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#1
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| Hallo, ich bin ziemlich ratlos. Nach einem Pädagogik-Studium (abgeschlossen), einer Fremdsprachensekretärin-Ausbildung (abgeschlossen), ein paar Semestern Grund- und Sonderschullehramt-Studium und einem Jahr Master-Studium in Nachhaltigem Tourismus sowie einem Jahr Berufstätigkeit in einem integrierten Waldkindergarten, verschiedener Praktika und Nebenjobs im pädagogischen Bereich (Nachhilfebereich) und 2 Jahren Arbeitslosigkeit, mache ich nun eine verkürzte Erzieherausbildung (1 Jahr Theorie, 1 Jahr Praxis) und bin immer noch nicht "angekommen". Meine Fähigkeiten liegen eher im handwerklichen als im pädagogischen Bereich. Mir ist auch attestiert worden, dass meine Stimme nicht für die Arbeit mit einer Gruppengröße von mehr als 10 Personen auf Dauer geeignet ist. Eine reine Büroarbeit macht mir keine Freude. Viel Reden auch nicht. Eigentlich weiß ich, dass eine Ausbildung im Handwerk das Richtige für mich wäre, aber ich habe Angst, dass ich dafür nicht geeignet bin. Inzwischen bin ich auch fast 35 Jahre alt. Bisher habe ich eine entsprechende Ausbildung immer vermieden, weil ich mein Abitur nicht umsonst gemacht haben wollte und auch wegen einer Wirbelsäulenverkrümmung, die dafür sorgt, dass ich bei langer einseitiger Belastung (nur sitzen/stehen) Probleme bekomme. Inzwischen denke ich aber, dass ich evtl. mit regelmäßigem Sport da auch einen Ausgleich schaffen könnte, denn der Beruf muss einem ja in erster Linie irgendwie gefallen. Meine Frage lautet nun: 1. Gibt es überhaupt Chancen, in meinem Alter noch eine Lehrstelle im Handwerk zu bekommen? 2. Wäre es erst wieder im Herbst nächsten Jahres möglich, eine Lehre anzufangen? 3. An wen wende ich mich, wenn ich einfach mal verschiedene handwerkliche Berufe kennenlernen möchte? Hospitationen wären mir sehr wichtig, auch wenn ich keine Chance mehr auf eine Lehrstelle hätte...einfach für mich persönlich. Ich dachte an die 2 Wochen Herbstferien Anfang Oktober. Ist da eher die Handwerkskammer oder das Arbeitsamt zuständig oder hilft einem da eh niemand und man muss sich selbst kümmern, wo man mal hospitieren könnte? 4. Gibt es überhaupt einen Berater, der versucht herauszufinden, wo meine handwerklichen Fähigkeiten/Interessen liegen? Es gibt schließlich soo viele Ausbildungsberufe...spontan würden mir jetzt Konditorin, Raumausstatterin, Goldschmiedin, Floristin, Orthopädieschuhmacherin oder Uhrmacherin einfallen...wobei ich für Letzteres vermutlich zu schlechte Augen habe. Gibt es nicht so eine Art Test, mit dem man "seinen" Handwerksberuf feststellen kann? Wenn nicht, dann finde ich, sollte man sowas mal erfinden, oder? Einen Berufseignungstest habe ich bereits beim Arbeitsamt absolviert. Das Ergebnis war, dass ich in allen Bereichen im Vergleich zu Anderen überdurchschnittlich begabt bin. Es kommt halt auf meine Interessen an. Dort hat man mir zur Erzieherausbildung geraten, weil diese eher an meine pädagogische Erstausbildung anschließt. 5. Gibt es denn Betriebe, die gerne auch ältere Menschen wie mich einstellen würden? Auch hier finde ich, gibt es bestimmt mehrere Leute, die wie ich erst später merken, dass ihnen etwas Anderes eher liegt. 6. Gibt es im pädagogischen Bereich denn Einsatzmöglichkeiten, die wenig Reden erfordern? Nun, ich bin inzwischen ziemlich frustriert und frage mich, ob so ein Wechsel überhaupt Sinn machen würde. Es werden ja doch eher "geradlinige Lebensläufe" gewünscht und jünger wird man ja auch nicht. In jedem Fall danke ich für jede nette Antwort! Gruß Kristin |
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#2
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| ich bin ziemlich ratlos. ... wie rund 8 Millionen andere Menschen ... Nach einem Pädagogik-Studium (abgeschlossen), einer Fremdsprachensekretärin-Ausbildung (abgeschlossen), ein paar Semestern Grund- und Sonderschullehramt-Studium und einem Jahr Master-Studium in Nachhaltigem Tourismus sowie einem Jahr Berufstätigkeit in einem integrierten Waldkindergarten, verschiedener Praktika und Nebenjobs im pädagogischen Bereich (Nachhilfebereich) und 2 Jahren Arbeitslosigkeit, mache ich nun eine verkürzte Erzieherausbildung (1 Jahr Theorie, 1 Jahr Praxis) und bin immer noch nicht "angekommen". Meine Fähigkeiten liegen eher im handwerklichen ... bist du künstlerisch begabt ? .... als im pädagogischen Bereich. Mir ist auch attestiert worden, dass meine Stimme nicht für die Arbeit mit einer Gruppengröße von mehr als 10 Personen auf Dauer geeignet ist. Wer erzählt den sowas? Sollst du da eine Kompanie Soldaten anbrüllen ? Eine reine Büroarbeit macht mir keine Freude. Viel Reden auch nicht. Eigentlich weiß ich, dass eine Ausbildung im Handwerk das Richtige für mich wäre, aber ich habe Angst, dass ich dafür nicht geeignet bin. Inzwischen bin ich auch fast 35 Jahre alt. Das wäre nicht wirklich ein Hinderungsgrund. Eine neue Berufswahl ist grundsätzlich nicht vom Alter abhängig, es stellt sich vielmehr die Frage, ob man noch Fuss fassen kann, weil man ja im Wettbewerb zu anderen Gleichaltrigen steht, die dann aus der Branche kommen und über deutlich mehr berufserfahrung verfügen. Ausserdem muss die Ausbildung in irgendeiner Form finanziert werden. Bisher habe ich eine entsprechende Ausbildung immer vermieden, weil ich mein Abitur nicht umsonst gemacht haben wollte und auch wegen einer Wirbelsäulenverkrümmung, die dafür sorgt, dass ich bei langer einseitiger Belastung (nur sitzen/stehen) Probleme bekomme. Du solltest dich von deinem Orthopäden beraten lassen, wie sich dieses Krankheitsbild in den nächsten 20 Jahren entwickeln wird. Dein Orthopäde wird dir zumindst sagen können: Ich erwarte, dass sich dieses Krankheitsbild voraussichtlich auf Grund meiner allgemeinen Erfahrung wie folgt entwickeln wird: BLA BLA BLA . Eine genaue Zeitschiene kann ich dabei aber nicht darstellen, das ist induividuell und hängt von den persönlichen Belastungsverhältnissen ab. Danach richtet sich auch deine Berufswahl, es hat keinen Zweck, einen Beruf zu erlernen, der 10 Jahre lang ausgeübt werden kann und dann für dich gesundheitlich in einer Sackgasse endet. Ich würde einen beruf wählen, der nicht unbedingt vom Arbeitsmarkt abhängt und der mich vor allem persönlich bereichert. Ich denke da z.B. vorrangig an einen holzverarbeitenden Beruf. Holz ist ein natürlicher nachwachsender Rohstoff, von dem ich glaube, dass er in Zukunft eine grössere Bedeutung haben wird als im heutigen Kunststoffzeitalter. Inzwischen denke ich aber, dass ich evtl. mit regelmäßigem Sport da auch einen Ausgleich schaffen könnte, Da würde ich mich lieber nicht darauf verlassen. Das kann zwar eine langzeitige Linderung bringen, aber man sollte da schon ein finales Stadium einkalkulieren ... Wenn du dies ausschliesst, könnte es sein, dass du zu tief fällst ... denn der Beruf muss einem ja in erster Linie irgendwie gefallen. Meine Frage lautet nun: 1. Gibt es überhaupt Chancen, in meinem Alter noch eine Lehrstelle im Handwerk zu bekommen? Grundsätzlich ja. Aber die Lehrstellensuche ist natürlich mit einem deutlich erhöhten Aufwand verbunden und die Bewerbung muss schon eine gewisse Überzeugungskraft besitzen. D.h., man sollte hier und da ein Praktikum gemacht haben und wissen, was auf einen zukommt. 2. Wäre es erst wieder im Herbst nächsten Jahres möglich, eine Lehre anzufangen? Nein. Du könntest auch jetzt noch einsteigen, wenn du eine Stelle hast. Das Lehrjahr hat ja gerade erst angefangen. 3. An wen wende ich mich, wenn ich einfach mal verschiedene handwerkliche Berufe kennenlernen möchte? Hospitationen wären mir sehr wichtig, auch wenn ich keine Chance mehr auf eine Lehrstelle hätte...einfach für mich persönlich. Ich dachte an die 2 Wochen Herbstferien Anfang Oktober. Ist da eher die Handwerkskammer oder das Arbeitsamt zuständig oder hilft einem da eh niemand und man muss sich selbst kümmern, wo man mal hospitieren könnte? Du kannst dich natürlich an die IHK, Handwerkskammer, Innung und an die Agentur für Arbeit wenden, aber ich denke eher, du musst dich selber tummeln und Bewerbungen an die einzelnen Handwerksbetriebe schicken. 4. Gibt es überhaupt einen Berater, der versucht herauszufinden, wo meine handwerklichen Fähigkeiten/Interessen liegen? Es gibt schließlich soo viele Ausbildungsberufe...spontan würden mir jetzt Konditorin, Raumausstatterin, Goldschmiedin, Floristin, Orthopädieschuhmacherin oder Uhrmacherin einfallen...wobei ich für Letzteres vermutlich zu schlechte Augen habe. Gibt es nicht so eine Art Test, mit dem man "seinen" Handwerksberuf feststellen kann? Wenn nicht, dann finde ich, sollte man sowas mal erfinden, oder? Einen Berufseignungstest habe ich bereits beim Arbeitsamt absolviert. Das Ergebnis war, dass ich in allen Bereichen im Vergleich zu Anderen überdurchschnittlich begabt bin. Es kommt halt auf meine Interessen an. Dort hat man mir zur Erzieherausbildung geraten, weil diese eher an meine pädagogische Erstausbildung anschließt. Auf irgendwelche Berater mit schlauen Tests würde ich nicht warten. Ich sage das mal jetzt ganz böse: das sind doch alles nur Dummschwätzer, die ihren Schinken bereits im Rauchfang hängen haben und vollversorgt auf irgendwelchen Posten, auf die Pension wartend, sitzen. Von denen kannst du nicht wirklich Hilfe erwarten. Wenn du willst, dass etwas funktioniert, musst du das selber in die Hand nehmen. 5. Gibt es denn Betriebe, die gerne auch ältere Menschen wie mich einstellen würden? Auch hier finde ich, gibt es bestimmt mehrere Leute, die wie ich erst später merken, dass ihnen etwas Anderes eher liegt. Zumindest jetzt ist es noch so, dass der Jugendwahn grassiert. Auf Grund der demopgraphischen Entwicklung würde ich erwarten, dass sich da demnächst - in den nächsten 5 Jahren - etwas ändert, aber sicher ist das nicht. Dann herrscht nämlich in der EU die Freizügigkeit und die ortsansässige Bevölkerung in Deutschland zieht gegenüber Einwanderern mal wieder die Ar***karte. 6. Gibt es im pädagogischen Bereich denn Einsatzmöglichkeiten, die wenig Reden erfordern? ![]() Nun, ich bin inzwischen ziemlich frustriert und frage mich, ob so ein Wechsel überhaupt Sinn machen würde. Es werden ja doch eher "geradlinige Lebensläufe" gewünscht und jünger wird man ja auch nicht. Die geradlinigen Lebensläufe kann sich die Wirtschaft sowieso abschmatzen. Seit Jahren herrscht Massenarbeitslosigkeit, und die Leute sind sowieso gezwungen, das anzunehmen, was sich gerade bietet. Und für Arbeitslosigkeit muss sich heute auch keiner mehr entschuldigen .
__________________ Was dich nicht umbringt, macht dich nur haerter. |
| Folgender Benutzer sagt Danke zu nontestatum für den nützlichen Beitrag: | ||
Kristin1972 (22.09.2007) | ||
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#3
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| Dank schon mal dafür! Tja, so richtig schlau bin ich jetzt zwar immer noch nicht, aber die Idee mit dem Nachfragen beim Orthopäden find ich gut. Das ist schon mal ein Anhaltspunkt. Irgendwie bin ich wohl einfach zu ängstlich/bequem, jetzt noch eine handwerkliche Lehre anzufangen..einmal altersbedingt, dann auch weil ich dadurch längere Zeit noch auf Unterstützung durch meine Eltern angewiesen wäre und schließlich, weil ich eben nicht sicher weiß, welcher Beruf es sein sollte..und vermutlich auch nach einer Hospitation in den Herbstferien nicht, denn da muss ich mich ja wieder für etwas entscheiden. Das mit dem Holz ist auch eine gute Idee, nur habe ich z.B. mal bei einem Bekannten einen Holzrahmen angefertigt und das hat mir gar nicht so gut gefallen...ich bin eben mehr die Feinmotorikerin. Künstlerisch begabt bin ich schon, halt nicht supergut, aber doch mehr als so manch anderer, würde ich mal meinen. Auf jeden Fall bin ich gern kreativ tätig und musikalisch begabt. Hm.... Auf jeden Fall danke! Kristin Geändert von Kristin1972 (22.09.2007 um 15:33 Uhr) |
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#4
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| Hallo! Wenn du im pädagogischen Bereich bleiben willst, kannst du dich ja einmal umschauen, ob es in deiner Gegend beschützende Werkstätten oder Beschäftigungstherapieprogramme für Menschen mit geistiger / psychischer Behinderung gibt. Laut sprechen muss man da auch nicht wirklich (meiner Erfahrung nach - ich hab in einem Gärtnereiprojekt gearbeitet.) Natürlich gibt es auch Holzwerkstätten, Webereien, etc. und da kommt es sehr wohl auf handwerkliches Geschick an - die Dinge müssen ja auch verkauft werden. Nur so eine Idee - wenn du mehr dazu wissen willst, schreib einfach noch mal. lg lily |
| Folgender Benutzer sagt Danke zu lily für den nützlichen Beitrag: | ||
Kristin1972 (23.09.2007) | ||
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#5
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| grundsätzlich finde ich das schon sehr interessant, die Bereiche Gärtnerei, Holzwerkstatt oder Weberei. Das einzige, was mir dort ein Problem bereiten könnte, ist die Anhänglichkeit von Menschen mit Down-Syndrom, die ja oft in diesen Werkstätten arbeiten. Du weißt sicher, dass diese Menschen einen gerne umarmen und den "normalen" Abstand zu ihren Mitmenschen nur schwer einhalten können. Diese Erfahrung habe ich jedenfalls immer gemacht, wenn ich auf eine Gruppe getroffen bin. Mein älterer Bruder ist geistig behindert und daher ist mir die Arbeit mit behinderten Menschen schon ein wenig vertraut. Er ist allerdings Spastiker und kann nicht sprechen und auch in keiner Werkstatt arbeiten. Dennoch danke für den Hinweis! |
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