2. Ausbildung / Meisterbafög
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2. Ausbildung / Meisterbafög

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  #1  
Alt 14.04.2010, 19:13
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Standard 2. Ausbildung / Meisterbafög


Moin liebe Gemeinde,

ich schildere euch mal kurz meine Situation:


- 25 Jahre jung, ledig, keine Kinder
- wohne "bei Mutti" im Haus, zahle nur meine eigenen
Nebenkosten
- Vermessungstechniker gelernt und bis Ende März
auch in diesem Beruf gearbeitet
- zum 01.04.2010 gekündigt
- kein Angebot aus der Branche gefunden
- ein Branchenwechsel war eh geplant
- angestrebte Ausbildung zur Kauffrau für Groß- und Außenhandel
- Ausbildungsvertrag liegt schon zur Unterschrift vor
- Ausbildungsgehalt Netto 350,-€, die natürlich nicht reichen

Nun ist also eine Förderung nötig.
Folgende Bereiche habe ich soweit schon geprüft, jedoch mit negativem Ergebnis:
- Kindergeld
- HatzIV-Zuschuss
- Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Der letzte Lichtblick ist das sog. Meister-Bafög.

Weiß (!) jemand, ob ich in meiner Situation Anspruch darauf habe?


Dank und Gruß
Chris
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  #2  
Alt 14.04.2010, 23:03
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Standard Zweite Ausbildung

Hallo Chris,

Meister-BAFöG ist für eine Aufstiegsfortbildung gedacht.

Eine zweite Ausbildung, die Dich beruflich wieder zurück zum Ausgangspunkt Null führt, ist meinem Wissen nach, insofern Sie nicht als Umschulungsmaßnahme gewährt wird, Privatvergnügen.

Zitat:
Ausbildungsvertrag liegt schon zur Unterschrift vor
Du hast Dich also offenbar schon entschieden.

Dennoch möchte ich Dich auch warnen, denn ich möchte Dich - so gut ich es aus meiner persönlichen Erfahrung eben kann - beraten.

Entscheidest Du Dich dennoch für diesen Weg (oder weißt Du das Folgende ohnehin schon), dann bist Du Dir eben in Deiner Entscheidung umso sicherer.

Ein Neuanfang bei Punkt Null in einem anderen Beruf (gemeinsam mit Teenagern) bringt erfahrungsgemäß für Leute, die bereits jahrelang ím Berufsleben stehen (oder auch arbeitslos sind) in den seltensten Fällen Vorteile.

Bedenke, dass eine Lehre eine Art Grundausbildung ist, nach der Du von allem ein wenig weißt, aber in nichts für Bewerbungen brauchbare Erfahrungen vorweisen kannst.

Eine Lehre für sich alleine führt keineswegs dazu, dass Du anschließend in dem entsprechenden Beruf Chancen hast. Du bist darauf angewiesen, dass der Ausbildungsbetrieb Dich übernimmt. Ansonsten hast Du einen Lebenslauf mit einem seltsamen Knick (Rückschritt auf Punkt Null in einen ganz anderen Bereich hinein) und bist genau damit wieder arbeitslos, nur um einiges älter.

Eben weil es so wenig gebracht hat, werden heute auch bei weitem nicht mehr so viele Umschulungen gewährt wie früher.


Qualifizierungs- und Aufstiegsweiterbildungen

für den von Dir bereits erlernten und ausgeübten Beruf findest Du z.B. hier, wenn Du "Vermessungstechniker" eingibst, dann "Tätigkeit", dann "Weiterbildung" anklickst:

BERUFENET, Berufsinformationen einfach finden - Suche


Aber auch
  • Aufstiegsausbildungen, die nicht direkt auf Deinem erlernten Beruf aufbauen, aber dennoch zu einem beruflichen Aufstieg führen können (z.B. fachlich ganz anders gelagertes Studium, Akademie etc.),
  • oder aber Weiterbildungen verschiedenster Art, die dazu führen können, dass Deine berufliche Wiedereingliederung gelingt (Sprachkurse, Computerkurse, kaufmännische Kurse etc.)

können gefördert werden - sei es durch Meister-BAFöG, BAFöG oder Bildungsgutschein.

Möchtest Du also im Bereich Groß- und Außenhandel tätig werden,

so gibt es als Aufstiegsfortbildungen z.B. verschiedene spezialisierte BWL-Studiengänge an Fachhochschulen und Universitäten (Zugang manchmal auch ohne Abi möglich), für die u.U. Fördermöglichkeiten infrage kommen.

Dabei gibt es heutzutage auch duale Studiengänge (wie in der dualen Ausbildung mit Berufsschule und Betrieb hat man dabei ein Studium und eine betriebliche Ausbildung, wobei die Uni-Zeiten in Blöcken erfolgen, also nicht an zwei Tagen die Woche). Wäre Dein Ausbildungsbetrieb vielleicht auch bereit, Dich im Rahmen eines dualen Studiengangs zu beschäftigen?

Oder als Werks- bzw. Betriebsstudent, während Du gleichzeitig nebenberuflich studierst?

Es gibt diverse Studienmöglichkeiten: haupt- und nebenberuflich oder als dualen Studiengang in Blöcken, als Präsenz- und als Fernstudium (z.B. im Bereich BWL gibt es auch Möglichkeiten ohne Abitur). Da könnte sich eher eine Fördermöglichkeit für Dich finden.

Recherchiere doch mal danach, ob für Dich etwas infrage kommt, und überlege, ob Dein potentieller Ausbildungsbetrieb damit einverstanden sein könnte. Fragen würde ich jedoch erst nach sehr gründlicher Information. Und fragen kostet nichts. Nur, weil Du eine solche Frage stellst, wird man den Vertrag, den man Dir bereits vorgelegt hat, nicht wieder kündigen.


Solltest Du Dich zur Unterschrift des Ausbildungsvertrags entscheiden,

so musst Du Dir höchstwahrscheinlich (wenn sich kein anderer findet, der diesbezüglich noch einen anderen Rat weiß) überlegen, wie Du das privat finanzierst.

Wie viel Geld benötigst Du zusätzlich?

Ist das durch ein Privatdarlehen (Mutter, sonstige Familie) oder durch einen Bankkredit zu beschaffen?

Reicht ein 400 €-Job, den Du zusätzlich annimmst und ist Dein Ausbildungsbetrieb mit einer Nebentätigkeit einverstanden?

Kann Dir Deine Mutti vielleicht für die Ausbildungszeit die Nebenkosten erlassen, Dir die eine oder andere Butterstulle schenken und bekommst Du den Rest Deiner Kosten mit Deinem Azubi-Gehalt geregelt?

Hoffentlich konnte ich Dir etwas helfen, auch wenn es nicht der Rat ist, den Du vielleicht ursprünglich erwartet hast.
__________________
Liebe Grüße, Melete

Meine Beiträge entsprechen meinem besten Wissen und stellen meine persönliche Meinung dar. Eine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit kann ich nicht übernehmen. Auch gebe ich keine Rechtsberatung und keinen Ersatz dafür.

Recherche-Ergebnisse zeigen jeweils den Stand des Erstellungsdatums des Beitrags.

Geändert von Melete (14.04.2010 um 23:19 Uhr)
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