Urlaub, Arbeitszeit und Gehalt - bitterlich enttäuscht
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Urlaub, Arbeitszeit und Gehalt - bitterlich enttäuscht

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  #1  
Alt 06.12.2007, 22:42
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Hallo an alle,


Hier unser Problem kurz vorgestellt:
Mein Mann ist seit 27 Jahren bei seiner Firma (Blumengroßhandel) beschäftigt.
Übliche Arbeitszeit ausserhalb den Festtagsgeschäften 5.00 - 18.00/19.00 Uhr. 2 Stunden Mittag (was wir absolut schwachsinnig finden).
Jeden 2. - 3. Samstag von 6.00 - 12.00/13.00 Uhr je nachdem wie es mit der Mitarbeiterverfügbarkeit ausschaut, ist es auch gang und gäbe dass er öfter Samstagsdienst machen muss.
Es werden keinerlei Überstunden bezahlt, es wird nicht gestempelt und eigentlich haben die Arbeitstage open end je nach dem wie die Arbeit anfällt. Geöffnet ist die Filiale aber immer bis 18.00 und solange ist mein Mann auch in der Firma. In den Festtagsgeschäften (Muttertag, Ostern, Valentin, Allerheiligen, Weihnachten) ist es normal, dass in der Festtagswoche nachts um 2.00 die Arbeit beginnt und abends um 18.00 immer noch nicht schluß ist. Mindestens 2 oder auch mal 3 Tage hintereinander. Normal ist eine 65 Std Woche abzgl Mittag = 55 Std. + Samstag mit 6 Std.
Gehalt 1350 EUR netto im normalen Geschäft + evtl. Prämien in den Festtagswochen (was aber die 500 EUR brutto auch nicht überschreitet).
Für die Vertretung des Filialleiters gabs 1x eine Prämie und bei den nächsten beiden Malen wurde keine bezahlt.
Er hat mit heutigem Tag noch 25 Tage alten Urlaub, den er nicht nehmen kann, da er ständig Tourvertretungen für seine Kollegen fahren muss und er der Einzige ist, der diese alle kennt. Eigentlich ist er ja auch Innendienst. Bei 10 Touren macht das 60 Wochen Urlaubsvertretung (wer rechnen kann.....)
Die Firma findet keine neuen Mitarbeiter, da alle die kommen nach spätestens 1 Woche das Handtuch werfen (bei der Arbeitszeit und Entlohnung verständlich). Nachdem er seit Anfang des Jahres mal eine Gehaltserhöhung bekommen sollte (beim letzten Mal waren es nach zig Jahren 81 EUR brutto) und sich bis jetzt immer noch nichts getan hat, tritt mein Mann seit ein paar Wochen "etwas" kürzer - sprich er kommt auch mal um 17.00 heim oder geht nach der Tour (wie es die Stammfahrer ja auch machen) was er früher nie gemacht hat. Heute nun gab es ein Gespräch mit dem Vertriebsleiter der Zentrale. Fazit - wenn er seine Arbeitsleistung wieder steigert, dann kann man evtl. über mehr Geld sprechen, aber momentan lässt diese zu wünschen übrig. Nun meine Frage - ist eine 50 Stundenwoche mangelnde Arbeitsleistung? Wir haben so die Nase voll und er will sich das nicht mehr bieten lassen. Welche rechtlichen Maßnahmen kann er in Anspruch nehmen?
Mein Mann wird sich ab sofort nach was Neuem umschauen (sehr hart für ihn, da er seinen Job eigentlich liebt und er immerhin heuer 50 geworden ist). Er hat sich für diese Firma echt den A.... aufgerissen und ist bei den Kunden super beliebt. Er kann wirklich hart arbeiten und würde auch weiterhin diese Arbeitszeiten in Kauf nehmen, aber das ist doch moderne Sklaverei und eine Gehaltserhöhung ist doch sicher nicht übertrieben bei diesen Bedingungen. Es wird dann in dieser Filiale nur noch einen einzigen geben, der Vertretung fahren könnte (weil er einen Führerschein hat), aber er kennt die Touren nicht und es wäre keiner mehr im Innendienst.

Ich hoffe irgendjemand kann uns hier einen Rat geben. Mein Mann ist echt verzweifelt.

Danke und lg
Monika
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  #2  
Alt 07.12.2007, 00:40
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Mein Mann ist seit 27 Jahren bei seiner Firma (Blumengroßhandel) beschäftigt.

""Das heisst, er ist völlig unflexibel, hat keine Erfahrungen sammeln können und hat sich in einem Betrieb festgebissen. Den Erfordernissen der Zeit hinkt er hoffnungslos hinterher.""

Übliche Arbeitszeit ausserhalb den Festtagsgeschäften 5.00 - 18.00/19.00 Uhr. 2 Stunden Mittag (was wir absolut schwachsinnig finden).

Zwei Stunden Mittagspause sind notwendig, um die gesamte Arbeitszeit so zu gestalten, dass diese noch zulässig ist, und eine Servicebereitschaft gegenüber der Kundschaft während der Geschäftszeiten erreicht wird. Diese Pausenzeiten sind eigentlich nicht zu tadeln. Die eigentliche Arbeitszeit ist aber nicht zulässig.

Jeden 2. - 3. Samstag von 6.00 - 12.00/13.00 Uhr je nachdem wie es mit der Mitarbeiterverfügbarkeit ausschaut, ist es auch gang und gäbe dass er öfter Samstagsdienst machen muss.

Der Samstag ist ein Werktag, also ein Arbeitstag. Dies kann auch nicht getadelt werden.

Es werden keinerlei Überstunden bezahlt, es wird nicht gestempelt und eigentlich haben die Arbeitstage open end je nach dem wie die Arbeit anfällt.

Dann bezieht er Gehalt. Dass nicht gestempelt wird, hat natürlich den Sinn, dass man den Arbeitgeber nicht festnageln kann.

Geöffnet ist die Filiale aber immer bis 18.00 und solange ist mein Mann auch in der Firma. In den Festtagsgeschäften (Muttertag, Ostern, Valentin, Allerheiligen, Weihnachten) ist es normal, dass in der Festtagswoche nachts um 2.00 die Arbeit beginnt und abends um 18.00 immer noch nicht schluß ist. Mindestens 2 oder auch mal 3 Tage hintereinander. Normal ist eine 65 Std Woche abzgl Mittag = 55 Std. + Samstag mit 6 Std.

In jeder Branche gibt es Saisonarbeiten, wo wirklich hart gearbeitet werden muss. Aber diese dargestelten Zeiten sind nicht mehr akzeptabel und bergen ein grosses Unfallrisiko.

Gehalt 1350 EUR netto im normalen Geschäft + evtl. Prämien in den Festtagswochen (was aber die 500 EUR brutto auch nicht überschreitet).
Für die Vertretung des Filialleiters gabs 1x eine Prämie und bei den nächsten beiden Malen wurde keine bezahlt.



Er hat mit heutigem Tag noch 25 Tage alten Urlaub

"Du bist Deutschland! - Endlich mal ein Leistungsträger, der seine Freizeit sinnvoll verbringt ... "

, den er nicht nehmen kann, da er ständig Tourvertretungen für seine Kollegen fahren muss und er der Einzige ist, der diese alle kennt. Eigentlich ist er ja auch Innendienst. Bei 10 Touren macht das 60 Wochen Urlaubsvertretung (wer rechnen kann.....)

"Wenn er weiss, dass er langsam ist, muss er halt mal ein wenig schneller machen. Oder nachsitzen ... "

Die Firma findet keine neuen Mitarbeiter, da alle die kommen nach spätestens 1 Woche das Handtuch werfen (bei der Arbeitszeit und Entlohnung verständlich).

Wenn der Unternehmer will, dann findet er genug Leute, die für ihn arbeiten können und wollen. Auch die pecuniäre Entlohnung ist nicht das Mass aller Dinge. In diesem Betrieb gibt es mit Sicherheit weitere negative Faktoren, die ein dortiges Arbeiten für einen normalen Arbeiter unmöglich machen. Dazu gehören nicht nur die unerhörten Arbeitszeiten, sondern mit ziemlicher Sicherheit ein kaum erfüllbares Arbeitsvolumen, das abverlangt wird, und mit Sicherheit ein autoritärer Führungsstil des Unternehmers.

Nachdem er seit Anfang des Jahres mal eine Gehaltserhöhung bekommen sollte (beim letzten Mal waren es nach zig Jahren 81 EUR brutto) und sich bis jetzt immer noch nichts getan hat, tritt mein Mann seit ein paar Wochen "etwas" kürzer - sprich er kommt auch mal um 17.00 heim oder geht nach der Tour (wie es die Stammfahrer ja auch machen) was er früher nie gemacht hat. Heute nun gab es ein Gespräch mit dem Vertriebsleiter der Zentrale. Fazit - wenn er seine Arbeitsleistung wieder steigert, dann kann man evtl. über mehr Geld sprechen,

aber momentan lässt diese zu wünschen übrig.

.....


Nun meine Frage - ist eine 50 Stundenwoche mangelnde Arbeitsleistung? Wir haben so die Nase voll und er will sich das nicht mehr bieten lassen. Welche rechtlichen Maßnahmen kann er in Anspruch nehmen?

Er sollte erstmal in die Gewerkschaft eintreten. Das kostet natürlich Beitrag, bei der IG METALL z.B. 1% vom Brutto, das ist nicht wenig.

Aber eine Mitgliedschaft wird ihm dabei helfen, seine Lage korrekt einzuschätzen.


Mein Mann wird sich ab sofort nach was Neuem umschauen (sehr hart für ihn, da er seinen Job eigentlich liebt und er immerhin heuer 50 geworden ist). Er hat sich für diese Firma echt den A.... aufgerissen und ist bei den Kunden super beliebt. Er kann wirklich hart arbeiten und würde auch weiterhin diese Arbeitszeiten in Kauf nehmen, aber das ist doch moderne Sklaverei und eine Gehaltserhöhung ist doch sicher nicht übertrieben bei diesen Bedingungen. Es wird dann in dieser Filiale nur noch einen einzigen geben, der Vertretung fahren könnte (weil er einen Führerschein hat), aber er kennt die Touren nicht und es wäre keiner mehr im Innendienst.

Sich nach einem neuen Job umschauen, wäre das Falscheste, was man jetzt machen könnte.
Er würde 27 Jahre Betriebszugehörigkeit und den damit verbundenen Kündigungsschutz verlieren. Evtl. auch mögliche Abfindungsansprüche. Mit 50 ist er für den Arbeitsmarkt abgehakt und erledigt, Grabgemüse sozusagen.




Ich hoffe irgendjemand kann uns hier einen Rat geben. Mein Mann ist echt verzweifelt.
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Geändert von nontestatum (07.12.2007 um 00:47 Uhr)
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  #3  
Alt 07.12.2007, 01:34
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Ich fasse die Situation mal zusammen:

Dein Mann gehört der alter Arbeitergeneration an, die sich über Arbeit definiert und daraus ihre Existenzberechtigung herleitet. Man lebt und stirbt für "seinen" Betrieb. Die eigenen Bedürfnisse stehen weit hintenan.

So entsteht ein Arbeitsverhältnis, in dem man Tag und Nacht für den Betrieb da ist und für das man sich aufopfert.

Da niemand da ist, der einen korrigieren könnte, hält man das alles für in Ordnung, weil das ja wohl alles so sein muss und weil der Chef ständig jammert, wie schlecht es doch der Firma geht. Da ist man dann doch dankbar, dass der Chef sich soviel Mühe macht und versucht, das Personal zu halten. Die neuen Kollegen, die sich gelegentlich einfinden, sind schon weg, bevor man sich deren Namen merken konnte. Also bleibt die Arbeit doch wieder an einem selber hängen.

Krankfeiern ist natürlich ein Fremdwort, dass man nur aus dem Fernsehen kennt, es wäre mit der eigenen Ehre unvereinbar, nur wegen 40 Grad Fieber der Arbeit fernzubleiben, ein Indianer kennt ja keinen Schmerz ... nee, wenn man krank ist, dann nur mit Priester am Bett ....

Irgendwann stellt man fest, man ist fuffzich, die Knochen fangen an zu knirschen, die Abmahnungen vom Chef kann man nur noch mit der Brille lesen,
und die Arbeit macht auf einmal nicht mehr soviel Spass wie früher, man hat öfter als früher einen Seufzer auf den Lippen.

Ich denke, dann wäre die Zeit reif dafür, so ein Arbeitsverhältnis auf vernünftige Füsse zu stellen. Man informiert sich über seine Rechte (und nicht nur über seine Pflichten), dafür wäre eine Gewerkschaftsmitgliedschaft hilfreich; wenn man dann Bescheid weiss, kann man seinen Chef mal darauf ansprechen, die Arbeitszeit auf 40 Stunden pro Woche zu beschränken - das dürfte wohl nicht zu unverschämt sein. Eines muss nämlich klar sein: die bisher geleistete enorme Stundenzahl ist dem LEBEN abträglich, damit schärft man nur die Sense vom Sensenmann.

In diesem Zusammenhang wäre wohl auch ärztlicher Rat angebracht: ich möchte nicht wissen, wie die Bandscheiben aussehen ...

Wann ist denn die letzte Generaluntersuchung gewesen?



Waren meine Zeilen soweit hilfreich und habe ich die Situation weitestgehend korrekt dargestellt?
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Folgender Benutzer sagt Danke zu nontestatum für den nützlichen Beitrag:
moni8 (07.12.2007)

  #4  
Alt 07.12.2007, 13:05
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hallo nontestatum,
erstmal danke für deine schnelle antwort
deine zusammenfassung kommt der realität schon ziemlich nah. gesundheitlich gesehen muss ich jetzt eher sagen ist er eigentlich ziemlich fit. Er ist einfach ausgelaugt und total demotiviert.
Wie sieht das mit dem Kündigungsschutz eigentlich aus? Welche "Voraussetzungen" müssten denn erfüllt sein, dass man ihn kündigen könnte? Soll er wieder Gas geben oder weiterhin kürzer treten? Kann ihm das als Arbeitsverweigerung angelastet werden? Obwohl er ja seine Arbeit macht aber eben nicht mehr bis Ultimo bleibt?
Wie müsste er es schriftlich formulieren, dass er endlich beim Urlaub zum Zuge kommt bzw. dass der nicht einfach verfällt?
Er weiß einfach nicht wie er sich verhalten soll.
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass seit Februar sein Chef krank ist wegen der Bandscheibe und eigentlich keiner weiß ob er überhaupt nochmal wieder kommt oder ob er überhaupt noch Chef ist...
Die "Vertretung" führt sich als Filialleiterin auf obwohl hier überhaupt nichts offizielles gesagt wurde. Keine Frage, sie ist genauso lang täglich in der Firma, aber das ist wiederum auch ihr Problem. Entlastet will sie wohl nicht werden, da sie alles an sich reißt um dann sagen zu können wie super sie doch ist.
Die ist genauso doof, aber sitzt momentan am längeren Hebel. Ich denke mal, sie hat sich bei der Zentrale über meinen Mann beschwert.

Danke und lg
Monika
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  #5  
Alt 07.12.2007, 14:18
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deine zusammenfassung kommt der realität schon ziemlich nah. gesundheitlich gesehen muss ich jetzt eher sagen ist er eigentlich ziemlich fit.

Er ist einfach ausgelaugt und total demotiviert.
Und hier liegt die Gefahr. Nicht nur der Körper kann an Erschöpfung leiden, sondern auch die Seele. Wenn sich da eine Depression ("Burn-Out-Syndrom") entwickelt, kann das übel ausgehen.

Wie sieht das mit dem Kündigungsschutz eigentlich aus? Welche "Voraussetzungen" müssten denn erfüllt sein, dass man ihn kündigen könnte?
Diese Frage könnte nur ein Arbeitsrechtler korrekt beantworten. Aber ich sage zum Beispiel: Wenn er krank wird und kann die laut Arbeitsvertrag geschuldete Arbeitsleistung nicht mehr erbringen, dann ist er ganz schnell weg vom Fenster. Damit meine ich jetzt nicht eine Grippe, sondern etwas ernsthaftes und langwieriges wie Bandscheibe, Depressionen, usw.

Manche glauben noch, man könne wegen Krankheit nicht gefeuert werden. Das ist aber nicht richtig: ganz das Gegenteil trifft zu. Da gibt's dann keine betriebsbedingte, sondern eine personenbedingte Kündigung.



Soll er wieder Gas geben oder weiterhin kürzer treten? Kann ihm das als Arbeitsverweigerung angelastet werden? Obwohl er ja seine Arbeit macht aber eben nicht mehr bis Ultimo bleibt?
Ich würde kürzer treten, und zwar auf der Grundlage meines Arbeitsvertrages, des Tarifvertrages und des Arbeitszeitgesetzes.

ArbZG ---> ArbZG - nichtamtliches Inhaltsverzeichnis



Wie müsste er es schriftlich formulieren, dass er endlich beim Urlaub zum Zuge kommt bzw. dass der nicht einfach verfällt?

Näheres zum URLAUB sagt der Tarifvertrag und das Bundesurlaubsgesetz.

BUrlG ----> BUrlG - nichtamtliches Inhaltsverzeichnis

Urlaub, der nicht gewährt werden kann, sollte in das nächste Jahr übertragen werden. Oder in eine Geldzahlung umgewandelt werden. Aber eine Geldzahlung ist uninteressant, weil die Steuer zuschlägt.

Aber "verfallen" lassen würde ich den Urlaub nicht. Ist sowas schon passiert?

Er weiß einfach nicht wie er sich verhalten soll.
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass seit Februar sein Chef krank ist wegen der Bandscheibe und eigentlich keiner weiß ob er überhaupt nochmal wieder kommt oder ob er überhaupt noch Chef ist...
Die "Vertretung" führt sich als Filialleiterin auf obwohl hier überhaupt nichts offizielles gesagt wurde. Keine Frage, sie ist genauso lang täglich in der Firma, aber das ist wiederum auch ihr Problem. Entlastet will sie wohl nicht werden, da sie alles an sich reißt um dann sagen zu können wie super sie doch ist.
Die ist genauso doof, aber sitzt momentan am längeren Hebel.

Ich denke mal, sie hat sich bei der Zentrale über meinen Mann beschwert.

Worüber will sich diese Vorgesetzte beschweren: dass ein Mitarbeiter nicht mehr unentgeltlich 300% Arbeitsleistung erbringt, sondern nur noch 150% oder 200%?
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  #6  
Alt 07.12.2007, 14:44
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Ich würde wie folgt vorgehen:

Ich würde der Gewerkschaft beitreten. Dort kann ich den Tarifvertrag einsehen, mich über die gesetzlichen Rahmenbedingungen informieren und zu meinem Arbeitsvertrag rechtlichen Rat einholen.

Der hohe Mitgliedsbeitrag ist natürlich ärgerlich, aber das muss man dann eben als Kriegskosten ansehen.

*

Der direkte Vorgesetzte deines Mannes ist erkrankt und man weiss nicht, ob er wieder zurückkehrt.

Hier erscheint es angebracht, wegen Wechsel des Vorgesetzten ein Arbeitszeugnis zu verlangen, ein sogenanntes Zwischenzeugnis.

Ich gehe davon aus, dass die schön **** gucken werden und sich sehr schwer dabei tun, ein solches Zeugnis zustande zu bringen. Insbesondere geht es darum, die jahrelang erbrachte Arbeitsleistung zu beschreiben.

Du wirst sehen, die werden sich winden, und sich eher den kleinen Finger abschneiden, als ihm ehrlich und aufrichtig seine Leistung zu bescheinigen.

Das wäre dan ein Fall für den Rechtsanwalt.

*

Von der Öffentlichkeit weitestgehend unbemerkt, haben die Politiker die Arbeitnehmerschaft entrechtet. Es gibt zwar offiziell noch eine Invalidenversorgung, de facto aber nicht mehr.

Den § 8 SGB II (Sozialgesetzbuch, zweites Buch) sollte jeder Arbeitnehmer kennen:

SGB 2 - Einzelnorm

Zitat:
(1) Erwerbsfähig ist, wer nicht wegen Krankheit oder Behinderung auf absehbare Zeit außerstande ist, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein.
Das heisst nichts anderes als: wer noch täglich drei Stunden lang einen Bleistift in der Hand halten kann, ist erwerbsfähig. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein derartiger Arbeitsplatz auf dem Arbeitsmarkt verfügbar ist.

In diesem Zusammenhang sollte man sich mit dem Thema ALG II befassen.

Arbeitsmarktreform - Startseite

Hartz IV Forum | Startseite

Wenn dein Mann wegen Arbeitsüberlastung krank wird - aus welchen Gründen, Symptomen und Diagnosen auch immer - dann wird er nicht mehr ausreichend arbeitsfähig sein, dann steht ALG II vor der Türe, dann geht's euch - dir und deinem Mann, ihr bildet eine Bedarfsgemeinschaft - buchstäblich an den Kragen.

Denn Belohnung und Dank für die bisher geleistete Arbeit wird dein Mann nicht erwarten dürfen.
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