Hilfe!!! Ausbildung abbrechen und studieren oder durchziehen?
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Alt 18.11.2008, 20:54
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Standard Hilfe!!! Ausbildung abbrechen und studieren oder durchziehen?


Hallo!

Stecke derzeit in einer für mich schwierigen Situation, die mich sehr oft schwer beschäftigt.
Habe diesen Sommer Abitur gemacht (Durchschnitt 2,3). Schon Mitte letzten Jahres habe ich mit Bewerbungen für duale Studien angefangen, hauptsächlich im Bereich BWL/Wirtschaftsinformatik in großen, renommierten Unternehmen (Siemens, E.On, etc.), da ich mir erhofft hatte, so studieren zu können und trotzdem Geld verdienen zu können.
Dann kam die Musterung mit dem Ergebnis T2. Na super, denn so musste ich von meinen Plänen Abstand nehmen, da man für ein Dualstudium laut KWA nicht zurückgestellt wird.
Also schrieb ich Dezember/Januar schnell noch ein paar Bewerbungen für eine "normale" Ausbildung. Diesen Weg hatte man mir damals von mehreren Seiten geraten, da ich anschließend ja immernoch studieren könne.

Da die meisten Betriebe, in denen ich mich beworben hatte, allerdings schon ihre Ausbildungsplätze vergeben hatten, war mein Plan folgender. Erst 9 Monate Zivildienst, dann Neuorientierung und im Jahr 2009 eine Ausbildung oder Dual-Studium in einem renommierten Unternehmen, in dem ich gute Weiterbildungs- und Karrierechancen sehe.
Plötzlich bekam ich doch noch einen Ausbildungsplatz als Industriekaufmann, den ich auch auf Rat meiner Eltern annahm, da wir uns einig waren, dass der Zivildienst unterm Strich verschwendete Zeit ist und sich in 2-3 Jahren vielleicht ja ganz neue Gesetze bezüglich der Wehrpflicht ergeben könnten.
Dennoch hatte ich schon damals ein eher mulmiges gefühl. Auf der einen Seite freute ich mich, meinen Eltern ab Sommer endlich nicht mehr auf der Tasche liegen zu müssen, weiterhin hatte ich damals keine Lust auf das arme Studentenleben, stattdessen erhoffte ich mir durch den Verdienst ein recht angenehmes Leben machen zu können und mir auch mal Wünsche erfüllen zu können, die mir als Schüler nicht möglich waren. Andererseits ist es eben "nur" ein mittelständisches Unternehmen (ca. 300 Mitarbeiter), in dem ich nicht die riesigen Entwicklungsmöglichkeiten sah und so war es nicht 100%-ig das, was ich eigentlich wollte...

Nun bin ich seit August also dort in der Ausbildung zum Industriekaufmann. Fakt ist, dass ich seitdem nie zu 100% glücklich war und die Entscheidung, die Ausbildung unter den gegebenen Umständen anzutreten, heute mit Sicherheit anders treffen würde. Ich fühle mich einfach unterfordert, ständig Ablage- oder Abheftaufgaben zu erledigen oder mich von den anderen Mitarbeitern als Laufbursche "missbrauchen" zu lassen. Immerhin habe ich Abitur und habe einfach hohe Ziele, die ich im Leben erreichen möchte. Dass man dafür auch erst einmal "klein" anfangen muss, ist mir klar. Aber ob dieser aktuelle Weg für mich der richtige ist, daran zweifel ich ständig.
Hinzu kommt, dass ich jeden Tag 30 km Hinfahrt und 30 km Rückfahrt auf mich nehme, sprich von meinem 500 € Nettogehalt gehen schon alleine etwa 120-130 € für Spritkosten drauf, hinzu kommen weitere Kosten wie Versicherungen, Schulbücher etc., sodass es mir derzeit schwer fällt "durchzukommen" und mir es nicht gelingt das o.g. genannte Ziel (Erhöhung meines ganz persönlichen Lebensstandarts) zu erreichen.
Die Ausbildung ist einfach nichts besonderes, die Bezahlung schlecht (andere bekommen im selben Ausbildungsberuf deutlich mehr), ich bin jeden Tag 10-11 Stunden unterwegs und finde keinen Ausgleich (Dinge, die mir Spaß machen) mehr.

Im großen und ganzen bin ich einfach unzufrieden. Doch nun stellt sich die Frage: Was tun???
Macht es Sinn, die Ausbildung durchzuziehen, um dann etwas in der Hand zu haben? Eine Chance übernommen zu werden sehe ich derzeit vor allem aufgrund des Zivildienstes, den ich dann ja noch leisten müsste, nicht. Auch ein Studium, das die Firma unterstützt halte ich in dem Betrieb nur für schwer möglich.
Sprich aktuell liegen vor mir:
2 Jahre in der Ausbildung quälen, dann 9 Monate Zivildienst und dann ein Studium über min. 3-4 Jahre. Dann wäre ich bereits 27 oder 28 und könnte erst dann voll ins Arbeitsleben einsteigen.

Mir geht es einfach darum:
Was bringt mir die Ausbildung im Hinblick auf ein eventuelles Studium für Vorteile? Lohnt es sich, jetzt durchzuziehen oder mache ich mich nur selbst unglücklich?

Alternative wäre, die Ausbildung abzubrechen. Dann stände mir allerdings einmal mehr der Zivildienst im Weg. Anschließend könnte ich an einer ganz normalen Uni studieren. Erfahrungen durch Bekannte haben mir nun gezeigt, dass man auch als Student durch Nebenjobs oder Werkstätigkeiten mit etwas Glück gutes Geld verdienen kann und dabei den Spaß an seiner Lebenssituation aufrecht erhalten kann.

Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir helfen?
Ich wäre sehr dankbar...
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