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#1
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| Hallo, mein erster Beitrag hier und ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich gerade im richtigen Forum poste? Aber vielleicht verschiebt ein netter Moderator ja meinen Beitrag, sollte ich hier falsch sein. folgendes Szenario: Letztes Jahr bin ich von Hessen nach Hamburg gezogen. Um in HH "einen Fuss in die Tür zu bekommen" habe ich (trotz meiner 38 Jahre und einer Berufserfahrung von 20 Jahren) im September 06 ein auf 6 Monate befristetes Praktikum im Einkauf eines grossen Stahlwerks angenommen. Ich hatte die Hoffnung, mich dort mit einer guten Leistung zu empfehlen und übernommen zu werden oder zumindest einige Kontakte zu knüpfen. Leider war in dem Stahlwerk keine Position zu besetzen, aber der Einkaufsleiter war immerhin von mir so angetan, dass er mich einer anderen Firma empfohlen hat. Der Hauptsitz dieser Firma ist in Essen und hatte im Nov. 06 ein stillgelegtes Aluminiumwerk in HH gekauft. Auf Grund der Empfehlung wurde ich dann dort im April 07 als Logistiker eingestellt - ohne jemals vorher in der Logistik gearbeitet zu haben. Nach einem erneuten Praktikum von 2 Monaten (bezahlt wurde ich von der Agentur für Arbeit) wurde im im Juni 07 fest eingestellt. Meine Chefin sitzt die meiste Zeit im Essener Werk und war 4 - 5 Tage/Monat in HH - also hatte sie es schwer mein "Tagwerk" wirklich zu beurteilen. Ich bin eher der stille Typ, der seine Arbeit fast schon pedantisch genau und pflichtbewusst erfüllt und versucht durch gute Arbeit zu überzeugen und nicht gross Aufsehen um Kleinigkeiten macht. Heute (7 Tage vor Ablauf der Probezeit - nach insgesamt 8 Monaten in der Firma) wurde mir innerhalb der Probezeit gekündigt. "Vorgeworfen" wurde mir - dass ich nicht genug Einsatz bringen würde - trotz mehrerer Gespräche sich meine Leistungen nicht gebessert hätten - ich eigentlich nicht der Profilogistiker bin, der gesucht wurde - ich mich zu wenig für das Arbeitsgebiet meines Kollegen interessieren würde - die Kommunikation zwischen meiner Chefin und mir nicht richtig funktionieren würde Bis auf den Punkt "Kommunikation" sehe ich die Sache naturgemäss etwas anders. Seit Aug. 07 haben wir ein Zeiterfassungssystem und in dieser Zeit habe ich es auf über 100 Überstunden gebracht. An einigen Tagen war ich von 06:00 - 24:00 in der Firma und bin 6 Stunden später wieder bei der Arbeit gewesen. Mit der Empfehlung wurde auch mein Lebenslauf verschickt und daraus geht ganz klar hervor, dass ich keine Erfahrung als Logistiker hatte (also kann DAS ja mal nicht die grosse Überraschung gewesen sein) und auch die anderen "Vorwürfe" entsprechen nicht den Tatsachen - aber das tut ja eigentlich nichts zur Sache. Da meine Chefin die meiste Zeit in Essen ist, kann sie das nicht wirklich beurteilen. In den letzten Monaten war ein Logistiker aus Essen sehr häufig in Hamburg um meinen neuen Kollegen anzulernen. Mit diesem Essener Kollegen hatte ich zwar keine "offenen Probleme", aber ich habe gemerkt, dass es keinen Draht zwischen uns gibt. Desweiteren habe ich im Laufe der Monate immer wieder über Umwege erfahren, dass dieser Kollege Unwahrheiten über mich verbreitete bzw. schlecht über mich redete - anscheinend auch mit meiner Chefin. Das scheint irgendwie Methode zu haben. Der "neue Kollege" wurde im August eingestellt, da mein "alter Kollege" auch kurz vor Ablauf seiner Probezeit (er war zuvor 25 Jahre in einem anderen Aluwerk und musste sich ähnliche "Vorwürfe" anhören) entlassen wurde. Das gleiche Schicksal ereilte auch den Hamburger Personalchef. Heute wurde mir mitgeteilt, dass die Firma vor hat mir ein sehr gutes Zeugnis zu schreiben und mir auch weiterhelfen würde, wenn ich eine Empfehlung brauchen sollte. Nun zu meiner eigentlichen Frage: Wie "verkaufe" ich in meinen Bewerbungen dieses Scheitern in der Probezeit? Und wie passt ein sehr gutes Zeugnis in dieses Bild? Jeder Personalchef wird sich doch fragen: "Warum feuert die Firma so einen tollen Mitarbeiter kurz vor Ablauf der Probezeit?" Ich möchte nicht schlecht über meinen Arbeitgeber reden, aber doch erklären, warum ich nicht übernommen wurde...wie stelle ich das am Besten an? Vielen Dank für das Lesen dieses Monsterbeitrags und ich freue mich über zahlreiche Ratschläge. LG Aprisma |
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#2
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| Ich würde jetzt erstmal das Arbeitszeugnis abwarten und schauen, wie es formuliert ist. Du musst darauf achten, dass es der Wahrheit entspricht und dass dein Tätigkeitsbereich genau beschrieben wird. Die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses in der Probezeit kann man heute nicht mehr mit einem persönlichen Scheitern verbinden. Das war "früher" mal so, aber inzwischen ist das Instrument der Probezeit zu einem Steuerungswerkzeug der Personalpolitik geworden, damit kann Personal kurzzeitig eingestellt und entlassen werden, so wie man sich gerade wohl befindet. Natürlich sagt einem der Arbeitgeber nicht, dass man nur solange beschäftigt wird, solange die Probezeit noch nicht abgelaufen ist. Sonst wäre nämlich die Motivation beschädigt, es würden keine kostenlosen Überstunden geleistet werden und der Arbeiter würde für seinen Job nicht mehr durch brennende Reifen springen. Bei deinem Arbeitgeber T. hat es bedeutende Umwälzungen gegeben, da ist es klar, dass im Hintergrund Teams zusammengestellt und Seilschaften geknüpft werden. Und die Leute, die nicht "dazugehören", die müssen dann eben gehen. Meistens ist ein solches Geschehen dann auch mit einer ordentlichen Portion Undankbarkeit verbunden. Die Nibelungentreue, die ein deutscher Arbeiter seinem Betrieb entgegenbringt, ist heute wohl nicht mehr angebracht. Da muss man umdenken, um sich vor Schaden zu bewahren.
__________________ Was dich nicht umbringt, macht dich nur haerter. Geändert von nontestatum (22.11.2007 um 00:54 Uhr) |
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