Fernstudium: Studienwahl und Studienplanung


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Ein Fernstudium bietet die Vorteile, dass größtenteils zeit- und ortsunabhängig gelernt werden kann, will aber ebenso wie ein Präsenzstudium gut geplant sein: Vor Beginn steht die Studienwahl, die oft gar nicht so einfach ist, weil aus einem großen Angebot derjenige Studiengang ausgewählt werden muss, der am besten auf die persönliche, private und berufliche Situation zugeschnitten ist. Und während des Fernstudiums gilt es, das eigene Lernen zu organisieren und sich die zur Verfügung stehende Zeit gut einzuteilen, um das gewünschte Abschlusszertifikat zu erhalten.

Studienwahl und -planung

Das Angebot an Fernstudiengängen ist sehr breit gefächert: Es reicht vom Erwerb von Schulabschlüssen (Haupt- und Realschulabschluss, Abitur, Fachhochschulreife) über berufliche Erstausbildungen (Universitäts- und Fachhochschulstudiengänge), Anpassungsweiterbildungen (z. B. EDV, BWL, Fremdsprachen, Rhetorik), Aufstiegsfortbildungen (z. B. Meister, geprüfter Betriebswirt oder Techniker) bis hin zu allgemein persönlichkeitsbildenden Themen (z. B. Psychologie, Gesundheit, kreative Gestaltung).

Neben Inhalten und Art des Fernstudiums sollten bei der Studienwahl aber auch Zeit- und Kostenfragen beachtet werden, d.h. wie der zeitliche Aufwand für das Fernstudium mit Berufs- und Privatleben vereinbart werden kann und welche Finanzierungsmöglichkeiten für die Kosten (v. a. Lehrgangs- und Prüfungsgebühren) und Nebenkosten (v. a. bei zusätzlichen Präsenzveranstaltungen: Übernachtung, Verpflegung und Fahrten) in Frage kommen. Zudem sollte geprüft werden, ob ein bestimmter Schul- oder Berufsabschluss, besondere Kenntnisse und Praxiserfahrungen oder nicht in den Studiengebühren enthaltene Lernmittel benötigt werden.

Für die Beantwortung dieser Fragen empfiehlt es sich, sich zunächst einmal einen groben Überblick über das Fernstudienangebot verschiedener Fernstudienanbieter zu verschaffen. Die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht in Köln stellt Interessenten dazu Listen der derzeit zugelassenen Fernlehrgänge und Institute sowie eine Fernlehrgangsdatenbank im Internet zur Verfügung (unter http://www.zfu.de/Downloads/Ratgeber/Ratgeber_Print_107.pdf) oder hier bei arbeits-abc.de (Fernstudium Übersicht). Anschließend können dann direkt bei den in Frage kommenden Anbietern Studiengangsbroschüren bestellt werden, die über Ablauf, Formalitäten und Kosten informieren und oft Probelektionen zur inhaltlichen Orientierung enthalten. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, nach Erfahrungsberichten von Absolventen im Internet zu suchen oder sich die Weiterbildungstests der Stiftung Warentest (unter www.weiterbildungstests.de) anzusehen.

Vor allem wer gleichzeitig familiäre und berufliche Verpflichtungen hat, sollte die Entscheidung nicht alleine treffen, sondern sich mit allen Beteiligten im Vorfeld beraten. Private Umstände, die gegen ein Fernstudium sprechen, können unter anderem ein anstehender Hausbau, Schwangerschaft, Kindererziehung oder Betreuung von Angehörigen sein, die oft viel zusätzliche Zeit in Anspruch nehmen. Auch eine Abstimmung mit dem Arbeitgeber ist ratsam, wenn beispielsweise größere berufliche Projekte anstehen, Bildungs- oder Sonderurlaub für Präsenzveranstaltungen oder Prüfungen in Frage kommen oder der Arbeitgeber bei der Finanzierung helfen kann.

Ablauf des Fernstudiums

Stehen dem Fernstudium keine privaten oder beruflichen Gründe entgegen, kann die Anmeldung via Internet oder Anmeldebogen erfolgen. Der Anbieter schickt dann ein Startpaket mit Studienmaterialien (z. B. Studienhefte, Lehrbücher, CD-ROMs und DVDs, Zugangsdaten zu Materialien auf Online-Lernplattformen), genaueren Angaben zum Ablauf und den Terminen für Einsendeaufgaben, Prüfungen, Präsenzseminare und/oder Projektarbeiten zu.

Ab diesem Zeitpunkt stehen den Teilnehmern über die gesamte Dauer des Fernstudiums Dozenten, Tutoren und/oder Experten aus der Praxis für alle möglichen Fragen zur Verfügung, die per Telefon, E-Mail und/oder über Chats, Foren und Videokonferenzen auf Online-Lernplattformen der Studiengänge erreicht werden können. Die Betreuer korrigieren auch die Einsendeaufgaben, geben Feedback dazu und stehen den Teilnehmern unterstützend zur Seite, wenn eine Projektarbeit erstellt werden muss. Es muss aber nicht unbedingt immer nur allein gelernt werden. Wie zu den Betreuern kann auch Kontakt zu anderen Teilnehmern aufgenommen und eventuell sogar eine Lerngruppe gebildet werden. Zudem bieten freiwillige oder verpflichtende Präsenzseminare sowie spezielle Prüfungsvorbereitungsseminare – falls angeboten – eine gute Möglichkeit, um sich mit anderen Teilnehmern und Praktikern auszutauschen und die erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen zu testen.

Zeitmanagement

Während des Fernstudiums ist es insbesondere wichtig, sich den Lernstoff gleichmäßig in kleine Einheiten aufzuteilen und in Wochen- und Monatsplänen konkrete Lernziele und Lernzeiten festzulegen. Allerdings sollte nicht jede freie Minute verplant werden, sondern genug Puffer für unvorhergesehene Ereignisse gelassen werden. Zudem ist es normal, dass die Motivation zum Lernen vielleicht einmal nicht vorhanden ist oder es mit der Wiederholung nicht so vorangeht wie gewünscht. Dann ist es sinnvoller, sich eine kurze Auszeit zu nehmen, um neue Kraft zu sammeln.

Ablauf der Prüfungen beim Fernstudium

Wie bei Präsenzstudiengängen müssen in einem Fernstudium in der Regel Zwischen- und/oder Abschlussprüfungen absolviert werden, um ein Abschlusszertifikat zu erwerben. Der Prüfungsort ist vom Fernstudiengang und -anbieter abhängig: Mündliche Prüfungen finden meist in den Prüfungszentren des Anbieters statt, schriftliche Prüfungen können auch als Papier- oder Onlinetests von zu Hause aus durchgeführt werden. Bei Fernstudiengängen, die auf einen externen Abschluss (z. B. bei IHK, HWK, Schulbehörden, Kooperationspartnern des Anbieters) vorbereiten, finden die Prüfungen dagegen bei diesen Institutionen statt und erfordern eine gesonderte Anmeldung (durch den Fernstudienanbieter).

Die Teilnehmer haben dabei für gewöhnlich die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Prüfungsterminen zu wählen. Kann die Prüfung zu diesen Zeitpunkten nicht abgelegt werden, ist dies jedoch kein Problem, da die Regelstudiendauer je nach Studiengang für mindestens 6 Monate überschritten werden darf. Und wird eine Prüfung nicht bestanden, kann sie auch zumindest einmal wiederholt werden.

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