Ausbildung abbrechen und neue anfangen
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Alt 02.09.2008, 13:07
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Bienlein befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Mahlzeit,

ich habe folgendes Problem, bei welchem ich nicht mehr weiter weiß. Jedoch sollte ich vielleicht erstmal ein paar Hintergrundinformationen geben, damit meine Situation nachvollziehbarer wird.

Ich hab im Frühjahr '07 mein Abitur gemacht und erkrankte zeitgleich an Depressionen. Ich war nicht klassisch depressiv, sondern hatte eine Lebenskrise (resultierend aus vielen privaten Schwierigkeiten), die mich in dieses Problem gestürzt hat. Im Sommer '07 war ich schon wieder relativ fit, musste jedoch meine Ausbildungsstelle als Hotelfachmann aufgeben (schon im Vorfeld), da mir der Stress dort aufgrund der Erkrankung nicht gut bekommen wäre (ich hatte mich vor der Ausbildung dort für ein freiwilliges Praktikum gemeldet, um den Betrieb näher kennenzulernen). Ich wollte jedoch nicht wieder zu meinen Eltern ziehen und daher habe innerhalb von einem Monat einen neuen Ausbildungsplatz gesucht und schließlich auch gefunden (Azubi zum Kaufmann für Versicherung und Finanzen).

Jetzt, ein Jahr später, bin ich von dieser Entscheidung nicht mehr so richtig überzeugt. Ich habe große Probleme in diesem Beruf, da ich mich überhaupt nicht für diese Arbeit erfreuen kann. Kunden irgendwelche Versicherungen zu verkaufen, mit ihnen Termine zu vereinbaren, ihnen zu versprechen, dass wir für sie da sind (obwohl das meistens leider nicht der Fall ist), all diese Dinge kann ich nicht, weil ich sie nicht mit mir vereinbaren kann. Ich hab große Schwierigkeiten zu einem Kunden nach Hause zu gehen, weil ich einfach denke, dass ich ihn in seiner Privatsphäre störe und ich einfach unerwünscht bin. Jedes mal darf ich mir anhören, wie unzufrieden die Kunden sind und irgendwie bin ich so langsam aber sicher zu dem Punkt gekommen, dass ich das einfach nicht möchte.
Die Umstände in der Firma sind einfach grottenhaft. Wir (also die anderen Azubis und ich) haben zwar eine Betreuerin, aber die kümmert sich nicht wirklich um uns. Eine Beschwerde haben wir bereits eingereicht, aber bis jetzt ist da noch nicht viel passiert. Demnächst werden auch noch Abschlussvereinbarungen auf uns zukommen (d.h., dass wir mind. 100 Einheiten im Monat ungefähr haben müssen, was schon für einen Azubi verdammt viel ist), die bei dem betrieblichen Zeugnis hinzugezogen werden. Da ich aber (aufgrund der oben genannten Probleme) keine bzw. nicht viele Abschlüsse habe, wird das nicht zu meinen Gunsten ausfallen.

Meine Überlegung war zunächst, dass mich ein anderes Unternehmen vielleicht im Innendienst übernimmt, sodass ich mit diesen Dingen nichts mehr zu tun habe und meine Ausbildung dennoch abschließen kann. Das ist sehr schwer, da ich nun ins zweite Lehrjahr komme und somit kein guter Ausbildungsplan bei anderen Unternehmen für mich mehr erstellt werden kann. Es besteht zwar noch eine kleine Chance, dass ich übernommen werde, aber darauf möchte ich mich nicht verlassen.
Nun habe ich die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass ich die Ausbildung weitermache bis nächstes Jahr, mir jetzt schon eine neue Ausbildungsstelle suche und nächstes Jahr meine alte Stelle kündige und die Neue beginne. Ich weiss, es macht sich nicht sonderlich gut im Lebenslauf und ich bin auch wirklich ratlos, was ich tun soll, da ich weiß, dass ich diesen Job nach meiner Ausbildung nicht fortführen möchte.

Was denkt ihr?

Gruß, Bienlein

P.S.: Es tut mir Leid, dass da so viele Informationen auf einmal gekommen sind, aber ich habe sie alle für relevant gehalten und somit einfach mal aufgeschrieben. Ich hoffe sehr, dass die Übersichtlichkeit darunter nicht leidet.

P.P.S.: Es soll nun nicht der Eindruck entstehen, dass ich mich für meine jetzige Arbeit überhaupt nicht mehr einsetze. Ich versuche schon noch mich einzubringen und mache auch Vorschläge (z.B. mal mit Kollegen zum Kunden fahren, damit ich sehe, wie andere mit dem Kunden umgehen und ich so meine Hemmung verliere). Auch wenn ich schon Pläne habe, die sich mit einem Abbruch befassen, möchte ich schon noch weiterkämpfen, um evtl. doch noch daran Freude zu finden.

Geändert von Bienlein (02.09.2008 um 13:18 Uhr)
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