Wegen längerer Krankheit in Probezeit gekündigt
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Wegen längerer Krankheit in Probezeit gekündigt

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  #1  
Alt 30.10.2007, 13:37
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Standard Wegen längerer Krankheit in Probezeit gekündigt


Habe durch Zufall dieses Forum gefunden und bitte hiermit um Eure Hilfe.

Im folgenden meine Ausgangslage:
Nach mehrjährigem Arbeiten/Studieren im Ausland bin ich im Frühjahr 2007 wieder zurück nach Deutschland gekommen und habe auch recht schnell eine Arbeitsstelle gefunden. Ca. 6 Wochen nach Arbeitsantritt, bin ich allerdings erkrankt (burnout, depressionen, ...) und nun seit 8 Wochen krank geschrieben. Der Arbeitgeber hat mir in der Zwischenzeit während der 6-monatigen Probezeit zum Dezember hin ordentlich gekündigt, was ich ja auch verstehen kann, da ich momentan auf einen Therapieplatz warte und voraussichtlich erst wieder im Februar oder März 2008 dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Nun zu meinen Fragen:
1) Was sollte im dem Arbeitszeugnis stehen bzw. auf keinen Fall stehen? Da ich ja nur 6 Wochen gearbeit habe (dabei allerdings hauptsächlich mit der Einarbeitung beschäftigt war), aber ingesamt (Krankheit mit eingerechnet) 5 Monate auf dem Papier steht, weiss ich nun nicht, ob ein qualifiziertes Zeugnis überhaupt Sinn macht.
2) Welchen Grund der Kündigung soll ich meinem nächsten Arbeitgeber gegenüber angeben? Eine Krankheit, insbesondere eine psycho-somatische Erkrankung, ist vielleicht nicht gerade optimal.
3) Durch den Therapieaufenthalt entsteht mir eine "größere" Lücke nach dem gescheiterten Arbeitsversuch, da ich während der Zeit im Krankenhaus mich nicht um eine Bewerbung kümmern kann und mich somit erst anschliessend um eine neue Stelle bewerben kann. Ist der offene Umgang mit der Krankheit und der Therapie empfehlenswert für die zukünftigen Vorstellungsgespräche? Falls nicht, wie könnte man diese Lücke "kaschieren"?

Vielen Dank schon mal im Voraus.
Würde mich über ein paar Kommentare bezüglich meiner Situation sehr freuen!
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  #2  
Alt 30.10.2007, 22:35
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Man kann nicht wirklich gut antworten.

Man weiss jetzt nur, du bist krank aus dem Ausland zurückgekommen, man weiss aber nicht, welche Umstände es waren, die dich zum Burn Out gebracht haben und welche Zeitschiene insgesamt vorliegt. Dein Alter kennt man auch nicht. Ich vermute mal, die Wurzeln deiner Erkrankung liegen schon lange zurück, sie werden bis in die Schulzeit zurückreichen: immer hohe Anforderungen an deine Schulergebnisse, du musstest Abitur oder einen gleichwertigen Schulabschluss erreichen, danach "musste" studiert werden und Karriere angestrebt werden. Spielen deine Eltern noch eine Rolle in diesem Geschehen? Lebst du alleine?

Ich weiss nicht, was deine Ärzte dir raten werden, aber meine Meinung wäre, aus dem Karriere-Zirkus auszusteigen und eine Zeitlang Jobs zu machen, die dir Spass machen.

Es gibt hier im Forum einen Thread des Users "Hardy", der wäre vielleicht interessant für dich:

Nach 19 Jahren im Job mag ich nicht mehr!!
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  #3  
Alt 31.10.2007, 22:24
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Hallo nontestatum,

vielen dank für deine Antwort, allerdings wollte ich in diesem Forum weniger über meine Krankheit reden (gehe deswegen ja auch in Therapie, die Gründe liegen aber zum einen im familären wie auch untergeordnet im beruflichen Bereich), sondern vielmehr wie ich mit der Kündigung weiter umgehen soll.

Deshalb liegen mir weiterhin die drei oben genannten Fragen am Herzen, insbesonder die erste Farge, also das Arbeitszeugnis, denn das muss ich demnächst beim Arbeitgeber "beantragen".

Was mich angeht, bin ich 32, habe studiert und anschliessend im Ausland promoviert, der Job in Deutschland war somit mein erster in der Industrie, den ich mit der Krankheit so ziemlich versiebt habe. Möchte dennoch weiterhin Karriere machen (Eltern spielen dabei nur unbewußt eine Rolle), dabei aber mehr auch auf mich und meine Bedürfnisse eingehen (an dieser Stelle nicht weiter zu vertiefen), von daher liegt mir die Antwort auf meine Frage, wie's weitergehen soll sehr am Herzen. Lebe, nach der Trennung von meiner Frau und im Zuge der Krankheit, im Moment wieder bei meinen Eltern.

PS: Danke für den Link, fand aber das es nur bedingt hilfreich für mich ist - mein Blutdruck ist übrigens normal.
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  #4  
Alt 31.10.2007, 22:40
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Tigerstella2006 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Hallo Typhoon,

das ist echt schon eine blöde Situation.

Also, dein alter Arbeitgeber darf in deinem Zeugnis auf gar keinen Fall die Krankensituation schildern.

Im Arbeitszeugnis muss drinne stehen...

1. Dein Name/Vorname/ Geburtsdatum und wo
2. Von wann bis wann du dort als was gearbeitet hast
3. Deine Aufgabenbereiche
4. Wie du zu deinen Vorgesetzten/Mitarbeiter/ Kunden standest
5. Verlässt uns Frau/Herr auf einen Wunsch
oder das du hast gehen musstest.
6. Abschlussrede

Allerdings ist dein alter Arbeitgeber nicht verpflichtet dir ein qualifiziertes Zeugnis auszustellen. Dies bedeutet nicht, dass er dich dort schlecht machen darf. Das schlechteste ist die Bewertung mit einer Befriedigend. Dies Erkennst du eigentlich duch Geheime Zeugniscode.

stets zur vollsten Zufriedenheit (eins)
zur vollen Zufriedenheit ( befriedigend)

Ich drücke dir da mal die Daumen das da da keine Probleme noch bekommst. Stelle doch einfach dann dein Arbeitszeugnis in das Forum und dann werden dir hier bestimmt viele nette Menschen weiterhelfen.
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  #5  
Alt 01.11.2007, 00:15
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Nun zu meinen Fragen:
1) Was sollte im dem Arbeitszeugnis stehen bzw. auf keinen Fall stehen? Da ich ja nur 6 Wochen gearbeit habe (dabei allerdings hauptsächlich mit der Einarbeitung beschäftigt war), aber ingesamt (Krankheit mit eingerechnet) 5 Monate auf dem Papier steht, weiss ich nun nicht, ob ein qualifiziertes Zeugnis überhaupt Sinn macht.

Tigerstella2006 hat zum Zeugnis schon einiges gesagt.

Das Problem ist, der Arbeitgeber ist dem nächsten Arbeitgeber zum Schadenersatz verpflichtet, wenn er etwas in ein Zeugnis schreibt, was so nicht stimmt und der Zeugnisinhaber nicht die im Zeugnis dargestellte Qualität verkörpert. Demzufolge kann das Zeugnis nicht die übliche "mittlere Güte" aufweisen, sondern kann nur schlechter ausfallen. Hier ist der Gang zum Rechtsanwalt für Arbeitsrecht, der einen geeigneten Text entwirft, unentbehrlich.


2) Welchen Grund der Kündigung soll ich meinem nächsten Arbeitgeber gegenüber angeben? Eine Krankheit, insbesondere eine psycho-somatische Erkrankung, ist vielleicht nicht gerade optimal.
Du gibst keinen Grund an. Während der Probezeit darf ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Deine Krankenakte geht niemanden etwas an. Du hast einfach eine "Aus-Zeit" genommen.

3) Durch den Therapieaufenthalt entsteht mir eine "größere" Lücke nach dem gescheiterten Arbeitsversuch, da ich während der Zeit im Krankenhaus mich nicht um eine Bewerbung kümmern kann und mich somit erst anschliessend um eine neue Stelle bewerben kann. Ist der offene Umgang mit der Krankheit und der Therapie empfehlenswert für die zukünftigen Vorstellungsgespräche? Falls nicht, wie könnte man diese Lücke "kaschieren"?

Die Entscheidung darüber kann dir niemand abnehmen. Ich persönlich neige aber zu der Ansicht, dass in der heutigen Arbeitswelt niemand mit Krankheit umgehen kann, dies beweist die jährlich sinkende Krankheitsrate unter den Arbeitnehmern. Demzufolge ist Vertrauen nicht angebracht.
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  #6  
Alt 17.11.2007, 20:42
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Hallo zusammen,

vielen Dank für die Anregungen!!
Hab’ inzwischen ein qualifiziertes Zeugnis vom Arbeitgeber zur Vorlage bekommen, und wolltet Euch fragen, ob das in den wichtigen Punkten so ok ist:


Firmenlogo + Anschrift

Zeugnis

XXX, geb. am XXX, war in der Zeit vom XXX bis XXX als XXX in unserem Unternehmen tätig. Nach seiner Einarbeitung begleitete er verschiedene konzernweite Projekte (z.B. XXX).
Für die Erledigung seiner Aufgaben standen XXX das XYZ, XYZ und XYZ zur Verfügung, die er einwandfrei beherrscht.
In der nur kurzen Zeit in unserem Unternehmen haben wir XXX als einen unternehmerisch handelnden und denkenden Mitarbeiter kennen gelernt. Er verband strategisches und konzeptionelles Denken mit praxisgerechten, operativen Lösungen. Ein sehr gutes Analyse- und Urteilsvermögen gehörten ebenso zu seinem Qualifikationsprofil wie Kreativität und Flexibilität. XXX hat einen sicheren Blick für das Wesentliche und arbeitete methodisch und gründlich.
Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war stets einwandfrei. Er erledigte die ihm übertragenen Aufgaben mit hohem Engagement und zu unserer vollsten Zufriedenheit.
Das Anstellungsverhältnis mit XXX endet einvernehmlich zum XXX. Wir bedauern sein Ausscheiden außerordentlich und danken ihm für seine hervorragende und sehr engagierte Mitarbeit in unserem Hause. Wir wünschen ihm für seinen weiteren beruflichen Weg alles Gute und viel Erfolg.

Ort, Datum

Unterschrift der Vorgesetzten



Würde mich über ein paar Antworten sehr freuen.
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  #7  
Alt 17.11.2007, 21:58
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nontestatum befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Das Anstellungsverhältnis mit XXX endet ---->>>>einvernehmlich zum XXX.

Das ist das Alarmsignal für jeden jetzt folgenden Arbeitgeber. Er wird sich fragen, warum und weshalb etwas einvernehmlich geregelt werden musste.

Wir bedauern sein Ausscheiden außerordentlich

Kein Unternehmer bedauert das Ausscheiden eines Mitarbeiters, der nur kurze Zeit im Betrieb tätig war ...

und danken ihm für seine hervorragende und sehr engagierte Mitarbeit in unserem Hause.

.... und von engagierter und hervorragender Arbeit kann natürlich auch keine Rede sein. Diese Sätze entwerten die vorherigen Angaben.

ich denke, hier sollte auf den Rat eines Rechtsanwaltes nicht verzichten.

Meine meinung ist, dass hier ein geschöntes Zeugnis nicht hilfreich ist.
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