Ausbildung nach einem Monat kündigen?
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Ausbildung nach einem Monat kündigen?

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  #1  
Alt 28.08.2009, 09:31
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Hidenseek befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Ausbildung nach einem Monat kündigen?


Hallo Leute!

Ich habe seit Juni mein Abitur in der Tasche und habe am 1.8. meine Ausbildung zur Handelsassistentin im Einzelhandel angefangen. Ich bin aber extrem enttäuscht von der Ausbildung, da ich nicht gefordert werde und die Arbeit sehr stupide verläuft. Meine Eltern meinen zwar, dass das besser wird, aber wenn ich mir die ausgelehrten Einzelhandelskaufleute anschaue, dann machen die im Grunde nichts anderes als ich und das macht mir Angst. Ich überlege nun ob ich die Ausbildung abbrechen sollte, da ich seitdem ich die Ausbildung angefangen habe nur noch unglücklich bin und morgens unter der Dusche erstmal anfange zu heulen. Ich gehe seelisch wirklich auf dem Zahnfleisch. Mein Problem ist, dass ich Angst habe meine Eltern zu enttäuschen, da sie mir wirklich viel geholfen haben beim Umzug und meine Inneneinrichtung mitfinanziert haben. Ich weiß nicht weiter, aber ich will endlich wieder glücklich sein und momentan sehe ich keine andere Lösung als die Ausbildung zu beenden.
Als Plan B hatte ich mir überlegt, dass ich erstmal nach Hause ziehe, nachdem ich für mein Zimmer einen Nachmieter gefunden habe und dort dann erstmal in meinem alten Nebenjob arbeite und meinen Chef frage, ob ich ne Festanstellung für ein paar Monate kriege (der ist wirklich sehr lieb und ich habe mich dort immer wohlgefühlt). Dadurch könnte ich meinen Eltern dann das Geld wiedergeben was sie in mich und meinen Umzug gesteckt haben. Dann werde ich mich fürs nächste Semester um ein Studienplatz kümmern und vorher durch Praktika herausfinden was ich machen will, weil ich da die absolute Sicherheit haben will, die ich bei der jetzigen Ausbildung nicht hatte.
Bitte kommt jetzt nicht mit: Ich sollte glücklich sein überhaupt eine Ausbildung zu haben, etc. Denn das hilft mir nicht weiter.

Wie denkt ihr über das ganze?

LG HidenSeek
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  #2  
Alt 28.08.2009, 09:59
Benutzerbild von derWolf
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Hallo Hidenseek,

... bisher weißt du nur was du nicht willst bzw. was auf dich zu kommen könnte.

Wie wäre es also mit einem Plan C der vorsieht dass du, bevor du deine Ausbildung hinschmeißt, zuerst herausfindest was du wirklich möchtest und wie du das umsetzen kannst. Schaffe dir eine neue Perspektive, suche dir eine neue/andere Ausbildung oder entscheide dich für ein Studium. Erst dann, wenn du ganz konkret weißt wie es weiter geht und wenn sich zudem deine aktuelle Ausbildung nicht zum Vorteil gewandelt hat, würde ich zum Absprung, der dann ja ein Wechsel wäre, raten.
__________________
... schöne Grüße

Wolf





Die in meinen Beiträgen enthaltenen Aussagen stehen nur und ausschließlich für meine persönliche Meinung.
Sie stellen keine, wie auch immer geartete, Rechtsberatung dar.
Ich bin kein Jurist.
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  #3  
Alt 28.08.2009, 10:01
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Also im Grunde weiß ich ganz genau, dass ich Lehramt studieren will. Nur welche Fächer weiß ich eben noch nicht. Das Studium hätte ich sonst nach der Ausbildung gemacht, aber ich frage mich ob es nicht doch besser wäre wenn ich sofort studieren würde.
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  #4  
Alt 28.08.2009, 11:55
Gyn Gyn ist offline
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Hallo Hidenseek,

da gebe ich derWolf recht.
Da du aber anscheinend eine ziemlich genaue Vorstellung zu haben scheinst, würde ich dir raten nochmal mit deinen Eltern zu reden und Ihnen das selbe zu sagen, wie du ins Forum geschrieben hast. Einfach aufhören schafft in der Regel mehr Probleme als gelöst werden können.

Grüße Gyn
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  #5  
Alt 28.08.2009, 12:39
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Hi Hidenseek,

ich schließ mich Wolf zum größten Teil an, es ist immer besser, sich ERST Gedanken zu machen und DANN seine Pläne zu verwirklichen.

Zu deinem Einwurf, das du Lehramt studieren willst: Darf ich fragen, wie du darauf kommst? Oder anders, wie kamst du denn auf die Handelsassistentin und jetzt (plötzlich?) auf das Lehramt?

Mir geht es darum, das die Lehrämter zu den Studiengängen gehören, den viele Leute machen, weil ihnen nichts besseres eingefallen ist. Klar waren sie der Meinung "das ist es", aber letztendlich merken sie oft erst NACH dem Abschluss, das sie sich mit den Problemen in einer Schule eigentlich nicht auseinandersetzen möchten. Im schlimmsten Fall (für die Schüler) machen sie es dann halt trotzdem....nun ja. Ich denke das Problem ist klar.

Bitte versteh mich nicht falsch, keinesfalls will ich dir einen Berufswunsch ausreden (ich gebe zu, auf den ersten Blick liest sich das jetzt vielleicht so). Ich möchte einfach nochmal kritisch nachfragen, weil ich eben recht viele Menschen kenne, die Lehramt studiert haben, nachdem sie in Ausbildung oder einem anderem Studiengang gescheitert sind, aus welchen Gründen auch immer (auch fehlende Motivation oder Unterforderung zählen dazu). Lehramt sieht auf den ersten Blick interessant aus und das Studium zählt zu den wenigen Studiengängen, an deren Ende ein klares Berufsbild steht, ähnlich wie bei einer Ausbildung....es wäre schön, wenn du da einfach nochmal reflektiert darüber nachdenken könntest, ja?
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  #6  
Alt 28.08.2009, 13:17
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Ich kann dir relativ genau erklären wie ich darauf komme. Zunächst wollte ich die wirtschaftliche Ausbildung nur als Grundlage für mein Studium nehmen, da ich gerne an einem Fachgymnasium im Bereich Wirtschaft unterrichten möchte. Meine Gedanken zur Ausbildung waren offensichtlich zu utopisch und höchstwahrscheinlich habe ich mich nicht genug damit auseinandergesetzt, sprich ich war einfach glücklich ne Ausbildung zu haben, habe aber nicht über die Konsequenzen nachgedacht. Ich weiß wie ein Lehrerberuf ist, immerhin sind meine beiden Elternteile Lehrer und das kriegt man viel mit sowohl negative, als auch positive Aspekte.
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  #7  
Alt 28.08.2009, 13:33
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Zitat:
und morgens unter der Dusche erstmal anfange zu heulen. Ich gehe seelisch wirklich auf dem Zahnfleisch.
Normalerweise gehöre ich auch zu denen, die immer dazu raten, eine angefangene Ausbildung auch erfolgreich mit Abschluss zu beenden.

Wenn du aber so fix und foxi bist, dass du dich mit deinen Tränen waschen kannst, dann ziehe einen Schlußstrich.

Allerdings solltest du diesen Schlußstrich nicht Knall auf Fall ziehen, sondern erst deine soziale Versorgung sicherstellen, dich über ALG I und ALG II informieren und die Angelegenheit mit deinen Eltern besprechen.

Zitat:
dort dann erstmal in meinem alten Nebenjob arbeite
Wenn das ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis war (ab 400,01€), dann hast du Anwartschaftszeiten auf ALG I erworben. Um aber ALG I beziehen zu können, benötigst du 360 sozialversicherungspflichtige Arbeitstage innerhalb von 2 Jahren. Bitte prüfe ggf. deinen Anspruch (Agentur für Arbeit) und passe deinen Kündigungstermin möglichst an.

Beachte auch, dass in Deutschland Krankenversicherungspflicht besteht. Bis 23 kannst du dich familienversichern, zwischen 23 und 25 besteht im sozialen Netz ein Loch, es ist Selbstzahlung angesagt (ca. 150€ pro Monat), wenn man nicht über den Arbeitgeber oder über ALG I/ II versichert ist.

Wenn du selber kündigst oder an der Kündigung mitwirkst, kommst du hinsichtlich des Arbeitslosengeldes in den Genuss einer Leistungssperre.

Bei ALG II greift bei Personen unter 25 eine 100%-Sanktion bezogen auf den Regelsatz, Kosten der Unterkunft (Miete) bleiben sanktionsunberührt, aber nur bei der 1. Sanktion.
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  #8  
Alt 28.08.2009, 18:28
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Also ich würde ja nach Hause ziehen, weswegen ich auf ALG nicht angewiesen wäre und es auch nicht beantragen würde. Die Versicherungspflicht ist bei mir auch gegeben würde allerdings von gesetzl. wieder in die private wechseln, da Eltern eben Beamte sind.
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  #9  
Alt 28.08.2009, 19:13
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Zitat:
würde allerdings von gesetzl. wieder in die private wechseln, da Eltern eben Beamte sind.
Bitte nicht in eine private Krankenversicherung wechseln.

Solltest du nämlich in absehbarer Zeit ALG II beziehen müssen, und du bist Mitglied einer PKV, so zahlt die Arge nur die Krankenversicherungsbeiträge in Höhe der Beiträge einer gesetzlichen Krankenversicherung. Den Rest zu den höheren Sätzen der PKV müsstest du aus deinem Regelsatz zahlen, das bedeutet, dir bliebe nichts zum Leben, du müsstest ggf. sogar damit rechnen, die Kassenbeiträge nicht vollständig zahlen zu können, dann wärest du ohne Krankenversicherungsschutz und hättest auf Grund der Krankenversicherungspflicht den Gerichtsvollzioeher am Hals.
Dies ist zumindest der jetzige Gesetzesstand ab 01.01.2009.

Beachte dies bitte, solange du nicht verbeamtet und unkündbar bist.

Lasse dich dazu bitte auch von einem Versicherungsfachmann beraten.
Die PKV gehen erwiesenermassen über Leichen und haben ausschliesslich begüterte Kundschaft im Auge.
__________________
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  #10  
Alt 28.08.2009, 19:14
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Hallo,

ich kann deine Situation nachvollziehen und bin außerdem der Meinung dass jeder, der darauf pocht eine Ausbildung oder Job durchzuziehen, egal unter welchen Umständen, selbst noch nie in so einer Situation gewesen ist und nicht beurteilen kann wie sehr die Seele darunter leiden kann.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich dir nur sagen dass ich meine Ausbildung vor fast 7 Jahren auch nach knapp 3 Monaten beendet habe. Ich habe mich dort sehr unwohl gefühlt und bin jeden Morgen mit Bauchschmerzen aufgewacht und war ein einziges Nervenbündel. Nach ein paar Monaten Auszeit habe ich angefangen "normal" zu arbeiten, allerdings im selben Beruf und das mache ich bis heute. Glaube mir, ich hab's schon tausend Mal bereut keine Ausbildung zu haben, denn damit hätte ich ganz andere Möglichkeiten. Außerdem macht sich so eine abgebrochene Ausbildung nicht gerade gut im Lebenslauf. Aktuell geht es mir auf meiner jetzigen Arbeitsstelle auch sehr schlecht, aber mittlerweile hängt einfach zu viel dran um sagen zu können, ich höre einfach da auf. Da muss ich wohl oder übel durch bis ich was Neues gefunden habe.

Ich würde sagen, wenn du für dich entschieden hast dass dir die Ausbildung nicht gefällt, du zurück zu deinen Eltern kannst und diese hinter dir stehen und du schon konkrete Zukunftspläne hast (was ich damals nicht hatte), dann entscheide dich für dein Wohlbefinden und beende die Ausbildung.

LG
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