-Einstellungen für diese Freundesliste auch sehen darf.
Ist dieser Schritt getan, kann nun im Kontomenü unter „Privatsphäre-Einstellungen“ und im Unterpunkt „Profilinformationen“ im Einzelnen festgelegt werden, wer welche Informationen zu sehen bekommt. Dabei besteht die Wahl zwischen allen „Allen“, „Freunde von Freunden“, „Nur Freunde“, und „Benutzerdefiniert“. Bei letzterem besteht dann die Möglichkeit, nur bestimmten Freunden bzw. Freundeslisten den Zugriff auf die jeweiligen Informationen des Profils zu gestatten. Umgekehrt ist es aber auch möglich, bestimmten Personen diesen Zugriff explizit zu verbieten. Neben den Profilinformationen ist auch die Festlegung der Sichtbarkeit der Kontaktinformationen (zweite Kategorie in den Privatsphäre-Einstellungen) von großer Wichtigkeit und sollte mit der gleichen Sorgfalt konfiguriert werden. Zu überlegen ist ferner, ob man besonders sensible Daten, wie z.B. die Adresse oder die Telefonnummer, erst gar nicht bei Facebook einträgt und sie erst bei Bedarf nach einer persönlichen Anfrage eines Freundes bzw. Geschäftspartners herausgibt.
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