Änderungen im Arbeitsvertrag
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Änderungen im Arbeitsvertrag

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  #1  
Alt 08.09.2009, 08:31
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Böse Änderungen im Arbeitsvertrag


Hallo, mein Mann ist seit 1,5 Jahren bei einer Spedition als Kraftfahrer beschäftigt. Im Arbeitsvertrag sind die üblichen Spesen festgelegt, sowie ein Festgehalt für bis zu 258 Stunden im Monat. Zudem wird dort auf eine jährliche Prämie für gute Fahrzeugpflege zugesichert.
Nun wird die tägliche Arbeitszeit seit 3-4 Monaten immer länger. Mittlerweile sind es meist 15-19 Stunden am Tag. Auch kommt es immer öfter vor, dass mein Mann über Nacht nicht heim kommt...
Wir haben nun mehrmals beim Personalleiter betreff der Prämie und auch wegen Urlaub nachgefragt-unter anderem auch per Mail- eine Antwort bekommen wir nicht. Der geplante Sommerurlaub wurde nicht genehmigt.
Nun war eine ausserordentliche Betriebsversammlung in der darauf hingewiesen wurde, dass die spesen von 24 Euro/Tag auf 15 euro gekürzt werden, der Lohn um 500Euro/Brutto gekürzt wird und Überstunden weder bezahlt noch mit Freizeit ausgeglichen werden. Die Prämie entfällt ganz...angeblich alles weil es der Firma finanziell nicht gut geht....Der Betriebsrat unternimmt gar nichts dagegen....mein Mann hat nun die wahl den geänderten Arbeitsvertag zu unterschreiben oder er wird gekündigt....
Der firma scheint es wirklich "Sehr schlecht" zu gehen, so wurden doch im letzten Monat 6 nagelneue LKW´s gekauft und eine riesige Waschhhalle für die LKW´s gebaut( wo der chef stolz berichtete das diese ihm 3,5 Millionen gekostet hätte).... Muß´mein Mann sich das alles bieten lassen? Die lange Arbeitszeit macht ihn total kaputt, er wagt aber auch nicht etwas zu sagen....
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  #2  
Alt 08.09.2009, 09:51
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Nach dieser Schilderung lässt sich vermuten, dass hier gegen das ein oder andere Gesetz bewusst verstoßen wird. Allerdings sowohl durch den Arbeitgeber (durch Anweisung) als auch durch den Arbeitnehmer (in dem er es tut).
Ein aus meiner Sicht wieder typischer Fall von "Erpressung" durch den Arbeitgeber der seine Macht ausnutzt in dem er bei Weigerung mit dem Verlust des Arbeitsplatzes droht.
Wie groß ist eigentlich die Firma (feste Angestellte)?

In der Theorie gibt es dazu eindeutige Vorgehensweisen (Anzeige bei der Gewerbeaufsicht oder Zoll, Anzeige beim Arbeitsgericht), die in der Praxis dem einzelnen Arbeitnehmer hart treffen könnten.

Eigentlich sollte hier aber der BR eingreifen, wenn dieser schon nichts tut ist entweder der Sachverhalt hier nicht vollumfänglich beschrieben oder vielleicht hat der BR ja auch ne Leiche im Keller oder die Zahlen der Firma sprechen wirklich für sich.
Das mit den Investitionen in neue LKW's und eine neue Halle hat damit wenig zu tun. Erstens wurde diese Halle sicherlich schon vor längerer Zeit beauftragt (bevor die Wirtschaftskrise kam) und wenn eine Spedition keine Fahrzeuge mehr hat, kann sie auch meine Fahrer beschäftigen.

Richtig verzwickte Situation.

Entweder wehrt man sich mit allen daraus möglichen Konsequenzen, lässt es sich gefallen oder sucht sich einen neuen Arbeitgeber.

Wenn Ihr euch wehren wollt, könnten wir hier Anhaltspunkte geben wie, allerdings empfehle ich dann auf jeden Fall den Weg zum Anwalt für Arbeitsrecht.
__________________
Dies ist nur meine persönliche Meinung. Ich bin kein Rechtsanwalt. Irrtümer vorbehalten
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  #3  
Alt 08.09.2009, 10:00
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Hallo,
danke erstmal für die Antwort....die Firma hat ca.100 Kraftfahrer beschäftigt und halt noch einiges an Disponenten und Bürokräfte....
Ehrlich gesagt, frage ich mich wofür diese Firma einen BR hat....die stehen voll und ganz hinter dem Chef.
Naja die Alternative einen neuen Arbeitgeber zu suchen, haben wir auch schon durchdacht, ist aber momentan auch nicht ganz leicht....
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  #4  
Alt 24.09.2009, 13:46
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Dann lieber eine Kündigung und Arbeitslosengeld und in Ruhe was Neues suchen.
Und evtl. findet er ja auch einen Nebenjob, dass er ein bisschen dazu verdient.

Er soll sich nicht kaputtmachen lassen.

lg
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Folgender Benutzer sagt Danke zu minett1 für den nützlichen Beitrag:
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  #5  
Alt 24.09.2009, 15:05
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Vielen Dank....so sehe ich das eigentlich auch, denn so kann das auf Dauer ja niemand vollhalten...
LG
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  #6  
Alt 25.09.2009, 06:57
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Nur Mut, es ist schon eine Frechheit, wie einige Arbeitgeber ihre Angestellten aussaugen und veräppeln, auf Basis der Angst den JOb zu verlieren.
Ich bin der Meinung, dass man andere MEnschen so behandeln soll, wie man selber auch behandelt werden möchte, dann kann ich auch Niemanden verletzen oder kaputt machen, ich wünsche Deinem Mann die Kraft, dass er dann gegen das folgende Mobbing gewappnet ist.
Ich würde mich darauf vorbereiten, falls noch Fragen sein sollten, melde Dich per KN bei mir, ich kann Dir gute Tipps geben.

lg
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  #7  
Alt 25.09.2009, 07:35
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In diesem Thread wurde eine Kündigung empfohlen.

Dabei muss man beachten, dass eine Eigenkündigung stets eine Leistungssperre oder Sanktion beim ALG I / ALG II erzeugt.

Richtiger wäre es, hieb- und stichfeste Beweise zu sammeln, diese erforderlichenfalls der Agentur für Arbeit vorzulegen und sich die Erlaubnis für eine sanktionsfreie Eigenkündigung zu holen.

Das Problem dabei wäre natürlich dann auch, ob die Agentur dann anschliessend rechtliche Folgen für den Arbeitgeber veranlasst oder auslöst, was sich wiederum negativ auf die Arbeitssuche auswirken kann.

Man muss sich auch die Dimensionen klarmachen: wenn der Betrieb 100 Leute beschäftigt, dann heisst das: es muss für 100 Leute Lohn erwirtschaftet werden, dazu müssen die Investitionen für den Fuhrpark gestemmt werden, samt der dazugehörigen Zinslast. Dazu muss man wissen, dass das Transportgewerbe eigentlich - zumindest in Deutschland - erledigt und am Ende ist.

Freaky hat das bereits etwas akademisch formuliert:

Zitat:
oder die Zahlen der Firma sprechen wirklich für sich.
Ich halte das durchaus für möglich, dass das Unternehmen sich übernommen hat und in eine Schieflage geraten ist. Und diese Schieflage darf das Personal jetzt ausbaden: durch Gewinnoptimierung mittels maximaler Nutzung des Humankapitals.

Meiner Ansicht nach sollte man den Arbeitsplatz nicht kündigen, sondern aus der festen Anstellung heraus nach einem geeigneteren Arbeitsplatz suchen.

Aber auch hier gilt es, Beweise für die Notwendigkeit des Arbeitsplatzwechsels zu sichern, denn sollte man sich verschlechtern oder den neuen Arbeitsplatz verlieren, könnte es sonst später Scherereien mit der Agentur/Arge geben.
__________________
Was dich nicht umbringt, macht dich nur haerter.
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  #8  
Alt 25.09.2009, 08:06
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Nein, das hast Du falsch verstanden, ihr Mann soll es auf eine Kündigung des AG ankommen lassen. Selber kündigen wäre ja völliger Quatsch.
Habe mich da wohl falsch ausgedrückt-
ihc würde auf das Drängen des AG nicht reagieren und keinen anderen Vertrag unterzeichnen. Dann wird er bestimmt mit einer Drohung kommen.
Das war mein Statement dazu.

lg
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  #9  
Alt 26.09.2009, 08:32
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Hallo zusammen,


es mag ja durchaus sin, dass das Transportgewerbe so ziemlich erligt ist, aber rechtfertigt es so ein Verhalten??? Es sind dort Menschen beschäftigt und keine Roboter....mehr wie arbeiten kann niemand.
Erst gestern war wieder einmal so ein Fall...mein Mann ist morgens um 4.00 Uhr losgefahren nach Belgien und kam heute nacht um 3.00 Uhr nach Hause. Das wochenende hier ist gelaufen, da er total erledigt ist....er hat in der letzten Woche 90 Stunden gearbeitet.....wenn man bedenkt , dass nun nur das feste Gehalt für 258 Stunden gezahlt wird....und dafür soll mein Mann sich kaputt machen??? Die Überstunden kommen nun auf ein so genanntes Freizeit-Konto...alles schön und gut, nur es bekommt keiner Freizeit für diese Stunden, da zuviel zu tun ist.... Super Sache und wenn die Firma Pleite ist, sind ja die Stunden auch futsch!!
Vor allem Frage ich mich, wenn sooooo viel zu tun ist, müßen ja auch Gelder reinkommen....
Das Beste allerdings ist das "Sommerfest" das nächste Woche stattfinden soll....mit Büfett und allem Drum und Dran...Hüpfburgen für die Kids, Animationen usw....dafür ist dann Geld da???
Das erweckt bei mir immer mehr den Anschein der vollkommenen Ausnutzung der Fahrer....

LG
HappyDog 2009
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