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#1
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| Hallo, ich bin im Rahmen eines Bewerbungs-Trainings der Arbeitsagentur von der zuständigen Trainerin auf eine bestenfalls mittelmäßige Bewertung meines letzten Arbeitszeugnisses hingewiesen worden. Ich war wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Informatik-Institut an der Uni und überwiegend als Programmierer tätig. Da ich mir sehr unsicher bin, bitte ich um Urteile, ob das Zeugnis wirklich so miserabel ist: --- Arbeitszeugnis Herr Dipl.X. X. Y., geboren am 00.00.0000, war vom 01.01.2009 bis zum 30.09.2011 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für V & I der Universität Z. beschäftigt Die Forschungsarbeit im P-Projekt (Beschr. der Abk.) hat die Entwicklung von X-systemen für Menschen mit u. V. zum Ziel. Im Mittelpunkt des Projekts steht die Entwicklung von R.- und I.systemen für Studierende und Mitarbeiter der Universität, die o, o oder h. sind. Der Schwerpunkt der Tätigkeit von Herrn X. war die Weiterentwicklung des Prototyps S. (Abk. Erkl.) in Zusammenarbeit mit Studierenden und mit Kolleginnen und Kollegen des T.-Teams. Sein Aufgabenbereich war vor allem die eigenständige Softwareentwicklung. Insbesondere implementierte er Programme zur Integration von R-, G- und I-Sensoren in das bestehende System, das im Wesentlichen auf xy beruht. <Beschreibung des Systems>. Herr X. erweiterte die bestehende Software <meine Programmiertätigkeit>. Im Aufgabenbereich von Herrn X. lag auch die Vorbereitung für die Inbetriebnahme von xy. In einem Kooperationsprojekt mit der Firma U. GmbH und dem Institut für S. u. T. führte Herr X. gemeinsam mit Mitarbeitern des S.u.T. Usability-Tests der innovativen Funktionsmodelle mit xy durch. Die komplexen Aufgaben erforderten umfassende Kenntnisse der Programmiersprache C++, der C++-Klassenbibliothek Qt und in der hardwarenahen Programmierung sowie bei der Integration von externen Softwaremodulen und T.. Herr X. zeigte sich gegenüber neuen Anforderungen aufgeschlossen. Er arbeitete systematisch, zielorientiert und hat mit seiner Arbeit einen wichtigen Beitrag zur internationalen Beachtung des Forschungsprojekts geleistet. Die ihm übertragenen Aufgaben wurden von ihm selbständig und zu unserer vollen Zufriedenheit gelöst. Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen waren stets einwandfrei. Herr X. verlässt uns auf eigenen Wunsch fristgemäß zum 30.9.2011. Wir bedauern seinen Weggang und danken ihm für die gute und stets angenehme Zusammenarbeit. Auf seinem zukünftigen Berufs- und Lebensweg wünschen wir ihm alles Gute, viel Glück und Erfolg. Prof. Dr. E.T. -- Punkte: "zur vollen Zufriedenheit" = 3 (nur Durchschnitt) minimale persönliche Leistungsbewertung im Vgl. zur Tätigkeitsbeschreibung = negativ "zeigte sich gegenüber neuen Anforderungen aufgeschlossen" = nicht positiv Ich muss dazu sagen, dass ich quasi in einem 1-Mann-Team alles alleine machen musste mehr als zwei Jahre lang und infolgedessen Einige Anforderungen einfach zeitlich nicht geschafft habe, das Programm hat einen Umfang von >60 000 Codezeilen Danke für Feedbacks, lorky Zusatz: Informatik-Institut, ca. 60 Mitarbeiter Ich in Team von 3 Leuten, aber einziger Entwickler, mein direkter Chef nur Organisation, Repräsentieren, mein Kollege machte nur 3D-Anwendung (AutoCAD), Mitarbeiterstelle: Wissenschaftlicher Mitarbeiter, TV-L, Vollzeit PS: Würde mich wirklich über Meinungen freuen, da ich schon Kontakt mit meinem Ex-Chef aufgenommen habe, aber noch keine Antwort erhalten habe... Wie sieht es rechtlich aus? Nach eigenen Recherchen bin ich als Arbeitnehmer bei einem begehrten Urteil von besser als befriedigend ja in der Beweislast? Wie soll ich meine Bewertung rechtfertigen, schließlich habe ich keine wirklichen Zeugen? Geändert von lorky (27.01.2012 um 13:04 Uhr) Grund: Zusätzliche Angaben zur Tätigkeit, berufl. Umfeld |
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#2
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| Hat dieses Zeugnis Prof. Dr. E.T. selber verfasst oder die Personalabteilung? Evtl. hat dann der Prof diese Formulierungen aus unwissendheit verwendet. "zur vollen Zufriedenheit", die Steigerung wäre "zur vollsten Zufriedenheit" und das ist eine 1. Ich finde es nicht schlecht, imho eine "2-3". Je nachdem wie ihr auseinander gegangen seid, würde ich erst einmal das persönliche Gespräch suchen, und alles in Ruhe klären. Sollte das nicht bringen, weg vors Arbeitsgericht nicht scheuen. MfG |
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#3
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| Hallo vividas1984, ich bekam den Auftrag, selbst einen ersten Entwurf zu verfassen, den ich dann an meinen direkten Vorgesetzten schickte, der ihn vermutlich auch bearbeitet hat und dann an den Prof. geschickt hat. In meinem ursprünglichen Entwurf war das Wort "stets" noch enthalten, da ich mich an einen Zeugnis-Ratgeber gehalten hatte (in Ermangelung echter Kenntnisse über Zeugnisse). Ich denke also schon, das mein Chef bzw. der Prof das Zeugnis selbst verfasst/bearbeitet haben, eine echte Personalabteilung (abgesehen von den Sachbearbeitern bei der Geschäftsleitung des Instituts) gibt es nicht. Ich habe selbst gekündigt, aber habe alles getan, dass es nicht im Streit endet und bis zum letzten Arbeitstag 100% Leistung gezeigt. Natürlich waren die Arbeitsbedingungen alles andere als gut (s. meine Beschreibung als einziger Entwickler), weshalb ich auch gesundheitlich nahe am Burnout war und deshalb beschlossen habe, dass es das mir für eine TV-L-Stelle nicht wert ist. Wenn Du das Zeugnis mit "2-3" bewertest, bin ich überrascht, ich hätte es wesentlich schlechter eingeschätzt. Ich würde mich über weitere Bewertungen von den Zeugnis-Experten hier im Forum freuen! Danke & viele Grüße, lorky |
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#4
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| Lorky- die verwandten eurteilenden Aussagen liegen überwiegend im Bereich der Durchschnittlichkeit, deutlich schwerer fallen jedoch die nicht getätigten Würdigungen ins Gewicht. Ansonsten ist es so dass man Glück nur dem wünscht, der es nötig hat. Unterm Strich steht dieser Zeugnistext nicht für die Würdigung einer über zweijährigen, im positiven Sinne brauchbaren Arbeit. ... gab es denn kein Feedback, keine Jahresgespräche o.Ä.?
__________________ ... schöne Grüße Wolf Die in meinen Beiträgen enthaltenen Aussagen stehen nur und ausschließlich für meine persönliche Meinung. Sie stellen keine, wie auch immer geartete, Rechtsberatung dar. Ich bin kein Jurist. |
| Folgender Benutzer sagt Danke zu derWolf für den nützlichen Beitrag: | ||
lorky (03.02.2012) | ||
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#5
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| Hallo derWolf, danke für Deine Beurteilung. Das mit dem "Glück wünschen" ist mir jetzt gar nicht so aufgefallen. Was meinst Du genau mit nicht getätigten Würdigungen? Es gab keinerlei Jahresgespräche oder Feedback, ich war ja der einzige Entwickler und musste sowieso alles alleine machen und natürlich ist wegen Überforderung bzw. dem Aufladen sämtlicher Arbeit einiges liegengelieben. Im Interesse meiner eigenen Gesundheit habe ich die mir einzig verbliebene Konsequenz gezogen und selbst gekündigt. Mein Chef scheint wohl sehr angefressen zu sein ob meiner Kündigung, da er damit seinen einzigen produktiven Mitarbeiter im Team verloren hat, allerdings hat er einen Nachfolger für mich gefunden, einen Studenten/Absolventen, den ich sogar eingearbeitet habe, insofern denke ich nicht, dass man mir vorwerfen kann, ich hätte ihn im Stich gelassen... Die Arbeitsatmosphäre war natürlich nicht immer die Beste unter diesen Bedingungen, aber ich habe alle Aufgaben übernommen, während sich mein Chef z.B. bei anstehenden Tests in den Urlaub verabschiedet hat oder mich trotz anstehendem Sommerfest der Abteilung als einzigen Mitarbeiter hat Tests machen lassen, während alle anderen gefeiert haben... Danke f. alle Anmerkungen, lorky Geändert von lorky (03.02.2012 um 17:04 Uhr) Grund: genauere Ausführungen bzgl. Arbeitsatmosphäre |
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