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#1
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| Hallo! Erstmal muss ich mich entschuldigen, dass ich euch quasi jetzt überfalle, ohne mich erstmal im Vorstellungsforum vorgestellt zu haben. Dieses Thema ist aber sehr wichtig für mich und ich will es geklärt haben. Also: Ich bin 22 und mach seit dem 01.08.2007 eine Ausbildung zur Bürokauffrau in einen kleinen Betrieb (Im Moment insgesamt 20 Personen) und habe am 04.03.2008, also am Mittwoch meine Zwischenprüfung. So weit, so gut. Bis zum 17.10.2006 war ich Vollzeitschülerin und im ersten Halbjahr des 13.Schuljahres eines Gymnasiums, mit Ziel, das Abitur zu erwerben. Vorher war ich auf einer Realschule, gehörte da zu den Besten und war chronisch unterfordert. Nun denn, ich zog die sechs Jahre durch und wechselte dann aufs Gymnasium. Dort gefiel es mir besser, ich wurde gefordert und fühlte mich dort wohl. In der 12/2 begannen dann aber die Probleme: Innerhalb von kürzester Zeit gab es mehrere Todesfälle in meiner Familie, meine Mutter wurde depressiv, genauso wie mein Vater und mein einer Bruder musste wegen mehreren Grunden in die psychatrische Klinik eingeliefert werden. Das alles zog mich runter, meine Noten wurden und schlechter, ich machte mich zusätzlich noch selbst runter (Bin eine absolute Perfektionistin mit hohen Ansprüchen an sich selbst), was dazu führte, das ich dann in der 13/1 nervlich so fertig war das ich das Abitur abbrach und mit den schulischen Teil der Fachhochschulreife vom Gymnasium abging. Da meine Eltern ungewollt arbeitslos waren bezogen sie Hartz 4, weil ich bei ihnen lebte damals fiel ich in die BG und existierte dann auch erstmal von Hartz 4. Nach dem ganzen hin und her mit dem Amt bemühte ich mich dann ab November 2006 um eine Ausbildungsstelle in verschiedenen Bereichen. Ich schreib Bewerbungen für Stellen in ganz Deutschland, ich wäre bereit gewesen, sonst wo hinzuziehen für eine Ausbildungsstelle, hauptsache, ich hätte was gehabt und wäre nicht mehr der Allgemeinheit zur Last gefallen durch meinen Hartz-4 Bezug und ich hätte mich dann nicht mehr als Versagerin gefühlt. Zwischendurch nahm ich dann auch an einen Bewerbungstraining teil, was mir sehr half, denn dank der verbesserten Bewerbungen wurde ich von da an immer öfters zu Einstellungstests und Vorstellungsgesprächen eingeladen. Das baute mich ein wenig auf und dann, im Januar 07 begann ich mit einer Maßnahme vom Amt, wo man bei erfolgreichen Abschluss eben dieser und bestehen einiger Tests und eines Praktikums eine Ausbildungsstelle bei der Stadtverwaltung bekommen konnte. Das war auch nicht gelogen, wenn ich nicht zwischendrin eine andere Stelle angenommen hätte (meine jetzige) dann hätte ich dort eine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte anfangen können. Ich bewarb mich nebenher natürlich noch weiter um Ausbildungsstellen, was dann auch von Erfolg war. Letztlich hatte ich dann ein Vorstellungsgespräch in meiner jetzigen Firma und ich entschloss mich, da die Ausbildung als Bürokauffrau zu beginnen. Knapp eine Woche nach meinem zweiten Vorstellungsgespräch in der Firma (beim ersten war der zweite Chef nicht anwesend) bekam ich dann die Zusage per Telefon und unterschrieb noch am selben Tag den Ausbildungsvertrag. Um es gleich mal anzumerken: Ich wollte eigentlich NIE eine Ausbildung machen, sindern schon immer studieren gehen, aber nach meinem Versagen beim Abi sah ich einfach keine andere Wahl als erstmal eine Ausbilsung zu machen. Nun gut, es ist ja niemals schelcht, eine Ausbildung zu machen, das dachte ich mir zu dem Zeitpunkt und denke es immer noch. Meine gewählte Ausbildung entsprach zwar nicht wirklich meinem Wunschfeld (Naturwissenschaften, Technik, Computer) aberd as Leben ist nun mal kein Wunschkonzert und heute muss man ja fast nach jedem Strohhalm greifen, den man angeboten bekommt. Also begann ich meine Ausbildung bei besagter Firma. Es war auch alles in Ordnung, es war immer was zu tun und in der Zeit, in der ich in der Zentrale war (bis Dez. 0 Dann kam ich in die obere Etage der Firma in eine andere "Abteilung" (wenn man sie denn so nennen darf) und von da an ging es bergab. Ich habe dort oben NIE was zu tun, seit dem die eine Kollegin von Teil- in Vollzeit übernommen wurde soll ich auch nicht mehr unten in der Zentrale helfen, selbst, wenn oben nix zu tun ist. Zumindest von meinen einen Chef aus gesehen. Der andere Chef ist gleichzeitig auch mein Ausbilder, er ist ein sehr sozialer Mensch und das volle Gegenteil vom anderen Chef. Nun denn, also ich hocke nun schon seit Dez. 08 dort oben und versauere vor Unterforderung und werde immer frustrierter und niedergeschlagener, weil ich mich nutz- und wertlos fühle. Das kommt daher, da ich diese acht Stunden meist nur wie im Gefängnis alleine in diesem kleiner Erker dahinvegetiere. Ich frage schon ständig, ob ich nicht irgendwo helfen kann, aber nein, da gibt es nichts. Ich bettel ja fast schon um Arbeit..... Ich gehe jedesmal schon mit Übelkeit und Magenschmerzen morgens zur Arbeit, und frage mich Abends vorm Schlafen gehen schon immer wieder: "Na, wie wirst du die 8 Stunden nun morgen wieder rumkriegen?". Meine einzigen Lichtblicke sind die beiden Schultage, da habe ich wenigstens was zu tun, auch, wenn mich (das soll jetzt aber nicht überheblich klingen) der Schulstoff nicht gerade wirklich herausfordert. Aber ich bin da wenigstens aktiv mit anderen Menschen zusammen, habe was zu tun, vegetiere nicht alleine irgendwo hin und bin an diesen Tagen viel aufgeweckter als an Arbeitstagen. Abbrechen werde ich die Ausbildung auf keinen Fall, das ist mir bewusst, aber diese Unterforderung und dieses dahinvegetieren die ganzen Stunden machen mich extrem niedergeschlagen. Ich will doch Arbeiten und Lernen, aber das geht ja anscheinend in meiner jetzigen Firma nicht mehr. Aus Prinzip will ich jetzt um ein halbes Jahr verkürzen, meine Noten in der Schule sind sehr gut (Derzeitiger Schnitt: 1,5), damit ich da ein halbes Jaher eher weg bin und mein Abi nachholen kann (Die Schule habe ich dafür schon gewählt, sie würden mich auch dort nehmen). Das ich nach der Ausbildung das Abi nachhole, war von Anfang an geplant. Alle klagen immer nur darüber, dass sie so viel zu tun hätten, auch einige meiner Klassenkameraden, und ich beneide sie drum. Zudem kommt bei mir noch erscherend hinzu, dass sich mein ältester Bruder (der auch in der Klinik war) zwei Tage vor meinen zweiten Vorstellungsgespräch bei meiner jetzigen Firma umgebracht hat und das nun auch an mir zu nagen scheint. Die ganze Zeit über habe ichs verdrängt, jetzt, wo ich wegen Nichtstuns die acht Stunden in meinen Gedanken herumirre (um die Zeit IRGENDWIE rumzukriegen) kommt auch noch das alles hoch. Das ist eine verzwickte Situation. Was würdet ihr da machen, selbst wenn ich ein halbes Jahr verkürze, muss ich ja noch irgendwie die Zeit rumkriegen, aber doch nciht, in dem ich sinn- und nutzlos rumsitze weil ich nichts zu tun habe. Könnte ich im Extremfall nicht auch die Ausbildungsfirma wechseln? Ich hoffe, ich habe euch jetzt nicht erschlagen mit diesem Thema, aber es muss und musste raus. Gruss, Moon |
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#2
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| Könntest du dein Abi auch in einer Abendschule nachholen? Das wäre doch ideal, wenn du dich tagsüber "ausruhen" und abends lernen könntest? Hast du an deinem Ausbildungsplatz Computer/Internetzugang?
__________________ Was dich nicht umbringt, macht dich nur haerter. |
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#3
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| Zitat:
Das steht zumindest bei diesen Abendgymnasien immer. Als einzige Möglichkeit könnte ich jetzt per Fernstudium das Abitur nachholen. Finanziell wäre das Fernstudium die Ausbildung über gesichert, aber es ist absolut nicht sicher, ob ich nach der Ausbildung übernommen werde. Deswegen würde dann auch die Finanzierung des Fernstudiums nach der Ausbildung wackeln,weswegen ich mich nicht traue, jetzt das Fernstudium zu beginnen. Am liebsten würde ich ja nach der Ausbildung Vollzeit arbeiten gehen und Abends/ per Fernstudium mein Abitur nachholen. Dann würde ich weiterhin mein eigenes Geld verdienen und kann trotzdem das Abi nachmachen. Zumal dies wohl auch gut in meinem Lebenslauf aussehen würde (das muss man heutzutage ja auch alles berücksichtigen). Internet+ Computerzugang habe ich in der Firma, aber so etwas wie privates Surfen ist nicht erlaubt. |
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#4
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| Das Ausbildungsverhältnis muss man mit Sinn erfüllen. Wenn man derzeit keine "Arbeit" für dich hat (im Sinne von Ausbildung), vielleicht besteht dann die Möglichkeit, dich überbetrieblich auszubilden, indem man dich z.B. ausbildungsmässig für ein paar Wochen an einen befreundeten Betrieb weiterreicht. Schau dich auch mal um, ob deine Stadt Beschäftigugsgesellschaften (Hartz IV, ALG II) hat, die Arbeitslose /Arbeitsuchende unterrichten, möglicherweise könnte man da auch eine Gastschülerschaft (so nenne ich das jetzt mal) organisieren. Das wäre auf jeden Fall besser, als da im stillen Kämmerlein zu versauern. Vielleicht lässt sich auch ein zusätzlicher Berufsschulunterricht vereinbaren, so dass du dir bereits zukünftigen Schulstoff reinziehen kannst, denn du dann später nur noch repitieren musst.
__________________ Was dich nicht umbringt, macht dich nur haerter. |
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#5
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| Erstmal danke für die Ratschläge! Ich werde dann am Mittwoch nach der Zwischenprüfung mit meinen Ausbilder sprechen, ob ich nicht zeitweise zu einem anderen Betrieb wechseln könnte. Mein Ausbilder hat viele gute Kontakte zu anderen Firmen, auch zu großen, da wird, denke ich mal,was zu machen sein. |
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#6
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| Also ich muss gleich sagen, das du als Azubi dir auch selber Arbeit suchen kannst. Sprich das du deine Unterrichtsmaterialien mitnimmst und lernst wenn nichts zu tun ist, oder mit dem Ausbilder besprichst was positiv für die Firma sein könnte, zu dem Rest kann ich nur sagen, Life is Life, deine Schulzeit ist eben vorbei.... aber keine bange, ich habe auch noch zu kämpfen und das mit abgeschlossener Ausbildung. Ich denke das fernstudium ist eine gute Alternative und mann kann sich auch noch Nebenjobs suchen wenn man sich nicht zu bequem ist.... |
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#7
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| Moin, wie ich ähnliche Situationen früher geregelt habe: VHS-Kurse // Autodidaktische Aktionen // Projektarbeiten z.B. ehrenamtliche Was mir auf Anhieb da einfällt - unwissend bez. deiner Vorlieben und Stärken: Sprachkurse per VHS - überschaubare Finanzierungslast bei extremem Ergebnis, wenn du nachher nämlich 4 Sprachen sprichst, dann bringt dich das in jedem Fall weiter Berufsbezogene Kurse bei der VHS - je nachdem, was du vorhast von Kommunikationstraining, Psychologiegrundlagen über Software-Schulungen bis hin zu "Add ons" zu deiner Ausbildung, die du laut Plan nicht durchnehmen würdest.. Autodidaktisch lässt sich auch vieles bereits angesprochene Umsetzen. Auch eine Alternative, die evtl. hier genannt werden kann wäre ein Debattierclub. Es gibt zahllose Projekte, in denen man sich ehrenamtlich engagieren kann. Je nach Thema auch durchaus sehr anspruchsvoll. Ich selbst habe zum Bleistift früher in der Suizidalenberatung ausgeholfen. Und das hier ist auch ganz nett, wenn man mal wirklich gar nichts zu tun hat
__________________ All mankind is divided into three classes. Those that are immovable, those that are movable, and those that move. |
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