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#1
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| Hallo liebes Forum, ich (weiblich, 35 Jahre) habe mich hier mal angemeldet, weil ich sicherlich eine ungewöhnliche Frage habe. Ich habe im März eine neue Stelle angenommen und diese sofort nach 3 Wochen gekündigt, so dass ich nach Kündigungsfrist zum 11.04.2009 arbeitslos geworden bin. Ich habe diese Stelle aus privaten Gründen gekündigt, auf die ich nicht näher eingehen möchte. Nur soviel, dass mein direkter Vorgesetzter und ich eine handgreifliche Auseinandersetzung hatten, nachdem er in meinem Büro ein "wenig" forsch geworden ist und mich nicht nur durch sein Adamskostüm-Look in "Angst und Schrecken" verjagt hat. Ich bin nicht zu einem Anwalt oder zur Polizei gegangen, da ich weiß, dass sowieso Aussage gegen Aussage stehen würde. Ich möchte das alles hier nicht verniedlichen und ich habe mit dieser Situation auch ein gewaltiges Problem. Nun habe ich mich nicht arbeitslos gemeldet, weil ich den letzten Arbeitgeber partout nicht angeben möchte, bin ich bis heute nicht zum Arbeitsamt gegangen. Meine Sparreserven sind nun aufgebraucht und ich habe nun doch nicht so schnell einen neuen Job gefunden, wie ich zu Anfang erhofft habe. Und nun weiß ich nicht was ich machen soll. Kann ich einfach meinen vorletzten Arbeitgeber (bei dem ich 8 Jahre tätig war) als letzte Stelle beim Arbeitsamt angeben? Ich war ja nur einen Monat in der neuen Firma? Habe ich mit Konsequenzen zu rechnen, wenn ich den letzten Arbeitgeber nicht angebe? Ich weiß, dass dieser sicherlich alles in die Länge ziehen würde und das schlimmste, ich habe wirklich Angst, dass dieser seine Sicht der Dinge erzählt. Die total gelogen wäre. Er hat bei meiner Kündigung gedroht, dass er dem Arbeitsamt erzählen wird, dass ich in sexuell belästigt habe. Mir ist das zuviel. Ich kann mich auf so etwas nicht einlassen, dafür bin ich zu labil, ich bin jahrelang sehr krank gewesen und habe dadurch einfach ein sehr schwaches Nervenkostüm. Was soll ich tun? Ich muss mich ja nun langsam mal arbeitlos melden. Es tut mir leid, wenn ich einen konfusen Eindruck mache, aber mich belastet diese Situation mit dem letzen Arbeitgeber und ich möchte dieses am liebsten vergessen, nicht hören, nicht sehen usw. Aber irgendwie brauch ich ja nun auch Geld für die nächsten Monate um über die Runden zu kommen... Vielleicht weiß ja jemand einen Rat. Das wäre sehr nett. |
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#2
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| Hallo und herzlich willkommen Talmida, ... solltest du einen Anspruch auf ALG I haben und diesen in Anspruch nehmen wollen/müssen wirst du m.E. nicht darum herum kommen diesen letzten Arbeitgeber zu nennen, es wird erstens zwangsläufig heraus kommen und zweitens seine Folgen haben... bedenke dass deine dortige Anstellung durch Rentenverlauf, Krankenkassenabgaben, Einkommenssteuer usw. eindeutig belegt ist. Apropos Krankenkassenabgaben, wer zahlt die denn zur Zeit? Ich möchte dir anraten gleich morgen früh zur Polizei zu gehen um Anzeige zu erstatten (vergiss seine Drohung, wer droht hat nichts in der Hand) und mittags dann dringend zur Agentur für Arbeit um ALG I zu beantragen. Ich hoffe du hast jemanden der sich um dich kümmert?
__________________ ... schöne Grüße Wolf Die in meinen Beiträgen enthaltenen Aussagen stehen nur und ausschließlich für meine persönliche Meinung. Sie stellen keine, wie auch immer geartete, Rechtsberatung dar. Ich bin kein Jurist. |
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Talmida (22.07.2009) | ||
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#3
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| Gegenüber der Agentur für Arbeit bzw. der Arge/Jobcenter musst du wahrheitsgemässe Angaben machen. SGB 1 - Einzelnorm Wenn du es dabei belässt, dass du selber gekündigt hast, erhälst du eine dreimonatige Leistungssperre ALG I (Agentur für Arbeit). Wenn du dadurch bedürftig im Sinne des SGB II wirst, kannst du gleichzeitzig ALG II (Arge/Jobcenter) beantragen. Die Sperre aus ALG I wirkt bei ALG II in der Form fort, dass du eine Sanktion von 30% bezogen auf den Regelsatz erhälst. Du benötigst von deinem Arbeitgeber eine Arbeitsbescheinigung ---> http://www.arbeitsagentur.de/zentral...cheinigung.pdf, achte bitte darauf, welchen Kündigungsgrund er angibt. Du kannst aber auch wahrheitsgemässe Angaben machen, warum du selber gekündigt hast. Diese Angaben werden dann bei der Agentur für Arbeit im Arbeitgeberprofil hinterlegt. Sollte dein Arbeitgeber dafür bekannt sein, mit Arbeitsverhältnissen private Annehmlichkeiten zu verbinden, hast du gute Chancen, dass du keine Leistungssperre erhälst. Noch etwas: lasse dich nicht einschüchtern. Arbeitgeber sind in der Regel dominante Existenzen. Zitat:
![]() Ich gehe davon aus, dass du dich bisher auch selber krankenversichert und selber Krankenversicherungsbeiträge gezahlt hast. Sollte das nicht der Fall sein, so sind sicherlich Beitragsschulden bei deiner Krankenkasse entstanden. Beitragsschulden gefährden deinen Krankenversicherungsschutz, bitte dann sofort Kontakt mit der Krankenkasse suchen.
__________________ Was dich nicht umbringt, macht dich nur haerter. |
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Talmida (22.07.2009) | ||
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#4
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| Hallo, vielen Dank für die Antworten. Ich habe fast damit gerechnet. Glücklicher macht es mich trotzdem nicht. Ich zahle derzeit meine Krankenversicherung selbst. Ich weiß, dass es eine Versicherungspflicht gibt. Ich bin ja nun schon drei Monate ohne Leistung - werde ich jetzt noch drei weitere Monate gesperrt, weil ich selbst gekündigt habe? Ich habe bisher noch keine Erfahrungen mit Arbeitsämtern gesammelt, weil ich bisher immer in der glücklichen Lage war und stets berufstätig gewesen bin. Diese Arbeitsbescheinigung, die vom alten Arbeitgeber ausgefüllt werden muss (ich denke mal von beiden Arbeitgebern, denn ich war ja nur im Ganzen gerechnet 5 Wochen bei der anderen Firma tätig), muss ich die dort abgeben, oder macht es das Arbeitsamt? Wenn möglich, möchte ich zur letzten Firma gar keinen Kontakt mehr haben. Ach ja, anzeigen werde ich ihn nicht. Ich war zu lange mit einem Polizisten verheiratet um zu wissen, dass diese Anzeigen ins Nichts führen und nur Stress herbeirufen. Und genau diesen kann ich einfach nicht gebrauchen. Ich weiß, dass es einige anders sehen oder glauben ich stecke den Kopf in den Sand. Aber manchmal ist es eben so, dass auf Recht verzichtet werden muss. Ich habe schon mal betont, dass ich lange krank war. Ich möchte gerne gesund bleiben und das schaffe ich nur, wenn ich gerade den psychischen Stress weit von mir schiebe. Auf jeden Fall schon einmal lieben Dank für die Antworten. Ich brauch, glaube ich, ein paar Tage um mutig genug zu sein, dass ich dann das Arbeitsamt aufsuchen kann. Talmida |
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