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#1
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| Hallo, ich hoffe, daß mir jemand bei dieser Frage helfen kann - ich google mich seit stunden durch alle themen und finde nichts passendes. zum besseren Verständnis meine Geschichte in Kurzfassung: Arbeite seit 4 1/2 Jahren im Unternehmen - in den letzten 8 Monaten ohne Urlaub verbrachte ich wegen Leistungsdruck wöchentlich 60-65 Stunden mit der Arbeit (Filialleitung und gleichzeitige Bezirksleitervertretung) - bezahlt wurde allerdings nur mein Filialleiterposten (nebenbei erwähnt ..) es ging eine ganze Zeit gut - habe nicht bemerkt, daß ich für meine Kinder, meinen Partner und den haushalt zu wenig Kraft hatte nach einiger Zeit - nahm viele Tabletten, da sich oft Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Magenbeschwerden bemerkbar machten - wurde eigentlich krank, wollte das nur nicht sehen udn arbeitete unaufhörlich weiter, weil der Druck auch sehr groß war. Irgendwann sagte mein Körper dann gänzlich: so geht das nicht. Ich litt unter Schlaflosigkeit, Angstzuständen, bekam die Areit nicht aus dem Kopf, hatte Probleme mit meinem Sohn, für den ich ja (es ist so bitter) nicht da war ...bekam Ekzeme auf der Haut (vor allem im Gesicht) und mein Körper fühlte sich an wie Blei. Mein Nacken schmerzte bei jeder Bewegung und ich ging, nachdem ich auch das einige Zeit aushielt dann doch zum Arzt. AU - und ein neurologisches Medikament, damit ich schlafen kann - die Vorraussage der Ärztin, daß ich sehr lange brauche um gesund zu werden, vor allem nervlich - dann begann der Druck seitens des Arbeitgebers, da ich wieder arbeiten sollte ... ein kleiner Teufelskreis .. Ich erkundigte mich nach Rat der Ärztin, welche Möglichkeiten ich habe, diese Arbeit zu beenden - Sie würde mir helfen in allen Lagen, Attest ausstellen, daß ich aus gesundheitlichen Gründen diese Arbeit nicht mehr machen kann usw. Nun wollte ich (bin noch nicht im Krankengeld) warten bis das Krankengeld eintritt, dann mit vorhergehendem Attest die Arbeitsstelle selbst kündigen. (und hoffen, daß dadurch keine Sperrfrist eintritt) Mein Arbeitgeber machte mir heute folgenden Vorschlag: Er kündigt mich betriebsbedingt aus gesundheitlichen Gründen. Allerdings soll ich vorher ein Schriftstück aufsetzen, daß ich damit einverstanden bin. Meine Frage: Ist das nicht das Gleiche, als wenn ich einen Aufhebungsvertrag unterzeichne? Wie befindet das Arbeitsamt diese Situation? Mein Arbeitgeber meint, er bräuchte es nur, damit ich keine gerichtlichen Schritte einleiten kann - verlangt aber nicht das Arbeitsamt, daß ich mich gegen eine Kündigung wehre? Wie gewichtig ist dann mein Einverständnis? Würde ich kündigen, dann nächsten 15. mit Frist von 6 Wochen-also zum Ende Mai. Würde diese betriebsbedingte Kündigung mit meinem vorherigen Einverständnis greifen, dann zum Ende April. Wer kann mir helfen? Ich will nichts falsch machen - ich will nur gesund werden und den Kopf wieder frei kriegen, ich kann trotz Tabletten bei diesem ganzen Hin-und Her nicht mehr schlafen - ich brauch endlich eine Lösung - ich weiß nicht was richtig ist und eine Sperrfrist zu bekommen wäre ein weiteres Aus Ich bedanke mich bei denen, die mir helfen können/wollen jetzt schon Gruß Ellen Geändert von Elli-Spirelli (13.03.2008 um 14:42 Uhr) |
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#2
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| Hallo Ellen, ich kann dir in deiner Situation nur raten, dir von deiner Ärztin ein Attest aushändigen zu lassen, welches dir bescheinigt, dass die Fortführung des Arbeitsverhältnisses nicht zumutbar ist. Damit gehst du dann zum Arbeitsamt und trägst dein "Elend" vor. Es gibt durchaus Möglichkeiten, das Arbeitsverhältnis zu beenden, OHNE eine Sperre dafür zu kassieren - denn man muss sich nicht alles gefallen lassen und wenn die Gesundheit dabei stark geschädigt wird, hört der Spaß auf. Lass dich von dem Sachbearbeiter beraten - und wenn er "Nein" sagt, können wir uns hier immer noch den Kopf zerbrechen LG Curly |
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Elli-Spirelli (13.03.2008) | ||
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#3
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| Du könntest dich mit Attesten bewaffnet zur Agentur für Arbeit begeben und die Lage dort besprechen, ob du ohne Verhängung einer Sperrzeit selber kündigen darfst. Solche Gespräche sind nichts Aussergewöhnliches, schliesslich muss eine Arbeit "zumutbar" sein, zumutbar ist eine Arbeit dann nicht, wenn man daran zugrunde geht. Beachte aber bitte: wenn du ALG I bzw. später ALG II beziehen willst, musst du insgesamt "vermittelbar" sein, d.h., dein Gesundheitszustand sollte so sein, dass du in Arbeit vermittelt werden kannst bzw. eigene Bewerbungsbemühungen zur Aufnahme einer Arbeit unternehmen kannst. "Kranke" fallen schlussendlich aus ALG I/ II heraus und fallen dem Sozialamt zu. Grundsätzlich stellt sich hier die Frage, warum du kündigen sollst. Dein Boss drückt dir zwei verantwortungsvolle Posten auf's Auge, verschleisst dich und guckt beleidigt, wenn du einknickst. Da würde ich Dienst nach Vorschrift schieben und mir in Ruhe einen anderen passenden Job suchen. Bitte lasse dich von einem Rechtsanwalt für Arbeitsrecht beraten UND von einem Rechtsanwalt für Sozialrecht hinsichtlich ALG I und ALG II. Denn ALG I wird nur 12 Monate lang gezahlt, dann greift (evtl. !!) ALG II. ALG II ist kein Vergnügen, dies bedeutet Vermögensabbau, Wohnungsumzug, Demütigung. Dein Boss hat dich für zwei arbeiten lassen, das bedeutet, dein Boss schuldet dir mindestens für die Zeit der Doppelbelastung das entsprechende eingesparte Gehalt, und zwar brutto. Auch wenn das Gehalt nicht einklagbar ist, nun ist dein Boss mal dran, er soll dich beschäftigen, und zwar ohne Druck, Geld genug hat er ja an dir verdient. SO MUSS MAN DAS AUCH MAL SEHEN. Lasse dich bitte von den Rechtsanwälten beraten. Dein Problem ist, das du zu sehr unter dem Eindruck und Einfluss deines Bosses stehst, du kannst deine eigene Situation nicht mehr selber richtig einschätzen. Ausserdem bist du noch so ein richtig guter altmodischer deutscher Arbeiter, arbeiten, bis du (fast) tot umfällst, und wenn du auf allen Vieren auf dem Fussboden krabbelst, entschuldigst du dich dafür, dass dir dein Boss auf die Finger tritt. Du hast dich vier Jahre lang für das Unternehmen eingesetzt, dein Boss schuldet dir mindestens den Übergang in ein anderes Arbeitsverhältnis. Und dies solltest du auch einfordern.
__________________ Was dich nicht umbringt, macht dich nur haerter. |
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Elli-Spirelli (13.03.2008) | ||
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#4
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| Ich danke Euch beiden für die Antwort da ich selber momentan sehr verwirrt bin hat es mir zumindest ein bisschen Klarheit verschafft - da mein Arbeitgeber morgen meine Einverständniserklärung haben wollte, habe ich Ihn soeben informiert, daß ich dies nicht tun werde - die Reaktion war vorhersehbar - aber gut, das kenne ich ja alles nun schon zur Genüge - ich muß ohnehin wirklich erst einmal gesund werden - das wird mir immer bewußter - und ich denke eine neue Arbeit DANN zu finden ist sicherlich bei meinem Lebenslauf und den Gegebenheiten hier nicht so schwer (ja ich habe das Glück, daß hier wirklich Arbeitsstellen vorhanden sind) - denn an einer Weiterbeschäftigung in dem Unternehmen kann ich nicht glauben, da es auch um Gewissenskonflikte geht - ich mußte viele Dinge tun, die ich eben nicht verarbeiten kann (Mitarbeiterüberwachung, unterschieben von verfallener Ware etc ...) da ich um diese Machenschaften weiß wäre selbst eine Arbeit in Teilzeit für mich ausgeschlossen, weil ich ständig Angst hätte eben genau vor diesen Dingen - denn leider ist es so: selbst wenn Du Dir nichts zu Schulden kommen lässt, dann jubelt man Dir was unter - diese Erlebnisse haben sicherlich auch einen großen Teil dazu beigetragen, daß ich krank geworden bin. Ich danke auch für das vor Augen führen (typisch deutscher Arbeiter...) - es ist wirklich so, daß man viele Dinge selber nicht erkennen kann. Wie gesagt, ich danke Euch Viele Grüße Ellen |
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#5
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| Du musst nur cool bleiben, musst deinen Boss angucken wie eine Spinne an der Wand ... Natürlich ärgert sich dein Boss jetzt, das wäre ja auch so schön gewesen, den alten Mitarbeiter hinauszukomplimentieren und frischen Ersatz auf den Arbeitsplatz zu setzen. Gehe deinen Abschied in Ruhe an; du musst dich und deine Familie nicht ruinieren. Wenn in diesem Betrieb krumme Dinger ablaufen: bitte ab sofort nicht mehr mitwirken, der Boss wird schon einen finden, der sich die Finger dreckig macht. Achtung: sollte dein Boss dir eine Abfindung anbieten, dann ist Vorsicht geboten. Die wird nämlich bis zum Anschlag besteuert und wird möglicherweise beim Arbeitslosengeld angerechnet. Also soooo toll ist eine Abfindung nicht. Geh mal ruhig zu den Rechtsanwälten, die machen dich schlau. Da sieht die Welt hinterher ganz anders aus .
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