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#1
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| Hallo, ich habe ein großes Problem bzw. mein Freund hat eins. Er hat leider keinen Abschluss gemacht und ist jetzt schon 24 Jahre alt. 3 Jahre hat er in der JVA verbracht. Ihr seht also kein Traum von Karierre. Seit fast 2 Jahren hält er sich jetzt mit kleinen Jobs von Bekannten und Verwandten über Wasser. Er ist türkischer Staatsbürger mit Wohnsitz in Deutschland. Mittlerweile hat er sich um 180 Grad gedreht. Er ist echt ein lieber Mensch geworden, der sich nichts anderes wünscht als einen geregelten Arbeitsalltag zu haben. Am schönsten wäre es eine Ausbildung zu machen. Leider hat er keine Hoffnung eine zu bekommen. Ich gebe zu, dass das nicht einfach ist, aber man kann es ja versuchen. Jetzt wissen wir aber nicht wie man eine Bewerbung in so einer Situation schreibt. Könnt ihrmir bitte helfen? |
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#2
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| Machen wir uns nichts vor: ein junger Ausländer in Deutschland mit einer Knacki-Karriere. Und im Knast keine Ausbildung absolviert. Schulabschluss ist vermutlich auch nicht vorhanden. Da kommt alles zusammen, was man nicht braucht. Hier wäre dringend eine Ausbildung erforderlich, alleine schon deshalb, um in den Besitz sauberer und vorzeigbarer Zeugnisse zu kommen. Es gibt verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten, auch für benachteiligte Personen mit Vermittlungshemmnissen, man müsste zuschauen, dass man in ein derartiges Programm kommt. Die Agentur für Arbeit berät: Ausbildung - www.arbeitsagentur.de Eine Alternative wäre, in die Türkei zurückzukehren und dort zu lernen. In der Türkei hat man meines Wissens nach nicht die bürokratischen Hürden zu überwinden wie in Deutschland. Das setzt aber voraus, dass man noch in der türkischen Kultur und Sprache verwurzelt ist und dort auch Verwandschaft ist, die einen unterstützt. Ein Hindernis wäre evtl. auch noch der ggf. noch abzuleistende türkische Militärdienst. Gibt es inzwischen Arbeitszeugnisse? Kann ein Lebenslauf anonymisiert eingestellt werden?
__________________ Was dich nicht umbringt, macht dich nur haerter. |
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#3
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| Eine Ausbildung wäre der richtige Schritt, wenn er irgendwann einmal einer geregelten Arbeit nachgehen möchte. Es wird nicht leicht werden diese zu finden, aber es ist auch nicht unmöglich. Es wird schwierig, weil er das Vertrauen (wie jeder Bewerber) des Arbeitgebers gewinnen muss. Ich würde deshalb von Anfang an mit offenen Karten spielen und den Lebenslauf so darstellen, wie er ist. Er muss lernen zu seiner Vergangenheit zu stehen, er kann sie nicht mehr ändern. In seinen Bewerbungsunterlagen muss er überzeugen, dass er sein Leben in den Griff bekommen möchte und ein Ziel vor Augen hat. Er sollte sich, wie Nonte vorschlug, auf jeden Fall an die Agentur wenden. Um zu zeigen, dass er gewillt ist etwas zu verändern, könnte er sich bspw. (auch ehrenamtlich) irgendwo engagieren, was seinem Interessenbereich/den Berufsabsichten am nächsten liegt. In den Bewerbungsunterlagen käme es gut, wenn er Personen nennen könnte, die ihn gut kennen und für ihn aussprechen würden. Da er die letzten zwei Jahre gearbeitet hat, auch wenns nur kleinere Jobs bei Bekannten und Verwandten waren, kann er diese fragen, ob er sie als Referenz angeben darf. Im Anschreiben hat er die Aufgabe, dem Arbeitgeber aufzuzeigen, was er kann und warum er für den gewählten Beruf geeignet ist/was ihn (wenn möglich nachweislich) befähigt, die Ausbildung erfolgreich durchzustehen. Negative Details gehören da nicht rein. Er wird sicher viele Niederlagen einstecken müssen, aber irgendwann bekommt auch er eine Chance, er darf nur nicht aufgeben! Hat er denn einen Schulabschluss?
__________________ Liebe Grüße Ratgeberin http://arbeits-abc.de/Deutsche Knochenmarkspenderdatei MACHT MIT - JEDER EINZELNE ZÄHLT! Eure Fragen beantworte ich gern nach meinem besten Wissen. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit übernehme ich nicht. Alle meine Äußerungen, Kommentare und eigenen Beiträge, sind Ausdruck meiner persönlichen Meinung. Sie sind nicht als Rechtsberatung oder Ersatz zu verstehen. |
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#4
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| Nein er hat leider keinen Schulabschluss gemacht. Das ist ja das Traurige. Soweit ich weiß muss er nicht nennen das er in der JVA saß. Ich weiß echt nicht weiter. Also soll er sich zuerst an die Agentur für Arbeit wenden oder kann ich schon einge Bewerbungen losschicken? Können wir natürlich auch nur machen, wenn ich ein ordentliches Bewerbungsschreiben hinbekomme. Das ist gar nicht so einfach |
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#5
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| Zitat:
Bitte erkundige dich bei der Agentur für Arbeit, welche Ausbildungsmöglichkeiten es in deiner Stadt für Migranten mit Vermittlungshemmnissen gibt. Dort würde ich eine Ausbildung machen.
__________________ Was dich nicht umbringt, macht dich nur haerter. |
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#6
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| jungen Alter von 24 Jahren ist es für deinen Freund nicht zu spät einmal an den Punkt zu kommen wo er seine bisherige Karriere vergessen hat. Die Ausbildung zu einem vielleicht handwerklichen Beruf stünde da vorne dran. Er soll sich mal bei AfA nach einer Umschulungsmöglichkeit erkundigen. Das wäre dann eine verkürzte ( 18 - monatige ) Ausbildung. Nicht locker lassen - die wollen sehen, dass der absolute Wille auch da ist. Viel Glück euch beiden ![]() Stark - dass du zu ihm so stehst ![]() Gruss wellen
__________________ Die Schule ist nur die Saat - der Beruf ist die Ernte Beiträge stellen keine Rechts- oder Steuerberatung dar, ein Beratervertrag kommt nicht zustande. - keine nichtssagenden Politikerworte - bitte !! Wehret den Anfängen! „Principiis obsta, sero medicina paratur" |
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#7
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| Zitat:
Im Bewerbungsverfahren ist es wichtig jeden Schritt genau zu überlegen. Die Herausforderung liegt nun mal darin, den Arbeitgeber zu überzeugen, dass auf ihn Verlass, er für die Ausbildung geeignet ist und gewillt ist, diese erfolgreich abzuschließen. Ein erster Schritt ist, auf den Arbeitgeber zuzugehen - Persönlicher Kontakt ist Trumpf - und einen sympathischen Eindruck zu vermitteln. Wenn er was erreichen will, muss er dafür was tun, Schritt für Schritt, sich aber gewiss nicht auf irgendwelche Lügengeschichten einlassen und die Vergangenheit übertünchen. So gewinnt man kein Vertrauen!
__________________ Liebe Grüße Ratgeberin http://arbeits-abc.de/Deutsche Knochenmarkspenderdatei MACHT MIT - JEDER EINZELNE ZÄHLT! Eure Fragen beantworte ich gern nach meinem besten Wissen. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit übernehme ich nicht. Alle meine Äußerungen, Kommentare und eigenen Beiträge, sind Ausdruck meiner persönlichen Meinung. Sie sind nicht als Rechtsberatung oder Ersatz zu verstehen. Geändert von Ratgeberin (22.02.2010 um 22:24 Uhr) |
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