Freistellung vom Ausbildungsbetrieb wg. Mobbing
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Freistellung vom Ausbildungsbetrieb wg. Mobbing

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  #1  
Alt 17.12.2008, 22:26
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Hallo zusammen,

habe mich heute registriert, um mein Anliegen zu schildern...

ich weiß es ist ein kleiner Roman, aber bitte lest euch mein Anliegen durch

Eigentlich gehts weniger um mich, als um meine Schwester. Ich würde ihr so gerne helfen, aber ich weiß nicht wie... Ich weiß auch nicht, ob ich hier im Thema "Ausbildung" richtig bin. Vielleicht sollte ich dies eher unter "Mobbing" einstellen. Weiß aber nicht, ob ich das als "Mobbing" einstufen kann...

Es geht um folgendes:

Meine Schwester ist seit 1,5 Jahren in einem Betrieb und macht eine Ausbildung zur Kauffrau im Großen- und Außenhandel und steht ein Halbes Jahr vor Ihrer Abschlussprüfung.

Zu Beginn war alles ok. Aber es dauerte nicht lange, und da begannen die Probleme (eigentlich nur mit einem der Chefs). Ständig wurde nur herumgemeckert und kritisiert. Es wurden Fehler unterstellt, die gar nicht ihr Verschulden waren. Es wurde unterstellt, dass die Berufsschulzeiten gefälscht wurden, nur um später im Betrieb einzutreffen (wobei dies nachvollzogen werden kann durch die Berufsschule, dass dies nicht der Fall war). Dies soll nun von ihrer Ausbildungsvergütung gekürzt werden. Jetzt aktuell wurde sie des "Betruges" bezichtigt. Sie hatte Überstunden in Form von Urlaub abgebaut (irgendjemand hat die Zahlen manipuliert) und nun heißt es, dass sie mehr Urlaub genommen hatte, als ihr zustanden. Sogar mit Kündigung wurde ihr gedroht.

Da ist noch ne Menge Anderes, was ich leider nicht so wiedergeben kann, wie es meine Schwester könnte. Eines weiß ich aber leider sicher, dass meine Schwester gewiss nicht übertreibt, immer zu Hause in Tränen ausbricht, demotiviert ist und kaum noch in den Betrieb will, geschweige denn den Chef sehen will. Für den, sind die Azubis einfach nur "billige Arbeitskräfte". Das Schlimme ist (vielleicht, aber auch das Gute), es gibt noch eine Auszubildende, die es ebenso schwer hat. Diese ist schon ständig krank, weil sie es dort nicht aushält. Ihr Arzt wollte sie sogar zu einer psychologischen Behandlung schicken. D.h. meine Schwester steht wenigstens nicht allein und hat sozusagen jemanden, der diese "Sachen" bezeugen könnte.

Meine Schwester und Ihrer Azubi-Kollegin haben nun beschlossen zur ortsansässigen IHK zu gehen und sich über diesen Betrieb und die Art und Weise zu beschwehren bzw. Rat zu holen. Sie kann sich gar nicht auf ihre Prüfungsvorbereitung konzentrieren durch den ganzen Stress.

Nun ist die Frage, wie sie am besten vorgehen sollten....

Wenn der Betrieb abgemahnt werden sollte (wenn sowas praktiziert wird), will ich nicht wissen, wie die Situation dort sein wird, wenn sie weiterhin dorthin soll. Gibt es in so einem Fall die Möglichkeit, sich vom Betrieb bis zur Prüfung freistellen zu lassen. Welche Nachteile sind eventuell damit verbunden? Kann es Probleme bei der Suche nach nem neuen Arbeitgeber geben, wenn der erfährt, dass (auf eigenen Wunsch) eine Freistellung besteht? Es ist ja auch wichtig wie das Ausbildungszeugnis ausfällt für den weiteren Werdegang.

Ist die IHK hier die richtige Anlaufstelle für dieses Problem, oder sollte (zusätzlich) noch wo anders "Hilfe" suchen?

Ich weiß, Fragen über Fragen.... Und wenn ich hier mit meinem Anliegen hier "falsch" bin, bitte ich um Nachsicht!!!

Vielen Dank bereits vorab... ich freu mich auf eure Antworten...

Gruß
Kuuuni
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  #2  
Alt 18.12.2008, 07:16
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Hallo Kuuuni,

schön, dass Du Deiner Schwester zur Seite stehst. Sie braucht sicherlich nicht nur einen Verbündeten in der Firma (Mit-Azubi), sondern auch einen Gesprächspartner zu Hause.

Wenn dies alles richtig, was Du hier geschrieben hast und Deine Schwester erzählt, läuft wohl so einiges schief in dem Betrieb. Fakt ist, dass man sich nicht alles gefallen lassen darf. Unterstellungen, Falschaussagen und Manipulation an Daten gehören definitv dazu und Deine Schwester sollte sich hiergegen wehren. Dabei bitte keine Angst haben vor weiteren Konsequenzen, denn ein Stillhalten ist doch noch unerträglicher. Auch wegen des Zeugnisses erst mal keine Sorgen machen. So wie der Chef seine Azubis behandelt, wird er wohl auch die Zeugnisse formulieren. Schlimmer kann es also nicht werden.

An wen kann sich Deine Schwester nun wenden? Die IHK ist eine sehr gute Anlaufstelle, dort ist sie richtig aufgehoben. Aber auch ein Betriebsrat, die Gewerkschaft (falls sie dort Mitglied ist) und ein Vertrauenslehrer der Berufsschule können Hilfestellungen bieten. Auch Fragen wie "Freistellung" können dort beantwortet werden. Den größten Einfluss auf den Betrieb hat sicherlich die IHK. Diese kann den Arbeitgeber zu Gesprächen einladen und dabei Einfluss nehmen. Ggf. kann ein sogeannter Schlichtungsausschuss der IHK angerufen werden. Sogar ein Entzug der Ausbildungseignung kann dem Betrieb drohen, wenn er sich derart falsch verhält, wie Du beschreibst.

Mach Deiner Schwester Mut, zur IHK zu gehen und den Fall dort vorzutragen. Sie soll dafür alle Beweise, die sie hat, mitnehmen und auch Zeugen benennen.

Viel Erfolg
Bernd
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kuuuni (18.12.2008)

  #3  
Alt 18.12.2008, 10:03
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Hallo Bernd,

vielen Dank für deine Antwort und deine Ratschläge.... Das wird meine Schwester sicherlich in Angriff nehmen. Sie tut mir total leid. Ich wünschte ich könnte ihr noch mehr helfen, noch mehr tun, aber leider wüsste ich nicht wie ich das machen soll.

Ich finde es schrecklich, wie so junge Menschen, die gerade erst ins Berufsleben einsteigen, schon auf diese Art und Weise demotiviert werden. unverantwortlich

Das Schlimme ist, dass der Chef sich keiner Schuld bewusst ist, oder zumindest so tut!!!

Unsere Mutter kam schon auf den Gedanken, den Chef anzurufen, weil sie es auch nicht ertragen kann, wenn meine Schwester mit vom Heulen geschwollenen Augen nach Hause kommt. Aber ich hab ihr das ausgeredet, weil sie sehr impulsiv sein kann und das - denke ich - nach hinten losgehen würde, so dass meine Schwester dann wahrscheinlich gar nicht mehr ernst genommen wird. Fachmännische Hilfe, halte ich auch für den besten Weg...

Vielen Dank nochmal....
Lieben Gruß
kuuuni
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  #4  
Alt 18.12.2008, 12:15
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Übrigens ist die IHK auch die richtige Anlaufstelle, wenn Auszubildende ihren Ausbildungsbetrieb wechseln möchten (aus welchen Gründen auch immer).

Was Deine Schwester betrifft, finde ich es nur richtig, dass sie sich währen möchte. Das tun viel zu wenige, ist doch das was Deiner Schwester widerfahren ist, kein Einzelfall. Ich drücke die Daumen, dass alles gut wird und wünsche viel Kraft und alles Gute!
__________________
Liebe Grüße Ratgeberin
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Eure Fragen beantworte ich gern nach meinem besten Wissen. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit übernehme ich nicht. Alle meine Äußerungen, Kommentare und eigenen Beiträge, sind Ausdruck meiner persönlichen Meinung. Sie sind nicht als Rechtsberatung oder Ersatz zu verstehen.
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  #5  
Alt 18.09.2009, 06:50
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Macki befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Standard Mobbing und Arbeitsverlust

Hallo und guten Tag,

es wäre nett von Dir, mir zu dem Thema und der Einstellung
meiner Geschichte, eine persönliche Meinung zu senden.

Würde mich freuen
Gruß Macki
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