Behindertenausweis - Vor oder nachteil?
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Behindertenausweis - Vor oder nachteil?

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  #1  
Alt 18.02.2007, 21:30
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Unglücklich Behindertenausweis - Vor oder nachteil?


Hallo,
Ich mache derzeit meinen qualifizierten Hauptschulabschluss.(also 10 Hauptschulklasse) und bin auf der suche nach einen Ausbildungplatz als Kaufmann im Einzelhandel.
Im lezten jahr bekahm ich den Ratschlag von meinem Berufberater mir wegen einiger körperlichen einschränkungen einen Behindertenausweis anzulegen. Nach einigen hardern beschloss ich dieses auch zu tun um bessere Chancen auf einen Ausbiildungplatz zu bekommen.
Diesen Ausweis lege ich jezt immer bei den Bewerbungen bei. Nun wollte ich fragen ob jemand weis ob Betriebe leiber menschen wie mich nehmen die von der Bundeargentur für Arbeit bezahlt werden oder ob sie sich dagegen stäuben weil "er scheint ja irgentwas zu haben". Diese einschränkungen haben für den Beruf kaum Relewanz (ausser das mit 5 Tage mehr Urlaub zustehen). Ich kann eine ganz normale Ausbildung absovieren wuie jeder "normale" andere Azubi auch.

HAbe jezt von den ersten 5 Bewerbungen nach eienr Woche 3 Absargen bekommen und bin recht deprimiert denn ich habe mich im lezzten halbjahr im zeugnis von einen Schnitt von 3,0 auf 2,1 verbesser und bekomme immer nur absagen. Liegt das an dem Ausweis?

Lg Alex
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  #2  
Alt 18.02.2007, 23:59
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Reden

Wir leben in einer Zeit, in der die Arbeitswelt auf höchste Produktivität und maximale Profitorientierung getrimmt wird.

Bei der Personalauswahl wird alles aussortiert, was diesen Prozess stören könnte:

Alte
Schwangere
Mütter mit Kindern
Behinderte
nicht genügend Qualifizierte

Wenn du behindert bist, wirst du derzeit in der freien Wirtschaft grösste Schwierigkeiten haben, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, denn inzwischen erwartet man auch von Auszubildenen (Lehrlingen), dass sie "störungsfrei funktionieren".

Halte Ausschau nach Alternativen: Gemeinde-, Kreis- und Stadtverwaltungen bilden auch aus, die evangelische und katholische Kirche auch, sowie deren Unterorganisationen. Es muss vielleicht auch nicht unbedingt ein kaufmännischer Beruf sein. Bitte sprich das Arbeitsamt (Arbeitsagentur ) bezüglich FÖRDERMÖGLICHKEITEN an.
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1alex (28.05.2007)

  #3  
Alt 19.02.2007, 12:51
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Unglücklich

Hallo nontestatum,
vielen Dank für deine Antwort.
Die Stadtverwaltungen u.a nehmen nur Realschüler mit notenschnitt von 3,0 für Hauptschüler gibt es das nichts. Auch ist ein Büro-"job" überhaupt nichts für mich.
Im Rahmen des 10 Hauptschuljahres mache ich seit dem lezten Sommer ein Langzeitpraktikum jeden Mittwoch. Als ich mich jezt beworben habe sollte ( und habe) ich erläutert was für eine Art für Behinderung es ist und das ich ganz normal eingesezt werden kann und auch sogut wie keine krankheitsbedingte Fehltage habe. Im Betrieb gibt es bereits eine auszubildene die ebenfalls wie ich so einen Ausweis hat und sie sagte auch mit das viele Betriebe aus Imigegründen und wegen der bezahlten Ausbildung solche Menschen bevorzugen. Ich bin immernoch Ratlos was jezt stimmt.

Lg Alex
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  #4  
Alt 19.02.2007, 13:47
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Also: du musst wissen, dass Lehrstellen derzeit ein knappes Gut sind und jede Firma, die ausbildet, zahlreiche Bewerbungen bekommt, die die Zahl der zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätze bei weitem überschreitet.

Du musst dir das so vorstellen: eine Firma, die vielleicht drei Ausbildungsplätze hat, bekommt soviel Bewerbungspost, dass sie damit zehn Waschkörbe bis über den Rand füllen kann.

Und aus der Fülle der Bewerbungen muss der Personalchef jetzt den für seinen Betrieb geeigneten Auszubildenden auswählen.

Wer macht das Rennen? Abiturienten, Realschüler, Gesamtschüler, Hauptschüler.

So, nach der Auswahl sieht es so aus, dass drei Leute einen Ausbildungsplatz haben und der Personalchef schreibt jetzt zehn Waschkörbe voll Absagen. Wenn er sich die Mühe überhaupt macht. Heute kann man eigentlich schon sagen, wer eine Absage erhält, hat irgendwie schon Erfolg gehabt.

Und dann kommst du mit deiner Behinderung, möglichen Krankheitstagen und mehr Urlaub.

Schau der harten Realität in die Augen: im Einzelhandel wirst du nichts geeignetes finden, höchstens in grossen Industriebetrieben oder bei den kommunalen Arbéitgebern
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1alex (28.05.2007)

  #5  
Alt 04.03.2007, 17:37
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Minimi*17 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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"Schau der harten Realität in die Augen: im Einzelhandel wirst du nichts geeignetes finden, höchstens in grossen Industriebetrieben oder bei den kommunalen Arbéitgebern"

Ich finde das etwas zu hart ausgedrückt und würde nicht unbedingt behaupten, dass man mit einer Behinderung überhaupt keine Chance darauf hat, im Einzelhandel einen Ausbildungsplatz zu bekommen.
Es kommt auch darauf an, wie weit die Behinderung die Arbeit beeinträchtigt. Einige Unternehmen legen Wert darauf, dass auch behinderte Menschen integriert werden und der Staat fördert dies. Wenn man dran bleibt, kann man es genau so schaffen, wie ein gesunder Mensch.
Ich würde es auch mit ins Anschreiben bringen, dass die Behinderung die Arbeit nicht beeinträchtigt und dass dies bei einem persönlichen Gespräch genauer besprochen werden kann. Dein Anschreiben muss top motiviert sein, überzeuge die Betriebe, dass du ebenso viel leisten kannst, wie andere auch. Das klappt schon!

Gruß, Miri

Geändert von Minimi*17 (04.03.2007 um 17:40 Uhr)
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  #6  
Alt 04.03.2007, 19:18
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Lächeln Hallo 1alex

Herzlich Willkommen in unserem Forum!

Du solltest Dich von dem Beitrag von nt nicht entmutigen lassen.
Die Lehrstellensituation ist regional sehr unterschiedlich. Ferner ist sie abhängig vom Berufswunsch und dem gegenüerstehenden Ausbildungsplatzangebot. Auch ist eine Behinderung kein KO-Kriterium. Schon gar nicht für eine Ausbildung. Entscheidend ist, ob die Art der Behinderung einen Einfluss auf die Ausübung des gewählten Berufes hat.

Ich kenne viele Betriebe, die gerne auch behinderten Menschen eine Ausbildungsmöglichkeit anbieten. Ferner, drei Absagen bei fünf Bewerbungen sind zwar nicht schön für Dich, sind aber absolut nichts ungewöhnliches.

Du solltest aber auch die Möglichkeit prüfen, ob mit Deinem Bewerbungsschreiben und mit Deiner Berufswahl alles im grünen Bereich ist. Wenn Du möchtest, können wir gerne einen Blick auf Dein Bewerbungsschreiben werfen. Wir können dann gemeinsam sehen, in wie weit dieses noch optimiert werden kann.

Also, nicht entmutigen lassen!
LG
__________________
Skorpion1153
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Meine Idylle

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  #7  
Alt 04.03.2007, 20:23
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Hallo,
Vielen Dank für eure neuen Beiträge. Neue Absargen habe ich bisher noch nicht bekommen jedoch eine einladung zu einem vorstellungsgespräch bei dem Betrieb wo ich auch mein Jahresprakikum mache (also jeden Mittwoch in der Schulzeit übr das gesamte Schuljahr neben der Schule). Die waren sehr erfreud das ich mich in der Zeit wo ich mein Praktikum dort absolviere mich so sehr in der Schule verbessert habe und die Bewerbung ist auch sehr gut dort angekommen. Das mit der behinderung habe ich auch erklärt und das diese keine auswirkungen auf meine Arbeitsfähigkeit hat und das ich sehr weniger Fehltage habe und das wurde auch so akzepiert. Wann der Termin ist wird mir noch per Brief mitgeteilt. Ich setze darauf grosse hoffnungen da ich den gesamten Betrieb und Chefin hinter mir habe (blos das ist eine Filiale und die Zentrale endtscheidet am ende.
Gestern bekahm ich noch eine Bestötigung wo sich für méine ansprechende Bewerbung gedankt wurde und wo ich im gedult gebeten wurde.

Die Bewerbung habe ich im übrigen mit meinen ehemaligen Lehrer zusammen erstellt der das bervor er an unsere SChule erstellt. Trozdem Danke für das Angebot

lg und vielen Dank

Alex

P.s Dies ist wirklich ein klasse Forum mit vielen hilfreichen tipps.
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  #8  
Alt 04.03.2007, 23:33
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Zitat:
Du solltest Dich von dem Beitrag von nt nicht entmutigen lassen.
Genau!! Von so einem alten Schwarzseher wie mir darf man sich nicht entmutigen lassen.

Und richtig ist auch: bevor man garnichts bekommt, soll man das nehmen, was man bekommen kann.

Leider ist es aber auch so, dass derjenige, der die Probleme nicht sehen will und der den Kopf in den Sand steckt, gleichzeitig den Hintern zum Reintreten hebt, was wiederum bewirkt, dass man sich zu gegebener Zeit zwischen Mauer und Abrissbirne wiederfindet. Das wäre eine denkbar schlechte Ausgangsposition.

Es gibt da noch ein Problem: 1alex wird wahrscheinlich garnicht zum Wehrdienst/Zivildienst eingezogen, weil krankheitsbedingt untauglich.
Das ist eine Lücke im Lebenslauf, die man später erklären muss.

Wie gross ist die Chance, als Behinderter einen Job zu ergattern, in einer entsolidarisierten Welt, die keine Alten mehr duldet, in der selbst Gesunde abgemeldet sind?

Deshalb sage ich, man muss sich bei Behindertenorganisationen beraten lassen und eine Ausbildung anstreben, die eine Berufsausübung auch bei eintretender Leistungsminderung ermöglicht.

Und bei der Berufsberatung sollte auch der Arzt mitwirken, der zum Beispiel schonungslos und brutal beschreibt, wie die Krankheit in zwanzig Jahren aussieht.
__________________
Was dich nicht umbringt, macht dich nur haerter.
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  #9  
Alt 05.03.2007, 07:14
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Guten Morgen,
Nonte ich finde es doch sehr intresant das du weist wie meine krankeit in 30 Jahren aus sieht - ein fachmann für Zukunfsdiagnostig.

Irgentwann bin ich auch sat mir von anderen meinen Berufswunsch sagen zu lassen. Der Berufsberater sagt ich soll ins Büro (wo ich im übrigen eingehen würde weil das überhaupt nichts für mich ist). Du meinst ich soll als Kóch o. Hauswirtschaftler tätig sein blos mit ein paar lebensmittelallergien nicht wirklich ratsahm wenn man als Koch seine Pilzsoßen nicht abschmecken kann (gut davon wusstest du ja nichts- halb so wild).
Ich habe meinen Traumberuf gefunden den ich auch sicherlich in 30 Jahren ausüben kann (nach den auskünften von meinem Arzt!).

Lg Alex
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  #10  
Alt 05.03.2007, 10:49
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Hallo 1alex,

wie ich sehe, ärgerst du dich über meine Worte. Das ist gut, dann sind die auch auf fruchtbaren Boden gefallen ...

Zitat:
Irgentwann bin ich auch sat mir von anderen meinen Berufswunsch sagen zu lassen
Die Leute sagen dir ja nicht deinen Berufswunsch: sondern die Menschen schöpfen aus ihrem Erfahrungsschatz und lassen dich daran teilhaben.
Und weil die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt so unterschiedlich sind, hörst du natürlich gegensätzliche und widersprüchliche Meinungen.

Aber es ist natürlich so: Mit der Wolle eines Schafes kann man keinen Pullover stricken. Dazu braucht man schon die Wolle mehrerer Schafe.

Das heisst, du musst viele Meinungen hören, damit du dir daraus einen Pullover stricken kannst, der passt und dich auch wärmt.

Zitat:
Du meinst ich soll als Kóch o. Hauswirtschaftler tätig sein blos mit ein paar lebensmittelallergien nicht wirklich ratsahm wenn man als Koch
Ich hatte diesen Vorschlag per PN gemacht. Gemeint ist natürlich, dass es ratsam ist, einen Beruf zu wählen, der einen auch dann noch ernährt, wenn eine denkbare Leistungsminderung eingetreten ist. Du hast mir ja freundlicherweise genauere Angaben zu deinem Befinden gemacht, und darauf habe ich meine Antwort abgestimmt.

Zitat:
sicherlich in 30 Jahren ausüben kann (nach den auskünften von meinem Arzt!).
Na ja, bestimmt könntest du den Beruf noch ausüben: FRAGT SICH NUR WIE UND WO.

Hast du auch erwogen, dass dein Arzt dich evtl. schonen wollte?


Zitat:
Nonte ich finde es doch sehr intresant das du weist wie meine krankeit in 30 Jahren aus sieht - ein fachmann für Zukunfsdiagnostig
Wenn man lange Jahre arbeitet, dann sieht man eben auch die Kollegen, die erkranken und abbauen, noch eine Zeitlang ein Gnadenbrot bekommen und dann mehr oder weniger (un-) sanft abserviert werden.

Dauerhaft angelegte Krankheiten haben die unschöne Angewohnheit, im Laufe der Zeit nicht besser zu werden. Darauf muss man sich einstellen.

si vis pacem para bellum
__________________
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