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#1
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| Hallo zusammen, eins vorweg: mir geht es gerade sowohl psychisch als auch physisch gar nicht gut. Ich würde mich freuen, wenn der eine oder andere hier ein paar gute Tipps für mich hätte. Ich habe nun schon stundenlang gegoogelt aber so wirklich eine Lösung lässt sich für mich momentan alleine nicht finden. Grundsätzlich geht es um eine Eigenkündig, Sperrzeit etc. Um meine Situation verstehen zu können hole ich etwas weiter aus: Erster Job nach dem Studium 1 Jahr. danach Umstrukturierung in der Firma, alles nicht so dolle. In dieser Situation warb mich ein externer Dienstleister der Firma ab. Schon mit schlechtem Bauchgefühl, aber wild entschlossen nahm ich das Angebot an. Ich zog dafür in eine weit entfernte Stadt. Es folgte Bossing ohne Ende, gipfelte in einer Kündigung während der Probezeit. Zusätzlich waren keine Aufträge da (Zeit der Wirtschaftskrise). Bei dieser Firma hatte ich also 6 volle Monate gearbeitet. Ich zog wieder zurück in meine Heimatstadt und bekam ALG I. Bewarb mich sehr engagiert...es kam nicht viel dabei raus, zu wenig berufserfahrung. Ich wurde immer verzweifelter. Schlussendlich erhielt ich ein Arbeitsangebot über Zeitarbeit. Die Tätigkeit war sehr nieder (ich war bei weitem überqualifiziert), Geld mau, aber ich wollte unbedingt arbeiten, Firma schien ok und meine Kollegen waren nett, so dass ich länger bleib. Vorgesetzte wollten mir einen besseren Job in der Firma verschaffen. Nach 5 Monaten stellten sich erste gesundheitliche Probleme ein, die von der Tätigkeit kamen - war mir damals aber noch nicht wirklich bewußt. Ich hatte einen Mausarm....meine Tätigkeit beschränkte sich darauf, 8 Stunden am Tag zu klicken bzw. die Maus rumzuschieben, ähnlich einem Datentypisten. Ein paar Tage Krankschreibung deshalb. Ich biß mich also voller Schmerzen durch - nach weiteren 4 Monaten wurde ich in die Firma übernommen. Ich nahm an, dass ich nun auch eine andere Tätigkeit erhalten würde, so wie meine anderen festangestellten Kollegen. Dann würden sich wohl auch meine gesundheitlichen Probleme erledigen. Weit gefehlt. Ich hatte weiterhin den absoluten Deppenjob, der meinen Lebenslauf zusätzlich sogar eher "beschmutzte". Auch auf meine Hinweise gegenüber Vorgesetzten, dass ich ständig Schmerzen hätte etc., wurde nicht eingegangen. Wieder Krankschreibung wegen meiner Hand/Arm. Vorgesetzte hatte ich in der Zeit viele: insgesamt 5. Als dann mein Arbeitsvolumen noch höher wurde, da keine unterstützenden Werkstudenten da waren, wurde es sehr, sehr schlimm gesundheitlich. Im Januar ging es kaum mehr. Anfang Februar kündigte ich dann unter Höllenschmerzen mit Wirkung Ende Mai. Sofort arbeitssuchend Meldung an das AA. Ich versuchte weiter meine Arbeit zu erledigen, um wenigstens noch ein gutes Arbeitszeugnis zu bekommen. Mitte März brach ich dann zusammen. Und ging endlich wieder zum Arzt. Nicht nur meine Sehnen, Muskeln und mein Handgelenk übel mitgenommen, sondern auch HWS und BWS. (Schreibtisch, Stuhl und Arbeitsplatz weit entfernt von ergonomisch...) Es folgte eine Krankschreibung über 3 Wochen. AG versprach nach fachärztlichem Attest Arbeitsplatz zu ändern. Ich kam wieder, geändert war nichts. Nach 2,5 Tagen erneuter Zusammenbruch. 2 Wochen Krankschreibung und nun betriebsärztliches Attest. AG verspricht aktuell wieder, etwas zu ändern. Meine Kollegen teilten mir aber mit, dass bis heute nichts geändert wurde. Und das ist auch der aktuelle Status. Momentan krank geschrieben, am Dienstag soll ich nun wieder in die Arbeit.... weiß aber nicht wie ich die verbleibenden 4 Wochen noch durchhalten soll mit den Schmerzen. V. a. verbessert es ja auch nicht gerade meine körperlichen Leiden... Ich habe aber noch keinen neuen Job. Bisher auch keinen ALG I Antrag gestellt. Wie würdet ihr vorgehen...momentan muss ich mich wohl noch die letzten Wochen durchbeißen, auch wenn es noch so weh tut. Denn ich will nicht ins Krankengeld absinken, da das so wenig ist. Ich würde jetzt dann ALG I beantragen mit dem gesundheitlichem Hinweis, so dass ich evtl. die Chance habe, dem Amtsarzt vorstellig zu werden...und keine Sperrfrist zu erhalten. ALG II kann ich anscheinend ja nur beantragen, sobald mein ALG I Antrag abgelehnt wurde, richtig? Desweiteren ist für mich die Frage, ob das mit ALG II überhaupt sinnvoll ist, da ich hier anscheinend jeden zumutbaren Job annehmen müsste.... Fange ich aber nun das übergangsweise "jobben" an um mich finanziell über Wasser zu halten, erhalte ich ja auch kein ALG I mehr... Ich will nicht noch weiter "absteigen" und dann schlussendlich wieder an einem Übergangsjob festhängen. Mir ist es extrem wichtig, wieder zu arbeiten, das möchte ich hier noch ausdrücklich betonen. Deshalb habe ich eine Weiterbildung auf eigene Kosten gemacht, sie war am Wochenende und ging ein halbes Jahr. Auch jetzt möchte ich eigentlich nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern noch soviel Zusatzqualifikationen wie möglich erwerben, wenn ich schon keine Arbeit mehr habe. Ihr versteht worauf ich hinaus will, oder? Es geht mir nicht darum, faul zu hause rumzuhängen mit ALG I sondern dauerhaft einen Job zu finden und zu behalten, für den ich sowohl qualifiziert bin und auch körperlich funktioniert. Momentan ist fraglich, inwiefern die ganze körperliche Geschichte chronisch werden wird. Es ist aktuell noch nicht abzusehen. Bis heute kann ich kaum längere Zeit ohne Hammer Medikamente mit der Maus klicken. Tippen geht einigermaßen. Ja, ich habe mich ver**** lassen und war wohl voreilig mit meiner Eigenkündigung. Heute weiß ich das auch. Ab einem gewissen Schmerzpegel kann man nicht mehr rational denken. Ich wollte einfach arbeiten und wurde auch im 1 Monatstakt von jedem neuen Vorgesetzten hingehalten (bzgl. der Tätigkeit). So dass ich immer wieder aufs neue hoffte, dass sich alles von selbst lösen würde. Aus Schaden wird man klug. ![]() Habe Bewerbungen rausgeschickt - natürlich. Zwei Interviews gehabt, ein paar normale Absagen, zwei Absagen wegen Überqualifzierung erhalten und viele Bewerbungen, auf die noch kein Feedback kam. Mein Sachbearbeiter beim AA ist sehr verständnisvoll, das ist bisher auch ok. WEr hat Rat zum weiteren Vorgehen? Viele Grüße Daniel Geändert von Dididero (20.04.2011 um 18:27 Uhr) |
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#2
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| 1. Zunächst solltest du dir ausschliesslich Gedanken zu deiner Gesundheit machen und alles unternehmen, dass deine gesundheitliche Beeinträchtigung soweit wie noch möglich ausheilt. Ich sehe das allerdings eher so, dass du dir einen Schaden für den Rest deines Lebens eingehandelt hast und eine diesbezügliche Schwächung verbleibt. Bitte lasse dich umfassend von deinem Arzt beraten und versuche, diesbezügliche medizinische Fachliteratur zu lesen. 2. Wenn du krankgeschrieben = arbeitsunfähig bist, und du gehst vor Bewilligung von ALG I in die Arbeitslosigkeit, kannst du kein ALG I beziehen, sondern bist auf Krankengeld angewiesen bzw. je nach den Verhältnissen auf ALG II. Startseite - www.arbeitsagentur.de Suchfunktion: Krank, Urlaub 3. ALG I schliesst ALG II nicht aus. Man kann - sofern BEDÜRFTIGKEIT nach SGB II vorliegt, ersatzweise bei einer Leistungssperre bei ALG I oder bei zu geringem ALG I das ALG II aufstockend beziehen. 4. Leistungen werden erst ab Datum Antragstellung gewährt, dies gilt sowohl für ALG I als auch für ALG II. Tatsächliche Mittel fliessen aber erst nach Bewilligung, dann aber auch rückwirkend ab Antragsdatum. Es ist also wichtig, dass Unterstützunganträge rechtzeitig gestellt werden und nicht aus falscher Scham entweder nicht oder viel zu spät. Man kann mehrere Unterstützungsanträge stellen, auch z.B. für Wohngeld, das einzige, was dann passiert, ist, dass Anträge bewilligt oder nicht bewilligt werden, jenachdem, was einem nach Einkommen und Vermögen zusteht. 5. ALG I ist eine beitragsfinanzierte Versicherungsleistung, bei der darfst du zuverdienen. Es besteht ein montlicher Freibetrag von 165€, mehr wird angerechnet. Du fällst aus ALG I heraus, wenn du 15 Stunden pro Woche und mehr arbeitest, du darfst also versicherungsunschädlich 14,99 h pro Woche arbeiten. Bei ALG II darfst und sollst du soviel arbeiten wie du kannst, Verdienst wird nach den ZUverdienstregeln berücksichtigt. 100€ sind frei, der Rest wird gestaffelt berücksichtigt. 6. Du solltest analysieren, ob dein Arbeitsplatz ein Bildschirmarbeitsplatz war und ob dein Arbeitgeber evtl. seine Fürsorgepflichten verletzt hat. Wenn das so ist, kannst du möglicherweise eine Leistungssperre ALG I/Sanktion ALG II umgehen. Du müsstest das dann entsprechend begründen. 7. Bitte mache dich nicht zum Opfer irgendwelcher schlecht ausgestatteten Arbeitsplätze. Es gibt nämlich den § 8 SGB II, der dir de facto den ZUgang zu ERwerbsminderungsrenten versperrt und dir dafür im Falle eines Falles eine Vermögensabschmelzung aufbürdet und dich dann in ALG II bindet.
__________________ Lieber himmlischer Vater, ein neuer Tag beginnt. Gib mir neue Kraft und Geduld. Tröste mich durch dein Wort. Erquicke mich in meiner Mattigkeit. Sei du bei mir, wenn Schmerzen kommen und ich mutlos werde. Laß mich den Tag bestehen und dankbar annehmen, was Menschen mir Gutes erweisen. Du bist mein Vater, dir vertraue ich mich an. |
| Folgender Benutzer sagt Danke zu Counselor für den nützlichen Beitrag: | ||
Dididero (25.04.2011) | ||
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| Hallo Counselor, ganz vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort. Habe die letzten Tage genutzt um wieder runter zu kommen und mich ein bisschen schlauer zu machen... 2. Ok, das wäre also auch eine Alternative. Wenn ich also ab dem ersten Tag meiner Arbeitslosigkeit AU wäre, dann würde ich kein Krankengeld bekommen, richtig? Wenn dann müsste es mind. am letzten Tag sein, an dem ich noch in Beschäftigung bin? 3. Ok. Wobei die Frage ist, ob man mich sobald ich ALG II beziehe sofort dazu zwingt jegliche zumutbare Arbeit anzunehmen? Oder ob man das unterlässt, da ich ja in 3 Monaten (nach ENde der Sperrzeit) ALG I erhalte. Gibt es hierzu Erfahrungen? 6. Ja, es war ein Bildschirmarbeitsplatz und es ist definitiv gegen die besagte Verordnung verstoßen worden meiner Meinung nach: monotone Tätigkeit, bei der keinerlei angemessene Pausen vorgesehen waren. Das ist meiner Meinung nach ein Verstoß, right? 7. Ok. Wobei die EU-Rente sowieso nicht mein Ziel wäre.... Ich denke, dass sich das Krankheitsbild mit einem "normalen" Job wieder einigermaßen bessern wird - auch wenn es vielleicht nie wieder 100%ig gut wird. Mir fehlt leider die Erfahrung in solchen Sachen, deshalb wende ich mich hier an euch. Wie ist das beste Vorgehen, wenn man sich einfach innerhalb der nächsten Monate/halbes Jahr einen geeigneten, langfristigen Job suchen möchte, auch Qualifikationen besitzt und sich dabei nicht verschulden möchte? Wie gesagt, vor ALG II habe ich etwas Angst, obwohl es wohl am meisten Sinn macht? Wie sind da eure Erfahrungen? Liebe Grüße Dididero Zitat:
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#4
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| Zitat:
__________________ Lieber himmlischer Vater, ein neuer Tag beginnt. Gib mir neue Kraft und Geduld. Tröste mich durch dein Wort. Erquicke mich in meiner Mattigkeit. Sei du bei mir, wenn Schmerzen kommen und ich mutlos werde. Laß mich den Tag bestehen und dankbar annehmen, was Menschen mir Gutes erweisen. Du bist mein Vater, dir vertraue ich mich an. |
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