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#1
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| Hallo zusammen, ich bitte um ein wenig Hilfe, da ich momentan riesengroße Probleme hab. Zu meiner Situation: ich habe am 01.09.08 eine Ausbildung zum Industriekaufmann angefangen, nachdem ich vorher mein Abi gemacht habe und Zivi war. Die Entscheidung die Lehre anzufangen kam wohl, wie ich inzwischen gemerkt habe, durch völlige Ahnungslosigkeit zustande. Meine Ausbildung geht zweieinhalb Jahre, ein Jahr habe ich fast hinter mir. Am Anfang war noch alles ganz okay, da ich neues entdecken konnte, aber nach ein paar Monaten habe ich dann gemerkt, dass ich an der Arbeit wirklich überhaupt keinen Gefallen finden kann. Ich bin total unterfordert, habe fast nichts zu tun und merke, dass mich das alles Null interessiert. Dasselbe gilt auch für die Berufsschule. Soweit so schlecht, ich hatte mich zwischenzeitlich dazu entschlossen, das trotzdem durchzuziehen, da es nicht zu mir passt etwas einfach so hinzuschmeißen und ich zu große Angst habe, dass mir der Ausbildungsabbruch irgendwann mal teuer zu stehen kommt. Doch jetzt kamen auch noch sehr schlimme private Probleme hinzu, die durchaus im Zusammenhang mit der Ausbildung stehen. Ich bin lustlos, habe an fast nichts mehr Spaß, fühle mich träge. Der ganze Elan den ich am Anfang hatte ist verpufft. Ich möchte nicht mein ganzes Leben kaputt machen. Es kann so nicht weiter gehen! Ich habe bereits einen Plan, möchte Politik studieren, dazu wenn möglich noch Islamwissenschaft und später in einer Internationalen Organisation arbeiten. Das ganze ist nicht leicht, aber ich bin bereit, mich hundertprozentig reinzuhängen um mir diesen Wunsch zu erarbeiten. Das Problem ist halt der Ausbildungsabbruch an sich in meinem Lebenslauf. Wie schlimm macht sich so etwas? Meine Eltern raten mir davon ab, was meint ihr dazu? Es ist halt vor allem ne kaufmännische Ausbildung und in gewisser Weise Grundlage überall, auf der anderen Seite, will ich ja was ganz anderes aus meinem Leben machen... Bitte um Hilfe, Danke schon im Vorraus und Grüße |
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#2
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| Ein Ausbildungsabbruch wirft dich zurück. Zufällig habe ich ähnlich wie du die Lehre des Ind.Kaufmanns nach 1 Jahr abgebrochen. War falsch sage ich nun fast 30 Jahre später und mir wäre einiges erspart geblieben hätte ich das nicht gemacht. Mach diese Lehre fertig - dein Beruf den du dann hast ist Sprungbrett für alles weitere. Schlag die diese Illusionen mit Islamwissenschaft studieren aus dem Kopf. Sie mögen für dich schön sein - aber sie lassen sich schlecht verwirklichen. Gruss wellen
__________________ Die Schule ist nur die Saat - der Beruf ist die Ernte Beiträge stellen keine Rechts- oder Steuerberatung dar, ein Beratervertrag kommt nicht zustande. - keine nichtssagenden Politikerworte - bitte !! Wehret den Anfängen! „Principiis obsta, sero medicina paratur" |
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#3
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| Aber letztendlich verschwende ich doch meine Zeit, für mich steht es zu 100% fest, dass ich nichts mehr in diese Richtung machen möchte. Dazu bin ich echt mit der meiner aktuellen Gesamtsituation unzufrieden. Mir gehts auf gut deutsch **********. Ein Abbruch ist ungünstig, aber gegen meinen Willen weiter zu machen auch, die Zeit könnte ich doch besser nutzen. Kann man denn sagen, dass ein Abbruch im Lebenslauf meine Chancen auf nen Arbeitsplatz, auch wenn der in eine ganz andere Richtung geht, erheblich senkt? Oder sind die Auswirkungen nur minimal, wenn ich danach ein abgeschlossenes Studium mit guten Noten und Zusatzqualifikationen wie Auslandsaufenthalt etc. vorweisen kann? Welche Erfahrungen mit dem Abbruch hast du gemacht? |
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#4
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| kannst du denn vorhersehen, dass dein studium so gut wird? hast du denn reelle chancen nach diesem studium auch arbeit zu finden in diesem bereich? stellst du dir auch das richtige vor, was man in dem studium lernt, hast du dich genug informiert? das wären fragen die mich beschäftigen würden an deiner stelle. ich verstehe auch nicht genau, wie die privaten probleme in verbindung mit der ausbildung stehen, wenn es die nichts ausmacht geh doch genauer darauf ein. zwar meintest du, dass du schon vorher etwas demotiviert warst im bezug auf die ausbildung, aber vielleicht bist du in deiner momentanen situation in einem tief aus dem du bald wieder rauskommst und dir das alles weit weniger schlimm erscheint. desweiteren wäre es interessant zu wissen wie gut oder schlecht du in deiner jetzigen ausbildung bist. hast du denn mal jemanden darauf angesprochen, dass du unterfordert wirst, lehrer, ausbilder etc.? ich persönlich finde etwas abzubrechen nicht gut, vor allem wenn man mittendrin steckt. lieber den spatz in der hand als die taube auf dem dach, denn wer weiß, ob deine anderen pläne wirklich so umsetzbar sind und fruchten. letztendlich ist es aber deine entscheidung. |
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#5
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| Hallo Stuggi, die Ausbildung abbrechen? Kannst Du machen. Wir leben in einem freien Land und es ist Deine Entscheidung. ABER: Lese doch mal Deinen eigenen Lebenlauf:
Verstehst Du nun, warum ein Ausbildungsabbruch ein Bruch im Lebenslauf wäre? Er passt nicht zu Deiner Vorgeschichte. Ein Ausbildungsabbruch steht im Widerspruch zu dem positiven Eindruck, den man ansonsten von Dir hat. Und noch was: Ich kenne viele Personaler, denen Gradlinigkeit im Lebenslauf wichtig ist. Bei all denen hättest Du schlechte Karten. Ich bin zwar eher der Auffassung, dass man als junger Mensch auch mal etwas ausprobieren darf und dann auch mal eine falsche Entscheidung fällt. Doch dies hättest Du früher merken müssen. In Jahr ist dafür eindeutig zu lange. Wie kommst Du denn nun aus dem Schlamassel heraus? Den Tipp von Sussi finde ich gut. Über Deine Unterforderung solltest Du mit Deinem Ausbilder reden. Er kann Dir sicherlich anspruchsvollere Aufgaben an die Hand geben. Aber Du kannst auch selbst etwas tun: Besuche Kurse, lese Bücher, engagiere Dich in der JAV etc. Nehme Dir eine Tag frei und gehe doch probeweise in ein paar Vorlesung an der Uni. Prüfe, ob Dir das andere wirklich liegt und Spaß bereitet. Rede mit Deinem Ausbilder und der IHK über Verkürzungsmöglichkeiten in der Ausbildung. Man kann bis zu einem Jahr Deiner schulischen Vorbildung auf die Ausbildungszeit anrechnen lassen - auch noch nachträglich. Weiterhin kann man bei guten Noten, die Abschlussprüfung ein halbes Jahr vorziehen. Im Idealfall kannst Du nach 1,5 Jahren Deinen Abschluss in der Tasche haben. Ich würde auf jeden Fall die Ausbildung zu Ende machen. Diese Kenntnisse kannst Du auch in Deinem "Traumjob" gut gebrauchen. Oder glaubst Du, dass eine internationale Organisation ohne kaufmännische Kenntnisse überlebensfähig ist? LG Bernd
__________________ Es gibt immer eine Lösung - vielleicht nicht eine, die Dir gefällt, aber eine, die Dir hilft! |
| Folgender Benutzer sagt Danke zu Bernd für den nützlichen Beitrag: | ||
stuggi (03.06.2009) | ||
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#6
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| also ich werde es durchziehen, hab auch nochmal intensiv mit meinen Eltern geredet. Das ist alles auch ne Einstellungssache. Bin in nem Tief und muss mich da rauskämpfen. Danke für eure Tipps, hat mir weitergeholfen! an Bernd: danke, zu der Ausbildungsverkürzung hab ich noch Fragen, vielleicht weißt Du da ja auch Bescheid: - Also mein Vertrag geht 2,5 Jahre --> Da ich Abi habe und gute bis sehr gute Noten in der Schule, gibt es ja die Möglichkeit, meine Abschlussprüfung ein halbes Jahr früher zu schreiben als die Anderen. Soweit ich weiß brauch ich dazu nen Schulschnitt besser als 2,3 und gute Noten von meiner Firma. Die Schulnoten sind kein Problem. Aber was kann ich machen, wenn sich meine Firma weigert? Ein Mitarbeiter der IHK hat mir gesagt, dass ich trotzdem bei entsprechenden Leistungen meine Prüfung früher schreiben kann, eine andere Mitarbeiterin hat mir gesagt, dass ich da keine Chance habe. Weißt Du da Bescheid? Und wie kann ich sogar auf 1,5 Jahre verkürzen Das wäre ja sensationell! |
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#7
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| Meine unmassgebliche Meinung: Dein Ausbildungsvertrag scheint bereits verkürzt zu sein. Vermutlich hat man da dein Abi bereits berücksichtigt. Noch kürzer würde ich die Ausbildung nicht gestalten, dann geht zuviel Ausbildungsstoff in der Berufsschule verloren. Konzentriere dich darauf, einen vorzüglichen Abschluss zu machen.
__________________ Was dich nicht umbringt, macht dich nur haerter. |
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#8
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| Zitat:
Einigermaßen gute Noten werde ich schon hinbekommen und da ich in die kaufmännische Richtung nicht mehr weitermachen will, sollte das auch nicht so extrem wichtig sein. |
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#9
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| Hallo Stuggi, Du musst zwei Dinge unterscheiden: das erste nennt sich Anerkennung der schulischen Vorbildung, das zweite heißt Vorziehen der Abschlussprüfung. Bei erstem ist es so: Ein Betrieb kann - er muss nicht - die schulische Vorbildung auf die Ausbildungszeit anerkennen. Das maximale ist ein Jahr. Da in der Regel die Ausbildung 3 Jahre dauert, könnte man im günstigsten Fall einen Ausbildungsvertrag über zwei Jahre bekommen. Bei Dir ist demnach schon ein halbes Jahr angerechnet worden. Mehr geht auch nachträglich, aber du musst dann auch mit allen Konsequenzen leben. Wie nonte schon sagte, heißt das für Dich den verpassten Stoff in Reigenregie nachholen und vor allem mehr lernen, denn der Ausbildungsstoff aus drei Jahren, wird dann auch in zwei Jahren vermittelt - es ist also mehr Dampf in der Ausbildung. Denke aber bitte daran, dass Du keinen Anspruch hierauf hast. Beim zweiten sieht es etwas anders aus: Wenn Deine schulischen Leistungen in der Berufsschule einen bestimmten Notenschnitt nicht überschreiten, kannst Du einen Antrag auf vorgezogene Prüfung stellen (Deine Abinoten spielen hierfür keine Rolle). Den Schnitt erfährst Du bei der IHK, bei denen Du auch den Antrag stellen musst. Ich kenne als Hürde einen Notenschnitt unter 2,5. Aber das kann je nach Berufsbild und Bundesland verschieden sein. Wichtig ist aber, dass Du der Antragsteller bist. Die Schule bestätigt Dir die notwendige Leistung, die Du dem Antrag beifügen musst. Deine Firma wird um eine Stellungnahme gebeten und Sie kann Deinen Antrag befürworten oder sich dagegen aussprechen. Entscheider ist allerdings die IHK. Sollte Deine Firma Deinen Antrag nicht unterstützen, wird sie sicherlich von der IHK dazu angesprochen, damit sich die IHK ein umfassendes Bild von Dir machen kann. Es gibt jedoch genügend Fälle, in denen ein Azubi trotz ablehnender Haltung des Betriebes zur Prüfung vorzeitig zugelassen wurde. Doch auch diesen Schritt musst Du Dir genau überlegen, denn der Stoff, der dann wegfällt, musst Du Dir in Eigenregie aneignen. Die Berufsschule ist nicht verpflichtet, den Lehrplan für Dich anzupassen. Erkundige Dich dann einfach nach Prüfungsvorbereitungskursen, die z.B. von der VHS oder IHK angeboten werden. Übrigens finde ich es klasse, dass Du Dich entschieden hast, die Ausbildung durchzuziehen, egal wie lange die Ausbildung noch dauern wird. LG Bernd
__________________ Es gibt immer eine Lösung - vielleicht nicht eine, die Dir gefällt, aber eine, die Dir hilft! Geändert von Bernd (03.06.2009 um 08:12 Uhr) |
| Folgender Benutzer sagt Danke zu Bernd für den nützlichen Beitrag: | ||
stuggi (03.06.2009) | ||
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#10
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| Okay, danke Bernd. Also rein rechtlich gesehen, hätte ich bei guten Leistungen einen Anspruch auf eine vorgezogene Abschlussprüfung und damit automatisch eine Ausbildungsverkürzung. Das war mir noch unklar. Das mit dem Stoff aneignen ist auf jeden Fall machbar, die Vorteile sind in diesem Fall stärker als die Nachteile. Schaffst du bei der IHK oder warum kennst Du dich da so gut aus? ![]() Weißt mehr als so mancher Mitarbeiter bei dort |
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