Fördert ein Auslandsaufenthalt die Karriere?


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Karrieresprung durch AuslandsaufenthaltImmer mehr große und auch mittelständische Unternehmen sind im Zuge der Globalisierung in verschiedenen Ländern oder sogar weltweit tätig.

Fremdsprachenkenntnisse sowie Erfahrungen mit ausländischen Mentalitäten und Arbeitsweisen werden auf Seiten der Mitarbeiter daher zunehmend wichtiger. Und entsprechend vielfältig sind auch die Möglichkeiten für einen Auslandsaufenthalt für unterschiedlichste Zielgruppen: zum Beispiel per Job&Travel-Programm, Freiwilligen- oder Entwicklungsdienst im Ausland, Auslandspraktikum während der Ausbildung oder dem Studium (evtl. in Kombination mit einer Sprachreise), Teil- und Vollzeitausbildung im Ausland bzw. Auslandsstudium oder Auslandsentsendung von Mitarbeitern durch Unternehmen.

Was aber bringt ein Auslandsaufenthalt für die persönliche Karriere?

Einer Studie der personal total AG (2006) zufolge wird zwar Auslandserfahrung nur in 0,5 Prozent der Stellenanzeigen (vorwiegend bei Fach- und Führungskräften aus dem Bereich Wirtschaft und IT) erwähnt und meist auch nicht ausdrücklich gefordert. Trotzdem kann sich ein Auslandsaufenthalt als das „gewisse Extra“ im Lebenslauf erweisen, die Stellensuche verkürzen und sogar zu einem höheren Gehalt führen. So finden beispielsweise nach Angaben der Technischen Universität Dresden (2002) Hochschulabsolventen, die ein Semester im Ausland verbracht haben, durchschnittlich 6 Wochen früher eine Stelle und verdienen etwa 500 EUR mehr als Berufseinsteiger ohne Auslandserfahrung.

Ein Grund dafür ist, dass viele Arbeitgeber bzw. Personalverantwortliche daraus schließen, dass der Bewerber neben den konkreten Berufserfahrungen aus dem Ausland Verständnis für fremde Kulturen, geistige Flexibilität und Bereitschaft zur beruflichen Mobilität mitbringt. Auslandserfahrungen können aber auch für die Persönlichkeitsentwicklung einen wichtigen Schritt bedeuten: Die Auseinandersetzung mit der fremden Kultur kann nicht nur dabei helfen, mehr Feinfühligkeit im Umgang mit Menschen sowie Toleranz gegenüber anderen Einstellungen und Sichtweisen zu entwickeln, sondern auch zur Stärkung des eigenen Selbstvertrauens beitragen. Denn ein Auslandsaufenthalt ist meist mit einem enormen bürokratischen und persönlichen Aufwand verbunden (z. B. Sprachkurs besuchen, Versicherungs-, Geld- und Steuerangelegenheiten regeln, Umzug managen, sich im Ausland bewerben, Visum und / oder Arbeitserlaubnis beschaffen), der viel organisatorisches Geschick, Eigeninitiative und Durchhaltewillen erfordert.

Dies alles kann einem Unternehmen auf der einen Seite wertvolle Wettbewerbsvorteile auf dem internationalen Parkett sichern und auf der anderen Seite auch zur Förderung der internen Kooperation von Mitarbeitern beitragen (v.a. in multinational zusammengesetzten Arbeitsteams).

Was gilt es hinsichtlich eines Auslandsaufenthalts zu beachten?

Sich durch einen Auslandsaufenthalt allein den großen Karrieresprung zu erhoffen, ist jedoch wenig ratsam. Laut einer Studie von PricewaterhouseCoopers (2007) verhilft zum Beispiel eine Auslandsentsendung nur etwa einem Drittel aller Entsendeten zu einer Beförderung im Heimatunternehmen. Oft sind dagegen die Enttäuschung der Rückkehrer groß und Konflikte vorprogrammiert, weil die erworbenen Kompetenzen nicht anerkannt oder eingesetzt werden können und die berufliche und soziale Wiedereingliederung (v.a. nach einem längeren Auslandsaufenthalt) schwerer fällt als angenommen. Zudem ist nicht jeder für einen Auslandseinsatz geeignet: Mehrere Studien zeigen, dass ebenfalls rund ein Drittel aller entsandten Mitarbeiter und Auslandspraktikanten ihren Aufenthalt vorzeitig abbrechen.

Wer mit dem Gedanken spielt, ins Ausland zu gehen, sollte sich deshalb im Vorfeld unter anderem folgende Fragen stellen:

  • Sehe ich den Auslandsaufenthalt als persönliche Chance oder möchte ich nur (eventuell unrealistischen) Erwartungen gerecht werden?
  • Bringe ich die persönlichen Voraussetzungen mit (v.a. Aufgeschlossenheit, Anpassungs- und Lernbereitschaft, Gelassenheit, Belastbarkeit), um anfängliche Kontakt- oder Orientierungsprobleme zu überwinden?
  • Besitze ich ausreichende Sprachkenntnisse bzw. die Fähigkeit, eine Sprache relativ schnell zu lernen?
  • Bin ich gesundheitlich fit genug für einen Auslandsaufenthalt?
  • Steht meine Familie bzw. mein Freundeskreis hinter meinen Plänen?
  • Erfülle ich die spezifischen aufenthalts- und arbeitsrechtlichen Bestimmungen?
  • Wie kann ich den Auslandsaufenthalt finanzieren? Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten im jeweiligen Land bzw. welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es (z. B. Auslands-BAföG, Stipendien, Zusatzleistungen des Unternehmens)?
  • speziell bei Berufstätigen: Kann ich mich vertraglich absichern, dass ich auch nach der Rückkehr noch in meinem Job bzw. im Heimatunternehmen weiterarbeiten kann?

Zusätzlich kann es hilfreich sein, Kontakt zu Personen zu suchen, die bereits Erfahrungen mit einem Auslandsaufenthalt im betreffenden Land gemacht haben (z. B. im Kollegenkreis, in Vorbereitungsseminaren oder über Erfahrungsberichte im Internet) und weitere Tipps geben können.

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2 Kommentare

  1. Markus von Zeit 16. Februar 2009 at 15:19 - Reply

    Dazu ist kann ich nur sagen: "Ja auf jeden Fall". Ich bin vor einem Jahr als Diplom Wirtschaftsingenieur von der Fachhochschule abgegangen und bin durch eine Zeitarbeitsfirma bei einer schwedischen Maschinenbaufirma untergekommen. Diese Station im Lebenslauf auch wenn es nur über eine Zeitarbeitsfirma war, hat mir meinen heutigen Job bei einer großen amerikanischen Maschinenbaufirma beschafft. Über die Geschäftskontakte die ich in dem einen Jahr in Schweden knüpfen konnte habe ich meinen heutigen Arbeitgeber kennengelernt. Auch während meines Studiums war ich 2x im Ausland. Solche Stationen im Lebenslauf sind sehr sehr hilfreich und wichtige Faktoren bei der Berücksichtigung eines Bewerbers. Dies wurde mir von vielen Personalchefs mitgeteilt.

    Gruß

    Markus

  2. Maria 6. August 2009 at 21:10 - Reply

    Auch ich stimme absolut zu, dass ein Auslandsaufenthalt gut fuer die Karriere ist. Natuerlich kommt es auf viele Bausteine im Lebenslauf an, aber oft weckt ein Auslandsaufenthalt Interesse und man hebt sich dadurch von der Masse ab. Hier findet ihr weitere Gruende, warum ein Auslandsaufenthalt gut fuer eure Karriere ist und was die Personaler wirklich denken: http://isogermany.com/2009/07/bessere-berufschanc…

    Alles Gute,

    Maria

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